Information ausblenden
Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Schreiberin

    Schreiberin

    Beiträge:
    3.975
    Likes:
    266

    Geht es um Personen oder geht es um Zustände ?

    Hier im Forum kann man immer wieder über die große Trauer, Sehnsucht o.ä. in Bezug auf Menschen und Beziehungen lesen.
    Ich frage mich dann manchmal (fafner hat das auch irgendwo in einem Thread geäußert) - worum geht es dabei genau ? Geht es wirklich um eine Person, die man ersehnt oder der man hinterhertrauert oder ist es eher ein "Zustand" - ein Teil eines Paars sein zu wollen, weil man sich dann vollständiger fühlt, den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht, einiges im Alltag einfacher ist ?

    Der Unterschied mag in einiger Hinsicht egal sein - wenn zwei zusammen und zufrieden sind, erfüllen sie ja auf jeden Fall einen bestimmten "Zweck" für den anderen - ist dann vielleicht egal, worauf das zurückgeht.... Oder ist das fühlbar, wenn man dem anderen eigentlich nur einen "Zustand" ermöglicht und die eigene Person ein bisschen beliebig austauschbar bleibt ?

    In dem Moment, wo man leidet, ist es vielleicht wichtiger, bei sich selber rauszukriegen, ob es einem wirklich um die Person geht oder eher um die Tatsache, fest verbandelt zu sein... Ich könnte mir vorstellen, dass es dann eigentlich zu sehr unterschiedlichen Konsequenzen kommen müsste, wenn man sich darüber bewusst wird.

    Was meint ihr ? Wer hat Lust mitzudenken ? Wie ist es bei euch ? Tendiert ihr zu einer der Möglichkeiten oder ist das von Fall zu Fall verschieden ?
    Bitte einigermaßen beim Thema bleiben.
     
    08.12.2015 #1
    fafner gefällt das.
  2. Ich denke nicht, dass diese Person austauschbar, im Sinne von beliebig ist. Und selbstverständlich erfüllt es einen Zweck. Ich kenne niemanden, der grundlos mit jemanden zusammen ist.
     
    08.12.2015 #2
  3. Pit Brett

    Pit Brett

    Beiträge:
    2.093
    Likes:
    563
    Nö, natürlich nicht grundlos. Aber Bequemlichkeit und die Unfähigkeit, nein zu sagen, vor allem bei Männern, das haben wir hier oft gelesen, gelten offenbar als hinreichende Gründe.
     
    08.12.2015 #3
  4. fafner

    fafner

    Beiträge:
    8.767
    Likes:
    2.667
    Ich kann hier im Forum aber auch nicht erkennen, daß die, welche es gern unbequem haben und Nein sagen "können", als die Glücklicheren dastehen. Oder, Brett, hab ich da was übersehen...? :)
     
    08.12.2015 #4
  5. Pit Brett

    Pit Brett

    Beiträge:
    2.093
    Likes:
    563
    Bist Du sicher, fafnir, dass genug da sind, die Gelegenheiten zum Nein sagen haben? Aber egal, Du hast natürlich recht. Glücklicher wird man vom Nein sagen auch nicht. Aber man hat mehr Abwechslung.
     
    08.12.2015 #5
  6. fafner

    fafner

    Beiträge:
    8.767
    Likes:
    2.667
    Ich hatte in meiner Sprechblase so was wie "viele Dinge im Leben gehen zu zweit leichter oder machen einfach mehr Spaß". Und in den 10+ Zeilen Selbstbeschreibung u.a. "Vielleicht müssen wir von dem einen oder anderen Ideal Abschied nehmen und Kompromisse eingehen. Aber ist es das nicht wert, im Tausch gegen eine Partnerschaft?" :)
     
    08.12.2015 #6
  7. Pit Brett

    Pit Brett

    Beiträge:
    2.093
    Likes:
    563
    Du musst auch nichts vermissen. Aber die Ausgangsfrage hast Du elegant ausgespart. Was ist denn nun bei Dir -- Kompromisse eingehen, um nicht allein zu sein, oder mit jemandem bestimmten zusammen sein und dafür Kompromisse eingehen? Okönomisch ist das wahrscheinlich Jacke wie Hose, aber für Kopf, Bauch und Herz nicht.
     
    08.12.2015 #7
  8. billig

    billig

    Beiträge:
    1.146
    Likes:
    192
    Ich denke, dass beide Sehnsüchte (sowohl die nach der Situation / dem Zustand als auch die nach der anderen Person) ihre Berechtigung haben, sonst hätten wir diese nicht. Es ist schön zu zweit zu sein, aber mit manchen Leuten sind wir es lieber als mit anderen.
    Welches mehr im Vordergrund steht, ist bei mir von Person zu Person verschieden und auch davon abhängig, in welcher Phase ich persönlich grad bin.
    Manchmal lerne ich jemanden kennen und ich finde ihn sehr nett und außerdem finde ich es schön, mal wieder mit jemandem zusammen zu sein, also eine Mischung aus beidem (Situation und Person). Dann lerne ich ihn gerne besser kennen. Und manchmal finde ich jemanden so toll, da mache ich mir gar keine Gedanken darüber, ob ich grad lieber alleine oder mit jemandem zusammen sein will. Ich finde ihn einfach so uneingeschränkt toll, dass ich wahrlich sagen kann: da steht definitiv die Person im Vordergrund.
     
    08.12.2015 #8
  9. fafner

    fafner

    Beiträge:
    8.767
    Likes:
    2.667
    Doch. :)

    Es wird Dir nicht gelingen, mich auf ein "entweder oder" zu zwingen. Es ist einfach ein fortlaufender Prozess. Anfangs steht der Wunsch nach Zweisamkeit im Vordergrund; mit der Zeit wird der um die Bindung zu diesem einen Menschen ergänzt.
     
    09.12.2015 #9
  10. Yogofuu

    Yogofuu

    Beiträge:
    768
    Likes:
    27
    Ich glaube für mich ist es 50/50. Ich hatte erst eine Beziehung und das ist 11 Jahre her und es waren auch nur 3 Wochen (weil sie mit ihren Eltern nach Kanada ausgewandert ist). Ja ich würde gerne wieder den Zustand haben aber auch mit DER EINEN die zu mir passt ;) Viele Menschen aus meinem Umfeld sind der Meinung das ich nach 11 Jahren Einsamkeit und sexueller Abstinenz soweit bin das ich jede nehmen würde aber dem ist nicht so. Ich habe Ansprüche (nichts wildes) an die Person mit der ich einen Teil meines Lebens verbringen möchte (auch wenn viele der Meinung sind das ich mir sowas gar nicht leisten kann :D ). Menschen die für eine Beziehung in frage kommen sind meiner Meinung nach nicht mit der breiten Masse austauschbar (es sei den mein Verständnis einer Beziehung weicht von dem ab was andere denken) und wenn man so verfährt sieht man ja immer wieder wo sowas hinführt. Ich bleibe Lieber alleine als mit der falschen Person etwas zu erleben was im Endeffekt mehr schadet als nützt. Ich bin mir bewusst das diese Einstellung nicht das beste ist für jemanden in meiner Position aber an irgendwas muss man ja im Leben festhalten und wenn es nur selbst bestimmte Prinzipien sind :)

    Aber sollte der Zustand eintreten wäre mir die Person wichtiger als der Zustand selbst. Würde ich bemerken das die Person nicht glücklich ist und ich der Primäre Grund dafür bin (warum auch immer) würde ich versuchen diesen Grund zu beseitigen auch wenn es bedeuten würde den Zustand zu beenden.
     
    09.12.2015 #10
  11. Mohnblume

    Mohnblume

    Beiträge:
    3.234
    Likes:
    497
    Bei mir steht in der Regel die Person im Vordergrund. Ich kann ohne Partner sein und auch alleine einiges unternehmen oder mit Freunden Zeit teilen.
    Wenn ich alleine etwas unternehme und das Gefühl bekomme, dass ich diese Situation gerne teilen würde, fällt mir sofort eine passende Person ein.
    Ich war noch nie ausschließlich auf einen meiner Partner fixiert. Ich finde auch nicht, dass ein Partner alle Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen an das Leben abdecken muss.
    Mir ging es, so ich es erinnere, in einer Liebesbeziehung noch nie um den Zustand einen Partner zu haben oder als Paar aufzutreten und ich habe mich noch nie unvollständig gefühlt, wenn ich ohne Beziehung war.
    Mir fällt gerade eine Ausnahme ein. Ist es eine, weiß nicht so genau?? Als ich mich vom Vater meines Sohnes getrennt habe, war die Erwartung an ihn, dass er seine Vaterrolle ernst nimmt, sehr groß.( Er war der beste Vater auf dieser Welt:))
    Auch habe ich erwartet, dass er mich in meiner Rolle als Mutter seines Kindes wertschätzt, so wie ich ihn in seinem Vatersein geschätzt und geliebt habe.
     
    09.12.2015 #11
  12. Schreiberin

    Schreiberin

    Beiträge:
    3.975
    Likes:
    266
    Danke für eure Gedanken. Ich habe mich erstmal zurückgehalten, weil ich da selber noch im Prozess stecke und erstmal hören wollte, was ihr da bei mir anregt.
    Billig hat es für mich ganz gut auf den Punkt gebracht - beides ist da, teilweise situations- und lebensphasen-abhängig. Aber ich pendle auch wie Mohnblume eher zu der Person-ist-entscheidend-Seite. Und zwar beidseitig : es gilt auch für mich, dass es mir lieber ist, jemandem geht es EINDEUTIG um mich und nicht tendenziell mehr darum, eine potenzielle Lücke zu füllen. Damit schwimme ich sicherlich mit der gesellschaftlichen Welle des Individualismus - gesehen zu werden, Bedeutung zu haben. Aber es hat bei mir auch lebensgeschichtliche Ursachen (die gehören hier aber nicht in der Breite hin).
    Ich glaube, mir fällt es auch schwer es zu respektieren, wenn es jemandem sehr sehr wichtig ist, in Beziehung zu sein. Das kommt mir ein bisschen arm vor (die Wertung sollte ich mir vielleicht mal sparen...).
    In Bezug auf Parship hatte ich nur einmal eine klare "Zustandsorientierte" Phase - nach einer sehr langen Beziehung und mühseliger Trennung - das Suchen und Flirten danach war ein göttlicher Zustand - da war das Objekt der Begierde eindeutig weniger wichtig... :))) Musste ich auch erstmal merken.....
     
    09.12.2015 #12
  13. Schreiberin

    Schreiberin

    Beiträge:
    3.975
    Likes:
    266
    Das heißt, es ist noch Liebe da, obwohl die Beziehung suboptimal läuft ? Das tut mir leid. Aber es imponiert mir, dass du anscheinend relativ gelassen damit umgehst und kein Schnellhinschmeißer bist.
     
    09.12.2015 #13
  14. Vizee

    Vizee

    Beiträge:
    1.891
    Likes:
    104
    Eine Partnerschaft ist für mich persönlich keine Zweckgemeinschaft und der Zweck wäre für mich auch kein Grund, eine Partnerschaft einzugehen. Ich verliebe mich auch nicht leichtfertig - aber wenn, dann richtig. Deshalb steht bei mir auch die Person im Vordergrund und nicht der Zweck. Und für diesen Menschen bin ich bereit zu kämpfen und nicht aufzugeben und eben nicht auszutauschen. Wäre es zu ende mit diesem Menschen, dann beginne nich nichts halbherziges Neues, nur damit ich sagen könnte ich bin in einer Partnerschaft.

    Es gibt Menschen, durch die fühlt man sich ganz/voll oder ergänzt. Wenn dieser Mensch das dann ebenso fühlt, dann ist das optimal. Das bedeutet aber nicht, dass man nur durch den anderen existiert. Man existiert mit dem anderen. Inwiefern das jetzt mit Deiner Frage zusammen passt weiss ich nicht, aber ich fand es noch wichtig zu erwähnen.
     
    09.12.2015 #14
  15. Traumichnich

    Traumichnich

    Beiträge:
    1.687
    Likes:
    934
    Die Gefahr dabei ist, daß ein Teil oder auch beide nicht von dem Partner / der Partnerin loskommt, obwohl die Beziehung trotz aller auch langjährigen Anstrengungen von beiden - Liebe hin oder her - sich nicht so entwickelt, wie es sich womöglich sogar beide gleich vorstellen.

    Im Radio läuft der Song seit einiger Zeit rauf und runter, und er beschreibt's eigentlich ganz treffend :

    Zitat on:
    "Und immer wenn es Zeit wird zu gehn,
    vergess ich, was mal war, und bleibe stehn.
    Das Herz sagt bleib,
    der Kopf schreit geh -
    Herz über Kopf,
    Herz über Kopf."
    Zitat off

    Das Herz macht es einem oft sehr schwer, das zu tun, was "vernünftig" wäre ! Aber wer liebt, nimmt oft unvorstellbare "Kompromisse" in Kauf. Die Frage ist : Wie weit soll/darf man gehen ? Wo ist die Grenze ? Wo fängt die Selbstaufgabe an ? Und bekommt man das überhaupt noch mit ... ?

    Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen : Ich denke, man vermißt beides, Person und Zustand. Mit der Person ergibt sich der Zustand früher oder später von alleine, ist bloße Folge. Aber der Zustand wird mit einer anderen Person niemals identisch sein. Vielleicht genauso gut, vielleicht sogar - früher oder später (IMVHO eher später) - "besser", aber immer anders, ebenso, wie jeder Mensch andere Vorlieben und Stärken und Schwächen hat.
     
    09.12.2015 #15