Information ausblenden
Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. fafner
    Beiträge:
    10.158
    Likes:
    4.078

    Gemeinsam unter Gleichen

    Wir geben uns vielseitig interessiert, weltoffen und kritikfähig, wollen Menschen unsere Freunde nennen, die uns Unbekanntes zeigen, unseren Horizont erweitern und uns in unserer Entwicklung vorantreiben, indem sie uns auch mal die Meinung sagen. Warum limitieren wir unsere Welt dann freiwillig, indem wir uns mit Menschen umgeben, die uns lediglich in dem bestätigen, was wir ohnehin sind?

    http://www.faz.net/aktuell/gesellsc...-gemeinsamkeiten-ziehen-sich-an-13948519.html
     
    16.12.2015 #1
  2. fafner
    Beiträge:
    10.158
    Likes:
    4.078
    Der Artikel ist als Denkanstoß gedacht für Leute, die halt noch nicht so weit sind beim Erkenntnisgewinn. Und davon gibt's eben hier recht viel. Vielleicht hilft es ja. :)
     
    16.12.2015 #2
  3. Pit Brett
    Beiträge:
    2.288
    Likes:
    778
    Fafnir, ich vermisse sie auch, die Antwort. Der Artikel liest sich, als würden sich die Leute vor allem von oben nach unten abkapseln. Da ist was dran -- Akademiker reden anders und haben andere Themen. Aber man kann dazulernen (ich behaupte gern, dass ich von Bund eines mitgenommen hätte: ich könne jetzt eine ganze Nacht über Frauen und Motoren reden, ohne weder von einen noch vom andern etwas zu verstehen).

    Aber: Umgekehrt haben Menschen ohne Appretur oft Scheu, auch nur irgendwohin mitzugehen. «Was Deine Freunde so reden, interessiert mich nicht richtig». Oder: verstehe ich gar nicht. Du wirst Dich meiner schämen, ich hab doch keine Ahnung ... Das ist überhaupt nicht rauszukriegen, nicht mal aus denen, die gar keinen Anlass haben zu solcher Sorge.

    Daher: Wo kommt das her? Eingeübt? Eingetrichtert? Erfahrung?
     
    16.12.2015 #3
  4. fafner
    Beiträge:
    10.158
    Likes:
    4.078
    Ist wohl eher eine rhetorische Frage...

    Na ja, ich kenne schon welche, die das Problem nicht haben. Hängt vielleicht auch davon ab, wen sie kennengelernt haben und wie.
     
    16.12.2015 #4
  5. frauenzimmer
    Beiträge:
    194
    Likes:
    15
    Du meine Güte! Ist das ja vielleicht erstaunlich, ein Hurra auf soziologische Studien!

    NATÜRLICH ist es einfacher unter ähnlich gebildeten Menschen!

    Frau muss nicht jeden Satz auf abgehoben klingende Fremdwörter abscannen, das entspannt ungemein!

    Ich habe dennoch wirkliche Freunde ohne Uni-Abschluss und mir deshalb eine Technik erarbeitet, die die Geschichte akzeptabel macht:

    Wenn ich mich selbst dabei ertappe, dass ich solch ein No-Go-Wort benutzt habe, dann mache ich einen eleganten Schlenker und wiederhole in anderer Formulierung, ein wenig variiert den Satz, so dass Alles verständlich bleibt und das Gegenüber nicht peinlich nachfragen muss.

    Intelligent sind meine Freunde alle, Gespräche mit ihnen interessieren mich - aber manche Ebenen sind einfach dann tabu.

    Wenn ich z.B. ein bisschen sauer bin, aber nicht ernsthaft, beschimpfe ich meinen Mann völlig übertrieben auf Französisch. Er lacht dann, nimmt mich in den Arm, wir diskutieren über den Grund für meinen Unwillen und einigen uns. Locker, lässig, entspannt.

    Ok, darauf kommt es nicht an, nein. Aber ein ähnlicher Bildungshorizont bietet eine gute Grundlage - Probleme - bei uns z.B. Gesundheit - kommen ohnehin noch.
     
    16.12.2015 #5
  6. flower_sun_gelöscht
    Beiträge:
    1.884
    Likes:
    49
    Es ist schon so, dass ich in relativ "homogenen" Welten unterwegs bin ... man sucht seinesgleichen ... ist das so tragisch?
     
    16.12.2015 #6
  7. untertage
    Beiträge:
    332
    Likes:
    1
    erkenntnis bedeutet bei manchen menschen die summe bleibender schäden
     
    16.12.2015 #7
  8. billig
    Beiträge:
    1.144
    Likes:
    191
    Ich hab mir den Artikel jetzt doch noch reingezogen und ich weiß nicht, in welcher Blase die Verfasser des Textes leben, aber die Hälfte, die da drin steht, ist schlichtweg falsch.
    Vertrautheit entsteht doch, wenn man länger einen gemeinsamen Weg zusammengeht. Also, selbst wenn anfangs aufgrund diverser Unterschiede keinerlei Vertrautheit da ist, kann die doch mit der Zeit entstehen. Jemand, der mir unähnlich ist, kann mir doch einfach mit der Zeit immer vertrauter werden, obwohl er/sie mir nicht ähnlicher wird. Man kennt sich einfach besser.

    "Menschen suchen die Nähe zu Menschen, die ihnen ähnlich sind. Menschen etwa, die sich genauso zurückhaltend, wortstark oder kritisch äußern; die ebenfalls kulturell interessiert oder sportbegeistert sind; die ähnliche politische Ansichten und Konsumstile haben. Mit Freunden und Bekannten teilt der Einzelne neben vergleichbaren Charakterzügen, Einstellungen und Werten häufig auch Eigenschaften, die er nicht selbst gewählt hat: das Alter etwa, das Geschlecht, die Religion und die ethnische Herkunft"

    Wenn ich jemanden über den Sport kenne und dieses sportliche Interesse teile, diese Person aber eine andere Bildung genossen hat. Wenn ich von meinem Arbeitsplatz Kollegen / Kolleginnen kenne, welche politisch ganz anders eingestellt sind wie ich. Wenn die Menschen, welche eine ähnliche politische Ansicht wie ich haben, mit mir keine Hobbies teilen. Und wenn diese Leute, mit denen ich mein liebstes Hobby teile, keiner einen mir sehr wichtigen Wert teilt. Und wenn die Leute, welche ähnliche Werte hoch priorisiert haben wie ich, einer anderen Religion angehören wie ich. Dann bin ich doch von lauter Leuten umgeben, die alle mit mir was ähnlich haben und doch verschieden sind.
    Ich finde den Text ehrlich schlecht.
     
    16.12.2015 #8
  9. Können Studierte, wegen mir auch Approbierte so dumm sein, dass sie den Inhalt des Artikels in den Vordergrund stellen und den Mensch (der sich damit beschäftigt) dahinter vergessen? Dieser Mensch hat einen Namen, "ein JEMAND“" den etwas bewegt... !
    Er ist hier, unter euch...
    Mal bisschen mehr Mühe ihr super Schlaumeier: - super, prima, perfekt, gut das ich nicht dazu gehöre! Weil, denn??? können sagen was sie wollen, ein echt genialer Vorteil. ;-))))
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.12.2015
    17.12.2015 #9
  10. Ich fände es furchtbar, wenn ich nur unter meinesgleichen wäre - in einer homogenen Welt meine ich. Wird ja mit der Zeit total langweilig. Vielfalt ist es doch, was das Leben interessant macht. Gerade das was man selbst nicht macht, wirkt doch faszinierend. Die einzige Grundvoraussetzung ist: Intelligenz, also bewegt man sich doch lieber niveauvoll mindestens ebenbürtig, und eher nach oben, nach unten sicher nicht.

    Das schöne an der Intelligenz ist: sie offenbart sich meistens relativ schnell, oder wenn sie nicht da ist, eben auch nicht. Da muss man ja nicht lange rum lamentieren.

    Komischerweise sind unter den Nichtakademikern teilweise viel größere Schlaumeier ...
     
    17.12.2015 #10
  11. Danke, dass du mir's erklärt hast. Du hast bestimmt studiert.

    Na na na, du Schlingel!
     
    17.12.2015 #11
  12. Ich verkehre nicht nur mit meinesgleichen. Meine einzigartige Intellektualität ließe das nicht zu.
     
    17.12.2015 #12
  13. equinox
    Beiträge:
    1.000
    Likes:
    127
    ad FAZ-Artikel:

    Das mit Ähnlichkeit ist nun nicht gerade eine brandneue Erkenntnis, aber möglicherweise war die Thematik Gegenstand der seit Monaten stagnierenden Master-Arbeit der Autorin und wenn sie damit ihre Blockade aufheben konnte ...

    Similarity - A popular myth about attraction is that “Opposites attract;” however, a number of studies suggest that, in fact, it is similar characteristics that lead to attraction. (...) The similarity hypothesis is further supported by several well-validated studies (e.g., Feingold, 1988), which indicate a strong correlation between married couples and similarities in education and socioeconomic status, but also equal levels of physical attractiveness (Murstein & Christy, 1976; Feingold, 1988).
    aus: Interpersonal Attraction, Quelle: psychwiki.com

    ... Ähnlichkeit dominiert somit nicht nur hinsichtlich des Bildungsniveaus. Zu differenzieren wäre aber wohl zwischen partnerschaftlichen Beziehungen und Sozialbezügen, die sich primär über Aktivitäten vermitteln, also z.B. Sport, Hobbies o.ä. - da können die Unterschiede deutlich größer sein.
     
    17.12.2015 #13
  14. IMHO
    Beiträge:
    5.016
    Likes:
    3.969
    Und DAS ist doch genau die Crux! Wieso ist ein Nachfragen "peinlich"?

    Zeugt es nicht von Mut zuzugeben, dass man etwas nicht verstanden hat und dazu steht?
    Zeigt es nicht, dass man Interesse am Thema und dem Gesagten hat und das gemachte Statement dazu verstehen möchte?
     
    17.12.2015 #14
  15. Vizee
    Beiträge:
    1.891
    Likes:
    105
    Der Text wirkt sehr konstruiert und steckt voller Klischees. Studentin vs Hausdame. Mich wundert, dass hier nicht die Kassiererin vom Netto von neben an genommen wurde anstatt die Hausdame ;-)

    Ist es nicht die Kunst, das Gegenüber (im Café, beim Date, am Arbeitsplatz - im Leben) einfach so zu akzeptieren, wie es nunmal ist? Und ist ein Freundeskreis aus unterschiedlichen Menschen nicht einfach nur eine Bereicherung?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17.12.2015
    17.12.2015 #15