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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Victor
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    Das Wort "Freund" im aktiven Deutschen Wortgebrauch

    Mir ist aufgefallen, dass hier eigentlich noch viele Leute eine heimliche Leidenschaft für Sprachgebrauch und die Bedeutung von Wörter haben. Vielleicht mögt ihr Euch mit diesem Thema beschäftigen:

    Wieso gibt es im aktiven Sprachgebrauch beim Wort "Freund/in" eigentlich keine klare Differenzierung zwischen "Freundschaft" und "geliebe Person"? Leider ist der unbestimmte Artikel oft nicht prägnant genug, um den Unterschied zu machen. Ich stolpere da im Alltag immer wieder darüber und verwende gerne das Wort "Kollegin", was aber wiederum suggeriert, dass wir uns von der Arbeit kennen.

    Ist es heute eigentlich noch so, dass geschlechterübergreifende Freundschaften etwas so Ungewöhliches sind, dass wir dafür nicht einmal ein passendes Wort haben? Oder kenne ich es einfach nicht? Auch wird es spätestens dann schwierig, wenn man in seinem Bekanntenkreis noch homosexuelle Personen hat. Da kann man mit diesem Wort richtig viele Missverständnisse produzieren.

    Jedenfalls ist es für mich als Single eher unpraktisch, da ich inzwischen viele Freundinnen habe, ohne dass eine davon meine Geliebte wäre. Wenn ich aber einen Frauennamen in den Mund nehme, scheint alle Welt zu glauben, dass ich wieder eine Geliebte hätte und ich muss da jeweils wieder ein paar Sätze darauf verwenden, es richtig zu stellen. Zwar nehme ich sowas mit Humor aber inzwischen wünsche ich mir wirklich ein passendes Wort für sowas.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11.05.2015
    11.05.2015 #1
  2. Da haben wir Frauen es denke ich ein wenig leichter, wenn ich einen "Freund" mit nehme, stelle ich ihn als "Kumpel" vor, dann weiß jeder gleich dass er nicht mein Freund ist. "Kumpel" ist natürlich jetzt nicht so ein feines Wort, aber ich kenne deine Problematik. "Kumpelline" gibt es nicht, also ist eine Freundin auch "n Kumpel" :) . Deswegen benutze ich das Wort "Freund" in Bezug auf einen Mann auch nicht. Aber eine richtige Lösung habe ich auch noch nicht gefunden.

    Wenn ich dann doch mal "Freund" sage, stammle ich hinterher: äh.. äh.. nicht so ein "Freund", einfach ein Kumpel. Es kommt aber auch darauf an, wem man jemanden vorstellt, ganz schlimm finde ich die, welche einen dann mit großen Augen - "ach ja, hat's jetzt doch mal geklappt"-Blick ansehen. Das ist dann soooo anstrengend. :)
     
    11.05.2015 #2
  3. IMHO
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    Bezeichnungen eines bekanntermaßen heterosexuellen Mannes:
    "Ein Freund" = sehr guter Bekannter
    "Mein bester Freund" = spricht für sich selbst
    "Mein Freund" - einer von mehreren (besser bei dieser Formulierung den Vornamen anstellen:"Mein Freund Kai")
    oder: "mein Kumpel" oder "ein sehr guter Bekannter"

    "Mein Freund" (ohne Ergänzung) kann allerdings zu den von dir beschriebenen Missverständnissen führen, wenn die sexuelle Ausrichtung des Äußernden unbekannt ist.
     
    11.05.2015 #3
  4. nimm doch Kumpelin ;)
     
    11.05.2015 #4
  5. akku1987
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    Ich hab da die Lösung für dich. Ich mache das immer so bei einer Freundin, wo ich weiß, dass daraus nie was wird, dass ich sie bei Freunden zu meinem "weiblichen Bro" umtaufe. Das hört sich zwar total kindisch an, aber für mich die beste Lösung. :D
    Und meine beste Freundin, der ich auch alles anvertraue, spreche ich mit "Bro" an. Sie findet es lustig, ich ebenfalls und es können keine Missverständnisse auftreten ;)
     
    11.05.2015 #5
  6. Es gibt ja - bekanntermaßen .- auch kein "richtiges" Wort für die schönste Beschäftigung von allen, nur Gossensprache und verniedlichende oder umschreibende Bezeichnungen. Ob der Grund dafür wirklich die angebliche Verklemmtheit der Deutschen ist, weiß ich nicht, ich glaube nicht, dass uns andere da soviel voraus haben.

    Von einer "inoffiziellen Regelung" im Sinne von "ein Freund" bedeutet dies und "mein Freund Kai" bedeutet das, halte ich übrigens nichts. Ich überlasse das dem Moment, in einer gegebenen Situation lässt man halt sein (Sprach)Gefühl spielen. Und ja, ich möchte nicht irgend jemandes Kumpel sein.
     
    12.05.2015 #6
  7. Vielleicht teilst du es mir bzw. uns mit. Ich kenne keines. Solltest du beischlafen oder beschlafen meinen, dann sind das für mich noch immer umschreibende Bezeichnungen. Außerdem von Klang und Usus her völlig unmöglich. Oder kennst du jemanden, der seine neue Bekanntschaft fragt, ob sie "beschlafen" werden möchte?

    Und "koitieren" ist ein Fremdwort.
     
    12.05.2015 #7
  8. zrs13
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    "Kollege/in" finde ich schlimm, "Kumpel/in" noch viel schlimmer ... ist es nicht eigentlich ganz einfach?

    "XYZ, ein(e) {gute(r)}* Freund(in) von mir."
    Also genau der angesprochene unbestimmte Artikel, und ich finde der funktioniert bestens, das ist doch absolut unmissverständlich.

    *) optional, je nach "Tiefe" der Freundschaft.
     
    13.05.2015 #8
  9. Sorry, ... bin mit meinem "neuen" Thread ja dann voll ins Fettnäpfchen getreten. ;-))))

    LG
    t&l
     
    13.05.2015 #9
  10. Heike
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    Weshalb denkst du an beischlafen und beschlafen, aber nicht an das meines Wissens gebräuchlicheres "miteinander schlafen"?
    Ja, es kommt "schlafen" drinnen vor, und Sex wird in der Regel nicht ausgeübt, während man schläft. Insofern ist das für dich vielleicht eine umschreibende Bezeichnung. Sie ist dennoch recht eindeutig. Miteinander schlafen ist was anderes als beieinander schlafen.
    "Miteinander Sex" haben scheint mir auch ein Wort zu sein, das keine Gossensprache ist und auch nicht verniedichend noch umschreibend.

    Was für dich die Richtigkeit eines Wortes ausmacht und was genau für dich die schönste Sache von allen ist, weiß ich natürlich.
    Also schön ist es auf der Welt zu sein. Ein beruflicher Erfolg, eine Gipfelbesteigung, die Geburt eines Kindes usw. können auch recht schöne Dinge sein. Und für manche ist Sex etwa auf dem Nivau eines Saunabesuchs, also wo man sich was Gutes tut.
     
    13.05.2015 #10
    Blanche gefällt das.
  11. zrs13
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    Weiß jetzt nicht welchen Thread du meinst. Aber wieso "Fettnäpfchen"? ;) Ich habe ja nur meine Meinung geäußert. Das Wort mag ich gar nicht, weil es so flapsig rüberkommt und /meiner/ Meinung nach einer echten Freundschaft nicht angemessen ist -- aber das kann ja gerne jeder anders sehen ;)
     
    13.05.2015 #11
  12. Hey, alles OK. Wollte dich einfach nur ein wenig auf's Korn nehmen. Noch einen schönen Abend. LG
     
    13.05.2015 #12
  13. Du kennst also auch keins, und gäbe es eines, dann würde es auch ausreichend "Bandbreite" haben. Dieses Gefühl, dass kein Wort die "Sache" ausreichend beschreibt, kommt ja genau daher, dass es keins gibt. Oder?

    "Miteinander schlafen", das sind 2 Wörter, wenn ich mich nicht verzählt habe, außerdem umschreibend, UND dieses blöde "schlafen" kommt noch drin vor, verklemmter geht es nicht.

    Es scheint tatsächlich kein Wort zu existieren, und alle Gefühle von Irritiertheit, davon, dass "das" doch nicht mit dem schnöden Vollzug eines puren körperlichen Aktes "erledigt" sein kann etc. pp und noch einmal pp, ja, wie bereits erwähnt, aber man sollte es durchaus noch einmal sagen, das kommt genau daher, dass es dieses blöde Wort eben nicht gibt.

    Wir sind viel mehr ... "Teilhaber" unsrer Sprache, als uns das bewusst ist.

    In diesem Sinne. Und fröhliches .. ihr wisst schon.
     
    13.05.2015 #13
  14. Pit Brett
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    Das sagst du so. Manche Vorstellungen sind anders. Ich erinnere mich an einen Jungen, der sich vertrauensvoll an mich gewandt hat. Er fühle sich durchaus aufgeklärt, aber eines habe er noch nicht ganz verstanden. Es heiße doch „miteinander schlafen“. Aber man bewege sich bekanntlich im Schlaf –– wenn man also abends den Penis in die Scheide stecke, dann sei er doch am Morgen bestimmt wieder herausgerutscht. Was man denn dagegen fachmännisch unternehmen könne?
     
    13.05.2015 #14
    fafner gefällt das.
  15. Keks
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    Wie wäre es mit bügeln? :)
     
    13.05.2015 #15
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