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  • #1

ich komme aus dem Tief nicht raus

Hallo liebe forumbesucher,

ich befinde mich seit einem halben jahr in trennung und auch in scheidung.
Wir waren 4 Jahre ein paar, hatten leider eine sehr kurze Ehe von 6 monaten, einen 2 jährigen Sohn und mein Mann war von heut auf morgen weg und will die Scheidung. Warum wieso weshalb alles so gekommen ist, weiß ich leider so wirklich noch immer nicht.
Ich versuche seit der Trennung mein leben neu zu ordnen. dh wohnung suche, scheidung vollziehen, abstand gewinnen.....doch es holt mich immer wieder ein, wenn wir uns wegen unserem Sohn hören oder sehen. ich weine seit 6 monaten jeden tag, und wenns auch nur kurz ist, habe rund 20 kilo verloren und bin einfach so total traurig, das er uns verlassen hat. wir haben uns schon sehr viel beschimpft in der trennungszeit, auch betreffend der scheidung (unterhaltszahlungen). Wir versuchen jetzt nur das nötigste miteinader zu reden, zu besprechen. doch es klappt kaum. ich versuche immer wieder etwas über ihn herauszufinden. frage mich wieso warum. es bohrt sich wie ein wurm in meinem kopf herum. mein kind holt mich immer wieder aus dem tief raus, doch wenn es schläft, sitze ich lese, schaue fotos , höre musik und weine weine weine....ich bin so endlos traurig und enttäuscht. über alles, sein verhalten, seine eiseskälte......geht es jemanden hier genauso oder ging es jemanden so? was habt ihr gemacht? was dagegen unternommen?
 
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  • #2
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline!

Ich hatte bis jetzt nur "normale" Trennungen (ohne Scheidung, ohne Kind), habe jedes Mal 10kg abgenommen und habe auch viel geweint... Bei der ersten großen Trennung (10 Jahre Beziehung) ein ganzes Jahr gebraucht, darüber hinwegzukommen. Bei der zweiten gescheiterten Beziehung (3 Jahre) ein halbes Jahr.
Ich denke diese Traurigkeit ist ein ganz wichtiger Prozess der Verarbeitung.

Viele Menschen nehmen sich nicht die Zeit um den verlorenen Partner "zu trauern" und verarbeiten mE die Trennung auch nie richtig - das verfolgt sie dann in der nächsten Beziehung.

Mir hat erst gestern wieder jemand gesagt "Traurigkeit & Weinen - das ist so wichtig, denn auch wenn es schmerzt, es ist ein Zeichen von Lebendigkeit, dass du noch lebst, spürst und fühlst".

Du kannst Weinen, deine Traurigkeit zulassen und das gehört zum "Heilen" dazu.
Also bist du schon auf dem richtigen Weg (einfach ist der wirklich nicht).

Natürlich ist es kein Zustand, den man beibehalten möchte.
Er geht auch wieder vorbei.
Das weißt du denke ich auch.

Ich habe die Verarbeitung der Trennung stufenweise erlebt:
1. Phase: Verleugnung, nicht wahrhaben wollen, festklammern (es war doch alles so schön...)
2. Phase: Wut, Aggression (Warum???)
3. Phase: Traurigkeit (den Menschen, die Beziehung verloren zu haben, dass es nicht geklappt hat) und Dankbarkeit für das, was man hatte
Die Phasen haben sich bei mir zum Teil vermischt.

Jeder hat seine eigene Art/ Weg mit Trennungsschmerz umzugehen. Was mir geholfen hat war:
mein Hund (einfach nicht ganz alleine zu sein, durch den Hund gezwungen zu sein rauszugehen), meine Arbeit (Ablenkung), viel wichtiger noch: meine Familie und meine Freunde.
Sie waren wirklich für mich da - egal ob es nur darum ging, mir zuzuhören (habe mir den Schmerz von der Seele gesprochen sozusagen), mich zu umarmen, mich wieder aufzupäppeln (die haben mich zufällig sehr oft zum Essen eingeladen :) ) - einfach nur für mich da zu sein.

Professionelle Hilfe kann da auch nicht verkehrt sein - schwierig ist nur, die richtige Hilfe zu finden (also den passenden Therapeuten).

Einfach auch nicht das Ziel zu haben: mir MUSS es jetzt aber von jetzt auf gleich besser gehen.
Schritt für Schritt. Erst einmal die Ebene "ich habe denTag überlebt", dann
"ich habe den Tag einigermaßen überstanden", "ertragen" und allmählig wirst du wieder die Freude am Leben finden, lernen loszulassen.
Vergiss nie für dich zu sorgen.

Ich habe die "schlimme Trauer" überwunden - das kannst du auch - und danach wirst du merken, dass du auch ein großes Stück gewachsen bist.
Wenn ich ehrlich bin habe ich durch die Trennungen, durch den Schmerz gelernt, das Schöne umso mehr zu genießen. Lebe irgendwie intensiver seitdem.

Und irgendwo wartet auch auf dich der passende Partner, wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist.

Ich schicke dir eine virtuelle Umarmung, und hoffe sehr, dass du nicht aufgibst und bald Licht am Ende des Tunnels siehst!

LG Blanche
 
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  • #3
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von lulaline:
Hallo liebe forumbesucher,

ich befinde mich seit einem halben jahr in trennung und auch in scheidung.
Wir waren 4 Jahre ein paar, hatten leider eine sehr kurze Ehe von 6 monaten, einen 2 jährigen Sohn und mein Mann war von heut auf morgen weg und will die Scheidung. Warum wieso weshalb alles so gekommen ist, weiß ich leider so wirklich noch immer nicht.
Ich versuche seit der Trennung mein leben neu zu ordnen. dh wohnung suche, scheidung vollziehen, abstand gewinnen.....doch es holt mich immer wieder ein, wenn wir uns wegen unserem Sohn hören oder sehen. ich weine seit 6 monaten jeden tag, und wenns auch nur kurz ist, habe rund 20 kilo verloren und bin einfach so total traurig, das er uns verlassen hat. wir haben uns schon sehr viel beschimpft in der trennungszeit, auch betreffend der scheidung (unterhaltszahlungen). Wir versuchen jetzt nur das nötigste miteinader zu reden, zu besprechen. doch es klappt kaum. ich versuche immer wieder etwas über ihn herauszufinden. frage mich wieso warum. es bohrt sich wie ein wurm in meinem kopf herum. mein kind holt mich immer wieder aus dem tief raus, doch wenn es schläft, sitze ich lese, schaue fotos , höre musik und weine weine weine....ich bin so endlos traurig und enttäuscht. über alles, sein verhalten, seine eiseskälte......geht es jemanden hier genauso oder ging es jemanden so? was habt ihr gemacht? was dagegen unternommen?
Hallo lulaline....

Ganz wichtig ist, dass Du erst mal davon loskommst, nach dem WARUM zu fragen. Du wirst mit Sicherheit keine Antwort bekommen! Es wird schmerzen, Du wirst traurig sein und es wird lange dauern, bis Du diesen Schmerz verarbeitet hast. Aber wenn Du davon nicht loskommst, machst Du dich kaputt.

Ich habe eine Trennung hinter mit (verh. 14 Jahre, 8jährige Tochter). Ich weiß zwar die Gründe, aber das hat mir nicht viel geholfen. Ich habe - so wie Du - auch täglich geweint, war wütend, traurig. Irgendwann musst Du aber anfangen etwas für Dich zu tun, neue Pläne zu schmieden (auch für dein Kind), positiv in die Zukunft zu schauen. Nimm Dir professionelle Hilfe. Mir hat eine 'Trennungstherapie' geholfen, in der ich gelernt habe, mich wieder um mich selber zu kümmern und positiv in die Zukunft zu schauen.

Streit mit dem Ex bringt auch nichts. Geh' ihm aus dem Weg, soweit es möglich ist. Versuche diese negative Energie in positive umzuwandeln. Das bedeutet natürlich auch, dass man die Pobacken zusammenkneifen muss um aus dem Loch rauszukommen. Von alleine geht das nicht...

Du bist nicht alleine! Ich wünsche Dir viel Kraft, Energie und Glück. Gehe immer einen Schritt und dann den nächsten. Erwarte nicht, dass alles auf einmal klappt. Das 'heilen' braucht Zeit...

LG
Happysunshine
 
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  • #4
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Hallo liebe lulaline,

diese Gefühle kenne ich auch sehr gut.
Ich war in einer 7 jährigen Beziehung mit einer sehr schlimmen und schwierigen Trennung. Der Schmerz fühlt sich noch schlimmer an, wenn man nicht weiss, warum diese Situation überhaupt eingetreten ist. Für manche Fragen, gibt es nicht immer eine Antwort darauf. Dies zu akzeptieren hilft auch loslassen zu können. Mit einer Antwort würde man doch nur nach Lösungen suchen, die doch nur die Hoffnung nähren.

Ich habe mich auch immer gefragt, warum mein damaliger Partner, nach der gemeinsamen Zeit und der Liebe, der Höhen und Tiefen eiseskalt zu mir war. Verdient man nach dieser gemeinsamen Vergangenheit nichts besseres? Im nachhinein kann ich nur sagen: Sei froh, dass es so ist. Durch diese Kälte macht er es Dir einfacher loszulassen und ihn nicht mehr zu lieben. Eine Alternative wäre doch nur schmerzvoller und würde die Trennungszeit für Dich schwieriger machen. Ich denke, sobald genügend Zeit vergangen ist und der Trennungsschmerz vergangen ist, wird sich die Beziehung zwischen euch normalisieren.

Egal was die Gründe für seine Entscheidung waren, egal ob er sich neu verliebt hat, dich einfach nciht mehr liebt oder sonstiges: Ihr habt ein Kind gemeinsam und das Kind verdient zwei Eltern, die sich respektieren und miteinander auskommen sollten.

Zuletzt möchte ich Dir noch gerne meine berufliche Erfahrung mit Dir teilen.
Ich bin Juristin und habe einige Zeit im Familiengericht verbracht, viel Schmerz und Leid bei den ehemaligen Partnern und bei den Kindern gesehen.
Bei einer Trennung wird der Schmerz nciht gerecht verteilt. Eine leidet immer mehr als der andere. Und vor allem dann, wenn der andere eine neue Liebe gefunden hat, wurde der Schmerz und das Leid des Verlassenen auf dem Rücken des gemeinsamen Kindes, bewusst oder unbewisst, ausgetragen. Pass bitte auf dich auf. Weine, trauere aber finde einen Weg, seine Entscheidung zu akzeptieren, um gemeinsam vernünftig und in Freundschaft euer Kind zu erziehen.

Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen.

LGA
 
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  • #5
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Hallo lulaline,

die Zeit des Trauerns ist gut und wichtig. Sie sollte dich nur eines Tages wieder loslassen - oder du sie, wie man es nimmt.

Ich habe vor einiger Zeit einen Tipp in einem Buch gelesen: Suche dir ein Symbol für deine Liebe zu deinem Ex-Partner. Z. B. eine Pflanze, eine Kerze oder etwas anderes, das du täglich pflegen kannst. Denn deine Liebe zu ihm ist ja da, ob er nun weg ist oder nicht. Indem du dieses Symbol pflegst, kannst du deine Trauer verarbeiten und diese Arbeit wird mit der Zeit beendet sein.

Wichtig ist für dich: Deine Gefühle kannst du mithilfe des Symbols anerkennen, ihnen einen Platz zuweisen. Ich bin in einem ähnlichen Trauerprozess und habe mir dazu eine große Kerze ausgewählt.

Was mir noch geholfen hat: Ich war wütend, unendlich wütend, dass alles so kommen musste. Vor lauter Wut und Quälerei, die ich immer wieder betrieben habe, konnte ich mit der Trauerarbeit und dem Loslassen gar nicht erst beginnen. Erst ein spontanes, klärendes Gespräch mit ihm führte dazu, dass ich das Gute wieder wahrnehmen konnte. Meine Liebe zu ihm wieder sehen konnte. Jetzt tut es zwar etwas mehr weh, gleichzeitig weiß ich, dass dies die beste Voraussetzung ist, um ehrlich trauern zu können.

Es grüßt, Chillwoman
 
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  • #6
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline!

Ich bin kein Psychologe, aber ich habe aus meiner persönlichen Trauer über den Verlust meiner verstorbenen Frau ein paar Dinge über Trauer gelernt.

Erst einmal ist Weinen nicht falsch. Du sagst Du weinst jeden Tag, aber Du weinst kurz. Das ist gesund und wird Dir helfen.

Trauer ist nicht normiert. Weder in der Dauer, noch in der Art, wie wir damit umgehen. 6 Monate Trauer ist nicht pathologisch. Wenn Du in 6 Monaten immer noch genauso dastehst, wie heute, dann wäre es an der Zeit mal professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn Du glaubst, dass Dir das heute schon helfen wird, dann natürlich jetzt schon.

Geh laufen, laufen, laufen. Klingt komisch, aber hilft. Jeder Spaziergang, jedes Joggen, jede Wanderung hilft. Keine Ahnung warum, aber ist so. Ich habe es selbst ausprobiert, nachdem mir das in der Trauerberatung dringend ans Herz gelegt wurde. Angeblich tut das allen Menschen in Trauer gut und ist nicht eine individuelle "Therapie". Bei mir hat es sehr viel geholfen.

Lieben Gruß, gilead
 
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  • #7
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Grüße von "Sesam"

vielleicht müßte die Überschrift lauten: Ich komme aus der Trennungs- Phase nicht heraus.

Die sachliche Wirklichkeit ist aber, daß die Trennung bereits vollzogen ist.

so wie ich es lese, ist es ein innerer Vorgang, des nicht-loslassen-wollens. Das Stöbern in Fotos, Filmen und Erinnerungen verbunden mit dem Weinen kommt mir vor wie ein Süchtiger, der sich jeden Tag die Dosis gibt, aber jedem erzählt, daß er damit aufhören will...

Da könnte ich mich fragen: "was genau kann der "ex"- Partner noch tun, damit es mir besser gehen würde ?"

Wie könnte meine emotionale und sachliche Wirklichkeit verändert werden, wenn der Ex-Partner mir noch als "Ansprech-Partner" zur Verfügung steht ?

Die Fragen nach dem "warum" und die Antworten darauf, ändern leider nicht die Tatsache, daß es keine Liebe mehr gibt. Unser jeweiliges "sosein" ist der Grund, daß es keinen gemeinsamen Weg mehr gibt. Der "richtige" Partner kann nichts falsch machen.. aber den Fall haben wir eben jetzt nicht..
Es verhält sich im Eigentlichen so, als wäre der Partner gestorben, weil er aber noch lebt, wird die Endgültigkeit des Verlassens vom Kopf nicht anerkannt.

Auf der Gefühlsebene, könnten die Schäden, der Verlust von Vertrauen, die Heilung der kaputten Träume, die tiefe Zerissenheit des *wir* wohl kaum repariert werden. Ganz gleich was man für Bemühungen in die Welt bringt. Mit anderen Worten: das Brot ist zerbrochen, ein neues muß gebacken werden, das was war, kann man nicht wieder zusammenkleben, es bleibt in-zwei.

Denjenigen wollte man womöglich auch gar nicht mehr in der Nähe haben, woraus ich verdeutlichen möchte, daß ein gemeinsames Aufarbeiten mit Gründen und Erklärungen allenfalls den Verstand befriedigt. die Beziehung ist verdorben und das wird wohl so bleiben, weil jeder sein eigenes Fazit daraus hat. - man will das dann nicht mehr -

Meine Oma sagte: "'n geflickter Kittel ist'n geflickter Kittel"

Wenn da Liebe war, hätte es "so" nicht zuende gehen können. Also bleibt der Fakt: da war keine Liebe mehr. Schaue ich mir das aktuelle Verhalten an, fühle ich mich bestätigt: "ja, da ist keine Liebe mehr"

WAS um Himmelswillen, will ich dann noch davon ? - mir jeden Tag die Nadel setzen und weinen ?

Die Zeit und die Illusion eines perfekten Paares mag ja schön gewesen sein - ok - Loslassen was nicht glücklich macht und 'nächster Film'.

Vorgestern las ich in einem Profiltext: "mein Lieblingsbuch hat den Titel - halt's Maul, hör auf zu heulen und fang endlich an zu leben -

Ich war total *baff* als ich das las.. Ein Titel der sich wie ein gewaltiger Tritt in den Hintern anfühlt.. und das soll ein Lieblingsbuch sein ??

Weißt du was, ich werde mir das Buch bestellen, denn ich lebe seit Jahren in einer innerlich nicht losgelassenen Trennungs- Geschichte.. schade um die schönen Jahre, findest du nicht auch ?

~*
 
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  • #8
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline,

es tut mir sehr leid, was dir widerfahren ist. Du hast mein volles Mitgefühl. Ich habe auch eine sehr schmerzhafte Trennung hinter mir.

Ich möchte dir nur schreiben, dass das, was du durchmachst, ein für Trennungen "normaler" Prozess der Loslösung ist. Viele von uns haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Und bei den meisten ist es besser geworden.

Weinen ist völlig o.k., und wenn's zwanzig Mal am Tag ist. Das erleichtert immer etwas. Wenn du wütend bist, geh' raus, schreie, tobe dich aus, trommel mit den Fäusten auf den Rasen (ohne dich selbst zu verletzen). Wut gehört ebenso zum Trennungsprozess wie Trauer.

Und wenn immer möglich: Gehe RAUS an die Luft. Egal bei welchem Wetter, egal ob du nur "um den Block" gehst oder einen Halbmarathon läufst. Bewegen in der Natur hilft ungemein!

Wenn du jetzt keine Antworten von deinem Ex-Mann erhältst, lass' es bleiben und beschränke den Kontakt auf das Nötigste. Versuche nicht, ihn wiederzubekommen. Er ist weg und hat sich innerlich schon längst (wahrscheinlich schon viel länger als du denkst) von dir entfernt und gelöst.

Irgendwann einmal, wenn du die Trennung wirklich verinnerlicht hast, mag es die Chance auf ein Gespräch mit ihm geben, sodass du möglicherweise ein paar deiner Fragen beantwortet bekommst. Wenn du dann überhaupt noch Interesse daran hast.

Im Übrigen gibt es sehr gute Ratgeber im Taschenbuchformat (also nicht so teuer), wie man mit Trennung/Scheidung/Unterhalt umgehen kann.

Für dein Seelenheil gibt es eine sehr gute "Trennungsseite" im Internet. Dort sind sehr viele Leute, die genau das, was du gerade erlebst, auch aktuell erleben oder andere, die diesen Prozess bereits abgeschlossen haben und dir mit guten Tipps und Ratschlägen zur Seite stehen können.

Ich wünsche dir alles Gute, viel Kraft und Durchhaltevermögen. Denk' auch an die positiven "Dinge" im Leben: Dein Kind, deine Gesundheit, das kommende Leben, das dir noch so viel zu bieten hat. Deine Beziehung ist zu Ende, aber das ist nicht das Ende der Welt.

Es beginnt ein neuer Abschnitt. Vielleicht noch nicht in den nächsten Wochen. Aber er wird kommen. Und du gehst gestärkt und um eine wichtige Lebenserfahrung reicher (die du so natürlich nicht machen wolltest) aus dieser jetzigen Krise hervor.
 
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  • #9
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline,

Was Du durchmachst ist normal...heftig und normal! Es ist Trauer, rohe Trauer....Ich habe meinen Mann, mit dem ich 10 Jahre zusammen war, an Krebs verloren. Unser Sohn war damals knapp 1 Jahr alt und unsere Tochter 3 1/2. Und auch ich habe viele Monate Warum geweint! Zeitweise habe ich gleichzeitig gelacht und geweint! Nimm einfach Tag für Tag und lass alle Gedanken zu...auch wenn es eine Antwort auf diese Warum's gebe, so wäre unsere Frage immer noch berechtigt....warum ich?

Ich habe mal gelesen, wenn der Partner stirbt, dann verliert man das Vertrauen im Leben, wenn man und frau sich trennen muss, dann geht das Vertrauen in den eigenen Instinkten verloren... ABER es ist möglich wieder im Leben anzukommen, nicht mehr wie vorher, nie wieder so unbelastet vielleicht, aber auch stark und fröhlich und lebensbejahend...Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr!

Alles Gute Dir und deinem Kiddie!
 
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  • #10
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe lulaline,

Ich kann Dir nur folgendes sagen: auch wenn Du es Dir jetzt nicht vorstellen kannst, der Schmerz wird nachlassen. Bis es soweit ist, kann ich Dir nur das raten was auch schon mehrfach gesagt wurde:

Geh laufen oder spazieren. Lauf am Besten über das Feld wo Dich keiner sieht und hört und weine laut, schimpf mit Dir selbst, rede Dir laut gut zu.

Versuche einmal am Tag etwas nur für Dich zu tun. Es muss nicht viel sein, aber Du musst es allein für Dich tun. Am Besten ist, Du schreibst Dir auf was Du für Dich getan hast. Nach dem Motto: do more of what makes you happy

Versuch Dich abzulenken. Wenn Du abends dasitzt und die Trauer kommt, versuche etwas anderes zu tun. Das wird nicht immer klappen, denn Du wirst nicht immer die Kraft dazu haben, aber es wird Dir immer öfter gelingen. Lass ihm einfach nicht mehr so viel Platz in Deinen Gedanken.

Überleg Dir immer wieder was alles gut ist in Deinem Leben und was Dir erhalten bleibt. Überleg Dir auch einmal was Du gut an Dir selbst findest.

Gewinne Deine Souveränität wieder. Das ist ganz wichtig. Lass Dich nicht auf Diskussionen ein oder spioniere ihm hinterher. Zeig Größe, dann hast Du etwas auf das Du stolz sein kannst. Und meist ist das dann auch für Dein Kind besser.

Ich drück Dir die Daumen!
 
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  • #11
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Danke euch allen für die wirklich guten Antworten, die mir helfen, das ich mich selber bemühe, aus dem Tief heraus zu kommen.
 
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  • #12
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Du hast ja nun schon ganz viel hilfreiches gelesen und ich würde vieles wiederholen. Mir ist aufgefallen, dass dieser Prozess sehr schmerzhaft ist und deshalb schnellstmöglich vorbei sein soll. Da hat jeder sein eigenes Tempo und der der scheinbar schneller damit abschließen kann, ist nicht immer der glücklichere, denn oft wird der Schmerz nur verleugnet und Trost in anderen Armen gesucht. Von der Seelsorge weiß ich, dass die Trauer aus 7 Phasen besteht und das man, wenn man schon bei Phase 5 angekommen ist, sich plötzlich wieder in Phase 2 wieder findet.
Die Akzeptanz ist wichtig und heilsam, dabei spielt das "Warum"? nicht so eine große Rolle, denn dann mußt Du das "Darum" genauso akzeptieren. Die Trennung an-sich muß akzeptiert und beweint werden.
Du hast jetzt keine gute Zeit und die wird auch noch eine Weile dauern.
Ich würde Dir empfehlen, jemanden zu suchen der Dich begleiten und vor eventuellen Fehlern bewahren kann. Auch Dein Mann wird Phasen durchlaufen. Wenn er in der Phase ist, seinen Entschluß zu hinterfragen, wird er Dir weh tun und dich verunsichern und vielleicht falsche Hoffnungen wecken- das macht er dann aber nicht unbedingt in böser Absicht.
Derjenige der geht, ist aber auch nicht glücklich. Er ist aber auch nicht glücklich wenn er bleibt.
Ich habe das alles durch. Mein Mann hat die Familie nach 17 Jahren verlassen obwohl wir erst zwei Jahre davor geheiratet haben. Ich habe lange gebraucht und habe mich professionell begleiten lassen. Es ist gut wenn man jemanden hat, den man was vollheulen kann, den man immer mit dem gleichen Thema nerven kann- solange wie es dauert, der auch mal schützt und nicht wieder geht. Dabei ist es gut wenn diese Person kein Freund oder Familienmitglied ist. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und viel Kraft.
Übrigens- bei der Frage: wie man trotzdem gute Eltern bleiben oder werden kann, können Dir Erziehungsberatungsstellen
gute Dienste leisten.
Susann
 
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  • #13
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

dieses warum, wieso geht die ganze zeit in meinem kopf umher. es windet sich wie ein wurm. noch nie hatte ich so sehr zu kämpfen. vorallem tut es mir wegen unserem kleinen sohn (2 jahre) so sehr leid, das sein vater gegangen ist. es mag komisch klingen - doch bis heute habe ich keine antwort, keine erklärung, was ihn zu diesem schritt - ohne sich noch einmal umzudrehen- bewegt hat. heute, ein halbes jahr nach der trennung, und mitten in der scheidung reden wir nur über unser kind, es gibt kein anderes thema - wenn sind es nur anfeindungen, vorwürfe, wut, hass, trauer meinerseits. ich kann ihn nicht ansehen, ohne mich umzudrehen und zu weinen, weil er mir - trotz allem was er mir angetan hat, gegangen ist.
ich gehe nun in elternberatung, da ich auch angst habe, das sich die trennung auf die psyche unseres kindes irgendwie auswirkt. er ist gerade ziemlich grantig, haut und beisst. vielleicht aber auch nur eine phase der entwicklung?
 
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  • #14
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Ich kann das mit dem "warum" so gut nachvollziehen.
Zum Teil findet man die Antworten erst nach langer Zeit (also manchmal auch wirklich erst Jahre später) - zum Teil gibt es keine befriedigende Antwort (es wird dir keiner sagen können, ob du das "Warum" jemals verstehen kannst. )
"Es hat nicht sollen sein" - hach - das ist so schwer zu akzeptieren.

Kleinkinder (2 - 3 Jahren) haben durchaus öfters eine schwierige Phase. Kann natürlich auch mit der Trennung zu tun haben.
Mach dir da aber keine Vorwürfe - es ist so - du machst das beste daraus.
Du sorgst für dich, holst dir sogar Hilfe - ich denke, du bist auf dem richtigen Weg.

Und - naja - wenn sich 2 Menschen einst geliebt haben - sogar geheiratet haben, ein Kind gemeinsam haben - und es doch nicht funktioniert... Ist doch klar, dass man sich das anders gewünscht hätte.
Und das tut nochmal "extra" weh - die Erkenntnis - ich wollte das so nicht, aber es ist trotzdem so gekommen.
Und ich konnte es nicht verhindern bzw. hatte nicht mal die Chance es zu verhindern.

Ich wünsche dir nochmal viel Kraft liebe Lulaline!

LG Blanche
 
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  • #15
AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von lulaline:
vorallem tut es mir wegen unserem kleinen sohn (2 jahre) so sehr leid, das sein vater gegangen ist.
Kurz darauf bemerkst du, klagend:
und mitten in der scheidung reden wir nur über unser kind, es gibt kein anderes thema - wenn sind es nur anfeindungen, vorwürfe, wut, hass, trauer meinerseits. ich kann ihn nicht ansehen, ohne mich umzudrehen und zu weinen, weil er mir - trotz allem was er mir angetan hat, gegangen ist.