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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Friederike84
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    Ich finde es macht einen Unterschied, ob das Ergebnis ist: Ich gestehe mir nicht ein, dass ich xyz (beliebiger optischer Reiz) scharf finde oder "Beides muss in Einklang sein, weil frau sonst nicht kann". Die konnten allesamt sehr wohl. Auch der Begriff "Schlampe" spielte m.E. überhaupt keinerlei Rolle. Es sei denn du gehst davon aus, dass Frauen derartige gesellschaftliche Betrachtungen dermaßen verinnerlicht haben und solch ein Wort zu einem inneren Grundsatz geworden ist. Da sprechen nun andere Zahlen und Studien wieder ein völlig anderes Bild.
    Es ging bei dem Versuch ganz gezielt nicht darum wie frau von der Gesellschaft wahrgenommen wird sondern sich selbst gegenüber verhält, sie sich wahrnimmt, wo es immer hieß Männer haben sich nicht unter Kontrolle, Frauen einen ganz anderen sexuellen Drang. Das sollte m.E. untersucht werden. Und der war im Ergebnis ähnlicher als gedacht, bloß dass er den Frauen entweder nicht bewusst ist oder sie ihn leugnen. Die Studie war zu kurz aber erstmal auch bloß ein Anfang.
    Nirgendwo ging es dabei um die hypothetische Frage "Schatz, hast du Lust?" und die noch hypothetischere Antwort "Nein, also mein Kopf ist noch nicht dabei, den braucht es nämlich hier auch".
    Es fand isoliert und unabhängig von Beziehungskontexten statt und ging um sexuelle Attraktivität auf den ersten Blick.

    Was man draus machen kann, @faffner:
    Viel eher würde es die psychologischen MP hier in Frage stellen, nach dem Motto "Was nützt das beste Matching, wenn sie nicht nach dem Bauch entscheidet, sondern das biologische Programm vor sich selbst verbirgt". Wenn beides zusammenkommt, wunderbar.
    Du hast irgendwann mal geschrieben, erst das Konstrukt und die Beziehungsabsicht, der Wille und die Passung und das macht dann schon massig attraktiv (ca. vor einem halben Jahr) - das wäre in Bezug auf die Studie ein Widerspruch. Wenn du das so gemeint hast.
    Für mich persönlich ein erneutes Wachrütteln alà "Wenn ich ihn nicht attraktiv finde von Beginn an, er aber toll schreibt, wir eine irre Passung haben, könnte das irgendwann ein Thema werden". Sich sensibilisieren dafür was man will und sich eingestehen, wenn feinstofflich, biochemisch nix dabei rumkommt. Und ehrlich mit sich sein :)
     
    13.12.2017 #136
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  2. fafner
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    Mehr drumherum brauchen hier heißt leugnen bei @Friederike84 bzw. sich ausreden bei @Synergie. Bisher ist die Datenlage noch reichlich dünn dazu.
    Hopplahopp gegooglet:
    https://www.nzz.ch/niemand_weiss_was_frauen_wuenschen-1.2117429
    2009. Also vielleicht schon überholt. Aber trotzdem:

    ... drei grundlegende Aussagen. Erstens: Das sexuelle Erregungssystem funktioniert bei Frauen fundamental anders als bei Männern. ...
    Zweitens: Die weibliche körperliche Erregung ist weniger spezifisch an ein bestimmtes Geschlecht des Gegenübers gebunden als die des Mannes...
    Schliesslich gibt es als Drittens bei den Frauen den «split» zwischen körperlicher und mentaler Erregung. ...
    Für das Phänomen dieser Spaltung hat die Forschung immerhin eine Hypothese zu bieten: Dass sich der Frauenkörper in gewissen Situationen – gerade auch bedrohlichen – sozusagen automatisch und ohne bewusste Wahrnehmung auf Sex einstellt (und damit die Lubrikation der Vagina sicherstellt), könnte sich in der langen Vorgeschichte des Menschen als Schutzmechanismus entwickelt haben, um Frauen bei Vergewaltigungen vor Verletzungen zu schützen, die Unfruchtbarkeit oder Tod bedeuten konnten.


    In der zitierten Wissenschaft ist also die Erklärung für diesen weiblichen "Split" eine grundlegend andere als die bisherigen Erinnerungen im Forum: daß nämlich die körperliche Reaktion mitunter von der mentalen Einstellung abweicht und nicht umgekehrt.

    Also nicht die körperliche Reaktion ist maßgebend und schon gar nicht ein Symptom, daß sie "eigentlich" Sex will. Genau das ist auch das, was ich jeder Frau zugestehen möchte, daß nämlich der Wunsch zum Sex allein aus dem mentalen Begehren kommt. Ist ja bei mir auch so. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.12.2017
    13.12.2017 #137
  3. Synergie
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    13.12.2017 #138
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  4. Friederike84
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    Bestimmt auch ne interessante These, die aber nichts mit der anderen Studie gemein hat. Auch deine persönliche Schlussfolgerung nicht...
     
    13.12.2017 #139
  5. fafner
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    Nein, ich meine es ganz im Sinne von David Schnarch: menschliches Begehren entsteht im Kopf. Man muß es wollen.
    Das unterscheidet uns halt von den Bonobos. ;)
    Welches ist denn die "andere" Studie, an die Du Dich zu erinnern meinst?
    Ich finde ja, die in der NZZ vorgestellte paßt ziemlich genau.

    Der vaginale Photo-Plethysmograf oder VPP, den Chivers für ihre Forschung benutzt, ist ein kleines Gerät, das wie ein Tampon in die Vagina eingeführt wird, dort die Schleimhaut beleuchtet und die Durchblutung misst.

    @Synergie, hattest Du nicht irgendwo dieses "Meßgerät" erwähnt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.12.2017
    13.12.2017 #140
  6. Synergie
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    Ja, genau an dieses Ding erinnerte ich mich dunkel.
    Ansonsten ist meine Meinung zum Thema nicht differenziert genug, um mitzureden.
    Ich hänge noch auf der Ebene 'Kopf und Körper sind sich uneinig'. Punkt. Wer davon jetzt Recht hat und wer wen unterdrückt oder zum Selbsschutz anfeuert, weiß ich nicht und treibt mich gerade auch nicht um. Um zu beurteilen, wie es sein könnte oder mir eine eigene Meinung zu bilden, dafür stecke ich nicht tief genug im Thema.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.12.2017
    13.12.2017 #141
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  7. Xeshra
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    OOps... da kenne ich aber abertausende weibliche Körper welche ich als weniger attraktiv einstufe obwohl ich mich durchaus zum weiblichen hingezogen fühle, bin ja auch ein Mann. Ich fühle mich attraktiver als viele Frauen, jedoch kann ich auch total auf Frauen stehen, ich bin kein "Homo". Wobei ich Attraktivität nicht direkt mit "sexuell erregend" gleichsetze sondern mit "anziehend" und "angenehm um es anzugucken". Viele Frauen sind mir da echt unangenehm, viele Männer jedoch sehr angenehm.

    Für sexuelle Erregung braucht es mehr, auch immaterielles. Ein schönes Bild eines Körpers kann zwar sexuell erregen, jedoch nur weil ich mich selber liebe und die Attraktivität mich noch antörnt. Ich würde aber nie Sex mit diesem Körper haben wollen wenn nur der Körper stimmt... das ginge nur mit meinem eigenen und Fantasie. Deswegen bin ich auch noch mit keiner "ins Bett gehüpft" da blosser Trieb nicht relevant ist und Attraktivität alleine nicht ausreichend.

    Sexkontakt ginge eigentlich immer, das Schwierigste ist eine umfassende Partnerschaft das ist für Introvertierte oft ein harter Brocken denn da werden die Leute sehr wählerisch und fragen den Status ab.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.12.2017
    24.12.2017 #142