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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Julianna
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    Die eigenen Ansprüche an den anderen sind immer nur der Spiegel der eigenen emotionalen Defizite!

    Was denkt ihr über diesen Satz?

    Die eigenen Ansprüche an den anderen sind immer nur der Spiegel der eigenen emotionalen Defizite!

    Habe den Satz schon häufiger gelesen - bin mir aber noch nicht so ganz im Klaren darüber, wie man das bewerten soll.

    Quelle/Zusammenhang:
    http://leben-ohne-limit.com/7779/was-ist-liebe/

    Dazu: ich bin kein Fan von solch plakativen Buch-Titeln wie hier "Mr. Right" - und finde es immer bedenklich, wenn damit nur eines der Geschlechter angesprochen werden soll. Kommt mir zu einseitig vor.

    Interessant dazu finde ich auch diesen Artikel, dem ich in großen Teilen zustimmen würde:
    http://m.huffpost.com/de/entry/6341518

    Und den folgenden Artikel - wobei ich das Biochemie-Gedöns am Anfang nicht gelesen habe:
    https://www.audimax.de/studium/stud...st-liebe-eigentlich-was-loest-sie-in-uns-aus/

    Mal angenommen, ich projeziere meine eigenen emotionalen Defizite auf den anderen - so dass (per Definition s.o.) ich Ansprüche an den anderen entwickele. Zum Beispiel erhebe ich den Anspruch nach mehr Nähe (oder mehr Distanz) an den anderen - dann müsste das im Umkehrschluss ja bedeuten, das man selbst, im sich nähern (oder im sich distanzieren) ein Defizit hat?!?

    Oder sie ist ihm zu chaotisch - also besitzt er ein Defizit im Ordnung halten - nicht sie?

    Irgendwie traue ich dem obigen Satz nicht so recht über den Weg.

    Was ist dann eigentlich mit den emotionalen Ansprüchen, die wir an uns selbst haben? Stammen die dann aus den Defiziten des anderen :eek: *verwirrt*

    Ich meine, welchen Grund könnte denn der Mensch als soziales (meist) intelligentes Wesen haben, die eigenen emotionalen Defizite, als Anspruch an den anderen zu "verpacken"?
    Da erschließt sich mir nicht so recht der Sinn in Bezug auf die Soziologie und die Evolutionsbiologie.
    Welchen Vorteil sollte das haben ? Und welchen Nutzen für die zwischenmenschliche Interaktion?

    Und sich im anderen wiederzuspiegeln ist für mich etwas anderes, als die eigene Defizite auf den anderen zu projizieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.05.2017
    24.05.2017 #1
  2. Pit Brett
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    Ja. Und? Ich bin jetzt nicht Deinen Links gefolgt, aber ist Dir noch nie aufgefallen, dass man an anderen rasch kritisiert, was man an sich selbst nicht so gut leiden kann?
     
    24.05.2017 #2
    Miwamo und Mohnblume gefällt das.
  3. Tone
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    Ansprüche an andere Mitmenschen oder Kritik beinhalten eine Änderungsabsicht am Verhalten im Gegenüber. Wie es in deinem letzten Link so schön heisst:

    "Wir Menschen sind umweltbezogene Wesen. Wir sind und werden nur durch Beziehungen zu uns selbst."


    Vielleicht wollen wir unbewusst im Anderen verändern was uns am eigenen Verhalten stört, weil wir so nicht unser wahres Ich offen legen müssen, was mit dem Risiko einher geht unser Selbstbild zu beschämen.
     
    24.05.2017 #3
    ratte gefällt das.
  4. Julianna
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    Das war auch mein erster Gedanke. Nur komme ich mit der "Absolution" des Satzes nicht zurecht. Darin kommt ein "immer" vor. Also kein "manchmal" (projiziert man auf andere).
     
    24.05.2017 #4
  5. Synergie
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    Zu einseitig gedacht. Sein Defizit kann auch gut darin bestehen Unordnung (Unsicherheit?) auszuhalten.

    Das "immer" dient doch in erster Linie der Provokation. Stimmt aber in dem Sinne, dass man, wie bei Sternzeichen, alles irgendwie auf sich beziehen kann. Wenn nicht in die "linke", dann eben in die "rechte" Richtung.
     
    24.05.2017 #5
  6. Julianna
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    Vielleicht Beispiele dazu was ich meine:

    (1) Frau xx kritisiert an Mann xy, dass er nicht mehr ihren optischen Ansprüchen entspricht und ihr nicht mehr gefallen will.

    (2) Mann xy kritisiert an Frau xx dass sie ihm zu unnahbar ist und er die körperliche Nähe vermisst.

    (3) Frau xx kritisiert Mann xy, zu viel Zeit mit seinen Hobbies zu verbringen, anstatt sich ihr zuzuwenden.

    (...)

    (1) Die Frau ist unattraktiv für den Mann?

    (2) Der Mann kann Nähe nicht zu lassen oder ist selbst unnahbar?

    (3) Die Frau verbringt ihre Zeit lieber anderweitig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.05.2017
    24.05.2017 #6
  7. Julianna
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    Das würde (überspitzt formuliert) bedeuten, dass Menschen die viel kritisieren, selbst die größten Defizite haben? Mangelndes Selbstbewusstsein - den eigenen Schwächen nicht ins Auge zu sehen?

    Irgendwie ist mir das zu simpel.

    An meinem Ex-Freund bespielsweise, hatte ich mit der Zeit immer mehr Kritik "angesammelt". Das müssten dann ja folglich alles meine eigenen Defizite gewesen sein... ?
    Zum Beispiel nervte mich mit der Zeit seine Faulheit, immer den einfachsten Weg zu suchen, seine Unkreativität und sein Geiz <Hier Liste beliebig erweitern >

    Ich halte mich selbst aber zb nicht für unkreativ oder geizig. Die Trennung liegt ca 3 Jahre zurück und ich müsste genügend Abstand gewonnen haben, hier wertneutral urteilen zu können. Auch ein "Abgleich" des Selbst mit der Realität (dem Umfeld), ergab, dass 99% der Kritik an ihm, keines meiner Defizite zu sein scheint.

    Ich traue diesen Glaubenssätzen nicht so ganz über den Weg.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.05.2017
    24.05.2017 #7
  8. Julianna
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    Ich finde den Glaubenssatz "Man kann den anderen nicht verändern, sondern immer nur sich selbst"
    übrigens genauso irreführend.
     
    24.05.2017 #8
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  9. Tone
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    @Julianna : Mir fällt auf wie häufig du das Adverb "immer" verwendest, ich vermeide das im obigen Beitrag bewusst, um das Schwarz-Weiss-Denken möglichst auszuschließen.

    Edit: Sorry, "immer" wird von dir zitiert, womit meine Kritik ins Leere geht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.05.2017
    24.05.2017 #9
  10. Julianna
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    Naja und selbst wenn, wie @Synergie schreibt, dieser Glaubenssatz durch "immer" eine Provokation meint (wo ich mir übrigens nicht sicher bin!) , wäre er ja trotzdem noch falsch.

    Man müsste dann ja ständig in Sorge sein, wenn man andere kritisiert, dass es einem selbst an etwas mangelt.
     
    24.05.2017 #10
  11. Pit Brett
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    Absolution? von was? Du meinst Absolutheit? Wenn ja: Allsätze sind in diesem Bereich doch wohl eher ohnehin für die Tonne. Gripsverschwendung.
     
    24.05.2017 #11
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  12. Julianna
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    Zitat
    "Man kann in der Liebe durch Leistung keinen kalkulierbaren Gewinn erzielen – egal wie perfekt man aussieht, egal wie duldsam man ist, egal wie cool man auftritt oder wie sehr man versucht den anderen dahingehend zu verändern. Die eigenen Ansprüche an den anderen sind immer nur der Spiegel der eigenen emotionalen Defizite!"

    Jetzt mal ehrlich: das soll eine Wahrheit sein?

    Vielleicht etwas provokant, aber ich halte das für bullshit.
    (Also in dem Zusammenhang mit dem vorangestellten Satz)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.05.2017
    24.05.2017 #12
  13. Tone
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    Wie erwähnt habe ich meine Schwierigkeiten mit dichotomen Kategorien; "immer" oder "ständig" sind für mich Hinweise auf solche Verzerrungen. Vielleicht bin ich da überempfindlich.

    Zudem finde ich es nicht verkehrt bei sich nachzusehen, bevor andere Mitmenschen kritisiert werden. Es macht nichts wenn wir da anderer Meinung sind. Meine obige Kritik ist ein gutes Beispiel für die These im Thread, sie zeigt schön, wie ich die Maßstäbe die für mich gelten auf deine Beiträge projeziere.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.05.2017
    24.05.2017 #13
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  14. Julianna
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    @Tone und was passiert wenn Menschen diese Dinge wort-wörtlich nehmen?

    Ich mein, die Bibel oder den Koran wort-wörtlich auszulegen, hat ja auch fatale Folgen.

    Was treibt Menschen um, die solche Bücher schreiben oder Artikel?

    In dem Sinne, dass sie solche (fatalen) Pauschalisierungen machen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.05.2017
    24.05.2017 #14
  15. Tone
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    Ein guter Punkt. Pauschalierungen und das Alles-oder-Nichts-Schema sind wie Vorurteile, sie vereinfachen eine komplexe Welt und generieren viel leichter Klicks oder bei Büchern einen guten Umsatz.
     
    24.05.2017 #15