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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. woobwoob
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    Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Gelegentlich neige ich dazu, (innerlich) darüber zu jammern, wie doof das Leben ohne Partner ist und manchmal denke ich auch, dass da nie mehr jemand passendes auftaucht.
    Und dann sehe ich Menschen, denen es wirklich schlecht geht, und schäme mich für mein Gejammere.
    Das bringt mich zu meiner Frage: Was tut ihr für andere? Engagiert ihr euch ehrenamtlich? Wie?
    Mir fehlt das Gefühl, etwas wirklich sinnvolles getan zu haben. Mein Job macht Spaß, mein Leben ist bunt, und mein Freundeskreis unbezahlbar.
    Aber was könnte ich für andere tun?
    Grüne Tante im Krankenhaus? Leute im Altenheim besuchen? Hospizarbeit?
    Was tut ihr in dieser Beziehung und warum bedeutet es euch etwas?
     
    16.03.2013 #1
  2. AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Also, als ich noch mehr Zeit hatte, habe ich an einer Grundschule ausgeholfen.
    Jetzt geht das nicht, dafür verschenke ich git erhaltene Anziehsachen oder verschicke diese. Spielsachen bringe ich mit den Kids gemeinsam in ein Kinderheim. Davor sortieren wir gemeinsam aus.
    Beruflich helfe ich jeden Tag.
    Ich möchte dir sagen, dass Hospitzarbeit nicht für jeden geeignet ist. Überlege es dir genau, bist du psychisch so stark? Kannst du dir vorstellen, einen Menschen eine Zeitlang zu begleiten und ihn dann gehen zu lassen? Ich meine es nicht böse, aber es kann einen an seine enzen bringen und nicht jeder kann damit gut umgehen. Ich persönlich werde oft mit dem Tod konfrontiert. Und trotzdem ist es keine Routine. Hospitzarbeit ist denoch schön genauso wie Menschen in einer Paliativstation zu besuchen. Ein Lächeln seitens des Patienten macht alles wieder “gut“.
    Wenn du nicht damit umgehen könntest, so würde ich dir eher ein Altenheim empfehlen. Spielenachmittage, Spaziergänge oder nur Unterhaltungen tun den Bewohnern gut. Oder was manche Grundschulen anbieten, Lesenachhilfe zum Beispiel. Du gibst kostenlose Nachhilfe. Es gibt viele Möglichkeiten anderen zu helfen und auch ohne Geld. Wenn ich z.B. Obdachlose sehe, dann schmeisse ich kein Geld rein. Ich frage eher, ob sie was Essen wollen und glaube mir, dass ich oft ein “Nein“ gehört habe.
     
    16.03.2013 #2
  3. ChickenGeorge
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    ich mache mit bei der Profilberatung und hoffe damit anderen etwas Gutes zu tun.
     
    16.03.2013 #3
  4. Schreiberin
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    :))))
    Sehr lustig !!! Wenn das mal nicht Arbeit am Bedürftigen ist !!!!!! :)
     
    16.03.2013 #4
  5. Schreiberin
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    @woobwoob

    Ich glaube, du schmeißt da was durcheinander.
    Über das Alleinsein klagen betrifft das persönliche Glück. Da darf man ruhig mal leiden, auch abgrundtief.
    Das muss ja nicht gleich heißen, dass man der ärmste Mensch der Welt ist. Und du klagst sicher nicht über dein Elend, wenn du mit Freunden zusammen bist, die gerade ihren Job verloren oder eine Krebsdiagnose bekommen haben (äh... nicht, dass das das Gleiche wäre...).

    Für sich festzustellen, dass man sich gerne für andere engagieren möchte, ist eine schöne Sache und es gibt sicher Betätigungsfelder noch und nöcher. Ich habe mal im Tierheim Hunde ausgeführt - die sind immer dankbar und das ist zeitlich sehr flexibel.
    Selbst in meinem Kaff gibt es einen Verein für ehrenamtliche Arbeit - wenn man sich engagieren will, kann man sich da melden und es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, auch jede Schattierung an Verbindlichkeit. zeitlichem Aufwand und Abwechslung.
    Ich selber mache momentan nichts weiter ehrenamtlich - bin beruflich schon mehr als genug psycho-sozial eingespannt, mehr geht nicht...
     
    16.03.2013 #5
  6. Else
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Ich kann mir ein Leben ohne Engagement eigentlich nicht vorstellen.
    Ich engagiere mich im Beruf, aber auch darüber hinaus. Dabei unterliegen meine Engagementfelder einem Wandel. Mich bewegt dabei vordergründig ein Sachinteresse, aber ich habe auch persönlichen "Gewinn" davon.

    Zur Frage, wer sich ehrenamtlich engagiert, aus welchen Motiven und mit welchem Nutzen:
    www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Pdf-Anlagen/freiwilligen-survey-langfassung,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf
     
    16.03.2013 #6
  7. AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    @Schreiberin:
    Hier in meiner Stadt musst du ein zahlendes Mitglied im Tierheim sein um mit Hunden gassi gehen zu dürfen. Das finde ich schade, denn ansonsten würde ich es mal am WE mit den Kinsern gemeinsam tun. Zumal sie sich einen Hund wünschen, aber ich habe die Zeit dafür nicht und Hunde sind hier verboten.
     
    16.03.2013 #7
  8. anaj
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Ich unterstütze Freunde, die ehrenamtlich für eine Hilfsorgansion arbeiten. Leider kann ich mich aus Zeitgründen nur begrenzt engagieren. Ich nehme somit nur an ausgewählten Projekten teil, aber es macht mir sehr viel Spaß, ich glaube an die Sache und ich kann diese Aktionen mit einem Besuch in der Heimat verbinden.

    Dieses Engagement hat allerdings nichts mit meinem Single-Status zu tun.
     
    16.03.2013 #8
  9. Schreiberin
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Wie blöd.
    Alternativ könnte man vielleicht über einen Tierarzt herauskriegen, ob es irgendwelche ältere Hundebesitzer gibt, die mit dem Gassigehen nicht mehr klarkommen und gerne Unterstützung hätten.
     
    16.03.2013 #9
  10. AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Danke Schreiberin, dass ist eine gute Idee.
     
    16.03.2013 #10
  11. SineNomine
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Auch ich musste, als ich das lass, kurz schmunzeln --- um dann zu merken, dass das im Grunde eigentlich genau meine Art von Engagement ist: Ich „suche“ mir nichts, ich bringe mich dort ein, wo ich gerade bin. Während des Studiums vor allem durch Mitarbeit in den Gremien und Organen von Hochschule und Studierendenschaft, heute oft in Form von eher unscheinbaren alltäglichen Kleinigkeiten, ein wenig Mathenachhilfe hier, ein behobenes Computerproblem da, einem Sonntag als Wahlhelfer oder ab und an einer Demonstrationsteilnahme wenn es mir nötig erscheint. Große Gesten und das „Wohltäter—Foto“ für die Lokalzeitung überlasse ich gerne anderen.

    Die Art des Engagements habe ich vermutlich von meinen Eltern „geerbt“. Wenn es irgendwo in ihrem Umfeld, egal ob im Kindergarten oder der Schule oder beim Hausbau zusammen mit neun anderen Familien als Gruppe, gemeinschaftliche Arbeiten zu erledigen gab waren sie immer dabei. Eher selten in vorderster Front, oft eher im Hintergrund, aber immer so, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag für die Gemeinschaft geleistet haben.

    Die Frage warum mir diese Form des Engagements etwas bedeutet ist interessant.
    Das hat zunächst sicher etwas mit dem Wertesystem zu tun, welches ich vermittelt bekommen habe. Ich halte „Gemeinschaft“, egal ob nun als Paar, als Familie, als Schule, als Stadtteil oder im Zweifel als „Europa“, für einen Wert an sich, für etwas, für das sich Engagement lohnt. Ich habe mich ob meiner Sozialisation immer als Teil von Gemeinschaften gesehen und nie als eine Art Einzelkämpfer. Und Gemeinschaften funktionieren nun mal nur dann, wenn alle, jeder da wo er gerade ist und so gut er gerade kann, gemeinsam etwas schaffen. Und ich habe immer wieder erlebt, dass gerade gemeinsames Arbeiten, Arbeit mit und für eine Gemeinschaft, auch dann wenn es mal stressig und hart war, eine Menge Spaß gemacht hat. Und dass sich zusammen weit mehr erreichen lässt als die Summe dessen was jeder einzeln für sich hätte erreichen können.

    Die etwas verkopftere Erklärung ist die, dass der Mensch schlicht ein soziales, ein auf das Leben in Gemeinschaften ausgerichtetes, Wesen ist. Und zwar nicht aus Altruismus, sondern im Kern aus reinem Egoismus heraus. Alleine, als Individuum, ist homo sapiens schlicht viel zu schwach, zu langsam, zu blind, zu taub und zu ungeschickt um sich dauerhaft gegen die Natur in all ihren Erscheinungsformen behaupten zu können. Erst durch die Bildung von Gemeinschaften, durch komplexe Sozialstrukturen und arbeitsteiliges Handeln, können wir uns eine Umgebung schaffen in der wir halbwegs sicher leben können. Wir alle brauchen also Gemeinschaften zum sicheren Überleben, und ich denke, dass diese Erkenntnis tief in uns „einprogrammiert“ ist. In der Folge sind viele von uns bereit auch etwas für konkrete Gemeinschaften zu tun. Nicht, weil wir alle so gute und tolle Menschen sind, sondern weil tief in uns ein Code schlummert, der ganz grob „Wenn Du jetzt der alten Frau mit ihrem Koffer aus dem Zug hilfst, dann hilft Dir in 30 Jahren vielleicht auch mal jemand“ lautet, der die Hoffnung symbolisiert, dass wir das, was wir in die Gemeinschaft investieren irgendwann auf irgendeine Weise, mitunter mit Gewinn, zurückerhalten werden.
     
    16.03.2013 #11
  12. Polly
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    @woobwoob
    Man darf auch mal jammern. Die Mütze rutscht schon mal tief. Dann wieder auftauchen, ist wichtig. Kannst du dir dein Gejammer verzeihen?
    Wie wäre es z. B. mit einem Einkaufsservice für ältere oder kranke Menschen? Ist über caritative Einrichtungen sicher in Erfahrung zu bringen. Hast du Talente und Begabungen, die vielleicht schlummern? Die geweckt werden wollen und vielleicht ergibt sich daraus schon eine Idee.
    Mir schimmert hier die Sinnfrage an sich durch.

    Viel Glück wünsche ich dir :)

    P.S.: Ich bin für eine Hilfsorganisation tätig. Einer älteren Dame sage ich gerne mal "Hallo". Sie freut sich riesig und ist sooo dankbar, dass an sie gedacht wird. Sie ist selber sozial sehr aktiv.
     
    16.03.2013 #12
  13. AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Ich arbeite in einem Beruf, in dem ich derzeit ca. 10 Stunden am Tag für Andere da bin. Natürlich habe ich selbst einen großen Benefit davon. Aber ich merke, daß ich im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo ich ausschliesslich Mutter und Hausfrau war und recht viel Engagemeint ausserhalb meines engeren eigenen Umfelds gezeigt habe, derzeit nicht den Hauch einer Ressource für weiteres Engagement für andere Menschen in mir spüre. Ich muß schauen, wie ich mich in meiner verbleibenden Zeit selber pflegen kann.
     
    16.03.2013 #13
  14. Mathilda
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Quer-Beet-Gedanken dazu....(von mir auf die Frage als solches geschlossen / also von MIR ausgehend)

    - Hast du ein schlechtes Gewissen, dass es dir äußerlich gut geht?
    (Hirschhausen: "Ist nur ein schlechtes Gewissen, ein gutes Gewissen?")
    - Bereichernde Erkenntnis, dass es dir äußerlich gut geht.
    - Was tust du für dich selbst, dass es dir innerlich gut geht? Gönnst dir was? Bist du es dir selbst wert?
    - Anerkennung durch Dritte, anstatt dir selbst auf die Schulter zu klopfen?

    Ja, gähn, hab ich alles mal in einem AOK-bezahlten-Kurs um die Ohren gehauen bekommen ;-)

    Wenn du anschließend immer noch innere Leere (?) verspürst und Kapazitäten frei hast,
    joa, dann hau rein! Da gibts so viele Menschen, die.....
    Ein Geschäft - in der Hoffnung, dass du kein schlechtes Gewissen hast -
    deren Not gegen Anerkennung für dich.
    Hört sich negativ an, ist es nicht, es ist legitim.
     
    16.03.2013 #14
  15. faraway
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    AW: Jammern auf hohem Niveau - was tut ihr für andere?

    Mit 50 (vor ein paar Jährchen) kam ich zur (vernünftigen) Einsicht, dass ich nicht mehr nur gratis arbeiten kann, so sehr mich ein Projekt auch interessiert., geschweige denn, dieses auch noch noch mitzufinanzieren.(diesbezüglich hab ich, ohne falsche Arroganz, viel getan) Es geht nicht mehr. Inwieweit die Globalisierung daran schuld ist, weiss ich nicht, ich weiss nur, dass ich es mir nicht mehr leisten kann.
    Gottseidank hat mein Sohn jetzt ein wohlverdientes Stipendium- hurrah. Wahrscheinlich ist er "leistungsvorgeprägt"... hahaha.
    Mein eigener Leistungsbaum trägt Früchte (im Gegensatz zu meinem Pflaumenbaum, obwohl mich diese Früchte auch nicht materiell ernähren, aber es war ideologisch doch nicht umsonst, was mich wiederum nährt)
    Wenn ich an Alter und Tod denke, denke ich an einen weis(s)en Elefanten.
    Ich hoffe, ich darf diskret und würdevoll gehen, wenn die Zeit reif ist. Die andere Alternative visualisiere ich lieber nicht.

    Währenddessen: seit einigen Jahren unterrichte ich kontinierlich auf universitärer Ebene. Das heisst;. ich verdiene 8 Monate im Jahr 20€ netto /Woche pro Lehrfach ( das ist auch hier mittlerweile eine Bagatelle) Ich habe z. Zt. 3 ...wenn mir keine Stunden gekürzt werden oder so (wie dieses Semester). Forget social benefits. Meine Krankenversicherung bezahle ich selbst. Bezahlten Urlaub hatte ich noch nie;.. also Urlaub kenn ich irgendwie nicht wirklich. Pension... forget it. Plus okasionelle consulting jobs, Vorträge, Kunstbeiträge (selten bezahlt, noblesse oblige)
    Gottseidank muss ich nicht total davon leben, sonst könnte ich mir gleich die Kugel geben, aber ich brauch es trotzdem zum Leben (z.B. Tierarztrechnung geht sich diese Monat gerade aus, juhuu)
    ich freu mich jeden Monat wie ein seliger Akrobat, dass es wieder geklappt hat.
    BUT
    I am not unhappy at all.
    ich glaube nämlich (naiv?), dass ich, wo ich bin, durch mein So-Sein "humanistisch" etwas beitrage, das liegt mir am Herzen.
    Die ökologische Mülltrennung liegt mir auch am Herzen... auch da bin ich akribische Pionierin, Da lass ich mir auch Sherlock Holmes mässig etwas einfallen, unter Berücksichtigung des ( katastrophalen) sozialen Faktors, denn es gibt ONGs, die überleben von meinem "Bewusstsein"... weil mir sonst nämlich auch wieder das Herz blutet.

    Eigentlich tue ich alles, was ich tue aus sehr egoistischen Gründen. Ich kann einiges einfach nicht passiv mitansehen. Vieles muss ich leider trotzdem mitansehen, täglich.

    Aber - ich bin, soweit es mir irgend möglich ist, mit mir selbt im "Reinen".
    Vielleicht klingt das hochtrabend. Ich weiss mittlerweile, dass ich auch nur ein Mensch bin, und nicht für alles schuldig.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16.03.2013
    16.03.2013 #15