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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. ClaraGeist
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    Bitte, missversteht mich nicht.
    Ich muss keineswegs die berühmten drei Worte hören, "um mich geliebt zu fühlen", und ich weiß, dass manche es leichter sagen - auch nicht unbedingt erstrebenswert, wenn´s inflationär gebraucht wird - und andere nicht so leicht oder eben nie. Und dass Liebe tausend Facetten hat, ist natürlich auch klar.

    Meine Frage, ob er mich denn liebe, hatte schon einen Grund, ein latentes Unbehagen, das bei mir immer wieder aufgeflammt ist, wenn er doch mal über seine Gefühle gesprochen hat. Es ging nicht um mich, um uns, sondern ausschließlich darum, "was ich in ihm auslöse", in so einer introspektiven, therapeutischen Manier. Ich hatte mitunter den Eindruck, ich wäre in einen James-Joyce-Roman oder in eine Selbsterfahrungsgruppe geraten.
    Dazwischen habe ich an einem Nachmittag fünfmal gehört, wie schön seine Ex war. Derartige Situationen gab es immer wieder. Wir haben mehr über die Exfrau gesprochen als über uns.
    Auch darüber haben wir geredet, ich habe das angesprochen, ich meinte, er scheine mir noch so verhaftet im Verlust, rückwärtsgewandt, und ich wisse nicht, ob ich damit auf Dauer würde umgehen könne.
    Ich habe ja genau gespürt, dass er mich nicht liebt, dass er mich gern mag, gern mit mir ins Bett geht, aber mehr wohl nicht, deshalb habe ich ihn danach gefragt.

    Irgendwie hilft mir dieser Thread dabei, das alles noch einmal Revue passieren zu lassen und einzusehen, dass es im Grunde schon gut ist, dass es aus ist, das wäre nichts geworden.
    Ich hab diese latente Gewissheit, dass mir da etwas Elementares gefehlt hat, aus lauter Sehnsucht in den letzten Wochen wohl ein bisschen weggeschoben und nur die innigen Momente, die es ja auch gab, im Kopf gehabt.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 07.07.2014
    07.07.2014 #16
  2. carlo
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    Das ist auf dem Punkt.

    C.
     
    07.07.2014 #17
  3. carlo
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    Ich finde es gut, dass du es noch einmal ein bisschen genauer beschreibst, was abgelaufen ist. Das rückt alles in Balance.

    Ich hatte ja auch und sogar mehrere Beziehungsversuche bei denen ich mich so verstrickt zu haben schien in eine Idee von einer Partnerschaft, die dann aber trotz großer Sympathie und Übereinstimmungen ja sogar dem berühmten Knistern einfach nicht "laufen" wollten. Man (frau) kann sich da ganz schön reinsteigern, wenn die Gefühle überschwappen und man plötzlich merkt, dass der andere auf einem ganz anderen Kurs segelt, wo es einem doch so gut tat, endlich wieder die "Bande zu finden".

    Du wirst Distanz zu ihm gewinnen, allein durch die Zeit, die ihr nicht in Kontakt seid. (Wie lange ist das jetzt eigentlich her?) Und vielleicht wirst du es dann als eine schöne kleine Liebesgeschichte sehen können, die dein Leben bereichert hat. So geht es mir jetzt. Mein erster PS-Kontakt hört ab und an bei mir nach, wie es mir geht. Das ist wirklich ein schönes Gefühl.

    LG
    Carlo
     
    07.07.2014 #18
  4. AW: Keine Liebe - oder doch?

    Wenn da nicht das eigentlich wäre…

    Das war nicht mein Punkt. Der ist gegessen.
    Sei doch mal ehrlich, warum du hier schreibst. Schreiben klärt den Geist :)

    Blöde Antwort: vergiss ihn halt. Das funktioniert so ähnlich wie mit dem rosa Elefanten. Oder noch langweiliger: die Zeit heilt alle Wunden. Etwas, was man gar nicht glauben mag, wenn sie noch so doll schmerzen. Und man vielleicht das Messer noch und noch mal drin rumdreht.

    Ich weiß nicht, ob dir so auffällt, was du hier schreibst - von wegen zweierlei Maß.
    Du bist mit einem Mann zusammen, der nicht DER Mann für dich ist, möchtest aber nicht mit einem Mann zusammen sein, für den du nicht DIE Frau bist.
    Du wirfst ihm vor, dass er über eure Beziehung theoretisiert hat, dabei machst du nichts anderes. Sogar schon von Anfang an.

    Du bist erst kurz getrennt - und noch nicht so richtig damit fertig (du wolltest dich bereits bei PS abmelden, jetzt bist du sogar mit dem Ex wieder zusammen). Er ist erst ein Jahr geschieden - nach langer Ehe und so wie ich das verstanden habe als Hauptverantwortlicher für 3 minderjährige Kinder, was den Kontakt mit der Ex ja irgendwie beinhaltet (also nicht so einfach aus den Augen, aus dem Sinn). Die Diskussionen, wann eine Beziehung verarbeitet ist und man wieder mit sich im Reinen ist (Ariel lässt grüßen), sind hier Legion. Ein Patentrezept gibt es nicht - dass BEIDE mit Argusaugen die Reaktion des anderen bewachen, ob die auch richtig beziehungskonform ist, scheint mir häufig zu beobachten. Eifersucht, verletzter Stolz (Demütigung), Selbstunsicherheit, Wettbewerb, wer den clararen Geist hat usw. – nicht schön, das an sich zu entdecken - aber menschlich. Wer mag da die Deutungshoheit für Liebe für sich beanspruchen?

    Er hatte also keine Chance. Auf wen ist denn die Frage in deinem Threadtitel bezogen?

    Sprichst du eigentlich mit deinem Ex-Ex und jetzigen Ist darüber? Was würdest du auf eine SMS von ihm antworten, in der steht „Liebst du mich“?

    (ich schreibe das hier nicht zum Steinewerfen, nur dass das "clar" ist :))


    Nachtrag.
    Wofür schämst du dich eigentlich genau? Dafür, dass du ihn überhaupt gefragt hast? Oder dass du ihn per SMS gefragt hast? Dass du daraufhin die Beziehung beendet hast? Dass du dich wieder mit dem Ex eingelassen hast? Oder wofür?
    Wenn dir das selbst etwas clarer wird, erschließt sich dir der nächste Schritt vielleicht besser.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08.07.2014
    08.07.2014 #19
  5. ClaraGeist
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    Carlo, du bringst es auf den Punkt, genauso ist das. Mir geht es seit gestern viel besser, es ist schon gut so. Zu deiner Frage: Es ist 3 Wochen her. Und die Geschichte mit deiner ersten PS-Bekanntschaft finde ich sehr schön. Es funktioniert aus verschiedenen Gründen nicht, aber man mag sich, und wenn sich die erste Enttäuschung gelegt hat, kann daraus vielleicht auch eine Freundschaft erwachsen.
    @Tina
    Warum ich hier schreibe? Weil es den Geist clärt, wenn der mal aussetzt, völlig richtig ;-)
    Weil das hier quasi ein Knotenpunkt ist, weil alle, die hier schreiben, sich mit dem Thema gerade intensiv auseinandersetzen, scheitern, Hoffnung schöpfen, vielleicht wieder scheitern, wieder Hoffnung schöpfen, verzweifelt oder glücklich sind - suchen halt. Und das in einer Dichte, die man IRL nicht in gleichem Maße findet.
    Mein "eigentlich aus dem Alter raus sein", war eine klitzekleine Selbstironie. Man glaubt, man hat das alles hinter sich und plötzlich wird man zur Dramaqueen wie eine 15-Jährige.

    Und ja, der Kontakt mit der Ex ist wichtig, vor allem für die Kids, da bin ich die Letzte, die sich sträubt, im Gegenteil.
    Aber der tobsüchtige Hass, den man nicht thematisieren durfte, weil "das nicht stimmt, ich habe damit abgeschlossen", die Subbotschaften, die den Kindern vermittelt wurden ("Ihr sollt euch ja wohlfühlen bei der Mama, aber sie macht gerade eine schwierige Phase durch, wenn ihr heimkommen wollt, könnt ihr das IMMER") - du weißt schon, der Ton macht die Musik - hat mich immer wieder beklommen gemacht. Der 9-Jährige, der den Freund der Mutter (den Scheidungsgrund) mochte, wurde allein mit wütenden Blicken des älteren Bruders zum Schweigen gebracht, wenn er erzählen wollte, was er am Weekend Tolles erlebt hat, weil das dem Papa nicht zugemutet werden durfte. Der Freund der Mutter war in dieser Familie nur "der A..." und "der Trottel", außer für den Kleinen, der natürlich total verunsichert ist, wenn er mögen darf, ohne dem Papa untreu zu werden. Ich habe das einige Male angesprochen, bin allerdings nicht auf Resonanz gestoßen.
    Verstehst du, ich war immer AUCH Stiefmutter, seit ich 25 bin, mir ist die Situation nicht neu, ich glaub, ich hab´s ganz gut hinbekommen, meine beiden Stiefsöhne hängen an mir, ohne dass die Mama dadurch gefährdet ist, und ich finde, wenn mir mein 20-Jähriger sagt: Mama, so wie du und der Papa das seit der Scheidung gemacht habt, ist das eigentlich mein Vorbild, das war wirklich super., kann es nicht so übel gelaufen sein. Was ich sagen will: Die Ex MUSS Thema sein, aber sie kann es auf sehr verschiedene Art und Weise sein. Und dieser explizite Hass, der sich mit Runtermachen des neuen Freundes paart, dieses Dauerthema der Mama, "für die müsst ihr Verständnis haben, Kinder", als ob sie eine arme Irre wäre, die nicht mehr ganz bei Sinnen ist, ist definitiv nicht das Klima, in dem gutes Einvernehmen mit der Exfrau gedeihen kann.
    Der Mann hatte hier eingecheckt, weil ihm sein Therapeut dazu geraten hatte (Wollen Sie jetzt nie wieder eine Frau anschauen, oder was?).
    Ich beanspruche keineswegs die Deutungshoheit über die Liebe generell. Aber das, was ich spüre, kann ich deuten, meist nicht übel. Meine Intuition hat mir nach 14 Tagen geraten: Finger weg, das geht nicht, es ist der falsche Zeitpunkt, vielleicht für uns beide. Er war halt der, bei dem es offensichtlich war, und natürlich ist es schwieriger abzuschließen, wenn man der Betrogene/Verlassene ist.
    Nein, ich war mit meinem Ex auch nicht "fertig", im klassischen, psychotherapeutisch "richtigen" Sinn. Vielleicht nicht mehr so sehr dominiert und fixiert und im Scheitern gefangen, denk ich. Deshalb bin ich nicht "besser" oder "erfolgreicher" im Abschließen, es war eine völlig andere Geschichte, es gab 3 Kinder, aber kein gemeinsames, und es war auch keine 18-jährige Ehe. Zusätzlich bin ich selbst gegangen, da hat man es immer leichter.
    Warum ich zum Ex zurückgekehrt bin, hat mit meiner Enttäuschung zu tun, mit meiner Verbitterung in diesen Tagen, und es ist, wie gesagt, nichts, das mich als reflektierte Person ausweist. DAFÜR schäme ich mich, vor mir selbst und vor beiden beteiligten Männern, nicht für die Sms, nicht für die Frage selbst, ich finde, sie war legitim und ich wollte hören, was ich gespürt habe. Das kann man jetzt auch als selffulfilling prophecy lesen, für mich ist es legitim, dem sogenannten Bauchgefühl nachzugeben und wissen zu wollen, was Sache ist - egal, ob man bestätigt wird oder sich eingestehen müsste, dass das Bauchgefühl leider auch nicht mehr das ist, was es einmal war.
    Und ja, mit meinem Ex und Wieder spreche ich manchmal darüber. Er wusste, dass es den Mann gibt, als er wieder begann, sich um mich zu bemühen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.07.2014
    08.07.2014 #20
  6. ClaraGeist
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    Allen, die damals mitgeschrieben haben, wollte ich noch einmal herzlich danken.
    Und updaten ;-)
    Uns beide hat die Geschichte nicht losgelassen, wir hatten kurzzeitig Dates und jeweils einen anderen Beziehungsversuch, haben allerdings schnell gemerkt, dass wir überhaupt nicht frei voneinander sind. Letzte Woche haben wir unabhängig voneinander und nahezu zeitgleich via Mail bzw Sms Kontakt miteinander aufgenommen, uns getroffen und lange Gespräche miteinander geführt. Wir sind einander sehr nahe, mehr noch als früher. Mal sehen, was wird.
    Schönen Sonntag an euch alle, ich geh wieder mal die Welt umarmen....
     
    28.09.2014 #21
  7. suzanne
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    Liebe Clara

    Ich habe damals nicht mitgeschrieben, war aber sehr versucht... und habe mitgelesen.
    Hat sich denn inzwischen etwas zwischen Euch verändert? Viel Zeit ist ja nicht gerade verstrichen... Das würde mich interessieren. Was hat sich in diesem kurzen Zeitraum (und sogar noch kurzen weiteren Beziehungen dazwischen) denn grundsätzlich verändert?

    Brauchst Du nun weniger Nähe, Bestätigung, Rückhalt und Liebe? Oder kann er Dir mittlerweile mehr davon geben? Wie steckt er es weg, dass da auch noch Dein Exfreund mitmischt/e, als ihm klar wurde, dass er Dir nicht genug geben kann?

    Liebe Grüsse, Suzanne
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28.09.2014
    28.09.2014 #22
  8. MannFürAlleFälle
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    ich habe die Geschichte jetzt erst gelesen. Der Mann hat doch von Anfang an gesagt dass er nicht verliebt in dich ist und du hast das akzeptiert. Und dann fragst du ihn danach und fühlst dich gedemütigt, weil er immer noch dasselbe sagt??

    Frauen....
     
    28.09.2014 #23
  9. ClaraGeist
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    Es hat sich etwas verändert: Wir beide hatten mit unserer Geschichte sehr zu raufen, beide haben versucht, den jeweils anderen aus dem Kopf zu bekommen - unzulässigerweise über Techtelmechtel mit Menschen, denen wir damit wohl weh getan haben. Und unabhängig voneinander, nahezu zeitgleich, haben wir über unterschiedliche Medien wieder schriftlich Kontakt miteinander aufgenommen. Er meinte, seine Antwort sei falsch gewesen (Brett Pitt hatte recht), er hätte mich erst verlieren müssen, um sich das einzugestehen. Es gab und gibt lange Gespräche über das erste halbe Jahr, den mehr als besch.... Kontaktabbruch, meine (un)heimliche Angst, nicht liebenswert für nahestehende Menschen zu sein, die mich zeitlebens begleitet, seine Überforderung als AE-Vater mit forderndem Job und, ja, auch über meine Flucht zum Ex. Ich weiß nicht, wohin das führt, wirklich nicht. Aber es fühlt sich gerade für uns beide sehr, sehr gut an.
     
    13.10.2014 #24
  10. Pit Brett
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    Ich hab immer recht, da hättet Ihr Euch längst mal dran gewöhnen können. Ist anstrengend, aber auch eine Abkürzung.
     
    14.10.2014 #25
  11. ClaraGeist
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    AW: Keine Liebe - oder doch?

    "Solang du schimpfst und tobst und bellst,
    Bleibst du dem Volk erfreulich.
    Doch wenn du einfach Recht behältst,
    Finden sie's unverzeihlich." (P. von Heyse) ;-)
     
    23.10.2014 #26