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  • #106
Wenn es hier um das "Grundrezept" bei der Partnerschaft/Suche geht.... sind Gleichheit und Gegensätzlichkeit nachrangig. Wichtig ist am Ende einzig und allein die Kommunikation.


Wenn jemand das nie gelernt hat oder schlecht darin ist.... rate ich dazu, Ausschau nach einem anderen Partner zu halten und gleichzeitig Selbstreflektion zu betreiben bezüglich der eigenen Kommunikation.


Diese ganzen Geschlechter-spezifischen Debatten/Eigenschaften/Klischees sind doch nur Ausdruck fehlgeschlagener Kommunikation.


Leider mangelt es uns allen gewaltig an "echter Kommunikation". Manche sind besser darin, mache besitzen sogar einen sensiblen Radar dafür, andere sind einfach nur stumpfsinnig.
 
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  • #107
Zitat von ratte:
Es ist eine Frage der Kommunikation, ob ich mich mit dem anderen verständigen kann, was für mich selbst geht und was nicht. Das hat mit Entscheidung erstmal wenig zu tun, denn ich versuche eine Lösung zu finden, wenn er 800 km weit weg wohnt und ich ihn mag.


Wenn dann aufgrund ehrlicher und ausgiebiger Kommunikation klar wird, es kann nicht funktionieren, dann lässt man es gleich am Anfang.


Das ist dann meistens der Fall, wenn beide unflexibel sind (oder auch nur einer ganz besonders starr). Wenn mir jemand erklärt, er sucht ausschließlich etwas in seiner Nähe, weil er keine Fernbeziehungen will, dann hat es sich doch für mich gleich erledigt..das kann dann maximal eine Brieffreundschaft werden.


Wenn du dir etwas einreden willst, dann belügst du dich selbst und hast dem Gegenüber nicht kommuniziert, wie du dich wirklich dazu verhältst (er hätte dann die Möglichkeit einzulenken). Das ist bspw. eine schlechte Kommunikation, die grundsätzlich das Unternehmen Partnerschaft zum Scheitern bringen wird. Kommunikation muss selbstverständlich in einer Partnerschaft grundehrlich sein. Der andere muss sich mit dir verzahnen können, dich verstehen können. Jede Nachfrage muss beantwortet werden, bis das Verständnis des Gegenübers ganz klar offensichtlich ist. Dann kann er auch genau reagieren und einlenken oder Lösungsvorschläge machen. Sobald du unehrlich bist, zu dir selbst oder zu ihm, wird es unlösbar. Das ist ein Grund, warum viele Beziehungen scheitern.


Auch wenn du nun einen Partner gefunden hast, der bei dir in der Nachbarschaft wohnt, heißt das noch lange nicht, dass er dort für immer bleiben kann. Stell dir vor, er wird versetzt, die Firma zieht um oder er verliert seinen Job und muss ganz woanders neu anfangen. Was machst du dann mit deiner Theorie? Beendest du dann deine Beziehung?
Das klingt erstmal hart, das Ganze als Lüge zu bezeichnen. Was ist denn, wenn jemand davon überzeugt ist, dass er das gut schafft, aber der Alltag ihn/sie eines Besseren belehrt?


Darüber hinaus ist die Alternative zu 800km nicht 10 km, es gibt auch noch viel dazwischen. Ob ich 300 km fahre oder 800km ist schon ein gewaltiger Unterschied. Das "Schönreden" passiert ja nicht aus dem Wunsch heraus jemand oder sich selbst zu belügen.


Kommunikation wird hier in vielen Posts als sachliche Technik dargestellt. Das aber wäre Rhetorik. Natürlich kann man auch gewisse Kommunikationstechniken lernen, aber zur alltäglichen Kommunikation gehört z. B. auch die momentane Verfassung beider Kommunikationspartner, die sich auch in der Kommunikation zeigt und dadurch wieder etwas auslösen kann.


Wieso passiert es immer wieder, dass sich auch ausgesprochen intelligente Leute dumm verhalten? Doch genau aus diesem Grunde. Wir sind keine Maschinen.


Wenn sich ein Ortswechsel während einer festen Partnerschaft ergibt, wird sich zeigen, wie tragfähig diese Partnerschaft ist. DAS aber hat nichts mehr mit Schönreden, sondern mit Problemlösen zu tun. Wenn mir mein Partner sehr wichtig ist, "schlucke" ich auch die neue Entfernung, verhalte mich wahrscheinlich auch anders, achte z. B. darauf, dass die kurze gemeinsame Zeit nicht mit Nebensächlichkeiten zugemüllt wird.


Kommunikation kann technisiert, aber im Zusammenleben nicht von der Seele getrennt werden.
 
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  • #108
Es gibt tonnenweise Unwägbarkeiten in jeder Beziehung und jeder hat seine Kriterien, seine no go und must have. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, Beziehungen werden wie in einer GmbH gewünscht. Da muss dann alles einen festen Plan haben und ganz genau durchdacht sein. Es kommt dann aber oft vieles anders, wenn die Liebe in Erscheinung tritt und die ach so immanent wichtigen Punkte sind dann egal und das Leben macht plötzlich wieder Spaß. Klingt sehr unwissenschaftlich, ich weiß.
 
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  • #109
Zitat von sugar:
Es gibt tonnenweise Unwägbarkeiten in jeder Beziehung und jeder hat seine Kriterien, seine no go und must have. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, Beziehungen werden wie in einer GmbH gewünscht. Da muss dann alles einen festen Plan haben und ganz genau durchdacht sein. Es kommt dann aber oft vieles anders, wenn die Liebe in Erscheinung tritt und die ach so immanent wichtigen Punkte sind dann egal und das Leben macht plötzlich wieder Spaß. Klingt sehr unwissenschaftlich, ich weiß.
Du hast recht. Es ist auch sehr unwissenschaftlich. Das ganze Leben verläuft unwissenschaftlich und wenig berechenbar. Die Menschen suchen Gewissheit, Planbarkeit, Sicherheit. Die einen gehen zum Wahrsager, anderen klammern sich an vermeintlich sichere wissenschaftliche Untersuchungen.


Dabei übersieht man gern dass eine der wichtigsten Angaben dabei die Anzahl der Probanten ist. Wissenschaft bezieht sich nicht auf den Einzelfall, sondern auf möglichst grosse Gruppen, wobei Einzelfälle erheblich abweichen können, und die Gesamtwertung durchaus vom Weltbild des Untersuchers beeinflusst werden kann.


Es irrt der Mensch, so lang er strebt.


Jöthe