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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. lechat
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    Einstieg in die "normale" Partnersuche nach langer Vergangenheit in stark religiösem Umfeld

    Guten Tag,

    Ich wuchs in einem sehr religiösen Elternhaus auf und habe den Glauben auch sehr lange aktiv gelebt. Mit 26 Jahren (vor ca einem Jahr) bin ich nun aus verschiedenen persönlichen Gründen und Unstimmigkeiten aus der Kirche ausgetreten, ein nicht ganz einfacher Schritt. Eine nicht-gläubige Partnerin oder Sexualität ausserhalb der Ehe waren für mich während ich an die Kirche gebunden war nicht möglich. Ich bin jetzt also Ende 20, hatte noch nie eine Beziehung mit einer Frau und würde diesbezüglich gerne offen sein meinen bisherigen, nicht immer freiwillig eingeschränkten Lebensstil zu ändern. Das Problem ist, dass ich merke mich für die Tatsache noch nie eine Beziehung gehabt zu haben schäme und stark verunsichert bin wie das wohl auf eine Frau in meinem Alter, die in einem "normaleren" Umfeld aufgewachsen ist wirkt. Ich wäre sehr dankbar zu hören was ihr denken würdet, wenn ihr auf einem Date seid und dann sowas hört. Vom Experten würde ich mich für Ratschläge interessieren, wie ich verhindern kann dass mich dies zu stark hemmt oder dass ich meine Unsicherheit diesbezüglich zu stark ausstrahle.

    Vielen Dank und schöns Tägli ;)
     
    23.08.2019 #1
  2. Markus Ernst
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    Hallo lechat,
    ich finde den Schritt, den Sie gegangen sind, sehr mutig und bewundernswert. Dazu gehört enorme Stärke. Dass Sie jetzt verunsichert, wie Sie bei der Partnersuche und beim Kennenlernen mit Ihrer Vergangenheit umgehen, ist gut verständlich. Ich finde es gut, dass Sie sich mit dieser Frage nach außen wenden und die Meinung anderer einholen wollen.
    Übrigens – auch wenn die wenigsten darüber berichten – gibt es eine ganze Menge von Menschen in Ihrer Altersklasse, die auch noch nie eine Beziehung geführt haben – gewollt oder ungewollt. Eventuell erlaubt Ihnen dieser Umstand, Ihre eigene Situation etwas besser akzeptieren zu können.

    Mein persönlicher Tipp ist, ganz offen und ehrlich mit Ihrer Vergangenheit umzugehen. Diese gehört zu Ihnen und Sie sind – wahrscheinlich ohne eigene Entscheidungsmöglichkeiten – so aufgewachsen. Nur mit Offenheit kann eine Frau, die Sie kennenlernen, auch richtig verstehen und evtl. bestimmte Verhaltensweisen leichter einordnen.
    Dass Sie Ihr Leben und Ihr Liebesglück nun in eigene Hände nehmen wollen, bedarf großen Mutes – eine Eigenschaft, die durchaus attraktiv macht. Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst. Was macht Sie als Mensch aus? Welche Werte sind Ihnen wichtig? Manchmal hilft es auch, Freunde zu fragen, die ehrliches Feedback geben. So können Sie Ihr Selbstwertgefühl – auch für die Partnersuche – steigern und Unsicherheiten ablegen.
    Ich bin gespannt auf die Antworten anderer Leser.

    Viele Grüße und viel Erfolg,
    Markus Ernst
     
    14.09.2019 #2
  3. Dancing
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    Vergiss das mal, so seltsam es für manche klingen mag, aber das erste Mal ist bei den Jugendlichen heute anscheinend, glaubt man den Medien, auch wieder später. Mit nun wohl 27 bist Du vielleicht nicht mehr unter den Jüngsten, was das angeht, aber alt bis Du auch nicht, ich selbst war damals 21, geschadet hat es mir auch nicht. Mach Dich frei von solchen Gedanken, wenn die Richtige kommt, spielt das ohnehin keine Rolle mehr. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.09.2019
    14.09.2019 #3
  4. mightyMatze
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    Für mich klingt das so als seist Du in einem evangelikalen oder katholisch-fundamentalistischen Umfeld aufgewachsen. Dass Du Dich davon gelöst hast finde ich ebenfalls einen mutigen Schritt. Schade fände ich hingegen wenn Du Dich komplett vom Glauben entfernt hättest. Denn es gibt ja bei weitem nicht nur solche Kreise...
    Bei mir ist es (zumindest ein bisschen) andersrum: Mir ist der Glaube wichtig und ich engagiere mich auch ehrenamtlich in der Kirche (von evangelikalen oder fundamentalistischen Ansichten bin ich jedoch weit entfernt). Ich würde mir schon eine Partnerin wünschen die das zumindest akzeptiert. Noch schöner wäre natürlich wenn sie damit selbst auch was anfangen könnte oder zumindest ein gewisses Interesse dafür hätte. Aber so jemanden zu finden ist fast unmöglich in meinem Alter(ich bin 38 und damit bei kirchlichen Veranstaltungen immer der jüngste, wenn man mal von Kindern und KonfirmandInnen absieht). Ich bin mit meiner Einstellung da leider ein absoluter Exot.
     
    23.09.2019 #4