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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. apfelstrudel
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    Guten Morgen, @WolkeVier ;)
    *frischgepressteorangensaftreich*
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.02.2020
    18.02.2020 #721
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  2. Me_08
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    Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für den gemeinsamen Weg!
     
    22.02.2020 #722
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  3. Jan_1984
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    @WolkeVier

    Hallo,

    erstmal wollte ich danke sagen für deinen tiefgründigen Beitrag. Ich würde mich freuen, wenn wir darüber ins Gespräch kommen.

    Zu Beginn ein paar Worte zu mir, die für meine Antwort auf diesen Beitrag wichtig sind. Ich werde im März 36 Jahre alt und leide seit rund 6 Jahren an Depressionen inkl. einer Persönlichkeitsstörung. Ich erwähne meine Krankheit nicht, weil ich Mitleid erregen möchte, aber sie hat mein Leben und Denken doch entscheidend beeinflusst und ich sehe die Welt heute in diversen Aspekten mit anderen Augen. Daher findet sie hier, und ggf. auch anderswo in diesem Forum, Erwähnung.

    Aus meiner Sicht gibt es keine objektive Antwort darauf, was Glück ist und was nicht. "Glück" bzw. "glücklich sein" ist ein Gefühl, eine teilweise sehr flüchtige Empfindung, und die Gründe für "Glück" sind vielfältig. Für den Einen mag Glück bedeuten, dass er ein neues Auto hat, einen tollen Urlaub erlebt, ein Häuschen im Grünen hat. Für einen Anderen bedeutet "Glück" geliebt zu werden, seinen Traumjob gefunden zu haben, leben zu dürfen, usw.

    Auf deine Fragen kann ich dir daher nur folgende, sehr subjektive, Antwort geben:

    Was ich bisher für "Glück" gehalten habe, ist aus heutiger Sicht die größte Lebenslüge, der ich jemals aufgesessen bin. Ich war der Ansicht, wenn ich beruflich und damit finanziell fest im Sattel sitze und dazu noch eine funktionierende Beziehung kommt, dann wäre mein Glück perfekt. Also habe ich alles dafür getan, um diese beiden Komponenten in mein Leben zu bekommen. Was aber ausblieb war das Glück.

    Meine bisher einzige Beziehung, die nach nicht ganz 10 Jahren vor Kurzem ihr Ende gefunden hat, hat mich krank gemacht. Ich habe nicht bemerkt, wie mich das in die Eisamkeit getrieben hat, wie es mich innerlich kaputt gemacht hat, wie blind ich war für alle "Warnungen" von außen. Ich wollte diese Beziehung um jeden Preis, weil es mich fast drei Jahre gekostet hat, sie zustande zu bringen. Und für meine Mühe wollte ich belohnt werden. Wie dumm kann man sein!?

    Weil die Beziehung immer weiter wegbrach, habe ich mich in die Arbeit gestürzt. Mein Beruf war das Einzige, zugegeben wackelige, Fundament, das mich noch irgendwie getragen hat. Aber auch beruflich gibt es nunmal bessere und schlechtere Zeiten und das hat mich dann endgültig aus der Bahn geworfen, noch weiter in die Depression getrieben.

    Die letzte depressive Episode, mit deren Verarbeitung ist noch beschäftigt bin, hat meinen Glauben an das "Glück" nahezu zerstört. Mein gesamtes bisheriges Leben hat sich als eine große "Lüge" herausgestellt. Und mir ist bewusst geworden, dass es Zeit ist, die Notbremse zu ziehen und eine Neuausrichtung vorzunehmen. Dabei geht es eben auch um die Frage, welchen Stellenwert Liebe/Partnerschaft, Beruf, usw. in meinem Leben haben.

    "Glück" hat in diesem Zusammenhang für mich damit zu tun, dass man eine gesunde Selbstliebe entwickelt, zunächst mal zu sich selbst findet, eine positive Ausstrahlung hat. Nur wenn man sich selbst "gut leiden" kann, sich selbst akzeptiert wie man ist, kann man auch wieder zufrieden(er) leben. Mit sich selbst im Einklang zu sein ist der Grundstein dafür in den Zustand gelangen zu können, den wir mit "Glück" beschreiben. Denn "Glück" hat etwas mit sich wohlfühlen, mit sich im Reinen sein, usw. zu tun.

    Die Rolle von Beziehungen ist für mich in diesem Kontext nicht unerheblich. Früher habe ich geglaubt, dass eine Beziehung mich rundum glücklich machen würde. Aber das stimmt nicht. Eine Beziehung kann dazu beitragen, dass wir glücklich sind, aber nur allein durch sie können wir diesen Zustand nicht erreichen. Auch in anderen Lebensbereich muss es "passen" und wir müssen mit uns selbst im Einklang sein. Nur unter diesen Bedingungen kann eine Beziehung "glücklich" machen. Dennoch glaube ich an die "große, wahre Liebe" und hoffe, sie wird mir eines Tages begegnen. Aber ich mache auch immer wieder, z. B. auf Parship, die Erfahrung, dass meine Krankheit mir dabei im Weg steht und deshalb die Anbahnung von Kontakten oder gar einer Beziehung dadurch noch schwerer wird. Grade in den letzten Jahren fühle ich mich oft einsam und nach jedem "Korb", den ich bekomme, hadere ich sehr mit mir.

    Der Schlüssel zum Glück liegt meiner Ansicht nach in uns selbst und er heißt, psychotherapeutisch gesagt, "positive Selbstliebe". Wenn man mit sich in Einklang ist, sich selbst akzeptiert mit allen Ecken und Kanten, dann sind wir auch in der Lage, Liebe zu annehmen und zu geben. Wir können auf dieser Basis lernen zufriedener zu leben, entdecken, was wirklich wichtig ist und was unnötiger Ballast ist. Und das führt im Ergebnis vielleicht zu einem bewussteren und selbstbestimmteren Leben und das kann die Quelle von Glück sein, wobei jeder selbst für sich definieren muss, was Glück für ihn/sie bedeutet.

    Des Weiteren ist es wichtig unterscheiden zu können, was einen Menschen "biologisch" ausmacht, d. h. wo ist der Mensch noch "Tier", handelt dem Instinkt folgend, usw. und wo sind wir ein "Kulturmensch", ein Geschöpf, das Traditionen, Trends, Maßstäben, usw. innerhalb einer Gesellschaft folgt. Grade die "Normen und Werte", die wir durch unseren Kulturkreis vermittelt bekommen, haben entscheidenen Einfluss auf unserer Leben (Was ist in? Was ist out? Wie soll eine Partner/eine Partnerin sein? Welches Erscheinungsbild sollte man haben? Was bedeutet Glück? Usw.) Hier könnte man jetzt auch die Diskussion eröffnen um die Wichtigkeit von "inneren Werten" und Optik des Gegenübers bei der Partnerwahl, ein Fass ohne Boden.

    Um das abschließend klar zu sagen: Das was ich hier geschrieben habe ist sozusagen ein "Erfahrungsbericht", der aus Erfahrungen resultiert, die ich vor allem durch meine Krankheit machen durfte und teilweise schmerzhaft machen musste. Ich freue mich sehr auf einen konstruktiven Gedankenaustausch.

    Liebe Grüße aus Essen
     
    23.02.2020 #723
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  4. WolkeVier
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    Lieber @Jan_1984 , herzlich willkommen hier und vielen Dank für deine guten Beiträge schon mal. Achte vielleicht darauf, wie alt die Themen sind, sonst läufst du Gefahr, jemandem eine Antwort zu geben, der die schon lange nicht mehr erwartet. ;)
    Ich tausche mich sehr gerne mit dir aus, und jetzt, wo deine ersten 5 Beiträge veröffentlicht wurden, werden deine weiteren hier in den unmoderierten Bereichen sofort freigeschaltet, das macht es einfacher.
    Vorab, du bezeichnest dich selbst als depressiv. Meinst du das im Sinne des Krankheitsbildes einer Depression? Bist du in ärztlicher Behandlung? Ich bin da als Laie lieber ein wenig vorsichtig, wenn ich meine Theorien weitergebe, denen ja auch gerne mal so ein Allheilmittelsanspruch anhaftet. Ich will hier jetzt nicht in Verdacht geraten, Krankheiten wegdiskutieren zu wollen. :)
    Wenn dein Thema aber eher das ist, dass dir bestimmte Erfahrungen sehr zu schaffen machen, dann biete ich dir gerne ein paar Überlegungen dazu an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.02.2020
    24.02.2020 #724
  5. Jan_1984
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    Lieber @WolkeVier,

    vielen Dank für die herzliche Aufnahme hier im Forum und die Tipps für das Miteinander hier.

    Ja, ich bin depressiv im Sinn des Krankheitsbildes "Depression", wobei ich eben als Co-Erkrankung eine Persönlichkeitsstörung mitbringe. Ich befinde mich schon seit Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, hauptsächlich ambulant, aber auch schon 2x stationär. Antidepressiva nehme ich nicht mehr, da diese bei mir keine erfolgversrpechende Wirkung erzielt haben bzw. diese halbwegs schnell jeweils wieder verloren ging. Ich möchte an dieser Stelle nochmal betonen, dass ich mit der Krankheit nicht hausieren gehe und sie nur dann erwähne, wenn es im Kontext sinnvoll oder erhellend ist. Mitleid erregen möchte ich nicht. Ich bin bei "ehrlichem" Interesse aber jederzeit für einen Autausch darüber bereit. Von daher ruhig raus mit der Sprache.

    Und auch sonst freue ich mich auf einen konstruktiven Gedankenaustausch hier im Forum und sehe dem wirklich neugierig und gespannt entgegen.

    Natürlich ist das sicher ein schwieriges Feld für mich, wenn ich merke, dass ich aufgrund meiner Krankheit zurückgewiesen/abgelehnt werde, wenn ich darauf reduziert werde. Es wäre übrigens sehr spannend, deine Gedanken hierzu zu erfahren.
     
    24.02.2020 #725
  6. apfelstrudel
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    Ja Mahlzeit auch!
    :)

    Liest sich traurig, aber auch hoffnungsvoll, nachdem du weißt, wo ansetzen...
    Mal angenommen, du würst nicht gehandicapt durch deine Krankheit - so kommts rüber.... was würdest du denn machen?
     
    24.02.2020 #726
  7. Jan_1984
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    Hallo @apfelstrudel,

    danke für deine Reaktion auf meinen Beitrag.

    Wie darf ich deine Frage danach verstehen, was ich machen würde, wäre ich nicht gehandicapt durch meine Erkrankung? Würde dir sehr gern darauf antworten, aber dazu müsste ich den Kontext der Frage kennen. :)

    Was ich grundsätzlich sagen kann ist, dass ich auch vor meiner Erkrankung bereits sehr schüchtern war, für Frauen eher unter dem Radar geflogen bin, einfach kein Thema war. Wenn überhaupt weibliche Beachtung kam, dann halt auf freundschaftlicher Basis. Geflirtet und geknutscht wurde mit den anderen "Jungs", ich war eher so der Kummerkasten, der Fels in der Brandung, usw. Meine Erkrankung hat, auch aufgrund der krankhaften Veränderung meiner Selbstwahrnehmung, diese Verhaltensmuster (Schüchternheit, etc.) noch verstärkt. Das liegt zu einem nicht geringen Teil daran, dass Selbwert, Selbstliebe und Selbstachtung durch die Erkrankung stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

    Meine erste Beziehung hatte ich mit 26, worauf ich ja schon eingegangen bin. Die hat mir persönlich und gesundheitlich sehr geschadet. Sie war das Gegenteil von dem, was ich mit einer "Beziehung" verbinde, woran ich allerdings sicher nicht ganz unschuldig bin, allein deshalb schon, weil ich den Absprung nicht geschafft habe und sicher auch typische Anfängerfehler begangen habe, die ich hoffentlich nicht mehr wiederholen werde. Zu einer Beziehung gehören immer zwei.

    Für mich geht es darum, mich selbst weiterzuentwickeln, wieder ins Leben zurückzufinden und endlich auch zu beginnen Erfahrungen mit Frauen, Beziehungen, Liebe, Sexualität zu sammeln. Dieser Teil meiner "Persönlichkeit" fehlt mir völlig, abgesehen von dieser einen für mich negativen Erfahrung. Je älter ich werde, empfinde ich das immer mehr als Manko, als falsch und diesen Mangel möchte ich "korrigiert" wissen. Ich will es mal drastisch ausdrücken: Ohne Beziehung fühle ich mich nicht lebendig, nicht vollständig, ...
     
    24.02.2020 #727
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  8. Magneto73
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    Oh, daran musst Du arbeiten. Die meisten Frauen wollen das nicht leisten.
     
    24.02.2020 #728
  9. Syni
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    Was?
     
    24.02.2020 #729
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  10. Magneto73
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    Einen Mann vollständig machen. Meine Erkenntnis (Ich weiß jetzt bekomme ich Prügel) ist, dass Frauen vom Mann bespaßt i.d.R. werden wollen.
     
    24.02.2020 #730
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  11. apfelstrudel
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    hm...
    da wär doch schon ein Ansatz.
    was bräuchtest du, damit du dich ohne Beziehung lebendig fühlst?
    Es ist halt immer schwer, wenn man sich inkomplett vorkommt und sein heil in einem Puzzlestück sucht, über das man selbst keine Entscheidungsgewalt hat, wenn du weißt, was ich meine.
    Warum hat dir diese eine Beziehung nicht gut getan?
    Und warum würdest du dich bereitwillig in ein Abhängigkeitsverhältnis bringen wollen? Die Gefahr, dass man dann allein weil man es sich so sehr wünscht, an den Falschen gerät, ist nicht nur latent, sondern ausgesprochen hoch.... :(
     
    24.02.2020 #731
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  12. apfelstrudel
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    ... wer will schon den Durchschnitt ;)
    Ich würde mich im Leben nie mit einer durchschnittlichen Frau begnügen :p
     
    24.02.2020 #732
  13. apfelstrudel
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    verdient, mein Lieber, verdient.... :) aber für deinen ersten Satz, nicht für den zweiten. Der zweite entspricht wohl der Realität, wennst du "bespassen" mit "umworben" tauschst. Und das darf auch durchaus so sein, find ich.
     
    24.02.2020 #733
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  14. Magneto73
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    Sorry, das sehe ich anders. Ich glaube so würde das nichts werden. Irgendwann müssen beide um sich gegenseitig werben und sich bespaßen und das weil man es will, nicht aus Zwang. Einseitige Sachen sind meistens zum Untergang geweiht.
     
    24.02.2020 #734
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  15. himbeermond
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    Die Prügel hast Du auch verdient für das ständige Gejammere.
    Ich überles ja wirklich schon viel von Dir. Aber da ist auch wirklich nix in Deinen Texten, was ich irgendwie ansprechend fände.
    Nur Gejammer! Und immer sind es die Frauen. Ja, da gibt es viele doofe Frauen. So what? Such Dir andere.
    Meinst Du, Du bist der Einzige, dem die Partnerlosigkeit zusetzt?
    Das ist sowas von unsexy.
    Weißt Du wie viele Männer sich nur von ner Frau bespaßen lassen wollen? Ja eben, deswegen suche ich noch.

    Ich habe gerade jemandem genau aus dem Grunde abgesagt.
    Obwohl er nach längerer Zeit mal wieder ein ernst zu nehmender Kandidat gewesen wäre.
    Ähm...
    Also ich muss es ihm noch mitteilen. :rolleyes:
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.02.2020
    24.02.2020 #735
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