Information ausblenden
Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. lisalustig
    Beiträge:
    4.620
    Likes:
    2.641
    Und die Mütter dürfen den Jungs keine Grenzen setzen. So war es immer und so soll es bleiben (jedenfalls aus Sicht dieser Männer).
     
    18.07.2017 #691
  2. lisalustig
    Beiträge:
    4.620
    Likes:
    2.641
    Viele der Frauen in dieser Kultur "dürfen" gar nicht arbeiten gehen und haben auch nichts gelernt. Deshalb kann der Mann bestimmen, weil die Frau allein ja nix geregelt kriegt.
     
    18.07.2017 #692
  3. HrMahlzahn
    Beiträge:
    4.015
    Likes:
    2.152
    Die Männer sind selten daheim. Da hätten die Mütter schon Zeit Grenzen zu setzen, insbesonderer da, dieses Jungs richtige Mamakinder sind
     
    18.07.2017 #693
  4. Julianna
    Beiträge:
    4.099
    Likes:
    2.120
    Aber geht ja nicht vorrangig um andere Kulturen und deren Mentalität. Erstmal sollte man sich die "Bindungsdynamiken" der europäischen Mentalität anschauen. Da gibts auch schon genügend Baustellen.

    Ich frage mich, wie man als Erwachsener damit umgeht?

    Ich sitze ihm gegenüber und betrachte ihn dabei, wie er umständlich eine Avocado schält. Diese massakriert. Er schaut auf und grinzt mich an. Sagt "ich weiss, was du jetzt denkst". Ich nicke lächelnd. Wohlwissend, dass ich nicht mütterlich eingreifend agieren sollte, da ich einem Mann gegenüber sitze, der einer schmerzlich empfundenen Überbehütung entflohen ist. Einen Mann, den kleinste Gesten dieser Art in den "weglauf-Modus" versetzen. Er sieht wieder auf und sagt "Die Küche war Sperrgebiet. Ich dürfte nichts machen. Mir wurde alles abgenommen. Vieles sogar verboten." Ich sage "ja, ich weiss" und unterbinde es, nach dem Teller zu greifen, um ihm diese Sache abzunehmen. Er hält inne und lächelt mich wieder an. Schweigt kurz. Dann schiebt er mir den Teller herüber und sagt "ok. Zeig mir, wie man es besser macht."

    Bindungsängste. Angst vor Übernahme. Angst vor Nähe.
    Denn diese Nähe bedeutet der vollständige Verlust der eigenen Autonomie. Eine andere Form der Nähe kennt er nicht. Nur diese, die ihn einengt. Diese, die ihn in seiner Freiheit beschneidet und bevormundet.

    Gut ist, wenn beide es wissen und sich darüber im Klaren sind. So bleibt man im Dialog darüber. Er weiss, dass er eine falsche Vorstellung von Nähe hat. Doch kann das Wissen darüber, nicht die oft reflexartigen Verhaltensmuster gänzlich unterbinden.

    Er möchte mich öfter sehen und öfter mit mir zusammen sein. Doch sobald er dies aktiv umsetzt, kommt wieder die Angst auf, er könne die eigene Autonomie erneut verlieren. Dann kommt es zum Rückzug. Da wird verbuddelt, gesperrt und gemauert. Die Freizeit mit Hobbies zugekleistert und der Rest mit freiwilligen Überstunden verbastelt. Er weiss das. Und er kommt nicht gut dagegen an. Aber er versucht es. Versucht die "schreckliche Nähe" auszutauschen gegen "angenehme Nähe". Denn wie Nähe empfunden wird, was wir damit verknüpften und verbinden ist entscheidend.
    Wir sind uns dessen bewusst, dass wir in diesem Klischee festsitzen: beide vom unsicheren Bindungstyp. Er aktiv, ich passiv. Und zuweilen kam es auch schon mal vor, dass wir beide den Kopf in den Sand steckten. Bloß weg!
    Ich erwische mich auch manchmal dabei, wie ich alles in Frage stelle und am liebsten weglaufen würde. Und das hat dann nichts mit ihm zutun, sondern mit mir.
    Was macht ein Paar, dass darum weiss? Wie geht man damit um?
    Ich weiss es nicht genau.
    Gut ist, dass wir darin scheinbar eine Art Symmetrie haben. Wenn es mir zu viel wird nach Zeiten intensiver Nähe, dann weiss ich, dass es ihm auch so geht. Ich sage ihm das dann. Er versteht mich.
    Ein Ziel ist es schon, irgendwann zu einer "sicheren Bindung" zu finden. Wahrscheinlich wird das aber lange dauern, bis wir es geschafft haben, enge Nähe längerfristig auszuhalten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.07.2017
    18.07.2017 #694
  5. lisalustig
    Beiträge:
    4.620
    Likes:
    2.641
    Sie interessieren sich auch meistens wenig für ihre Kinder. Diese sollen Respekt vorm Vater haben. Die Mütter haben es so von ihren Müttern gelernt. Und vermutlich trauen sie sich auch nicht, aus diesem Reglement auszubrechen.
     
    18.07.2017 #695
  6. Julianna
    Beiträge:
    4.099
    Likes:
    2.120
    Die sind jetzt weggezogen und so recht interessierte mich das auch nicht. Ich war nur genervt davon, weil der Junge jeden Abend bis 1-2 Uhr Nachts rumbrüllte (Schall im Innenhof) und nicht schlafen wollte. Der Mutter dabei offensichtlich auf er Nase herumtanzte.
     
    18.07.2017 #696
  7. Tone
    Beiträge:
    2.939
    Likes:
    1.739
    Die Schweiz mag für viele als ein rückständiges Land gelten, ja, aber seit 1971 sind dort auch Frauen wahlberechtigt. Kopftuch und Prügelstrafe sind in der Eidgenossenschaft auch nicht mehr so verbreitet.
     
    18.07.2017 #697
  8. HrMahlzahn
    Beiträge:
    4.015
    Likes:
    2.152
    Ich denke, das hat mit trauen wenig zu tun. Da ist seit Generationen tradiert, religiös begründet und somit gegebene Wahrheit. Bei uns war es früher (und teils auch heute) nicht anders und wir kämpfen seit den Sufragetten im 19. Jahrhundert dagegen
     
    18.07.2017 #698
    lisalustig gefällt das.
  9. Mentalista
    Beiträge:
    7.661
    Likes:
    2.006
    Ob das was mit der anderen Kultur zu tun hatte?
     
    18.07.2017 #699
  10. TPT

    TPT

    Beiträge:
    2.101
    Likes:
    929
    Meine Güte, jetzt wird schon fast so getan, als wenn das Wilde aus dem letzten Busch sind, die sich völlig exotisch verhalten.
     
    18.07.2017 #700
  11. Julianna
    Beiträge:
    4.099
    Likes:
    2.120
    Meine Intuition sagt "ja". Das war irgendwie kulturell bedingt. Das waren ja anständige Leute. Kein bildungsfernes sozial-Klischee.
     
    18.07.2017 #701
  12. Mentalista
    Beiträge:
    7.661
    Likes:
    2.006
    Deine Intuition wird gestimmt haben.
     
    19.07.2017 #702
  13. fafner
    Beiträge:
    9.575
    Likes:
    3.382
    31.12.2017 #703