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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Silbermine
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    Das wollen wir wohl alle.
    Und jeder wird seinen eigenen Weg gehen oder ihn irgendwann mal finden, wenn er oder sie merkt, dass es der falsche Weg war.
    Wir werden garantiert nicht alle die gleiche Vorgehensweise haben, aber das ist auch gut so, weil wir eben unterschiedliche Menschen sind.
     
    17.05.2017 #91
  2. Traumichnich
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    Ich wehre mich entschieden gegen den Begriff des "Leidens" und der "Leidensfähigkeit" ! Wie Fleur schon schrieb : Wozu brauche ich eine Beziehung, wenn ich dafür leidensfähig sein soll ?

    Würde man hingegen überall den Begriff "Leiden" bzw. "Leidenfähigkeit" durch "Kompromiß" bzw. Kompromißfähigkeit" ersetzen, hätte ich keine Einwände.

    Das würde auch zu der "Machttheorie" von Ratte ("Nachgeben stärkt den Partner") passen, denn wenn immer die-/derselbe in einer Beziehung nachgibt, ist das kein Kompromiß mehr.
     
    17.05.2017 #92
  3. @ Traumichnich:
    Du proklamierst eine Utopie. Es gibt keine Beziehung ohne Schmerz. Auch wenn es oft so schön heißt: "ich werde versuchen, Dich nie zu verletzen" entstehen Verletzungen automatisch immer mal wieder durch das Anderssein. Wenn man gleich so stark gekränkt/verletzt ist und hinschmeißt, den zugefügten empfundenen Schmerz nicht ertragen bzw. erst einmal erleiden kann, ihn nicht auf diese Ebene heben kann, dass es nichts Grundsätzliches bedeutet, sondern es vielmehr weitergehen kann, ist man auf Dauer nicht beziehungsfähig. Natürlich gilt das für Beide und natürlich kommt es auf den Grad an. Ich meine jetzt auch so ganz "normale" Beziehungen in allen zwischenmenschlichen Bereichen. Es gibt in jeder Beziehung, ob Eltern-Kind, Frau-Mann, Geschwister usw. zugefügte Schmerzbereiche, die man immer mal wieder aushalten muss, um daraufhin auch weiter in der Beziehung zu kommen. Oder, es ist eben zu schlimm und es kommt zum Bruch. Aber, davon rede ich nicht, sondern von den ganz alltäglichen Abläufen zwischen zwei Menschen, von Mimik, Gestik, Worten und wie sie aufgenommen werden.
    Und, wie schon weiter oben gesagt wurde, ein Grundproblem dabei ist auch: wie empfindlich ist jeder. Für den Einen ist das grob, was für den Anderen normal ist.
    Vielleicht wäre es besser zu sagen, eine gewisse "gesunde Leidensfähigkeit".
    Denn ohne Liebe, keinen Schmerz.
     
    17.05.2017 #93
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  4. Maron
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    fafner, was meinst du mit abarbeiten?
    Ich habe überlegt wo mein Humor seine Grenze hat. Wenn Menschen in bestimmten Kontexten als Karikatur verwendet werden um sie damit weiter an die eigenen Handlungen und Motive heran zu führen.
    Mit diesem Gedankengang kann ich deine Beiträge für mich einordnen...es hat etwas erzieherisches - das ist prinzipiell etwas förderndes aber das funktioniert eigentlich nur in einer erwünschten Beziehung.
     
    17.05.2017 #94
  5. Nee, Marlene, das ist zu banal. Du schreibst hier von normalen Lebensbereichen, dann müsstest du hergehen und behaupten: das ganze Leben ist schmerzhaft, weil wir in vielen Bereichen uns Situationen stellen müssen. Vor allem wenn du hier Beispiele außerhalb einer Beziehung in den Raum stellst. Dann kannst auch gleich auf Arbeitgeber ... Verkehr mit anderen Autofahrern, unfreundlichen Verkäufern ... pipapo eingehen. Du beschreibst hier alltägliche Bereiche....... Keine Liebe ohne Schmerz .... das ist eine persönliche Ansichtssache oder Interpretation, aber gilt nicht als gegeben.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #95
  6. Synergie
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    Abgesehen von harten Fakten, ist alles persönliche Ansichtssache oder Interpretation.
    Aber selbst, das was als "harter Fakt" wahrgenommen wird, wird in den meisten Fällen aktuell (sozial, wissenschaftstheoretisch, historisch, etc. pp) akzeptierte Ansichtssache sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #96
  7. Julianna
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    Vielleicht muss man nicht direkt von Beziehungsunfähigkeit sprechen. In erster Linie ist die Kommunikation fehlgeschlagen und dadurch die Beziehung gescheitert. Dabei reicht es auch, wenn nur einer von beiden schlecht darin ist, angemessen zu Kommunizieren. Ob nun einer von beiden "mauert" oder einer von beiden nicht mit (übertriebenen) Emotionen umgehen kann (zb stängiges Weinen oder zu hohe Empfindlichkeit/Verletzlichkeit) oder oder... am Ende ist die Kommunikation fehlgeschlagen, wenn beide oder einer sich einsam fühlt (Verlust des Wir-Gefühls).

    Beides kommt in Frage. Entweder ist nur einer einsam oder doch beide.



    was meinst du mit "nur einer Bestand haben"?

    Ja man ist beziehungsfähiger mit einem "passenden" Partner bzw. die Erfolgsquote steigt, eine befriedigende und langjährige (glücklichere) Beziehung zu führen. Um bei der Partnerwahl nicht getriggert zu werden, muss man erstmal wissen, wovon man getriggert wird. Wenn man das weiss, kann man sein Augenmerk darauf legen. Im Idealfall geht sofort die Alarmanlage an, wenn man wieder an den "unpassenden" Gegenpart gerät, der einem nicht gut tut und nur "falsche Verhaltensmuster" antriggert. Ich denke man sollte dabei auf sich selbst vertrauen und auf das eigene Bauchgefühl. Die Intuition wird einen leiten, WENN man sich vorher die Zeit genommen hat, sich mit den Trigger-Faktoren vernünftig auseinanderzusetzen und dies auch tatsächlich ins Bewusstsein vorgedrungen ist.

    Wenn dem so ist, fühlt man sich automatisch von Menschen angezogen, die eben nicht mehr dem alten Muster entsprechen. Ich sehe da eine Art "Kopplung". Sobald man ganz bewusst die Trigger-Menschen ausschließt, bleiben ja nur noch die anderen übrig. Und durch die "Erkenntnis" findet man nun auch diese Menschen plötzlich viel anziehender. Der Prozess des sich Ablösens von alten Strukturen und der Prozess des sich Hinwendens zu neuen Strukturen geht für mich Hand in Hand. Eine Wechselseitigkeit.



    Ja das ist möglich.

    Ich mache gerade die Erfahrung und bin immer noch fasziniert davon. Es ist wie "Balsam für die Seele".

    Sich damit auseinanderzusetzen und sich dafür Zeit zu nehmen, auch länger nach einem passenden Partner zu suchen, rentiert sich! Man wird reich belohnt und jede Mühe ist es wert!
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #97
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  8. Serafine
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    Diese Tatsache, dass wir als hochentwickelte soziale Wesen immer weniger in der Lage sind miteinander zu kommunizieren, sich aufeinander einzulassen und den anderen so zu nehmen wie es ist, beschäftigt mich auch schon eine ganze Weile.
    Ist uns die Grundlage für eine Partnerschaft abhanden gekommen weil wir falsche Prioritäten setzen? Gäbe es auf einer Insel mit 20 Frauen und 20 Männern Singles?
    Meine Meinung ist folgende:
    Wir sind es gewohnt, unschöne Dinge aus unserem Umfeld zu entfernen, weil wir es uns halt leisten können. Es gibt ja noch genügend andere, bessere Dinge.
    Wir haben die Wahl, können uns aussuchen, ob wir uns für den "Katalog- Apfel" oder das Obst vom Bauern entscheiden.
    Wenn unser Auto nicht mehr den Ansprüchen genügt, die wir haben, wird es ausgewechselt gegen ein neues und dann auch besseres Gefährt, obwohl es eigentlich noch hervorragend funktioniert.
    Passt uns der Job nicht, wird gekündigt und wir suchen uns nen neuen.
    Wir haben also unser Hirn darauf programmiert, keine Kompromisse mehr zu wollen, wir haben ja die Wahl.
    Und am Ende des Tages kommen wir nach Hause, dort ist der Partner, der jetzt bestimmt wieder mit uns reden will, der Ansprüche an uns stellt, der uns im schlimmsten Fall auch noch verändern will, weil er erkannt hat, dass unsere Beziehung in letzter Zeit immer mehr nicht funktioniert. Aber wir sind ja eigentlich schon fix und fertig von so vielem Perfekten, dass uns den ganzen Tag umgibt. Wir wollen unsere Ruhe. Und blos keine Verantwortung, nicht auch noch zu Hause...
    Jetzt haben wir die Wahl, entscheiden wir uns wie im Supermarkt, oder gehen wir, entgegen unserer eigentlichen "Programmierung" den Kompromiss ein, sehen uns selbst auch mal als die nicht perfekte Person und bleiben am Ball?
    Haben die Merkmale der Leistungsgesellschaft und das Streben nach Perfektion uns so im Griff?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #98
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  9. Julianna
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    Das Wort "Leidensdruck" wurde hier ja stark thematisiert.

    Der Begriff ist im fachlichen Sinne gemeint. Beispielsweise können Obdachlose (Alkoholiker) jahrelang auf der Strasse leben und kaum Leidensdruck dabei empfinden. Bis sie an einen Punkt geraten, wo sie sich selbst nicht mehr ertragen können. An diesem Punkt wird der Leidensdruck so groß, dass derjenige tatsächlich aktiv etwas an seiner Lebenssituation ändert. Der Begriff wird verwendet wenn es um jahrelange Alkoholiker geht, die nach Jahren eben doch urplötzlich der Sucht einen Riegel vorschieben. Oder auch bei Depressionen. Manche Menschen kämpfen jahrelang mit Depressionen, und zwar so lange, bis sie es nicht mehr aushalten (hoher Leidensdruck) und endlich mit einem Arzt darüber sprechen oder sich an eine Vertraute Person wenden. DAS meint Leidensdruck. Es gibt auch Menschen die rennen wochenlang mit Zahnschmerzen herum, weil sie Angst vorm Zahnarzt haben. Irgendwann werden die (Dauer)Schmerzen unerträglich und sie gehen doch zum Arzt und überwinden sich. Auch bei der Beziehungsunfähigkeit kann man daher von einem Leidensdruck sprechen. Der ist manchmal gar nicht vorhanden, manchmal nur wenig spürbar, manchmal wird er aber auch so groß und unerträglich, dass man endlich etwas an der Situation ändert.

    Aber laut vieler Psychologen kommen Menschen mit Bindungsunfähigkeit nur sehr selten zu ihnen in die Praxis. Weil deren Leidensdruck schlicht nicht vorhanden ist oder so gering, dass er ausgehalten wird. Daher wird es auch eine hohe Dunkelziffer geben.

    Vielleicht ist das immernoch ein Tabuthema? Vielleicht ist die Wichtigkeit dieses Themas noch nicht ausreichend in der Gesellschaft angekommen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2017
    17.05.2017 #99
  10. Julianna
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    Ja fafner, das mag ja alles richtig sein. Aber nochmal DAS IST NICHT DAS THEMA! Immer noch nicht! (Was für eine ermüdende Landkartendiskussion).

    *seuftz*
    Wie kommst du darauf, das nur weil jemand unter seiner Beziehungsunfähigkeit leidet, diese auch automatisch überwindet? Darunter zu leiden, wäre erstmal nur ein möglicher Anfang, sich überhaupt mit dem Thema auseinandersetzen.

    Da die meisten Bindungsunfähigen selten darunter leiden, und sich ihrer Bindungsunfähigkeit gar nicht bewusst werden, ist das sowieso eine unnütze Überlegung. Aber danke für deinen äußerst wertvollen Kommentar. Der bringt hier sicherlich endlich Licht ins Dunkle der Diskussion.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2017
    18.05.2017 #100
  11. Serafine
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    Warum bist du hier? Suchst du Gleichgesinnte oder konsumierst du?
     
    18.05.2017 #101
  12. Julianna
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    Es gibt auch Menschen die alternativ leben und sich der "Optimierung" entsagen oder dem Perfektionismus. Manchmal merkt man aber auch gar nicht, wie man unterschwellig beeinflusst wird, oder sich von anderen Optimierungs-Menschen im näheren Umfeld unbewusst manipulieren lässt. Irgendwann wacht man eines morgens auf und stellt fest, dass man sich entfremdet hat. Dass man gar nicht mehr man selbst ist, dass man eigentlich irgendwann einmal andere Werte hatte und andere Ideen vom Leben und der Lebensgestaltung. Spätestens dann fährt man alles nochmal auf Null runter und nimmt wieder einen neuen Betrachtungswinkel ein. Verändert seine Perspektive zurück zu den eigentlichen Bedürfnissen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2017
    18.05.2017 #102
  13. Hier wird versucht etwas zu diagnostizieren, was keine Diagnose ist. Wenn, dann findet man das Symptom "Beziehungsunfähigkeit" in der Psychologie bei ernst zu nehmenden Erkrankungen wie Neurosen oder Psychosen, alles andere sind Pseudo-Diagnosen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18.05.2017
    18.05.2017 #103
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  14. Tone
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    Vielleicht diskutieren wir hier auf verschiedenen Ebenen, wenn die Beziehungsunfähigkeit in der Alltagssprache einmal die Bindungsunwilligkeit meint - eine Zeiterscheinung - und andermal eine ernsthafte Bindungsstörung nach der ICD-10 Klassifikation.
     
    18.05.2017 #104
  15. Eine ernsthafte Bindungsstörung nach ICD-10 ist keine Beziehungsunfähigkeit. Eine Bindungsstörung tritt ein in der Kindheit und Jugend, und hat ebenfalls eine andere Diagnose als Grund, aber hier geht man wieder in die Grundlage einer möglichen Neurosenbildung. Jedoch ist diese Erkrankung behandelbar und muss nicht im Erwachsenenalter zu einer Beziehungsunfähigkeit führen. Es gibt keine Diskussion auf verschiedenen Ebenen, wenn es um Diagnosenstellungen geht. Hier wird's fachlich, alles andere laienhaft. Wenn man sich darüber austauschen will, warum Menschen Schwierigkeiten haben, Beziehungen einzugehen, sind es Meinungen, Argumente oder aufgestellte Thesen, welche aber nicht vergleichbar sind mit festgesetzten Diagnosen, wie z.B. der ICD-Schlüssel, der als Grundlage weltweit angewandt wird.
     
    18.05.2017 #105