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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. syntagma
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    Ja, es gibt gute Gründe, das Glück hereinzulassen.
    Meine Frage ist hier aber, was es für Gründe gibt, das Glück auszusperren. Also da muß doch was sein, wenns die Leute ständig tun.
     
    25.01.2020 #496
  2. Bastille
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    Offenbar stellt auch das Unglück einen Wert dar, sonst würde man nicht so dran hängen.
    Eine Option: Man kann sich im gefühlten Unglück beispielsweise super seiner Einzigartigkeit und seines emotionalen und intellektuellen Tiefgangs vergewissern (keiner leidet so, wie ich; keiner fühlt so tief, wie ich etc.: also muss ich ganz besonders sein). Abgrenzung und Selbstvergewisserung.
     
    25.01.2020 #497
  3. Bastille
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    Nächste Option: Profit. Mit gepflegtem Unglück, gepflegter Hilflosigkeit lässt es sich so schön manipulieren und Aufmerksamkeit generieren.
     
    25.01.2020 #498
    Nachtfeuer und WolkeVier gefällt das.
  4. creolo
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    Wenn man netmal Gutsel kennt meinst?
     
    25.01.2020 #499
  5. WolkeVier
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    Ich glaube, dass das bei vielen daran liegt, dass sie sich ihrer eigenen schöpferischen Kraft und der damit einhergehenden Kontrolle über die eigenen Gefühle nicht bewusst sind, weil uns von klein auf beigebracht wird, dass unser Empfinden von den Umständen abhängig ist.
     
    25.01.2020 #500
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  6. syntagma
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    Hm, diese Motive lesen sich eher negativ. Liegt aber vielleicht stark auch an den Formulierungen.
    Aber die Tendenz ist ja: Glück ist befohlen! Wer unglücklich ist, ist nicht nur unglücklich, sondern hat dafür schlechte Beweggründe, ist tendenziell manipuliert, zur Unfreiheit erzogen, unwissend, unbewußt, unreflektiert, faul, dumm oder sonstwie unfähig.

    Das würde ziemlich schlechtes Licht auf die Menschen werfen, wenn doch sehr viele Menschen nicht so glücklich sind wie erhofft.
    DAs ist mir etwas suspekt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25.01.2020
    25.01.2020 #501
  7. syntagma
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    Du siehst die Dinge immer so negativ.
    Ich finds super und völlig richtig, daß mein Empfinden von den Umständen abhängig ist.

    Ich find das mit negativ und positiv auch interessant hier. Ich find ja, daß bei den hiesigen Bildchenpostern und anderen Lebenshilfefans in der Regel ein völlig negatives Menschenbild im Hintergrund ist. Sie selbst finden sich hingegen demonstrativ positiv.
     
    25.01.2020 #502
  8. Bastille
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    Ja, ziemlich düster. Deswegen auch die Betonung auf „gepflegtes Unglück“, also einen Zustand, den man mehr oder weniger bewusst aufrechterhält. Gemeint ist also eher nicht jemand, der beispielsweise gerade Liebeskummer hat und darunter leidet.

    Noch eine Option: der Ist-Zustand vermittelt Sicherheit; die Mittel, die einem zum Bewältigen der verschiedenen Umstände zur Verfügung stehen sind vertraut, einsatzbereit und man selbst ist handlungsfähig.
     
    25.01.2020 #503
    Nachtfeuer, Look und Syni gefällt das.
  9. Julianna
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    @syntagma
    Trauer, Wut, Traurigkeit, usw haben eine Funktion: nämlich genau die, darauf aufmerksam zu werden, dass ein innerer Konflikt besteht, den es zu verarbeiten gilt.
    Und solche Begebenheiten kommen und gehen. Wichtig ist, dass man Strategien und Handlungsoptionen hat, damit umzugehen. Wer darin nicht so gut ist, bedient sich häufig und ausgeprägter den sogenannten Abwehrmechanismen (zb Verdrängung).
    Unser Emotions-Spektrum hat eine Daseinsberechtigung.
    Wenn wir anderen zeigen, dass wir traurig sind, erhoffen wir uns Zuwendung, um den bestehenden inneren Konflikt auflösen zu können. Kommunikation, Gestik, Mimik, Sprache. Gefühle....waren der evolutionsbiologische Vorteil des Homo Sapiens gegenüber dem Neandertaler, der ja bekanntlich ausgestorben ist. Der Antrieb bleibt aber immer dergleiche: das Belohnungssystem aktivieren. Dopamine, Endorphin und co. freizusetzen.
     
    25.01.2020 #504
  10. Bastille
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    Versteh ich nicht.
     
    25.01.2020 #505
  11. syntagma
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    Würdest du dann gewissermaßen so etwas wie "berechtigtes" und "unberechtigtes" Unglück(sgefühl) unterscheiden?

    Einen Gemeinschaftsaspekt hats neben dem genannten Isolierungsaspekt sicherlich auch: Unglück verbindet auch. Und gibt auch ne Beschäftigung: also schafft ein Bedürfnis für die Produkte der Glücksindustrie. Einigen ist die Glückssuche ja Hobby, die schönste Nebenssache der Welt, oder gar die Hauptbeschäftigung. Was würden die nur tun, wenns da nichts mehr zu tun gäbe?
     
    25.01.2020 #506
  12. syntagma
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    Ja, in der Richtung würd ich selbst auch weitergucken.
    Die bleibt tendenziell unterbelichtet hier. Indem der Weltbezug der Gefühle geleugnet oder klein geredet wird, redet man ja der Entfremdung das Wort. Alles im Dienste der Wohlfühlideologie.

    Wenn ich die leibhaftigte Negativität wäre, würde ich mich genauso einkleiden: in die Ideologie des Positiven!
     
    25.01.2020 #507
  13. Megara
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    Und wenn schon.
    Ich geh gerne zu den Bildchenpostern.Ob demonstrativ positiv oder nicht.Angenehmer als destruktive Beiträge in Dauerschleife zu lesen.
     
    25.01.2020 #508
    Nachtfeuer und Fraunette gefällt das.
  14. syntagma
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    Darum gehts ja: ich find ihre Beiträge ja ziemlich negativ, trostlos und destruktiv.
    Und andere sehens andersrum.
     
    25.01.2020 #509
  15. creolo
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    Das ist mal ne gewagte Theorie ;).
     
    25.01.2020 #510
    Julianna, Maron und Syni gefällt das.