Information ausblenden
Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Jorge_gelöscht
    Beiträge:
    231
    Likes:
    0

    Erwartungen der Frauen

    Liebe Foristi und Foriste,

    angeregt durch Benutzerin

    "Und (das meine ich nicht ironisch) manchmal tun mir die Männer auch leid - wird ihnen doch heutzutage ein ziemlicher Spagat abverlangt. Sie sollen 'klar' und keine Feiglinge sein (= männlich) - aber gleichzeitig natürlich auch einfühlsam und verständnisvoll wie die beste Freundin. (© Benutzerin)"

    erlaube ich mir diese grundsätzliche Fragestellung als eigenen Thread zu eröffnen. Aus meiner Erfahrung als Mann, kann ich diese These voll bestätigen und mich interessiert als Frage an die Männer: "wie geht ihr mit diesen sich irgendwie widersprechenden Anforderungen um?" und an die Frauen "stimmt die These, oder seht ihr das vielleicht ganz anders?".

    LG Jorge
     
    09.08.2012 #1
  2. Lisa
    Beiträge:
    643
    Likes:
    10
    AW: Erwartungen der Frauen

    Hm, mir ist nicht wirklich klar, warum "klar" und einfühlsam und verständnisvoll sein so ein Widerspruch oder Spagat sein soll.
    Warum ist automatisch männlich= klar und kein Feigling? Können Frauen nicht auch klar und mutig sein? Heisst das im Umkehrschluss, wer einfühlsam und verständnisvoll ist, ist gleichzeitig ein Weichei und "unklar" (was immer das bedeuten soll)?

    Ich kenne viele Männer, die durchaus sowohl beruflich als auch privat "ihren Mann stehen", und trotzdem sehr einfühlsam und verständnisvoll sind. Und ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass sie das als ungeheure Anstrengung empfunden haben. Sie waren eben einfach so. Und ich kenne auch ebenso viele Frauen, die beides sind/können.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13.08.2012
    09.08.2012 #2
  3. AW: Erwartungen der Frauen

    @Lisa

    Mein Betrag bezog sich auf eine Bemerkung von löwefrau im "Hat er Angst vor seinen Gefühlen?"-Thread:

     
    09.08.2012 #3
  4. Ginevra
    Beiträge:
    370
    Likes:
    0
    AW: Erwartungen der Frauen

    Stimmt, das war der Aufhänger. Jorge fragte aber nach den Wünschen der Frauen und Lisa sagte, ein Mann könne doch auch klar sein und verständnisvoll. Ich finde Lisas Beitrag schlüssig und zum thema passend.
     
    09.08.2012 #4
  5. Heike
    Beiträge:
    4.669
    Likes:
    357
    AW: Erwartungen der Frauen

    Naja, ist doch wie mit Kind und Karriere bzw. den damit häufig assozierten Eigenschaften. Die eine schaffts gut und sieht das nicht als Spagat, die andere schon und muß sich mühen. In beiden Fällen können aber durchaus unterschiedliche Dinge gefordert sein, welche die eine gut, die andere leicht, die dritte schwer, die vierte ungut zusammenbringt.
    Und so auch mit heutigen Anforderungen an die Männer.
    Zu beurteilen, wer es heute schwerer hat, da weiß ich nicht, wie ich dafür das Maß ansetzen sollte.
    Aber vermutlich ist es so, daß die Schwierigkeiten von Frauen diesbezüglich schon länger im allgemeinen und öffentlichen Bewußtsein thematisch sind, während das für die der Männer in diesem Maß, wenn überhaupt, so erst seit einigen Jahren gelten dürfte.
     
    09.08.2012 #5
  6. Lisa
    Beiträge:
    643
    Likes:
    10
    AW: Erwartungen der Frauen

    Ich finde diesen Vergleich nicht passend. Das Vereinbaren von Kind und Karriere hängt auch stark von äusseren Umständen ab (Arbeitsmarkt, Arbeitgeber, Möglichkeiten der Kinderbetreuung, usw.).

    Das "sein" von mutig,klar, einfühlsam, verständnisvoll liegt aber in jedem selbst, egal ob Mann oder Frau.
     
    09.08.2012 #6
  7. Lisa
    Beiträge:
    643
    Likes:
    10
    AW: Erwartungen der Frauen

    Ich bezog mich auf Jorges Eingangspost. In dem zitiert er deinen Satz.
     
    09.08.2012 #7
  8. Heike
    Beiträge:
    4.669
    Likes:
    357
    AW: Erwartungen der Frauen

    Ok. Aber ich hab ja auch auf die assoziierten Eigenschaften hingewiesen. Hängt natürlich von der Art der Arbeit ab. Aber in vielen Arbeitsbereichen werden von einem Verhaltensweisen gefordert, die traditionell eher als männlich gelten. Ob man die nun hat und entwickeln möchte, liegt natürlich auch in einem selbst. Und natürlich liegt es auch im Mann selbst, ob er traditionell weibliche Verhaltensmerkmale entwickeln möchte. Das schließt aber nicht aus, daß das in vielen Situationen von ihm gefordert wird. Wäre er völlig "frei", würde er vielleicht gerne den Pascha leben. Stattdessen geht er aber Kompromisse ein, eben mit den sogenannten "äußeren Umständen".
     
    09.08.2012 #8
  9. Andre
    Beiträge:
    3.855
    Likes:
    53
    AW: Erwartungen der Frauen

    Das kommt drauf an, wer diese Anforderungen formuliert. Der allgemeine öffentliche Männchen-Weibchen-Schnulli in Magazinen, Ratgebern ;-) oder was sonst noch so hip und wichtig sein will, geht mir im Großen und Ganzen zum anderen Ohr wieder hinaus. Unter anderem wegen der besagten Widersprüchlichkeit, aus der ich keine sinnvollen Erkenntnisse ziehen und also kein sinnvolles Handeln ableiten kann. In diesem Falle bleibt einem logischerweise nichts anderes übrig, das zu tun, was man selbst für richtig hält. Das fällt mir oft schon schwer genug, da kann ich zusätzliches Wirrwarr von außen schon gar nicht gebrauchen.

    Abgesehen davon beschäftigt mich nicht so sehr, was mich als *Mann* ausmacht, sondern was mich als *Mensch* ausmacht. Wenn etwas, was mich "im Urgrund" ausmacht, ignoriert oder in Frage gestellt wird, dann trifft mich das schon sehr. Wenn das Dinge sind, die (angeblich) lediglich unmännlich sind, juckt mich das i.d.R. nicht. Manches hab ich irgendwann auch einfach umdefiniert. Ich finde z.B., kochen und backen(!) zu können, muss 'n Mann können ;-)
     
    10.08.2012 #9
  10. goldmarie
    Beiträge:
    607
    Likes:
    0
    AW: Erwartungen der Frauen


    Für mich ist weder „klar und kein Feigling sein“ gleichbedeutend mit männlich (sein) noch sehe ich „einfühlsam und verständnisvoll“ als rein weibliche Attitüden. Und schon gar nicht schließen sich die genannten Eigenschaften gegenseitig aus.
    Das sind eher (unspezifische) Eigenschaften, die ich Menschen, mit denen ich mich gern umgebe, ganz allgemein zuschreiben würde, egal welchen Geschlechts.

    Ein (zugegebenermaßen nicht besonders greifbares) Beispiel:
    „Es ist besser, von der Wahrheit verletzt als mit einer Lüge getröstet zu werden.“ (Drachenläufer)
    ist für mich so eine Art Leitsatz. Um einem geschätzten Menschen gegenüber eine verletzende Wahrheit aussprechen zu können, muss man mutig sein. Und um die verursachte Verletzung maßvoll abfangen zu können, braucht es die Fähigkeit zur Empathie. Ich habe das große Glück, eine Handvoll Menschen, die so etwas können, um mich zu haben. Und keiner davon ist ein Zwitterwesen. ;)

    Also: Ja, ich stelle diese Anforderungen an Männer, die mir nahe stehen (wollen).
    An mir nahestehende Frauen auch. Und an mich selbst nicht weniger.
     
    12.08.2012 #10
  11. No_Kitty
    Beiträge:
    654
    Likes:
    1
    AW: Erwartungen der Frauen

    @Andre
    Finde ich prima, ausgewogen und erwachsen, dass du erstmal guckst, woher so die Anfrage kommt. Das innere Entscheidungsgremium, ob mensch sich mit etwas beschäftigen sollte, die innere Instanz, ist doch schon mal ein erster, ernster Filter. Das hilft uns, auf das Wesentliche zu konzentrieren.. Und in den Zeiten der sogenannten 'Peri-Emanzipation' (denn Post-Emanzipation möchte ich es nicht nennen), mit den unklareren Rollenverständnissen, finde ich Backen und Kochen können bei Mann und Frau gleich wichtig. ;o)

    @Goldmarie
    Ja, Ja, und noch mal Ja.... klar und kein Feigling sein ist weder männlich noch weiblich, und schon gar nicht ein Widerspruch zu empathisch. Mir geht es genau wie dir, Goldmarie. Ich stelle diesen Anspruch an mich selbst und auch an die Menschen, die ich nah an mich heran lasse.
    Es passiert, dass Menschen sich verletzen, eben auch ohne Absicht. Wie gehen wir damit um? Ich kann für mich auch sehen, dass manche Verletzung auch reinigen, heilend sein kann, weil sie mir zeigt, was mir weh tut, warum es mir weh tut. Daran kann ich wieder lernen. Und meine lieben Menschen wollen mir Gutes, da kann ich mir sicher sein, dass wenn eine Verletzung mir widerfährt, sie mich nur wahrhaftig berühren. Dazu braucht es wieder Mut von beiden Seiten. Lernen muss nicht immer Spass machen und ist mir (trotzdem) wichtig.
     
    12.08.2012 #11
  12. Andre
    Beiträge:
    3.855
    Likes:
    53
    AW: Erwartungen der Frauen

    Apropos: was mich an der "offiziellen" Emanzipationsbewegung grundsätzlich stört, ist, dass in vielen Punkten die alten Rollen nur durch neue Rollen ersetzt wurden. Ausgetauscht wurden lediglich diejenigen, die die Rollen vorgeben. Und selbst wenn der eine oder andere Rollen"tausch" tatsächlich zum Besseren geführt hat, ist er mir aufgrund der Fremdbestimmtheit trotzdem suspekt. Denn diese blockiert stante pede sowohl individuelle als auch gesellschaftiche Weiterentwicklungen und ist damit um keinen Deut besser als die vorherige Fremdbestimmtheit.

    Deswegen sage ich immer, wir müssen uns von der Emanzipation emanzipieren.

    Backen und Kochen steht für mich (neben vielem anderen) symbolisch dafür, möglichst frei und von niemandem abhängig zu sein. Es gibt ja die Geschichten aus der Zeit unserer Großeltern, wo, wenn die Frau zuerst starb, der hinterbliebene Mann völlig verwahrloste (während im umgekehrten Fall manche Frauen regelrecht auflebten, da sie die Rolle der "Haushälterin für zwei" loswaren). Diese Abhängigkeiten wirkten sich natürlich auf die Kriterien der Partnerwahl aus ("meine zukünftige Frau muss auf jeden Fall eine gute Hausfrau sein" usw.). (Wenn ich das eben geschriebene so lese, das klingt total makaber. Aber das war es ja auch. Brr.)

    Sich und seine "Sieben Sachen" eigenständig in Ordnung halten zu können, ist also quasi "Emanzipation des Mannes". Freilich -- und ich hoffe, das bleibt auch so -- ohne neue Rollenvorgaben von außen.
     
    12.08.2012 #12
  13. Andre
    Beiträge:
    3.855
    Likes:
    53
    AW: Erwartungen der Frauen

    *Unterschreib*
     
    12.08.2012 #13
  14. Heike
    Beiträge:
    4.669
    Likes:
    357
    AW: Erwartungen der Frauen

    Das ist ein zweischneidiges Ideal.
    Beziehung kann ja gerade auch heißen, in wechselseitige Abhängigkeit einzuwilligen.
    Wer gar nichts mehr vom anderen braucht, der braucht sehr schnell auch ihn nicht mehr und bleibt womöglich am besten allein.
    Und das Brauchen nur auf den emotionalen Bereich beschränken? Kann man machen, dünnt aber irgendwie das Leben aus.
    Während man zur Not Brötchen auch beim Bäcker und Kuchen beim Konditor kaufen kann.
    Aber natürlich, es gibt auch Leute, die backen ihr Brot selbst, erzeugen ihren eigenen Strom usw.
     
    12.08.2012 #14
  15. Andre
    Beiträge:
    3.855
    Likes:
    53
    AW: Erwartungen der Frauen

    Kann sein, aber nicht in solchen Bereichen oder besser gesagt: nicht in einem Ausmaß, der zu Nutzwertberechnungen geneigt macht und Gefühle zweitrangig werden lässt (Vernunftsehe). Das hatten wir schon, die Mottenkiste möchte ich für alle Zeiten geschlossen halten.

    "Brauchen" ist ja eben der falsche Ausdruck. Es geht um Lieben, und Liebe benötigt nicht nur keine Abhängigkeiten, sie leidet u.U. sogar darunter.
     
    12.08.2012 #15
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.