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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Tone
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    Ach ☺, so schnell verraten die Gefühle nicht unser 'wahres Wesen'. Ich spreche nun schon lange mit einer Vertrauensperson über mein Seelenleben und entdecke immer wieder neue Facetten meiner Persönlichkeit ... also die Summe der Macken
     
    17.05.2017 #76
    Julianna und Ekirlu gefällt das.
  2. Deinen letzten Satz habe ich nicht verstanden..

    Lange Beziehungen zu haben und einsam zu sein...wer ist dann beziehungsunfähig. Bestehen lange Beziehungen mit viel Einsamkeit bedierseits oder ist es nur einseitig so empfunden. Kann eine Beziehung, in der sich beide einsam fühlen und nicht nur einer Bestand haben? Ich habe mich lange mit dieser Frage beschäftigt und keine klare Lösung gefunden.

    Die einzige wage Erklärung ergibt sich für mich aus der Passung der Partner. Einen Menschen der "allround-beziehungsfähig" ist, gibt es m.E. nicht. Man ist beziehungsfähig mit einem bestimmten Typ Partner. Mit anderen ist man es nicht.
    Und hier liegt das Problem. Was, wenn ich von Kindheit an an einen bestimmten, mir schädlichen Typ gewöhnt worden bin und genau dieser Typ endlos viele Trigger auslösen kann, die anderen eben fehlen und ich immer wieder, nicht bewusst, auf den gleichen Typ Partner abziele, nur diesen Typ immer wieder attraktiv finde? Bin ich dann beziehungsunfähig? Wäre ich mit einem anderen Typ beziehungsfähig, obwohl da keine tiefe Anziehung stattfindet? Kann man eine befriedigende Beziehung führen, mit einem Menschen, der bestimmte Anreize nicht erfüllt?
    Oder - ist es möglich, sich in einer Partnerschaft dauerhaft gegen bestimmte Muster zu verhalten und glücklich zu werden, wenn das Leben in bestimmten Mustern mich unglücklich machen wird?
     
    17.05.2017 #77
  3. Ich würde dem widersprechen, denn ewiges Nachgeben stärkt den Partner und führt nicht zu einer befriedigenden Einigung. Es wird niemals ein Punkt des beiderseitigen Einvernehmens gefunden werden, wenn lediglich ein Partner leidensfähig ist.
    Beide müssen es sein (und sein wollen...das ist Liebe) und über eine funktionierende Kommunikation muss ausgedrückt werden können, wo genau ein "Leiden" beginnt. Es muss eine Verständigung möglich sein, damit das gegenseitige Nachgeben (Leiden finde ich einen sehr dramatischen Ausdruck..) nicht zu sehr auf einer Seite dominiert.
    Das "Leiden" beginnt ja bei jeden Menschen an etwas anderer Stelle und es betrifft ganz sicher auch verschiedene Bereiche. Nur über Verständigung bis zum gegenseitigen Verstehen kann soetwas austariert werden. Das ist ein Prozess, der über die ganze Zeit der Beziehung erarbeitet werden muss. ...Manche bekommen ja schon kalte Füße, wenn sie das Wort "Beziehungsarbeit" hören... Ohne ist es ja so viel leichter und wenn es nicht passt, versucht man es mit Gewalt oder geht..

    Ich denke, in dem Moment, in dem ein Partner wissentlich den anderen verletzt, ist die Grundlage für die Beziehungsfähigkeit beider Partner bedroht. Egal, wie das Gegenüber daraufhin reagiert. Das Gleichgewicht ist dann gestört.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #78
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  4. Also wenn ich für eine Beziehung leidensfähig sein soll, wieso brauche ich dann eine Beziehung? ...o_O
     
    17.05.2017 #79
  5. Tone
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    Gedankenspiel: Eine Stärke von Liebesbeziehung ist die gemeinsame Bewältigung von Problemen. Das Leiden verändert uns Menschen, es animiert zu lernen. Kann aus dieser Perspektive die Leidensfähigkeit eine Tugend sein?
     
    17.05.2017 #80
  6. Ich kann deinem Gedankengang folgen, für mich geht nur die Rechnung: leidensfähig = beziehungsfähig nicht auf. Gemeinsam Probleme zu bewältigen ist für mich eine Grundvoraussetzung, deren Bewältigung ich aber nicht grundsätzlich einer Leidensfähigkeit zuschreibe, sondern Interesse und gemeinsamen Bemühungen. Interesse an den Angelegenheiten des anderen, dann eben auch geteilt getragenes Leid. Selbstverständlich. Wenn jedoch ein Part unter einer Beziehung leidet, bringt die ganze Leidensfähigkeit nichts, Liebe lässt bekanntlich viel verzeihen und viel zu. Aber wenn das Leid zu groß ist, da bringt auch keine Fähigkeit fürs Leid mehr was. Da kann sie möglicherweise das Gegenteil bewirken, wenn die Grenze nicht gefunden wird, bis hierher und nicht weiter. Und das ein Teil sich der Leidensfähigkeit verschreibt, so dass eine Beziehung funktioniert halte ich für sehr unpraktisch.
     
    17.05.2017 #81
    Ekirlu gefällt das.
  7. Tone
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    Wie du sagst zeichnet geteilt getragenes Leid eine Partnerschaft aus. Und wie Ratte schön beschreibt, 'wird niemals ein Punkt des beiderseitigen Einvernehmens gefunden werden, wenn lediglich ein Partner leidensfähig ist'. Hier zeigt sich wieder wie wichtig die Aussprache in einer Beziehung ist, wo die individuellen Grenzen der Leidensfähigkeit liegen.
     
    17.05.2017 #82
  8. Hier stimme ich dir voll zu, und ich denke, aus meiner persönlichen Sichtweise, gibts da Bedarf für Verbesserungen. ...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #83
  9. Silbermine
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    Ich habe mal eine ganze Weile nur in den Threads gelesen, nicht geantwortet. Jetzt frage ich mich, ob dieses ständige Analysieren nicht irgendwann zum Krampf wird und einem die Lockerheit und den Spaß nimmt. Ich neige selbst zum Analysieren, habe aber mittlerweile den Eindruck, dass dies den Brennstoff für Spekulation und Kopfkino liefert, einem also Offenheit und Sich-Einlassen auf sein Gegenüber nimmt oder zumindest einschränkt.
    Wenn es bei mir mal so weit ist und ich es auch merke, denke ich immer an Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein". Spätestens dann bekomme ich einen Lachkrampf (ist auch ein Krampf, aber lustiger) und die Offenheit ist wieder da.
    Was nicht heißt, dass ich das Analysieren gänzlich lasse. :)
    Das ist wohl typbedingt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #84
    Dr. Bean gefällt das.
  10. Synergie
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    Ich ebenso, 32. Jedoch fische ich eher in dem Bereich 36-42.

    Es ist ganz einfach, wo das Problem mit der "Abgrenzung" v.a. auch bei Fernbeziehungen liegt. Angenommen man hat 4 Wochenenden im Monat zur Verfügung. Eines geht für den Mädelsabend der Dame, eines für den Fußballabend des Herren, das Dritte für das Hobby der Dame und das vierte für die Karriere der Dame drauf. Und schon war es das mit der Beziehung.
    Da erscheint es mir fast schon verständlich, dass der Herr keine Dame mag, die - abgesehen von ihm - auch noch ein eigenes Leben (und zu allem Überfluss vielleicht auch noch eine eigene Meinung) hat.

    Aber auch ohne Fernbeziehung (über den Daumen gepeilt nur bis zu ca. 1 Std einfache Wegstrecke)... Wenn man nicht zusammen wohnt, beschränkt es sich auch ganz schnell nur auf das Wochenende, wenn beide Vollzeit arbeiten, einen gewissen Arbeitsweg haben (ca. 20 min einfache Strecke ist bestimmt Norm), und bei der Arbeit auch fit sein müssen (oder wollen, z.B. weil die Karriere [ich hasse dieses Wort] nicht leiden soll) und man somit in der Woche nicht regelmäßig bis in die Puppen Beziehungspflege betreiben kann oder will. Wenn dann Hobbies und getrennte Freundeskreise dazu kommen wird es auch ganz schnell mager.
    Und von der Herkunftsfamilie, wo u.U. Veranstaltungen anstehen (auf denen nicht jede neuste Flamme was zu suchen hat), hab ich noch gar nicht angefangen zu reden...

    Zusammengefasst, das Problem kann schlicht und ergreifend schon in der Praktikabilität liegen.

    Wenn dann der Mann noch über eine, mindestens gesunde, Eifersucht verfügt, verleiht das dem ganzen direkt noch mal eine ganz andere Würze und sehr viel mehr Zündstoff.

    Deine Auffassung erscheint mir recht naiv oder einfach nur geprägt in einem Umfeld kurzer Wege.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #85
    fafner gefällt das.
  11. Tone
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    Also solange wir ein optimiertes Profil von uns selbst erstellen und unreflektiert Algorithmen entscheiden lassen wo die grosse Liebe zu finden ist, hat das Kopflastige sogar etwas Befreiendes .
     
    17.05.2017 #86
  12. Die Lockerheit und den Spass an was? Nicht funktonierende Beziehungen zu beginnen? Ich mache mir jetzt lieber Gedanken vorher und versuche zu verstehen, was warum nichts war. Ich möchte die Vergangenheit nicht wiederholen, bin froh, das sie um ist.
    Meine Lockerheit und meinen Spass bremse ich sehr aus, weil ich keine Wiederholungen möchte..dann lieber garnicht. Ich bin nicht unglücklich im Moment.
    Ich habe beispielsweise jemanden kennengelernt. Er gefällt mir ausgesprochen gut und ist zu perfekt um wahr zu sein. Ich kann es einfach nicht glauben und halte Distanz. Er verhält sich derzeit komplett gegenteilig zu dem, was ich bisher in Beziehungen kennengelernt hatte. Der Haken an der Sache ist, die Früheren haben sich anfangs auch in der Kennenlernphase sehr gut verhalten, bevor sie wurden, wie sie tatsächlich waren. Für mich war es dann jedesmal zu spät, mich zurück zu ziehen, ich war mittendrin. Das möchte ich auf keinen Fall mehr. Deshalb denke ich über die vergangenen Beziehungen nach.
     
    17.05.2017 #87
  13. Silbermine
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    Du kannst nicht im Vorhinein feststellen, ob eine Beziehung funktionieren wird. Das meinte ich damit. Wenn man zu ernst und rational an alles herangeht, nimmt es tatsächlich die Lockerheit und erschwert sogar das Kennenlernen. Die Masken werden zu lange aufrechterhalten, das Zusammenreißen, das außerordentlich gute Benehmen, vielleicht sogar das Sich-Verstellen etc.
    Lockerheit zeigt am ehesten den Menschen, wie er ist. Da kannst du dir ein viel besseres Bild machen.
     
    17.05.2017 #88
  14. Silbermine
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    Ich lasse keinen Algorhythmus entscheiden.
    Ich habe mittlerweile zu viele Profile von Männern gelesen, mit denen mich nicht viel verbindet, aber mit denen ich hohe Matching-Points habe. DA meldet sich mein Kopf und fragt "Was soll das?".
     
    17.05.2017 #89
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  15. Locker ist es eigentlich sehr. Gerade weil das Kennenlernen länger andauert, zeigen sich schon reale Momente. Mal hat einer einen sehr schlechten Tag und reagiert plötzlich ganz anders als an anderen Tagen, mal hat einer keine Zeit und sieht sofort, wieviel Nähebedürfnis der andere hat. Man hört die Geschichten des Alltags, lernt kennen, wie der andere damit umgeht und man bekommt sehr sehr viel mit. Es ist ähnlich einem Kennenlernen in der Realität, in der man sich zwar in der Umgebung immer wieder sieht und das Annähern aber sehr langsam stattfindet. Ich erkenne Muster, wenn sie auftauchen und überlege, wie stark sie ausgeprägt sind und ob sie kontrolliert sind oder das Zwischenmenschliche kontrollieren (wie es früher war). Es ist eben genau anders herum, dass die Masken fallen und nicht aufrecht erhalten werden...
    Mein Ziel ist nicht, eine Beziehung um jeden Preis, sondern eine Beziehung, die mich glücklicher macht, als das Alleinsein und auf Dauer angelegt ist.
     
    17.05.2017 #90