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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. patrick008
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    Ich möchte um eure Hilfe bitten!

    Hallo!
    Ich möchte um euren Rat bitten. Ich habe hier vor einiger Zeit eine Frau (Ü50) kennengelernt, sie lebt im näheren Umkreis. Daraus ist zumindest schon eine Freundschaft entstanden. Vor wenigen Tagen wurde ihr gekündigt, was bei ihr verständlicherweise einen Schock ausgelöst hat. Vielleicht ist das für euch von Bedeutung: Für sie kam die Kündigung völlig überraschend, für mich hingegen nicht. Ich kenne ihre Ex-Chefin und es ist bekannt, dass sie ihre Mitarbeiter/innen bis zur völligen physischen wie auch psychischen Erschöpfung ausnutzt. Wenn diese dann nicht mehr ihre Leistung bringen (können), wird ihnen gekündigt. Leider, leider habe ich sie erst kennengelernt, als sie schon für das Unternehmen tätig war. Ansonsten hätte ich sie wenigstens eindringlich davor gewarnt, diese Stelle anzunehmen. Als bei ihr die ersten Erschöpfungssymptome auftraten habe ich versucht, ihr die möglichen Konsequenzen zu verdeutlichen. Womöglich war ich da nicht deutlich genug... Habe ich an dieser Stelle etwa einen Fehler gemacht?
    Ich habe ihr jede erdenkliche Hilfe angeboten, welche sie bislang nicht annehmen möchte. Einerseits habe ich sie als Frau kennengelernt, die sich überaus schwer tut, fremde Hilfe anzunehmen. Andererseits vermute ich, dass das eine der Phasen ist, um die Kündigung zu verarbeiten. Gestern hat sie mir eine Nachricht geschrieben, die ich so deute, dass sie vorerst einfach nur ihre Ruhe haben will. Sie will sich aber in jedem Fall wieder bei mir melden, sobald ihr danach ist. Jetzt fühle ich mich, als säße ich zwischen zwei Stühlen. Natürlich möchte ich ihren Wunsch respektieren, demgegenüber möchte ich den Kontakt auch nicht zu lange unterbrechen lassen. Wisst ihr einen Rat, wie ich da vorgehen soll? Soll ich, wenn vielleicht auch in größeren Zeitabständen als bisher, trotzdem weiterhin den Kontakt mit ihr suchen?


    Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit wie auch alle eure Kommentare!
    Patrick
     
    09.04.2019 #1
  2. IMHO
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    Nein, sie ist erwachsen und kann selbst entscheiden. Du hast darauf hingewiesen und ihr somit entsprechende Ratschläge gegeben.
    Siehe oben. Sie ist erwachsen. Du hast ihr viel Hilfe angeboten. Wenn sie sich entscheidet, diese nicht anzunehmen, ist das ihr Wille. Wenn sie versucht, auf diese (ihre) Weise mit der Situation umzugehen, ist das ihre Entscheidung, die du respektieren solltest.
    Sicherlich kannst du dich ab und zu mal melden und dich nach Ihrem Befinden erkundigen, allerdings ist zu häufiges, als "aufdringlich" empfindbare Kontaktaufnahme zu vermeiden.
    Es erfordert deinerseits sicherlich einige Geduld, aber so, wie ich das hier lese, wird sie, wenn sie den Kopf wieder etwas freier hat, sich wieder melden.
    Euch viel Glück.
     
    09.04.2019 #2
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  3. lisalustig
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    Eine Kündigung mit Ü50 ist schon ein besonders harter Schlag. Es geht schließlich um die Existenz. Insofern ist nachvollziehbar, dass sie sich erstmal zurückzieht, die Sache verarbeiten und nachdenken muss. Ihr kennt Euch eben noch nicht so lange, was wohl auch der Grund ist, dass sie Deine Hilfe nicht gut annehmen kann. Vielleicht schreibst Du ihr nochmal, dass Du für sie da bist, wann immer sie Dich braucht. Und lässt sie dann mal 2-3 Wochen in Ruhe. Danach würd ich mich wieder melden und nachfragen. Und dann neu entscheiden, ob und wie es weitergehen kann.
     
    09.04.2019 #3
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  4. luckilucki
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    Ich war in einer ähnlichen Situation. Ich habe die Dame aber nicht mit Ratschlägen genervt.
    Wenn jemand Abstand braucht, dann gib ihm den Abstand. Jeder, also hier die Frau, der nicht von alleine kommt, wird dir keine Freude bringen. Mein Marketing-Professor hat gesagt: "Alles, was mit "Gewalt", erreicht wird, muss auch mit Gewalt aufrecht erhalten werden."
    Am Ende bist du noch der Depp, weil sie ja eigentlich nicht wollte, du aber so lange genervt hast, bis sie mit dir zusammen ging.
    Jeder Mensch hat einen freien Willen, sie auch. Lass sie!
    Stattdessen solltest du versuchen, weiterhin ein glückliches Leben zu führen und offen zu sein für alles, das sich ergeben könnte.
    Vergiss auch nicht, dass du dadurch Stärke und Selbstsicherheit ausstrahlst. Das wirkt anziehend. Eventuell auch noch auf andere Frauen.
    usw.. bla bla bla ....
     
    09.04.2019 #4
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  5. Hallo @patrick008
    Es ist ja lieb von dir, dass du ihr helfen möchtest. Aber bedenke, dass eine Beziehung zwischen einem Helfer und einem, von dem der Helfer denkt, er hätte Hilfe nötig, keine ausgewogene, ebenbürtige ist. Wenn sie eine kluge Frau ist oder ein gutes Gespür für Beziehungen hat, dann möchte sie das nicht, und vielleicht besonders dann nicht, wenn sie sich mit dir mehr vorstellen könnte.

    An deiner Stelle würde ich mir als Erstes überlegen, weshalb du unbedingt helfen willst. Brauchst du vielleicht Bestätigung als Helfer? Oder bist du in einer Beziehung lieber der Starke? Oder kannst du es nicht aushalten, wenn jemand anders ein Problem hat und du nichts dagegen tust? Fühlst du dich gerne übertrieben verantwortlich? Kannst du andere sich selbst sein lassen? Hast du eventuell sogar ein schlechtes Gewissen, weil du sie nicht deutlicher gewarnt hast? Etc.

    Und dann würde ich sicher ihr Bedürfnis nach Ruhe eine Weile respektieren und dann irgendwann (je nach Resultat deines Nachdenkens) fragen - natürlich ohne aufdringlich zu sein -, ob sie vielleicht mal mit dir ins Kino oder irgendwo etwas essen oder einen Ausflug machen möchte (dies sind nur Beispiele, du weisst wohl besser, was ihr Freude machen würde). Ich kann mir vorstellen, dass es ihr gut täte, wenn sie spüren könnte, dass du ihr zutraust, ihre Probleme selbst zu lösen, und vielleicht wäre es ihr lieber, zusammen etwas zu unternehmen und eine schöne Zeit zu verbringen, als die ganze Zeit ihre Probleme zu wälzen, die sie wohl schon dann zur Genüge belasten, wenn sie allein ist. Ich würde ihr eher nur dann helfen, wenn sie danach fragen würde. Eventuell könntest du ihr sagen, dass sie (jederzeit? überleg dir das aber gut) um Hilfe fragen darf, wenn sie möchte, dass du aber auch verstehen kannst, wenn sie es nicht möchte, und dass du dies nicht mehr von dir aus ansprechen willst. Je nachdem, wieviel und wie tiefgründig ihr in eurer Freundschaft Gespräche führt und was du bei deinem Nachdenken über dich und die Situation herausgefunden hast, könntest du auch in einem gut passenden Moment erzählen, dass du dir Gedanken darüber gemacht hast, dass du ihr eventuell zu stark helfen wolltest. Ich würde aber auf jeden Fall sorgsam sein, ihre Reaktion beachten und ihr nichts aufdrängen.

    Viel Glück!
     
    09.04.2019 #5
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  6. Vielleicht schämt sie sich auch. Umso wichtiger, dass du sie akzeptierst, wie sie ist, und auch respektierst, was sie möchte.
     
    10.04.2019 #6
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  7. Julianna
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    Hallo Patrick,
    ich kann dir leider nicht bei deiner Entscheidung helfen, was du am besten machen könnest bzw. wie du mit der Situation umgehen kannst.

    Doch möchte ich dir sagen (schreiben), dass ich es ganz großartig finde, wie sehr du gedanklich und emotional involviert bist und wie sehr du dich für sie interessierst. Ich finde es schön zu lesen, dass du die Situation gut einschätzen kannst. Du scheinst ein wirklich empathischer Mensch zu sein.

    Ich hoffe, sie weiß das auch und wird sich darauf besinnen, was sie für einen netten und empathischen Mann kennengelernt hat.

    Sollte sie in eine leichte Depression rutschen (was nicht ungewöhnlich ist in solchen Lebenslagen), so wird sie sich vielleicht trotzdem darüber freuen, wenn du nicht den Kontakt vernachlässigst, sondern immer wieder kleine Treffen vereinbarst. Vielleicht möchte sie nicht darüber reden (im Moment) also könntest du dich darauf fokussieren, sie eher abzulenken. Statt "Essen-gehen" oder "Kaffee-Trinken" (was immer mit face-to-face Gesprächen verbunden ist), könntest du sie zur Abwechselung bei schönem Sonnenwetter auch mal in den Zoo einladen und dort einen Spatziergang mit ihr machen. Oder andere Aktivitäten, bei denen man nicht "sitzt" sondern in Bewegung ist und gleichzeitig Ablenkung hat. Wenn das "Gemüt" oder sie "Stimmung" allgemein bedrückt ist, dann braucht es Freunde und/oder Familie, die einen immer wieder "rauslocken" an die frische Luft. Bewegung, Sonne, Tageslicht, im Grünen sein und Aktivität helfen ihr da bestimmt, diese Lebensphase gut zu meistern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10.04.2019
    10.04.2019 #7
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  8. Julianna
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    puhh ...

    warum psychologisierst du ?... unabhängig sein bedeutet, so frei zu sein, auf den anderen zuzugehen und ihn zu stützen und einfach "da zu sein". Wer wirklich unabhängig ist, hat diesbezüglich keine Ängste.
    Finde diesen deinen Absatz irgendwie unpassend.
    Sagt vielleicht mehr über dich aus, als über den TS?

    Das sehe ich auch so.

    Das sehe ich nicht so.
    Viele Menschen haben ein Problem damit, um Hilfe zu bitten. Unsere Gesellschaft ist einzelgängerisch geworden. Wer das, wie ich, nicht gut heißt, sollte dem etwas entgegensetzen - auf kleiner Ebene (in Freundschaften, Familie und Partnerschaft) - aber auch im größeren Kontext sozial agieren und Ansprechpartner sein. Ignoranten gibt es schon genug auf dieser Welt. Und so jemanden möchte man bestimmt nicht in einer Partnerschaft an seiner Seite haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10.04.2019
    10.04.2019 #8
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  9. @Julianna
    Andere unterstützten, wo dies gewünscht ist, ist sicher etwas Schönes, und die Offenheit zu pflegen, dies erkennen zu können, ist etwas Wunderbares. Dagegen habe ich gar nichts, im Gegenteil.
    Aber es gibt auch das Problem, dass nicht jeder dasselbe hilfreich findet, und ausserdem gibt es im Inneren der Menschen eine Weisheit, die uns besser leiten kann/könnte, als jeder andere. Jeder Mensch ist unterschiedlich, hat andere Erfahrungen und Bedürfnisse. Deshalb gibt es auch manchmal eine ganz andere Reihenfolge der nötigen Schritte als dass diese von aussen offensichtlich scheinen. Hilfe aufgedrängt zu bekommen, ist entwürdigend. Manchmal braucht man ausserdem erst mal Ruhe und vielleicht auch die Möglichkeit, seiner Trauer und Enttäuschung Raum zu geben, bevor man neue Schritte unternimmt. Und last but not least: Jeder fühlt sich am Ende besser, wenn er den Eindruck hat, seine Probleme selbst bewältigt und Hindernisse aus eigener Kraft aus dem Weg geräumt zu haben. Das stärkt, gibt Kraft und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
     
    11.04.2019 #9
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  10. patrick008
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    @lisalustig, @*Andrea*, @Julianna, @IMHO, @luckilucki, vielen Dank für eure Rückmeldungen!
    Ich habe nicht vor, dieser Frau meine Hilfe aufzudrängen. Ich habe ihr signalisiert, dass sie auf mich zählen kann, falls(!) sie meine Unterstützung in Anspruch nehmen möchte. Alles Weitere ist ihre Entscheidung. Ich vermute, dass es ihr deshalb schwer fällt fremde Hilfe anzunehmen, weil sie in ihrer Vergangenheit "die Starke" sein musste. Sowohl ihr Ex-Mann wie auch dessen Nachfolger waren sehr unzuverlässig. Deshalb will sie wohl auch in der gegenwärtigen Situation keine Schwäche zeigen, zumindest nach außen hin. Da heißt es jetzt, Fingerspitzengefühl zu haben. Weil ich mir einfach unsicher bin, was ist zu viel, was zu wenig, ab wann werde ich vielleicht sogar aufdringlich, sind eure Beiträge eine wichtige Richtschnur für mich!

    @Julianna
    Herzlichen Dank für dein überaus nettes Kompliment. Es macht mich fast schon etwas verlegen...

    @IMHO, @luckilucki
    Ab wann ist man aufdringlich beziehungsweise wird man nervig. Sehr schwierig zu entscheiden, weil im Einzelfall immer unterschiedlich. Danke für eure Anmerkungen hierzu!

    @lisalustig
    Ein ganz wichtiger Aspekt, den du da ansprichst. Daran habe ich bis dahin gar nicht gedacht, danke dafür!!! Ebenso für die genannte Zeitspanne von zwei, drei Wochen bis zu einer neuerlichen Kontaktaufnahme, denn genau dafür fehlte mir das richtige Gespür!

    @*Andrea*
    Ich denke, ich habe bislang in noch keinem Fall ein Helfersyndrom entwickelt. Zum Glück habe ich anscheinend noch immer das richtige Maß gefunden. Deine Ausführungen sind hilfreich für mich, ich weiß das zu schätzen!

    @*Andrea*, @Julianna
    Danke für diese Tipps. Eigentlich selbstverständlich, aber im Eifer des Gefechts vergisst man das leicht. So durchaus auch ich. Finde ich wirklich prima, dass ihr mich daran erinnert!

    Viele Grüße, Patrick
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.04.2019
    11.04.2019 #10
    Flora49 und *Andrea* gefällt das.
  11. luckilucki
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    "Ab wann ist man aufdringlich beziehungsweise wird man nervig. Sehr schwierig zu entscheiden, weil im Einzelfall immer unterschiedlich. Danke für eure Anmerkungen hierzu!"

    Das ist eben die Kunst!
    Du kannst es nicht richtig machen ;)
     
    11.04.2019 #11
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  12. IMHO
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    Na ja, ich denke so im Abstand von 4-5 Tagen darf man schon mal einen schönen (stressfreien) Tag wünschen. Ich würde dabei das "Problemthema" tunlichst nicht erwähnen - ebenso auf die Wiederholung deines Hilfeangebotes verzichten. Aber das ist grundsätzlich eine Gratwanderung. Du kennst die Frau besser als ich. Auch an eine solche "Frequenz" muss man sich herantasten, wobei ich in dieser speziellen Situation eher "seltener" als besser einschätzen würde.
     
    11.04.2019 #12
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  13. SchöneHelena
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    Akzeptiere ihren den Wunsch WIRKLICH. Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck du tust das nicht. Dein Bedürfnis ist den Kontakt möglichst ununterbrochen aufrecht zu halten. Das will sie klar nicht, wie du selber merkst, braucht sie Zeit um die beruflichen Schwierigkeit zu verarbeiten. Also wenn du dich wirklich um sie kümmern willst, dann akzeptier das, punkt. "Ich akzeptiere...aber ich will es doch anders haben" ist nicht "akzeptieren".
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.05.2019
    05.05.2019 #13
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  14. Xeshra
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    Ich würde aufblühen, denn sie kriegt was besseres als die niedere Existenz: Liebe.
     
    05.05.2019 #14
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  15. lisalustig
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    06.05.2019 #15
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