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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Geschlechterunterschiede und Evolution

    Liebe Foristinnen und Foristen

    Ich habe eine - vielleicht für Leute, die sich darin auskennen, oder vielleicht auch für alle von euch - dumm anmutende Frage, aber ich konnte auf die Schnelle dazu keine Antwort finden und ich wüsste gerne besser Bescheid.

    Also: es wird ja immer wieder behauptet, es gäbe klare Geschlechterunterschiede (z.B. was Partnerwahl angeht, was Empathiefähigkeit oder auch räumliches Vorstellungsvermögen etc. betrifft) und diese seien biologisch festgelegt. Und oft hört man auch, dass solche Unterschiede im Rahmen der Evolution entstanden seien.

    Nun hatte ich jedoch in der Schule einst gelernt, dass bei sexueller Fortpflanzung die Gene immer wieder neu gemischt würden. Ich hätte dann die Hälfte meiner Gene von meiner Mutter und die andere Hälfte von meinem Vater geerbt. Ebenso, in jeweils anderer Zusammensetzung, meine Geschwister. Wie sich diese Gene genau zusammensetzen, das ist aber zufällig.

    Als Beispiel habe ich gelernt, dass es so ist, dass ich je ein Gen, das mit der Augenfarbe zu tun hat, von meinem Vater und eins von meiner Mutter geerbt habe und dass dann das dominante Gen von diesem entstehenden neuen Genpaar meine Eigenschaften bestimmt (beispielsweise habe ich von meiner Mutter das Gen für blaue Augen geerbt und von meinem Vater für braune. Weil braun dominant ist, sind meine Augen braun.) Wenn ich selbst Kinder habe, dann gebe ich an sie immer ein Gen von diesem mir eigenen Genpaar weiter. Das zweite Gen ihres Genpaars bekommen sie von ihrem Vater.

    Weiter dachte ich, gelernt zu haben, dass meine Gene auch die Grundvoraussetzungen für alle anderen von meinen Eigenschaften und Fähigkeiten festlegen: Also: meine Gene sind die Träger der biologischen Determination meiner Eigenschaften und Fähigkeiten (oder vielleicht eher der Bandbreite, innerhalb derer ich meine Eigenschaften und Fähigkeiten entwickeln kann).

    Ist das soweit korrekt oder gibt es bis dahin schon Fehler?

    Meine Frage ist nun ganz einfach, wie das denn zusammenpasst. Wenn ich doch immer die Hälfte meiner Gene von meinem Vater habe und mein Bruder ebenso die Hälfte der Gene von meiner Mutter, und es kann sein, dass bei mir für eine bestimmte Eigenschaft oder Fähigkeit die Gene des Vaters die dominanten sind, während es bei meinem Bruder die Gene meiner Mutter sind, wie kann es dann sein, dass die Evolution für die Geschlechterunterschiede verantwortlich ist?
    Würde das nicht nur dann möglich sein, wenn ich die Gene der Mutter bekommen hätte und mein Bruder die Gene meines Vaters?

    Kann mir das bitte mal jemand erklären? Danke!

    Ergänzung: ich weiss auch, dass es nicht immer so ist, dass ein Gen dominant ist, sondern manchmal ist das Merkmal, das das Kind hat dann auch eine Mischung der Elternmerkmale.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.06.2016
    26.06.2016 #1
  2. Ach, endlich mal wieder ein Steinzeit-Thema. Gemixt mit den Mendel‘schen Regeln :)

    Wie war das noch: die Mutter hat zwei XX und der Vater XY. Also die Mutter hat das Spül-Gen und der Vater das Autoreparatur-Gen. Wenn es nun ein Mädchen wird, treffen sich die zwei XXe, bei einem Buben wieder X und Y. Das Autoreparatur-Gen ist dann beim Buben dominant, weshalb er leider nicht spülen kann. Wogegen beim Mädel das väterliche X-Gen vom mütterlichen Spül-Gen insoweit dominiert wird, dass nur noch das Wissen übrigbleibt, dass ein Auto vier Räder hat.

    Also so hab ich’s gelernt. Voll wissenschaftlich. Die sind ganz schön schlau, diese kleinen Gen-Biester.

    Wenn wir das Ganze jetzt auf Bügeln ummünzen, hätten wir endlich mal wieder einen Bügelthread.

    C'mon Junx und Mädels, Bühne frei :D

    Sorry, wahrscheinlich zuviel Filosofie

    https://www.youtube.com/watch?v=E8Ilr_YtEjs


    Danke Philippa, für diese Vorlage.
     
    26.06.2016 #2
  3. Ich habe in Turnen und in Religion aufgepasst.
    Ich weiß, dass Frauen vorne oben und untenrum anders sind. Mit Untenrum vermehrt man sich irgendwie oder beschäftigt sich anderweitig damit. Es gibt aber Wichtigeres.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.06.2016
    26.06.2016 #3
  4. Na ja, tina*, dann verstehe ich jetzt meine Probleme bei der Partnersuche. Ich bin nämlich etwas unbeholfen beim Geschirrspülen und hasse das Büglen, habe dafür früher mein Velo (gilt das auch als Auto?) selbst repariert. Dabei dachte ich doch bis anhin, ich sei eine Frau. Sollte ich das also jetzt überdenken?

    Nein, im Ernst: Wir Menschen haben 46 Chromosomen, von denen nur eines das Geschlecht bestimmt. Ausserdem ist anscheinend auf dem männlichen Y-Chromosom ausser Fertilitätsgenen nicht allzu viel vorhanden, während auf dem X-Chromosom mehr Gene sind (die teilweise deaktiviert werden, aber nicht alle).
    Anfangs dieses Jahrtausends wurde ein grosses Geschrei gemacht, man hätte das menschliche Genom entschlüsselt. Wenn das so wäre, dann könnte man doch jetzt ganz klar sagen, welche wenigen Eigenschaften vom Geschlechtschromosom mitbestimmt werden. Offenbar kann man das aber nicht, was ein weiterer Grund ist, den sogenannten Wissenschaftern zu misstrauen... Auch sie nehmen gerne grosse Worte in den Mund, die sie nicht belegen können.

    Ich bleibe also dabei, davon auszugehen, dass man zum Thema Geschlechterunterschiede noch praktisch gar nichts weiss.
     
    27.06.2016 #4
  5. Sozial erworbene Fähigkeiten/Merkmale werden auch genetisch weitergegeben. Es ist daher schwierig, eine Trennlinie zu "naturgegeben" zu setzen.
    Der Essenzialismus geht davon aus, dass biologisch gegebene Merkmale weitgehend robust gegen situative Einflüße seien.
     
    27.06.2016 #5
  6. Was bringt's dir?

    Wissenschaftliche Antworten wirst du hier nicht bekommen, höchstens Hobbywissenschafltliche Auswertungen. Du sagst du bist unbeholfen beim Bügeln und anderen Dingen. Wie wäre die Idee der Weiterentwicklung und Konzentration auf Verbesserung gewisser Fähigkeiten? Wenn man etwas nicht kann, könnte man den Ehrgeiz entwickeln es zu verbessern.

    Stell dir vor, Männer können staubsaugen, sie können sogar Staub wischen, und abspülen. Wenn ich muss nehme ich auch den Abfluss in der Küche auseinander, wenn der verstopft ist, manchmal macht die Not erfinderisch. Ich weiß nicht wo du mit deinen Geschlechtsspezifischen "Fähigkeiten" oder "Talenten" hin willst.

    Wenn man etwas nicht kann wäre es natürlich einfach, den Grund den Genen abzuschieben.

    Schau doch mal wie "einfach" es möglich ist, eine Frau in einen Mann zu verwandeln und umgekehrt. Sobald eine Frau vermehrt männliche Hormone einnimmt, vermännlicht sie, sie bekommt einen Bartwuchs, die Figur verändert sich, davon leben Menschen die sich in ihrem Körper nicht wohlfühlen. Sicher die angelegten Geschlechtsorgane bleiben, können sichtbar nach außen aber operiert werden. Andersrum wachsen Männern Brüste, wenn sie weibliche Hormone einnehmen, ihr Bartwuchs hört auf und sie bekommen weibliche Züge. Das alles rein körperlich bezogen. Die Persönlichkeit des Menschen ist es bei diesem Beispiel, welche dazu veranlasst, eine immense körperliche Veränderung vorzunehmen. Wie willst du das in Bezug auf deine Probleme ansehen, oder welcher Lösungsweg erschließt sich dir daraus, darüber nachzudenken?
     
    27.06.2016 #6
    Mohnblume gefällt das.
  7. "Die Wissenschaft" ist sich uneins. Die Ergebnisse sind zu verschieden, um damit etwas zu zementieren.


    Die Frage, was was bedingt ähnelt ein wenig der Huhn-Ei-Problematik.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27.06.2016
    27.06.2016 #7
  8. fleur, mit Verlaub, was Du da schreibst ist Quatsch. Ich kennzeichne meinen Quatsch wenigstens.

    Genauso gut könnte ich fragen, was bringt's Dir, semierkenntnisreiches Zeug zu schreiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27.06.2016
    27.06.2016 #8
  9. fleurdelis, du hast meine Intention völlig falsch verstanden.

    Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass ich nicht gerne bügle, (ausser in dem Moment, in dem ich es - eher selten - dann doch mal tue) und glaube auch nicht, dass das irgendeinen potenziellen Partner kümmert.
     
    27.06.2016 #9
  10. Das mag möglich sein, dennoch bleibt auch die Erinnerung aus authentischer Zeit, dass die Darstellung deiner "Schwächen" durchaus "konversationsbedürftig" waren und sind. Ich würde das nicht ganz von der Hand weisen.
     
    27.06.2016 #10
  11. Desertstar
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    1
    Hallo,
    soweit ich weiss gibt es durchaus TENDENTIELLE Unterschiede zwischen Frauen und Männern, wobei die Unterschiede zwischen einzelnen Individuen sehr viel größer sind. Dabei ist aber auch sehr stark auf den Hormonstatus der Individuen zu achten, da diese das Verhalten stark beeinflussen. So kann man durch Gabe von Hormonen das Verhalten und die geistigen Leistungen relevant ändern.
    Ein wichtiger Faktor ist dabei aber auch die Sozialisation, also welche Rollenbilder man hat und wie man aufgezogen wird.

    Hierbei sollte man aber auf jeden Fall von einer Wertung dieser Eigenschaften absehen. In einer Partnerschaft ist es auch vollkommen egal wer welche "Rolle" einnimmt oder wie typisch ist, das wichtige ist dass man miteinander leben kann...

    Allgemein ist das Thema sehr umstritten und sehr politisch aufgeladen, so kann man man unter den Links schaun und bitte bei Wiki auch auf die Diskussions-Seite schauen :) .
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mensc...e#Pers.C3.B6nlichkeitsmerkmale_und_Interessen
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/...edchen-spielen-mit-stock-puppen-a-735668.html
    https://www.parship.de/forum/single-leben/237130-männer-sagen-einfach-nichts-mehr-schweigen/page2

    Zu Deiner eigentlichen Frage wegen dem zusammenpassen (auch wenn ich nicht tief in der Thematik drin bin und die Sache soweit ich weiss auch umstritten ist): Allgemein kann man Gene wie eine andere Art der Programmierung ansehen. So hat jedes Gen Ablesebedingungen (unter anderem mittels Methylierung https://de.wikipedia.org/wiki/DNA-Methylierung) sind zu jedem bestimmten Zeitpunkt nur ein kleiner Teil der Gene überhaupt aktiv sind. Dementsprechend kann eine kleine Veränderung eine Kasskade von Aktivierungen und Deaktivierungen nach sich ziehen, wobei die entsprechenden Gene dabei auf einem beliebigen Chromosom liegen können ohne 'örtlichen' Zusammenhang zu dem ursprünglichen "Reiz". Dementsprechend würde es reichen dass z.B. auf dem Y-Chromosom nur ein Gen liegt, welches eine Hormon-Konzentrations-Unterschied kodiert. Dieser könnte dann für eine komplett andere Geneausprägung auf allen anderen Chromosomen sorgen würde. Das sieht das daran dass z.B. Affen und Mensch je nach Berechnungsregeln z.B. unter 2% liegen (http://www.sueddeutsche.de/wissen/affen-genom-entschluesselt-der-gorilla-im-menschen-1.1303382) und Affen und Menschen unterscheiden sich ja glaube ich schon unumstritten ziemlich stark oder :) . Es gibt sogar Vermutungen dass ein Großteil der DNA-Sequenzen gar keine relevanten Hormone Codierungen sondern nur den "Programmfluss" steuern also welche Gene/Hormone wann aktiviert werden.

    Also kurz gesagt kleine Genänderungen oder auch relevante Stoff-Änderungen können über Aktivierungs-Deaktivierungs-Kaskaden von Genen zu sehr große Änderungen führen was zum tragen kommt.

    Mein "Artikel" hat ist bestenfalls als populärwissenschaftlich zu sehen, also er wird jede Menge an Unzulänglichkeiten enthalten.
    Ich hoffe das er trotzdem hilft.
     
    27.06.2016 #11
  12. Ach je.

    Es gibt Menschen, die entwickeln sich. Die sind lernfähig. Die ändern ihre Sichtweisen. Die bewältigen ihre Ängste. Die wenden sich neuen Themen zu, weil sie erkannt haben, dass die alten irrelevant sind. Die lernen auch mal, wenn's denn wirklich wichtig scheint, ein Bügeleisen in die Hand zu nehmen, obwohl es keinen Spass macht. Etc. etc.

    Aber mich nähme noch wunder, weshalb du dich so aufregst, bloss weil ich eine Frage stelle. Falls ich die Antwort, die ich suche, nicht erhalte, dann musst doch nicht du dich ärgern.
     
    27.06.2016 #12
  13. Die Intentionen stimmen definitiv nicht:……... weil ich mich in keiner Weise ärgere, und aufregen tue ich mich auch nicht. …..…. das würde mich dann doch völlig überfordern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27.06.2016
    27.06.2016 #13
  14. Howlith
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    Ganz auf die Schnelle in die Tastatur gehauen: die Frage scheint mir unklar gestellt (?). Du hast einiges über Genetik geschrieben. Was im großen und Ganzen auch nicht falsch ist. Dann aber Deine Frage zur Evolution. Dass Genetik und Evolution zusammen hängen, klar. Aber kann es sein, dass Du hier gedanklich die beiden gleich setzt ... das könnte eventuell Deine Konfusion erklären. Evolution ist nicht gleich Genetik.

    Also nächstes wäre (unter anderem) zu klären, was Du Dir so an "Geschlechtsunterschieden" vorstellst.

    Lass es mich so erklären. Wir kennen die Buchstaben aus denen sich das "Alphabet der Genetik" zusammen setzt. Wir wissen inzwischen ungefähr wie diese Buchstaben im Genom des Menschen angeordnet sind, also die Reihenfolge der Buchstaben. Wir können auch schon einzelne Worte und Sätze lesen.

    Das heißt aber (leider) noch lange nicht, dass wir auch verstehen, was da geschrieben steht ...
     
    27.06.2016 #14
  15. @Desertstar:

    Vielen Dank für die interessanten Infos! Ich konnte jetzt noch nicht alle Links anschauen, werde das aber nachholen, wenn ich mehr Zeit habe. Doch allein schon das, was du geschrieben hast, bringt spannende neue Aspekte!

    Noch eine Frage: Wenn du schreibst, dass eine kleine Änderung (z.B. in den Hormonen) grosse Auswirkungen in verschiedenen Bereichen haben kann, könnten dann auch kleine Änderungen eher psychologischer Natur (z.B. wenn jemand eine wichtige Erkenntnis hat oder wenn jemand aktiv an seiner Haltung arbeitet oder sich einem ungewohnten Umfeld aussetzt) solche Veränderungskaskaden auslösen?
     
    27.06.2016 #15