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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Ich hatte mich mit den schwarzen Wölfen, die mich erschrecken, auf die Geschichte von tina* bezogen. Also nicht darauf, dass ein Mann als ganzer ein schwarzer Wolf wäre, sondern, dass mich gewisse, von mir eher als problematisch empfundene Aspekte des Mannes (oder auch von mir selbst) eben erschrecken. Wenn man die Tendenz hat, jemanden, der einen problematischen Anteil hat, gleich nur noch als Träger dieses Anteiles zu sehen und alles andere vergisst, dann kann man natürlich auch ihn gleich als schwarzen Wolf bezeichnen.

    Aber wahrscheinlich kommt dieser Unterscheidung für die Beschreibung meines Problems gar keine grosse Bedeutung zu. Mein Problem ist, dass mich tatsächlich schwarze Wölfe anziehen, mir gleichzeitig aber so starke Angst machen, dass ich - ebenso unbewusst wie die Anziehung funktioniert - sehr heftig negativ auf sie reagiere. Ich erkläre dies mit der zwar vermutlich grundsätzlich gutgemeinten, für mich aber äusserst schwierigen Rolle meines Vaters in meiner Kindheit, dessen Verhalten mir gegenüber ausserdem von meinem Bruder noch nachgeahmt wurde. (Ich möchte hier nicht detaillierter darauf eingehen, was geschehen ist und was das bei mir ausgelöst hat.) Die beiden Männer also, die ich immer schon geliebt habe, haben auf diese Weise in meiner frühen Kindheit das innere Muster geprägt, nach dem mich Männer anziehen und fatalerweise gleichzeitig abstossen. Das ist echt nicht lustig und bringt mich regelmässig in grosse Dilemmata. Entweder mag ich einen Mann und fühle mich sehr wohl mit ihm (habe aber keine Chance, mich zu verlieben), oder aber ich fühle mich angezogen, verliebe mich und bekomme dann einen unglaublichen inneren Stress, weil der Mann Verhaltensweisen zeigt, die mich in der Kindheit fertig gemacht haben. Und natürlich wirkt sich das dann auch auf die Beziehung aus.

    Übrigens glaube ich, dass ähnliche - wenn auch vielleicht (und wie ich hoffe) meist nicht so schwerwiegende - Erfahrungen in der Kindheit auch viele andere Menschen prägen und dazu führen, dass sich viele Frauen von schwarzen Wölfen angezogen fühlen - und Männer sich gegenüber von Frauen als schwarze Wölfe zeigen.

    Und ja, wir alle müssen lernen, damit umzugehen. Es ist aber nicht hilfreich zu sagen, dass Frauen sich schwarze Wölfe (oder A-löcher, wie das andere nennen mögen) wünschen und deshalb selbst Schuld sind, wenn nachher Beziehungsprobleme auftreten, denn das (das Wünschen von schwarzen Wölfen als Partner) tun sie auf bewusster Ebene nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.08.2016
    15.08.2016 #16
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  2. Truppenursel
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    Ein zu 99% unmoderiertes kommerzielles und anonymes Partnersuchforum ist kein guter Ort für eine ungewollt Kinderlose, wenn ihr dümmliche Tipps wie Sporttreiben als sinnstiftend oder gar glücklich machend angedreht werden sollen.
    Was wird passieren, wenn sie diese unglaublich hilfreichen Tipps nicht befolgt und wagt, weiter unzufrieden mit ihrem Schicksal zu sein? Wird sie dann ebenfalls beschimpft werden, nur Aufmerksamkeit zu suchen, sich in ihrem Leid zu suhlen und keine Hilfe annehmen zu wollen, so wie es hier Usus ist?
     
    15.08.2016 #17
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  3. Yvette
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    Das Familienbild ist anno tobak! Sorry, das haben ganz viele Menschen nicht mehr, keiner da!
     
    15.08.2016 #18
  4. Noch zur Einsamkeit und zum Unglücklichsein. Ich bin nicht grundsätzlich und ständig einsam und unglücklich. Deshalb habe ich auch nicht einen Thread gestartet mit meiner Geschichte, sondern ich wollte eher - analog zum Karate-Zentrum - einen Thread ins Forum stellen, wo man sich mit momentaner Traurigkeit hinwenden kann.

    Ich empfinde mein Leben als erfüllt und denke, es ist auch daran, zu gelingen und ein glückliches (im Sinn von griechisch Eudaimonia) zu werden. Egal ob es mir vergönnt sein wird, irgendwann den Mann zu treffen, von dem ich überzeugt sein werde, dass er der richtige für mich ist. Wenn das nicht geschehen wird, dann gehe ich davon aus, dass es eine meiner grösseren in meinem Leben zu bewältigenden Aufgaben sein wird, einen konstruktiven und sinnvollen Umgang damit zu finden.
    Und wegen des Kinderwunsches: Ich habe mich nie wirklich in der Mutterrolle gesehen, obwohl ich Kinder wirklich sehr gerne mag und das fast immer auch auf Gegenseitigkeit beruht. Dennoch habe ich das Bild von mir als Oma im Kopf und es macht mich traurig, dass ich das so vermutlich nie erleben werde. (Theoretisch könnte ich ja noch einen Partner mit Kindern finden, deren Kinder mich dann vielleicht auch als zusätzliche Grossmutter ansehen würden :).)
     
    15.08.2016 #19
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  5. Lyle
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    Sinnstiftung ist eine Frage der Perspektive (und die Frage nach ihr selbst schon Produkt kultureller Rahmenbedingungen) - es gibt viele Menschen, die in sportlicher Betätigung einen großen Teil ihres Lebensinhalts sehen. Ich maße mir nicht an, über diese Lebensweise zu urteilen oder sie als "dümmlich" zu bezeichnen, auch wenn es nicht die meine ist. Außerdem erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass Sport weder von mir noch von anderen in vorherigen Beiträgen als "sinnstiftend" tituliert wurde - in der Tat erfolgte explizit der Hinweis, er würde dunkle Gedanken vertreiben (und damit, wenn ich mich selber paraphrasieren darf, palliativ wirken - aber immerhin!). In Rede stand eher die Suche und Förderung neuer oder bestehender Freundschaften - was an diesem Hinweis falsch sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich ergänze diesen Ratschlag gerne um die Lektüre guter Literatur oder das Suchen nach neuen sozialen Konstellationen, die das Denken in neue Bahnen lenken.

    Ich kenne dieses Forum nicht gut genug, um auf deinen zweiten Absatz angemessen reagieren zu können. Ich für meinen Teil werde sicher nicht dazu übergehen, mich über traurige Menschen öffentlich zu ärgern oder sie gar zu beschimpfen. Soweit ich sehe, ist die Teilnahme an diesem Forum freiwillig.
     
    15.08.2016 #20
  6. Truppenursel
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    Dafür haben wir bereits Mentalista mit ihren tollen Leselisten.
     
    15.08.2016 #21
    fafner und Fackel gefällt das.
  7. Sport ist, solange er nicht exzessiv betrieben wird - abgesehen von Unfällen - in der Regel gut für die Gesundheit. Dass er dem Leben Sinn geben könnte, würde auch ich zu bezweifeln wagen. Einen Sinn bekommt mein Leben aus dem Kontakt zu anderen Menschen und aus einer oder mehreren Aufgaben, die mir am Herzen liegen und die ich mit Engagement anzupacken versuche, möglichst gemeinsam mit anderen Menschen. Zusätzlich sinnstiftend kann allenfalls auch Spiritualität sein.
     
    15.08.2016 #22
  8. Lyle
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    Ich habe die Lektüre guter Literatur vorgeschlagen, aber nicht angekündigt, von mir für gut befundene Literatur vorzustellen. Insofern liegt vorerst keine Tätigkeitsüberschneidung zwischen Mentalista und mir vor, falls dich das beruhigt.

    Philippa, das sind doch beste Voraussetzungen! Diese Republik kann ehrenamtliche Betätigung immer gut gebrauchen, scheint mir (das meine ich nicht ironisch).
     
    15.08.2016 #23
  9. Ja, Lesen ist auch für mich von grosser Bedeutung, Gedankenfutter überhaupt. Ebenso wie Musik. Und manchmal schreibe ich sogar selbst "literarische" Texte, sei es Prosa oder Gedichte. Chiller7 wäre es vermutlich wichtig, in dieser Hinsicht noch andere Formen von Kunst zu erwähnen, oder?

    Im Übrigen muss ich dich insofern enttäuschen, dass ich vermutlich anderswo lebe und wirke als du. Aber auch meine Konföderation kann ehrenamtliche Betätigung gebrauchen, obwohl nicht jede sinnvolle Aufgabe auch ehrenamtlich sein muss. Ich finde ja auch (neben dem, was ich freiwillig mache) das, wofür ich ein Salär erhalte, sinnstiftend.
     
    15.08.2016 #24
  10. Als ich vorhin so ehrenamtlich am See entlanggegangen bin, rennt mich beinahe ein Typ um, dem die Spucke aus dem Mundwinkel läuft. Er: Sorry. Ich: Sportler? Er: Spiritueller. Ich: Na, hauptsache sinnstiftend.
     
    15.08.2016 #25
  11. Ich dachte, du wolltest dich auf die Geschichte beziehen? ;) Dann tu das doch auch ...


    Statt der immer gleichen Nabelschau füttere doch mal deine Wölfe, z.B. Selbstmitleid, Trauer, Angst, Minderwertigkeit, statt sie so schnöde verhungern zu lassen. Setz dich an's Lagerfeuer und heule "huuuh ich bin traurig. Wer möchte mitheulen?" (wer einen konstruktiven Hinweis zusteuern will, kriegt eins auf die Zwölf! Hier ist das Lagerfeuer für Traurige). Yeah!


    Dieses Klischee scheinst du ja sehr zu lieben. Hat aber mit der Geschichte wenig zu tun.
    Die Frauen mit den weißen und schwarzen Wölfen fühlen sich von Männern mit weißen und schwarzen Wölfen angezogen und vice versa - und zeigen sich gegenseitig ihre weißen und schwarzen Wölfe. It’s as simple as that. Manchmal wirkt halt die Wolfsfilterbrille - d.h. dann aber nur, bestimmte Aspekte nicht zu sehen oder sehen zu wollen - da sind sie trotzdem (außer bei den Heiligenscheinwölfen, die sind aber selten).


    Wie wär’s denn mal mit einfach leben, statt nur damit "umzugehen"?
     
    16.08.2016 #26
  12. tina*, ich finde deinen Beitrag gemein.
     
    16.08.2016 #27
  13. Warum? Wenn man jung ist, sieht man die Welt wie Garp.
     
    16.08.2016 #28
  14. Das sollte er nicht sein. Ich wollte mich nur mal an das Lagerfeuer für Verwirrte setzen, einen meiner schwarzen Wölfe füttern. Passt scho!
     
    16.08.2016 #29
  15. Wer ist denn Garp?

    Aber irgendwie könnt Ihr mich alle mal. Ich konnte eben nicht einschlafen, habe meine alten Kindheitsgefühle von Ohnmacht und unstillbarem Schmerz wieder gespürt und geweint. Auf Trost gehofft, auf das Verständnis und den Trost, den ich als Kind nie bekommen habe und statt dessen, wenn ich geweint hatte und mich nicht beruhigen konnte, von den Menschen, die mich hätten schützen müssen, geschlagen, in die Dunkelheit und Kälte herausgesperrt, lächerlich gemacht und regelmässig, auch vor Verwandten oder Leuten aus dem Dorf, gedemütigt wurde. Und was finde ich hier? Das gleiche alte Programm. So kommt mir jedenfalls der Beitrag von tina* vor, wenn vielleicht auch gut gemeint. Und nach Garp zu googeln wage ich gar nicht erst. Hauptsache ihr könnt gut schlafen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.08.2016
    16.08.2016 #30