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  • #61
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
Aber einen Generalverdacht hinsichtlich geistiger Flexibilität, sozialer Einstellungen und insbesondere Humor gegenüber Pädagogen finde ich doch etwas sehr euphemistisch ... zumal angesichts der eigenen Zugehörigkeit zu dieser Berufsgruppe.
Wer, wenn nicht ein Berufskollege kann einen "Generalverdacht" äußern? Wer kennt schon so viele Lehrer wie wir?
Klar gibt es verschiedene Typen, es gibt den Besserwisser, es gibt den faulen Lehrer, es gibt den Verknöcherten. Aber das sind weitaus weniger Exemplare als die flotten, flexiblen Lehrer, die mit viel Engagement und Kreativität einen super Job machen.
Wenn ich aber manchmal in Foren lese, dann hat man das Gefühl, jeder kann sich ein Allgemeinurteil erlauben, dabei kennt er grad mal 4-5 Lehrer.
Wie oft wurde schon geschrieben, dass Lehrerinnen schlecht gekleidet wären - bei uns im Kollegium sind 80 % der Frauen super flott und modisch gekleidet. Und ich kenne eben mehr als nur 10 Lehrer, ich kenne ca. 100 oder mehr.
 
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  • #62
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von taube54:
Wer, wenn nicht ein Berufskollege kann einen "Generalverdacht" äußern? Wer kennt schon so viele Lehrer wie wir? .
... ich will doch mal hoffen, dass Lehrer auch noch Menschen kennen, die nicht ebenfalls Lehrer sind... ;-)

Je breit gefächerter der Einblick in die Lebenswelten unterschiedlichster Berufs- und Sozialgruppen ist, desto eher wird man einen halbwegs verlässlichen Eindruck über die Befindlichkeiten und Sozialcharaktere gewinnen können. Ich hatte zeitweise aus beruflichen Gründen recht viel mit Lehrern zu tun und dabei nicht den Eindruck überbordenden Humors gewonnen, eher eine gewisse Tendenz zur Klage. Und was Flexibilität betrifft: da muss ich leider wirklich widersprechen. Die Chancen, die der Lehrerberuf heute bietet (z.B. flexible Teildeputate) werden nur selten dafür genutzt, sich kreative Freiräume zu schaffen. Interessanterweise sind aber Lehrkräfte, die daneben oder haupsächlich als Künstler oder Musiker unterwegs sind, an Schulen recht beliebt. Warum wohl?
 
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  • #63
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
... ich will doch mal hoffen, dass Lehrer auch noch Menschen kennen, die nicht ebenfalls Lehrer sind... ;-)

Je breit gefächerter der Einblick in die Lebenswelten unterschiedlichster Berufs- und Sozialgruppen ist, desto eher wird man einen halbwegs verlässlichen Eindruck über die Befindlichkeiten und Sozialcharaktere gewinnen können. Ich hatte zeitweise aus beruflichen Gründen recht viel mit Lehrern zu tun und dabei nicht den Eindruck überbordenden Humors gewonnen, eher eine gewisse Tendenz zur Klage. Und was Flexibilität betrifft: da muss ich leider wirklich widersprechen. Die Chancen, die der Lehrerberuf heute bietet (z.B. flexible Teildeputate) werden nur selten dafür genutzt, sich kreative Freiräume zu schaffen. Interessanterweise sind aber Lehrkräfte, die daneben oder haupsächlich als Künstler oder Musiker unterwegs sind, an Schulen recht beliebt. Warum wohl?
Hallo equinox,

jeder Mensch ist anders. Ich habe jetzt oft genug betont, dass es schlichtweg unmöglich ist, aus seinem Beruf auf den Charakter eines einzelnen Menschen zu schließen. Hast du schon mal meinen Vorschlag, im Geiste alle deine Mitabiturienten, deren dir bekannte Charaktereigenschaften und deren Studien- und Berufswahl durchzugehen, befolgt? Kannst du DA systematische Zusammenhänge erkennen? Und warum bist du dir eigentlich so sicher, dass du einen breiteren Einblick in die Gesellschaft hast als andere? Ein Lehrer hat beruflich mit Eltern zu tun. Wenn das mal keine breit gestreute Auswahl von Menschen der verschiedensten Schichten und Berufsgruppen ist!

Viele Kabarettisten waren zunächst mal Lehrer. Zeichnen sich Kabarettisten im allgemeinen durch einen Mangel an Humor aus?

Ach ja, an meiner Schule gab`s letztes Jahr eine Umfrage der Schülerzeitung unter den Schülern, wer die fünf beliebtesten Lehrer sind. Ich war mit meinem 3. Platz ziemlich zufrieden, v.a. auch deshalb, weil meine Fächer unter den 5 beliebtesten Fächern beide nicht vertreten waren. Das könnt ihr jetzt glauben oder nicht... vieles entspricht eben nicht den Erwartungen.
Und Vorurteile bleiben sowieso Vorurteile, wenn sie auch mit noch so klug und gebildet klingenden Worten geäußert werden.

Wem das jetzt zu lang war, der hat`s wohl nicht gelesen.

Schönen Abend noch!

Ein Baier

P.S.: Ich bin mir dessen bewusst, dass Argumente kaum jemals die Meinung eines Menschen (nachhaltig) beeinflussen können. Das geht meist nur über persönlich erlebte Emotionen oder zumindest eindringliche Bilder. (Bekannte Beispiel: Öffentliche Meinung zur Atomkraft, ein paar Bilder aus Japan haben mehr bewirkt als 1000 Argumente) Beides kann ich natürlich nicht liefern.
 
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  • #64
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Hallo Baier,
ähmm... mein (Selbstzitat) "... ich will doch mal hoffen, dass Lehrer auch noch Menschen kennen, die nicht ebenfalls Lehrer sind... ;-) " ... war humoristisch gemein. Deshalb auch der Smiley.

Zitat von Baier:
Ich habe jetzt oft genug betont, dass es schlichtweg unmöglich ist, aus seinem Beruf auf den Charakter eines einzelnen Menschen zu schließen.
Sagt dir der Begriff "déformation professionnelle" etwas ... auch das ist schließlich ironisch gemeint, aber Zusammenhänge zwischen Einstellungen, Verhaltensweisen, normativen Konzepten, politischen Positionen und Berufsgruppen sind schlichtweg nachweisbar.

Zitat von Baier:
Viele Kabarettisten waren zunächst mal Lehrer. Zeichnen sich Kabarettisten im allgemeinen durch einen Mangel an Humor aus?
WAREN - die Betonung liegt auf waren!! Übrigens auch einige Politiker. Mit erschreckenden Folgen, wie man jeden Tag wieder erfahren muss ...;-)
 
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  • #65
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
WAREN - die Betonung liegt auf waren!! Übrigens auch einige Politiker. Mit erschreckenden Folgen, wie man jeden Tag wieder erfahren muss ...;-)
Die (Ex)JuristInnen oder (Ex)PhysikerInnen sind diesbezüglich auch nicht gerade ein Quell der Heiterkeit.

Mir ist der Baier (bzw. seine Performance hier drin) übrigens sympathisch und ich kann mir gut vorstellen, dass er ein 'guter' Lehrer ist. Viel Geduld scheint er jedenfalls zu haben.

Ich hatte schon Lehrer als Freunde und kann da auch keine grundsätzlichen Wesens-Unterschiede zu anderen Berufgruppen erkennen. Weder in Sachen Humor noch sonstwie.

@Baier
Was allerdings sein könnte (ganz vorsichtige Spekulation): vielleicht hat der Lehrerberuf, dadurch, dass er inzwischen zu großen Teilen zu einem FRAUENberuf geworden ist, an 'Status' verloren? Was ja bei der Partnerwahl, insbesondere unter Akademikerinnen, eine Rolle spielen könnte.
 
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  • #66
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
Hallo Baier,
ähmm... mein (Selbstzitat) "... ich will doch mal hoffen, dass Lehrer auch noch Menschen kennen, die nicht ebenfalls Lehrer sind... ;-) " ... war humoristisch gemein. Deshalb auch der Smiley.
Darauf hat sich mein Beitrag doch gar nicht bezogen.

Zitat von equinox:
Sagt dir der Begriff "déformation professionnelle" etwas ... auch das ist schließlich ironisch gemeint, aber Zusammenhänge zwischen Einstellungen, Verhaltensweisen, normativen Konzepten, politischen Positionen und Berufsgruppen sind schlichtweg nachweisbar.
Das ist schon richtig, aber das sind immer nur Durchschnittswerte. Daraus kann man nach wie vor schlichtweg gar nichts über eine einzelne Person schließen. Schließlich wurde die Atomkraft auch von Physikern erfunden und besonders vehement beworben. Deshalb sind aber noch lange nicht alle Physiker, noch nicht mal alle Atomphysiker, für die Kernenergienutzung.

Zitat von equinox:
WAREN - die Betonung liegt auf waren!! Übrigens auch einige Politiker. Mit erschreckenden Folgen, wie man jeden Tag wieder erfahren muss ...;-)
Also, wenn ich als Profimusiker leben könnte, würde ich auch als Lehrer aufhören...
Die unter deutschen Politikern häufigste Berufsgruppe sind ja wohl Juristen, nicht Lehrer. Die Leitlinien der deutschen Politik, wie das so schön heißt, bestimmt eine Physikerin. Ich habe trotzdem weder etwas gegen Juristen noch gegen Physiker.
 
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  • #68
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Kreative:
Die (Ex)JuristInnen oder (Ex)PhysikerInnen sind diesbezüglich auch nicht gerade ein Quell der Heiterkeit.
... meine sorgsam gepflegten Vorurteile gegenüber diesen Berufsgruppen und den dahinter verborgenen Sozialcharakteren kann ich dazu gerne wiederholen, die prügelnden Aufschreie der sich getroffen und pauschal verunglimpft fühlenden Forumsteilnehmer habe ich ja schon erfolgreich hinter mir (dabei erteile ich in solchen Fällen Anwesenden immer Generalabsolution ...).
 
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  • #69
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Baier:
Also, wenn ich als Profimusiker leben könnte, würde ich auch als Lehrer aufhören...
Hatte ich nicht schon mal einen Verdacht in dieser Richtung geäußert ... ;-)) Mal ganz ernsthaft, was hindert dich daran, auf ein Teildeputat zu gehen und professioneller in die Musik einzusteigen? Ich kenne einige Leute (Musiker und bildende Künstler) die das so handlen. Du hast die Superchance, ein hohes Maß an Sicherheit mit kreativen Möglichkeiten zu verbinden.
 
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  • #70
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Ich habe schon negative Erfahrungen mit Vertretern der verschiedensten Berufsgruppen gemacht. Und Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen haben schon Dinge gemacht oder Ansichten geäußert, die mir nicht gefallen. Würde ich gegenüber Vertretern all dieser Berufsgruppen Vorurteile pflegen, dann hätte ich gegen fast jeden Vorurteile - nicht zuletzt gegen meine eigenen Kollegen, ich war ja auch mal Schüler und Referendar. :)
 
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  • #71
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
Hatte ich nicht schon mal einen Verdacht in dieser Richtung geäußert ... ;-)) Mal ganz ernsthaft, was hindert dich daran, auf ein Teildeputat zu gehen und professioneller in die Musik einzusteigen? Ich kenne einige Leute (Musiker und bildende Künstler) die das so handlen. Du hast die Superchance, ein hohes Maß an Sicherheit mit kreativen Möglichkeiten zu verbinden.
Soo viel verdienen Lehrer jetzt auch nicht, das ich mir das finanziell so einfach erlauben könnte. Außerdem arbeite ich an einer kleinen Schule, da würde dann ein drittel Lehrer mit meiner Fachkombination fehlen...
 
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  • #72
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Kreative:
Das ist ja jetzt mal wieder total OT...
OK. Zum einen wurde ich nicht gut beraten und habe Fonds gekauft, die viel zu riskant für mich Sicherheits-Fuzzi sind. Und über solche Sachen wie Gebühren wurde z.B. bei sogenannten Garantiefonds auch kein Wort verloren.
Meine erste Vermögensberaterin war persönlich beleidigt, wenn ich weder Zeit noch Interesse hatte, mich von ihr beraten zu lassen. Einmal 'verlangte' sie quasi eine Rechtfertigung von mir, nachdem ich Geld zu einer anderen Bank transferiert hatte.
Als 2008 (?) der Crash kam, war es nicht möglich, zeitnah den Wert meiner Fonds zu erfragen. Und Warnungen oder vorausschauende Beratung (wie ich sie von meiner alten Hausbank (andere Stadt) bekommen habe), wurden auch nicht gegeben. Da 'hätte man ja viel zu tun...'
Es war kompliziert, die Höhe meines Dispokredit-Rahmens, der einfach erhöht worden war, wieder runterzusetzen.
Bei einem anderen Transfer von Geld zu einer anderen Bank wurde versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen.
Die Bank - die als Sparkasse firmiert - sah sich vor einiger Zeit veranlasst, alle Kunden anzuschreiben, weil sie mehrfach negative Schlagzeilen gemacht hatte. Wenn die nächste Filiale nicht so praktisch an der nächsten Ecke wäre und ich kein Feind von Online-Banking, wär ich schon längst wieder bei einer richtigen Sparkasse.
In der Stadt, in der ich vorher gewohnt hab, haben sie mir auch einen sehr schlechten Fond aufgeschwätzt. Und ich schwöre: Ich bin nicht gierig und hab mich immer als risikoscheu beschrieben.
Hallo Kreative,

sorry, dass ich jetzt erst antworte, war gestern den ganzen Tag mit Flohmarkt beschäftigt.
Wenn ich Deinen Text so lese, stelle ich mir 2 Fragen:
Offensichtlich gibt es eine spezielle Dame mit der Du gar nicht zurechtkommst, offensichtlich
auch persönlich nicht. Und es ist immer die erste Aufgabe herauszufinden in welcher Bandbreite mein Kunde investieren möchte. Manche sagen -50 bis +200%, ich will voll investiert sein und anderen ist Kapitalerhalt das wichtigste Ziel.
Und Kosten verweigen und beleidigt sein,eine Dispoänderung kompliziertmachen klingt absolut unprofessionell. Da würde ich wenn nicht schon geschehen um einen Beraterwechsel bitten. Es ist leider sehr schwierig, selbst wenn man das als Berater
auch merkt das die Chemie nicht stimmt, dass von sich aus zu tun, weil wir sinnvollerweise
uns unsere Kunden nicht selber aussuchen können und sollen.

Und was die Finanzkrise anbelangt, da möchte ich einmal klar Stellung beziehen. Kein Angestellter einer Sparkasse oder Volksbank hat die verursacht oder voraussehen können.

Ob die Fonds nun gut oder schlecht waren kann ich von hier aus nicht berurteilen.
Aber leider kann man das nicht immer an der absoluten Entwicklung festmachen.
Als Beispiel sinkt der der Dax um 30% und der Daxbasierte Fond"nur" um 20%, haben die Manager einen ziemlich guten Job gemacht.
Und ein Garantiefonds der nach 2008 immer noch bei +/- null stand hat genau das erfüllt was
er sollte. Vor Verlusten schützen.
So bevor ich jetzt das dozieren anfange, schade finde ich eigentlich, das Du so
klingst als wären seit 2008 alle die in Banken und Sparkassen arbeiten schlechte Menschen.
Ich war mal bei einer Ärztin die hat 2 x die Diagnose "Sie haben nichts nur ne Prellung gestellt. Danach war ich 6 Monate krank geschrieben, es folgten 2 OPs mit nochmal 2 Monaten daheim.
Diese Ärztin kann ich auch nur als schlecht und inkompent bezeichnen. Aber ich würde
nie behaupten, das adrum alle Ärzte so wären.
In diesem Sinne wünsche ich Dir noch einen sonnigen Tag.

die Freundin
 
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  • #73
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von Freundin:
schade finde ich eigentlich, das Du so
klingst als wären seit 2008 alle die in Banken und Sparkassen arbeiten schlechte Menschen
So hatte ich das nicht geschrieben. Und das spiegelt auch nicht meine Meinung wider. Schon gar nicht über die Menschen. Aber der Berufsstand ist ja nun auch nicht völlig grundlos in die Kritik geraten und hat sein ehemals gutes Image eingebüßt. Ich habe z.B. in den letzten Jahren immer wieder Berichte gesehen und gelesen, in denen Kunden von den BankberaterInnen (unter dem Druck, mit bankeigenen Produkten Umsatz zu erzielen) Produkte verkauft wurden, die für sie völlig ungeeignet waren (z.B. in Bezug auf Verfügbarkeit oder Fälligkeit); dass nicht über versteckte Kosten gesprochen wurde; und dergleichen mehr.

Und ich selbst habe eben diese Erfahrung einer schlechten Beratung auch schon gemacht.

Ganz sicher mache ich auch die normalen Bankangestellten nicht für die Finanzkrise verantwortlich. Geärgert hatte ich mich über den Umgang mit mir als Kundin im Angesicht dieser Finanzkrise. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich nur für mich interessieren, wenn sie mir wieder Geld abknöpfen können (das war dann übrigens nicht mehr meine 'Lieblings'-Beraterin sondern die, in deren Besitz ich dann übergangen war; und vielleicht war die schlechte Behandlung auch ne Konsequenz davon, dass ich sehr deutlich formuliert hatte, dass ich keine weiteren Beratungen wünsche).
 
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  • #74
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von equinox:
... ich will doch mal hoffen, dass Lehrer auch noch Menschen kennen, die nicht ebenfalls Lehrer sind... ;-)
Siehst du, wieder mal Vorurteile.
Warum sollte ich keine anderen Menschen kennen? Ich kenne Eltern der verschiedensten sozialen Schichten, vom H4 über Arzt bis hin zum Landrat. Ich habe Freunde aus allen möglichen Berufszweigen, Nachbarn, Familie, usw. Alles, was du sicher auch in deinem Umfeld hast. Warum soll mein Umfeld anders sein.
Der Unterschied ist vielleicht, dass man als Lehrer wesentlich mehr mit Menschen in ihrem privaten Umfeld zu tun hat als so Mancher. Viele Menschen haben eben beruflich nur mit ein paar Kollegen Kontakt, gerade heute in Zeiten von Homeoffice.
Je breit gefächerter der Einblick in die Lebenswelten unterschiedlichster Berufs- und Sozialgruppen ist, desto eher wird man einen halbwegs verlässlichen Eindruck über die Befindlichkeiten und Sozialcharaktere gewinnen können.
genau, da schreibst du es ja, aber warum soll das auf einen Lehrer nicht zutreffen? Glaubst du wirklich, Lehrer haben es nur mit Kleinkindern zu tun?
Ich hatte zeitweise aus beruflichen Gründen recht viel mit Lehrern zu tun und dabei nicht den Eindruck überbordenden Humors gewonnen, eher eine gewisse Tendenz zur Klage. Und was Flexibilität betrifft: da muss ich leider wirklich widersprechen. Die Chancen, die der Lehrerberuf heute bietet (z.B. flexible Teildeputate) werden nur selten dafür genutzt, sich kreative Freiräume zu schaffen. Interessanterweise sind aber Lehrkräfte, die daneben oder haupsächlich als Künstler oder Musiker unterwegs sind, an Schulen recht beliebt. Warum wohl?
Flexibilität? Kommt halt an, was man darunter versteht. Es muss doch nicht unbedingt heißen, dass man seinen ganzen Job wechselt.
Ich musste schon von jetzt auf gleich Fächer und Klassen unterrichten, die ich noch nie hatte. Wer da nicht flexibel ist, hat schon verloren. Ich muss mich ständig auf neue Schüler einstellen, auf neue Charaktere, ich muss sofort reagieren, wenn es zu Problemen kommt, ich muss spontan Entscheidungen treffen, kann es nicht vorher mit Kollegen oder dem Chef besprechen, denn meine Reaktion auf Schülerprobleme muss unmittelbar erfolgen.
Flexibles Handeln ist also unabdingbar. Ich glaube, es gibt wenige Berufe, die das verlangen.

Wie "Baier" schon geschrieben hat, es gibt viele Kabaretisten unter den Lehrern (in Bayern z.B. Klaffl) und es gibt auch viele Künstler oder zumindes künstlerisch angehauchte Menschen. Wir haben eine Lehrerband, einen Lehrerchor - in welchen Berufssparten gibt es das?
 
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  • #75
AW: Dialektsprecher und Lehrer - wer traut sich, sich zu "outen"?

Zitat von taube54:
Siehst du, wieder mal Vorurteile. (..) Warum sollte ich keine anderen Menschen kennen? Ich kenne Eltern ....
... ich dachte Lehrer seien deinen Ausführungen zufolge besonders humorvoll, das war ja jetzt wohl eher der Gegenbeweis ... ;-)

Zitat von taube54:
Wir haben eine Lehrerband, einen Lehrerchor - in welchen Berufssparten gibt es das?
Solche Grausamkeiten findest du leider in sehr vielen Unternehmen ... ;-) - und das wird dort auch nachdrücklichst gefördert im Sinne einer corporate identity ...

Zitat von taube54:
Ich muss mich ständig auf neue Schüler einstellen, auf neue Charaktere, ich muss sofort reagieren, wenn es zu Problemen kommt, ich muss spontan Entscheidungen treffen, kann es nicht vorher mit Kollegen oder dem Chef besprechen, denn meine Reaktion auf Schülerprobleme muss unmittelbar erfolgen.
Ahem, einige Einblicke in die Realitäten außerhalb der Schule scheinen mir empfehlenswert. Das, was du beschreibst, ist für die meisten Menschen mit verantwortungsvollen Aufgaben schlicht Alltag ...