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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. authentisch_gelöscht

    authentisch_gelöscht

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    Liebe: romantische Liebe vs. Nächstenliebe

    Liebe ForistInnen

    Ich bin auf Partnersuche. Ich wünsche mir einen Mann an meiner Seite, ein männliches Gegenüber, endlich eine grosse Liebe. Ich sehne mich auch nach Berührung, sei es emotional oder körperlich.

    Aber manchmal nagt ein leiser Zweifel an mir.

    Wenn ich Menschen kennen lerne, dann denke ich nicht selten, dass ich diese Person gern haben könnte. Wenn ich einen Mann treffe, dann finde ich ihn oft liebenswürdig. Das Gefühl, dass ich mich verlieben könnte, fehlt jedoch. Aber verliebt habe ich mich bisher in Männer, die eigentlich gar nicht für eine Partnerschaft zu mir passten, und/oder ich habe mich in aussergewöhnlichen Zuständen verliebt, die es unmöglich machten, dass eine langfristige Beziehung daraus werden konnte.
    Wenn ich darüber nachdenke, dass ich eine Beziehung zu einem Mann eingehen könnte, den ich liebenswürdig finde, in den ich mich aber nicht verliebe, dann finde ich die Auswahl dieses Mannes irgendwie beliebig. Ich finde ja viele Menschen liebenswürdig.

    Ich frage mich nun, ob ich für romantische Liebe überhaupt geeignet oder fähig bin, oder ob das, was ich spüre, vielmehr in erster Linie Liebe im Sinn von Nächstenliebe ist. In den Beziehungen, die ich bisher eingegangen bin, spielte auch immer Mitgefühl eine grosse Rolle. Und manchmal frage ich mich gar, ob ich - trotz meiner Sehnsüchte nach Zärtlichkeit und einer erfüllten Sexualität - nicht vielleicht doch eher in ein Kloster passen würde... (Ich bin aber nicht im herkömmlichen Sinn religiös.)

    Was denkt Ihr darüber? Kennt jemand von Euch ähnliche Gedanken und Zweifel?
     
    31.05.2015 #1
  2. cami

    cami

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    Jaja, die vielen Arten der Liebe. Hier auf Parship geht es ja eigentlich eher um stabile Partnerschaften. Für die spielt romantische Liebe tatsächlich meist eine untergeordnete Rolle. Sie gibt aber auf jeden Fall einen furiosen Anfang ab.

    Wie lange bist du denn schon auf der Suche? Dass man sich verliebt und dabei auch noch in einen passenden Partner ist eben doch eine Ausnahme, auch wenn unterbewusst eine Vielzahl von Mechanismen ablaufen die möglichst vermeiden sollen dass nur eins von beidem passiert.

    Wenn man wirklich verliebt ist kann ich mir gar nicht vorstellen, dass man ernsthaft merkt dass jemand nicht zu einem passt, das müsste der Chemiecocktail im Blut eigentlich weitgehend unterbinden. Woran machst du das denn fest? Es gibt IMHO eigentlich nur ein einziges Kriterium: fühlst du dich wohl, dann passt es, wenn nicht, dann nicht. Alle anderen Kriterien sind nur eine Hilfe auf der Suche nach jemand solchem, spielen aber keine Rolle mehr sobald man einen Kandidaten gefunden hat, und erst recht wenn dann auch noch in ihn verliebt.

    Vielleicht versuchst du auch im Kopf zu viel zu sortieren, der könnte, der nicht, aber eigentlich ists auch nur Sympathie. Ich weiß es kann schwer sein das auszublenden, aber genau diese Gedanken können auch verhindern dass sich tiefere Gefühle entwickeln. Wenn es dir irgendwie gelingt, es einfach als das zu nehmen was es ist, ggf. eben doch nicht mehr als Sympathie oder ein Strohfeuer, das sieht man dann früh genug, hast du sicher mehr davon.

    Ich selber hatte solche Zweifel auch schon, sie haben sich mit der Zeit aber immer mehr in Zuversicht verwandelt. Auch wenn es bisher noch nicht für etwas Dauerhaftes gereicht hat, mit einem Augenzwinkern könnte man sagen: "da war schon viel Schönes dabei". Ich halte es für unlogisch, dass es nicht irgendwann mal richtig klappt.

    Die Sache mit dem Kloster ist offensichtlich Quatsch. Du bist nicht religiös und mehr noch, du sehnst dich nach Romantik und Zärtlichkeit, dann bist du dort doch ganz offensichtlich falsch. Fatalistische Gedanken sind kontraproduktiv, werte Authentikerin ;)
     
    31.05.2015 #2
  3. Unbewusst_gelöscht

    Unbewusst_gelöscht

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    Du hast die Zeifel vor allem deshalb, weil es(, d.h. ein paar Notwendigkeiten,) bisher nicht passend zusammenkamen.
     
    31.05.2015 #3
  4. Blackangel

    Blackangel

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    Liebe authentisch,

    wenn du dem richtigen gegenüber sitzt, wirst du merken, ob es "nur" Mitgefühl ist, oder sich daraus mehr entwicken kann.
    Habe zwar bei meinem ersten Date (mit ihm) auch viel überlegt und nachgedacht ... leider wurde dies auch bemerkt.Aber ich konnte mich geschickt "rausreden" .. und beim nä Date war das alles weg. Bin inzwischen mit "dem Date" zusammen (mit Schmetterlingen und allem was dazu gehört).
    Manchmal sieht man vor lauter schlechten Erfahrungen den neuen Menschen nicht. Versuche objektiv zu bleiben. Ich weiß aus Erfahrung, dass genau dies schwierig ist. Aber ein Date ohne Hintergedanken und möglichst objektiv ... kann dir so viel neues bringen. Du bist romantisch und hast Sehnsüchte ... und die werden dir erfüllt, sobald du völlig unvoreingenommen und leicht in ein Date gehst und dein Gegenüber diese Sehnsucht mit dir teilt.
    Vergiss erstmal das Kloster ... denn das ist auch nicht dein Weg. Hab Geduld!!! Und wende dich anderen dir wichtigen Dingen zu. Das Glück kommt dann ganz von allein ;-)

    LG Blackangel
     
    31.05.2015 #4
  5. Pit Brett

    Pit Brett

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    Liebe authentisch, ich grüble, ob ich etwas schreiben sollte. Schon, weil ich keine Foristin bin. Weil, vielleicht damit zusammenhängend, mir der Zugang sehr schwer fällt. Nicht der Zugang zum Phänomen, sondern der Zugang zum Problem, das es für Dich offenbar darstellt.

    Ich bin ziemlich genau zwanzig Jahre älter als Du. Und ich habe Augen, die, wie der Groschenroman sagt, «schon alles gesehehn haben». Die Don Giovannis, die erobern um des Erfolges willen. Die Casanovas, die jedesmal über beide Ohren verliebt waren. Die weiblichen Gegenstücke, zu denen mir aus Geschichte und Kunst aber keine Figuren einfallen (wieso eigentlich nicht?). Die großartige Frau, die immer mit bekannten und mächtigen Männern auftauchte, aber nur für ein, zwei Jahre. Warum hält das nicht? «Sie verlieben sich nicht», war die Antwort. Was Du da schreibst, gibt es also auch anders herum.

    Deshalb meine ich, dass Du Dir da keinen Kopf zu machen brauchst. Es scheint mir völlig in der Bandbreite des Normalen zu liegen, wenn es mit dem Verlieben bisher nicht geklappt hat. Noch nicht. Das muss kein Systemfehler sein, und ist es wohl auch nicht.

    Das Einzige, was mich beunruhigen würde, ist der Mitgefühlsanteil, der anscheinend oft eine Rolle spielt bei Dir. Nichts gegen Mitgefühl, das tut gut -- aber die Zentralheizung einer Partnerschaft kann es nicht sein. Dem würde ich mal nachgehen, wo es herkommt und warum es eine so große Rolle spielen kann.
     
    31.05.2015 #5
  6. authentisch_gelöscht

    authentisch_gelöscht

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    Danke für Eure Antworten.

    Ich meinte mit "romantischer Liebe" eigentlich schon mehr als bloss die Verliebtheitsphase. Ich meinte die Liebe (in der Mehrheit) zwischen Mann und Frau, die in unserer Kultur meist als Voraussetzung oder Ideal einer guten Partnerschaft angesehen wird. Wenn diese Liebe irgendwann als nicht mehr da empfunden wird, dann lassen sich viele Paare scheiden.

    Das meine ich ja gerade. Du findest, ich sollte mich auf eine Beziehung einlassen, wenn ich jemanden sympathisch und liebenswürdig finde? Verstehe ich dich richtig? Ist das dann aber nicht sehr beliebig und zufällig? Ich finde ja viele Männer sympathisch und liebenswürdig. Würde ich dann nicht ein Problem und ständige Zweifel haben, ob es richtig ist, was ich tue? Wäre es in diesem Fall nicht einfach besser, diesen Männern einfach mit Nächstenliebe zu begegnen und halt auf eine Beziehung zu verzichten? Oder zu warten, bis ich mich verliebe, natürlich, aber da habe ich eben die Erfahrung gemacht, dass nie etwas Längeres daraus wird, weil ich dazu neige, mich in Männer zu verlieben, die nicht passen. Ich meine damit z.B., dass ich mir einen verständnisvollen Mann wünsche, der sich auch für mein Innenleben interessiert und mir vertraut. Und ich glaube, das ist nicht einfach nur ein Wunsch, sondern ein tiefes Bedürfnis. Wenn ich mich aber verliebe, dann sind es eher harte, vielleicht gar grobe, eifersüchtige Männer, die mich sehr oft verletzen und mich deshalb ständig ins Zweifeln bringen. D.h. ich habe - etwas überspitzt formuliert -, falls ich eine Beziehung eingehe, die Wahl zwischen Zweifeln wegen Beliebigkeit oder Zweifeln wegen gefühlter Inkompatibilität.

    Ich sehne mich auch nach Gemeinschaft und nach etwas Höherem. Ich habe als Kind nicht von meinem Mann, von meiner Hochzeit oder meiner Familie geträumt, sondern davon, als Nonne in einem Entwicklungsland ein Waisenhaus zu leiten und den Kindern Lesen und Schreiben beizubringen. Ich finde das Kloster nicht fatalistisch. Die meisten Nonnen stehen sehr im Leben und sind für andere Menschen da.
     
    31.05.2015 #6
  7. authentisch_gelöscht

    authentisch_gelöscht

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    Das kann durchaus sein. Es könnte aber auch sein, dass ich beim Warten mein Leben verpasse.
     
    31.05.2015 #7
  8. authentisch_gelöscht

    authentisch_gelöscht

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    Das freut mich für dich! Alles Gute!

    Danke für die Ermutigung. Ich denke aber nicht, dass ich in der Vergangenheit irgendwie voreingenommen oder gar mit Angst Dates hatte. Ich bin jeweils recht locker und fröhlich.
     
    31.05.2015 #8
  9. authentisch_gelöscht

    authentisch_gelöscht

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    Danke Pit, das ist ein guter Hinweis. Vielleicht kommt es daher, dass die Männer, in die ich mich eigentlich verlieben "möchte", mich nicht beachten. Wenn dann einer kommt, von dem ich eigentlich weiss, dass er nicht passt, der mich aber will, dann ist oft das Mitgefühl bei mir ein starker Anteil, z.B. das Mitgefühl, weil einer ein schreckliche Kindheit durchgemacht hat. Und ich gebe vielleicht nach, entweder weil ich mich verliebe (weil das Stürmische, die Bestimmtheit, mit der er mich will, bei mir Verliebtheit hervorruft) oder (in der Vergangenheit auch schon) weil ich zu verzweifelt war, um klar nein zu sagen.
     
    31.05.2015 #9
  10. fafner

    fafner

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    Man kann ja auch erst mal mit der kleinen Liebe anfangen... :)

    Das ist ja schon mal sehr gut. Jetzt müsstest Du nur noch aufhören, darin etwas negatives zu sehen. Das Konzept der "grossen Liebe" überzeugt doch nicht. Gibt's einfach nicht.

    Wenn so ein paar Grundvoraussetzungen stimmen und nichts dagegen spricht, dann kann man es doch mal versuchen. Vielleicht wird es ja "trotzdem" schön. :) Funktioniert nur nicht, wenn Du es kaputtdenkst oder zeranalysierst... :-/

    Holla, dann bist Du zehn Jahre älter als ich. Hätt ich nicht gedacht.

    Das kommt vor. Aber: neuer Partner, neue Liebe. :)

    Das ist garantiert so.
     
    31.05.2015 #10
  11. Unbewusst_gelöscht

    Unbewusst_gelöscht

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    Hallo authentisch,
    Ja, das war von mir in dürren Worten. Um's Warten ging es mir bestimmt nicht, im Gegenteil.

    Im Grunde läuft das darauf hinaus es zu ermöglichen möglichst viele Männer kennen zu lernen. Für mich war das nach einem ersten, zu kopflastigen Anlauf, ziemlich ballastfrei, was meine Nogos anging. Ich habe es halt über PS gemacht und es lässt sich einfach zusammenfassen, von den vielen Kontakten, ~120, waren welche belanglos, viele nett, einer schon zu anfang sehr spannend - und dann eben meine Frau. Das ging mit einem trockenen Einzeiler los und erwies sich ganz schnell als außerordentlicher Kontakt, schnell jeden Tag 2, 3 Stunden telefoniert, ich hatte sogar da schon ein gemeinsames Wochenende, ein "Arbeitswochenende" angeboten, weil ich wusste, das muss noch nicht zwingend die Beziehung sein, dass wir uns aber soweit verstehen werden, dass das gute Chancen auf ein angenehmes Wochenende zum Kennenlernen hatte. Das war ihr doch zuviel und sie kam vorher noch bei mir vorbei. Sie zieht mich heute noch mit meinen Hausschuhen auf. Die Woche drauf sind wir gefahren, sehr harmonisch, aber noch nicht viel passiert, das kam dann erst, dann zügig als wir uns danach trafen. Trotz des Ballungsraumes, in dem ich lebe, ist es was in 150km geworden. Fernbeziehung war auch mal eines meiner "sinnvollen" Nogos. Jetzt denken wir vor allem darüber nach, wie wir es räumlich zusammen hinkriegen. Beruflich bin ich nicht auf einen räumlich fixen Arbeitsplatz angewiesen, kann also recht oft bei ihr sein.

    Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass es etwa 100 Kontakte braucht um seinen Partner zu finden, passte bei mir recht gut. Relativiert auch die Sorge sich selbst als zu anspruchsvoll zu sehen. Wichtig war noch die sich ergebende Erkenntnis, die Augen für Überraschungen offen zu halten. Die passieren. Mit meiner Frau passte das in einem Umfang, wie ich es nicht erwartet hatte. Es war der eindeutige, nicht zu übersehende Kontakt und die Chemie stimmte. Das meinte ich in etwa mit, "wenn ein paar Notwendigkeiten zusammenkommen". Es wird eindeutig und die "große Zahl" hilft den Richtigen dabei zu haben. Man glaubt es mir ja nicht, aber ich bin bekennend sentimentaler Romantiker, das half mir mehr als aufwändige gedankliche Konstrukte. Die erwiesen sich nachträglich schon als richtig, waren aber insofern Quark, alsdass sie mich blind machten. Ich betone es, die nahmen mir Sicht! Es ist schon in Ordnung sich Gedanken zu machen. Es entspannt Eventualitäten durchgegangen zu sein, dann aber beiseite legen und möglichst über die "große Zahl" einfach nur laufen lassen. Es kommt vermutlich eh anders.

    Und nicht über Warten nachdenken, ich bin auch älter, habe eine Beziehung in der Grütze hinter mir, die ich als sicher annahm und darf mit meiner nun noch mal ziemlich von vorne. Wir machen einfach und nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung wird auch das laufen. ^^ Es ist ja auch eine Perspektive zusammen den gemeinsamen Lebensmittelpunkt in Gänze gestalten zu können.
     
    01.06.2015 #11
  12. authentisch_gelöscht

    authentisch_gelöscht

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    Hallo Unbewusst!
    Vielen Dank für deine Geschichte, die Hoffnung macht.
    Ich wünsche dir und deiner Frau alles Gute!
    Allerdings mag ich im Moment nicht wie wild suchen und möglichst viele Dates haben... Aber vielleicht bleibe ich einfach offen für das, was kommt.
     
    02.06.2015 #12
  13. lone rider

    lone rider

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    Ja, mach' das. Bleib offen. Dann wirst Du sehen, dass es keine verschiedenen Formen der Liebe gibt. Es gibt nur die Eine. Du bewertest zu viel.
     
    02.06.2015 #13
  14. lone rider

    lone rider

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    Es schmerzt mich etwas, von Deiner Sehnsucht zu lesen, authentisch. Das Kloster kannst Du auch in Dir tragen. Oder einen heiligen Raum, in den Du einkehrst, der Dir entspricht; ein Ort des Friedens, der Schönheit und des Glücks. Ich denke, dieser Raum ist unteilbar und immer in Dir.
     
    03.06.2015 #14
  15. authentisch_gelöscht

    authentisch_gelöscht

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    Danke, lieber lone rider. Du hast schon recht. Aber an so einem Morgen wie heute finde ich nur Trauer und Schmerz, wenn ich in mir drin nach Frieden suche.
     
    04.06.2015 #15