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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. vivi
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Diese Frage stellte sich mir eher beiläufig, also nicht akut und da hab ich eher im Hinterkopf gehabt meinen Namen zu behalten. Zum einen, wegen "weiterführen" und zum anderen waren / wollten die "Kandidaten" ;-) irgendwie ihren abgeben.
     
    17.10.2013 #16
  2. anaj
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Der Name ist sicherlich ein kleiner Teil. Aber zur Identität gehört ja doch viel mehr. Mit meiner Familie verbindet mich doch viel mehr als nur der Name.

    Mir war früher eigentlich nur wichtig, dass unser Familienname in die nächste Generation getragen wird. Dafür hat mein Bruder schon gesorgt. Daher bin ich froh, mich ganz der „Tradition“ hingeben zu können und den Namen des Mannes annehmen zu können. Da bin ich einfach altmodisch.

    Vielleicht finde ich es auch schön, den Namen eines Mannes anzunehmen, weil ich selbst den Namen meines Vaters trage. Vielleicht möchte ich meinen Kindern dies auch ermöglichen. Ich weiß natürlich, dass es auch andersrum sein könnte. Aber warum soll ich es ändern, wenn es niemanden schadet und alle damit glücklich sind?

    Mir sind andere Dinge einfach wichtiger. Ich nehme doch nur einen anderen Nachnamen an. Damit gebe ich mich ja nicht auf, sondern schaffe mit ihm etwas Neues.

    Da ich nie verheiratet war, weiß ich natürlich nicht wie es ist, nach der Trennung den Namen des Ex zu tragen. Deshalb ist meine Einstellung vielleicht naiv und altmodisch, aber warum soll ich etwas komplizierter machen, wenn ich die traditionelle Regelung selbst völlig ok und schön finde. Für mich gehört das bei der Eheschließung einfach dazu.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17.10.2013
    17.10.2013 #17
  3. Polly
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    .... dann schauen wir mal nach Island:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Isl%C3%A4ndischer_Personenname
     
    18.10.2013 #18
  4. Laou
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt. Es ist natürlich nicht mein Problem, aber ich kann in vielen Fällen nicht nachvollziehen, warum Frauen ganz selbstverständlich ihren Namen abgeben, auch wenn ganz objektiv die beiden Namen gleich gut klingen oder der Name des Mannes sogar schlechter ist.

    Ich habe meinen Namen nach der Hochzeit behalten, da mir der Gedanke, plötzlich einen anderen Namen zu haben, massiv unangenehm ist. (Natürlich ging es auch ein bisschen ums Prinzip :) ).
     
    18.10.2013 #19
  5. carlo
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Den eigenen Namen abzugeben wäre für mich nie in Frage gekommen. Der gehört einfach schon immer zu mir, hat auch was mit Familienstolz zu tun, den ich - ohne ihn als Dünkel zu pflegen - für mich schön und wichtig finde. Ich habe einen seltenen Namen und bin aus unserer Generation die Einzige, die ihn behalten hat. Das war schon immer klar und für mich daher Ehrensache. Leider habe ich ja keine leiblichen Kinder, also ist das eine endliche Geschichte - aber immerhin!

    Das war lange Zeit ein Grund, warum für mich klar war, dass ich über´s Heiraten gar nicht nachdenke. Als dann die Namensrechtsreform kam, die wesentlich von Frauen meiner Alma mater mit erkämpft worden ist, verstand ich immer weniger, warum gestandene Frauen da oft so leicht mit umgehen.

    Ich selbst habe später geheiratet und meinen schönen Namen behalten, genauso wie mein Ex-Mann. Das hat regelmäßig für Verwirrung gesorgt, denn es ist in unserem schönen Land nicht nur eine Ausnahme, sondern Vielen einfach unbekannt, dass man verheiratet sein kann, ohne Namenswechsel oder Doppelnamen.

    Jetzt ist wieder alles ganz einfach. Die Scheidung ist fast durch und sozial bin ich längst als Alleinlebend akzeptiert. Mein Name ist mir durch all die Phasen geblieben. - Schön für mich - finde ich.

    LG
    Carlo
     
    18.10.2013 #20
  6. Nele
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Ein freundliches Hallo in die Runde,

    das ist ein interessantes Thema! Bei meiner Heirat war ich froh, meinen Familiennamen abgeben zu können, weil ich nur sehr wenig Positives damit verbinden konnte. Nach dem Tod meines Mannes und einem Riesen-Erbschaftsstreit mit seiner Familie habe ich meinen Geburtsnamen wieder angenommen. Ein längerer Prozess der Aussöhnung mit meiner eigenen Geschichte ging dem voraus.

    Meine Kinder wollten den Namen ihres Vaters behalten, was ich auch völlig in Ordnung finde. Seit ich für mich ganz klar und entschlossen war, meinen alten Namen wieder anzunehmen, habe ich nur positive Reaktionen darauf bekommen.

    Und heute erst, mit 50, merke ich, wieviel an einem Nachnamen hängt - ein ganzes Leben, eine lange Geschichte, eine Identität. Sehr spannend, das.

    Sonnige Grüße
    Nele
     
    19.10.2013 #21
  7. Schreiberin
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Vielen Dank für eure Ansichten !
    Ehrlich gesagt habe ich das Thema aufgeworfen, weil ich sehen wollte, ob es "zwingende" Argumente für eine Namensaufgabe gibt, die ich bisher übersehen habe oder Beweggründe, die mich auch überzeugen könnten. Nicht im Sinne von allgemeingültig richtig oder falsch, sondern im Sinne von Erweiterung des Blickwinkels.

    Wenn ich mir jetzt hier alles durchlese, fühle ich mich deutlich mehr von den Gedankengängen von Verärgert, Laou oder Carlo angesprochen. Punkte wie Tradition, der einfachste Weg und ähnliches, überzeugen mich gar nicht. Kommt mir das nur so vor, dass die Namensabgeberinnen da reichlich oberflächlich mit umgehen oder ist meine Meinung doch zu sehr einzementiert, dass ich nicht neutral genug lese ?

    Ich möchte dich damit nicht verletzen , anaj, letztlich ist es deine persönliche Entscheidung und geht mich nichts an. Ich hätte nur mal gerne etwas von jemandem gelesen, die mir intensiver, zwingender deutlich machen kann, warum der Name des Manns oft als einziger Weg zur Debatte steht. Aber vielleicht habe ich da etwas erwartet, was es hier nicht gibt...?
     
    20.10.2013 #22
  8. Schreiberin
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Hallo Nele !

    Ja, so wie du denke ich auch - der eigene Name ist nicht nur ein Name.

    Wie ist in dem Zusammenhang der Spruch "Namen sind Schall und Rauch" zu verstehen ?

    Vielleicht als Betrachter von Außen ? Dass man nicht nur aufgrund eines Namens ein Urteil fällt ? So im Sinne von "Auch ein Kevin kann ein nettes Grundschulkind sein" oder "Nur weil einer ein VON SOWIESO ist, ist er noch lange kein besserer Mensch oder andersrum kein Snob" ?
     
    20.10.2013 #23
  9. anaj
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Keine Sorge, das hast Du nicht. Ich fand die Antworten, die hier im Thread stehen, auch alle sehr, sehr interessant. Dahinter stecken so viele persönliche Erfahrungen und dieser Austausch ist fantastisch.

    Ich frage mich, warum ich das für so selbstverständlich halte, den Namen des Mannes anzunehmen und warum ich das schön finde. Die "Gegenargumente" bringen mich zum Nachdenken und ich kann die Beispiele auch nachvollziehen, aber sie überzeugen mich dann doch nicht.
     
    20.10.2013 #24
  10. Nele
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Liebe Schreiberin,

    ach schön, ich liebe Gedankenaustausch!

    Die Redewendung "wie Schall und Rauch" stammt ursprünglich aus dem Faust. Auf Gretchens Frage "Wie hast du's mit der Religion" antwortet Heinrich ausweichend. Er verweist einfach auf die Beliebigkeit von Bennennungen. Im Volksmund ist es dann anders angekommen.

    Wie wichtig der Name ist, zeigt z.B. die Geschichte von Rumpelstilzchen.

    Was Namen und Assoziationen angeht, kann man so manche Überraschung erleben. Ich hab mal einen kleinen Kevin getroffen, der schon mit 7 ein bemerkenswertes Kerlchen war. Aber auch eine Taioweh Müller. Die Mutter wollte, dass sie einen besonderen Vornamen hat, wo de Nachname schon nicht besonders ist. Taioweh dagegen hätte lieber Susanne geheißen ...

    Einen schönen Sonntag Euch allen,
    Nele
     
    20.10.2013 #25
  11. Polly
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    .... es wird in der Geschichte seinen Grund haben. Den Stammbaum wird nur über die Männer weitergegeben und erhalten. Bleibt einer ohne direkte Nachkommen, stirbt die Linie aus.
    Und so ein Stammbaum scheint auch heute noch wichtig zu sein. Bewusst oder unbewusst.

    So nimmt dann die Frau den Namen ihres Mannes an und die ganze Hoffnung liegt auf der Geburt eines Sohnes. Ein Junge als Erstgeborener hat auch heute noch immer einen hohen Stellenwert.

    Es gibt auch Ausnahmen. Die Eltern einer Freundin von mir haben jeweils 'nur' Brüder und sich deshalb Mädchen gewünscht, was auch eingetroffen ist :)
     
    20.10.2013 #26
  12. Schreiberin
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Hallo Polly !

    Klar, historisch betrachtet hat vieles einen Sinn und es gibt sicher in der Welt noch einige kuriose Rituale dazu (siehe dein Beispiel aus Island).

    Wenn ich den geschichtlichen Hintergrund kenne, kann ich teilweise toleranter oder gemäßigter mit Phänomenen umgehen, die mir aus heutiger Sicht merkwürdig vorkommen -
    Okay, es hat seine Geschichte und steht in einem Sinnzusammenhang.

    Ich kann doch aber auch meine neue Position finden, die für mich und die heutige Lebenssituation passender erscheint.

    "Früher" war es sicher so, dass eine Frau wie ein Besitzstück von der Familie an einen Mann weitergegeben wurde : ihr Mann war ja dann auch ihr rechtlicher Vertreter und ihr Besitz wurde seiner. Und so nahm sie auch seinen Namen an. Oder sehe ich das falsch ?

    Diesen Beigeschmack hat das Thema für mich. Wenn man mit dem Beginn einer Ehe Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft zeigen will - müsste man sich dann nicht eigentlich einen gemeinsamen neuen Namen ausdenken ?
     
    20.10.2013 #27
  13. SineNomine
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Hmm :), vielleicht steckt dahinter auch nur eine unterschidliche Verbundenheit und emortionale Nähe zum eigenen Nachnamen. Wenn jemand keine wirkliche emotionale Bindung an den eigenen Namen hat, beispielsweise, weil man sich ohnehin immer dem Familienzweig dessen Namen man nicht trägt näher gefühlt hat, dann fällt es vermutlich recht leicht sich im Zweifel davon zu trennen, es hat schlicht keine wirkliche tiefere Bedeutung.
     
    20.10.2013 #28
  14. Schreiberin
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Vielleicht findest du es ja so schön, weil du es gleichsetzt mit "er nimmt mich an" und weil das konventionelle Ritual etwas beruhigendes, sicheres für dich hat : alles ist so, wie es sein soll, ich habe meinen Platz im Gefüge....
    Es muss ja etwas sehr emotionales sein...sonst wäre es nicht so beständig und hartnäckig..
     
    20.10.2013 #29
  15. carlo
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    AW: Den eigenen Namen abgeben

    Wie schon der Namenlose schrieb, haben die eben eine andere Lebensgeschichte.

    Das "reichlich oberflächlich" ist mir ein wenig wertend. Es ist ihnen im Konzert der konkurrierenden Werte halt weniger wichtig also offenbar dir und auf jeden Fall mir.

    Jetzt bin ich aber doch neugierig: es geht bei dir sicher nicht darum, ob du in der nächsten Zeit deinen Namen änderst oder nicht????

    ;-)
    Carlo
     
    20.10.2013 #30