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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Nordbewohner
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    Meine Geschichte

    Ich möchte einmal meine Geschichte erzählen. Ich habe eine erst im Erwachsenen-Alter diagnostizierte Bipolare Störung (sowas ist nach Ende der Jugendzeit unheilbar). Ausgebrochen ist sie richtig vor rund 10 Jahren nach einem schweren Unfall. Ich habe nach dem Unfall einfach weitergearbeitet, habe dann eine schwere larvierte Depression ausgebrütet und bin dann zusammengebrochen.
    Weil ich krank geworden bin und die Aussichten mehr als schlecht waren, jemals wieder ins Erwerbsleben zurückzukehren, hat sich meine Ex von mir getrennt. Und zwar noch während des Klinikaufenthalts. Im ganzen Sorgerechtsstreit hat dann im Gerichtsverfahren eine Mitpatientin, die mit in der Gruppentherapie saß, alles das ausgeplaudert, was in dem eigentlich geschützten Raum durch die gegenseitigen Schweigepflicht geschützt ist. Das hat man komplett gegen mich verwendet. Und da die Mitpatientin dann auch noch drohte, sich umzubringen, wurde meine Gruppentherapie klinikseitig abgebrochen, weil nur sehr begrenzte Plätze zur Verfügung standen und ich als nicht-suizidgefährdeter eben nachrangig bin.
    Danach hatte ich keinerlei Vertrauen mehr. Weder zur Therapie, noch zu Frauen. Ich habe mir in den letzten Jahren einen richtig ausgeprägten Fetisch zugelegt, der mir im Grunde den Zugang zum weiblichen Geschlecht erschwert.
    Das Dumme ist: will ich das behandeln lassen, kostet das ganze Geld (160 Stunden á 80 Euro), weil die Therapeuten die Meinung vertreten, es müsse mir etwas wert sein, nur dann wäre eine Therapie erfolgversprechend.
    Die Krankenkasse vertritt die Meinung, sowas sei ein Luxusproblem.
    Als Sozialrentner (es geht sowieso nur eine Beziehung mit getrennten Wohnungen) kann ich mir aber Behandlungskosten von 240 bis 320 euro pro Monat und das ganze verteilt auf mindestens 3 Jahre nicht leisten.
    Was wäre jetzt Euer Weg? Ich merke, dass viele Leute sehr große Probleme mit mir haben - und zwar weniger mit mir als Mensch, sondern viel mehr mit dem "Rahmenprogramm", das ich da mit mir herum schleppe. Was ich merke: mit Ehrlichkeit komme ich nicht weit, die nackte Wahrheit stößt viele ab und macht ihnen - wenn auch unberechtigt, denn ich bin medikamentös eingestellt - angst.
    Hinzu kommt, dass ich als Familienernährer praktisch nicht zur Verfügung stehe, auf Grund von Sehfeldausfällen auch nicht mehr Auto fahren kann.
    Und das Problem ist ja auch noch ein anderes: bei einer Partnerschaft stelle ich es mir ja so vor, dass wir zwei auch noch gegenseitig anregende Gesprächspartner zueinander sind...
    Es ist die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, das habe ich das Gefühl.
     
    12.12.2017 #1
  2. Schneefrau
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    Ohne genauere Umstände zu kennen, stellte sich bei mir beim Lesen deines Textes die Frage, ob gerade jetzt der passende Zeitpunkt wäre, eine Partnerin zu suchen.

    Mir scheint es, dass du noch viele Themen hast, die dich aktuell belasten und dein Glücklichwerden stark beeinträchtigen.
    Meine Empfehlung wäre es, diese Themen zuerst zu beabeiten und das Ziel zu verfolgen dich als Menschen zu stabilisieren.
    Da hast du einiges vor dir, aber ich wünsche dir, dass deinen Weg findest.
    Wenn du dich gefangen hast, angekommen bist...dann ist dein Kopf womöglich frei für eine neue Frau an deiner Seite und erst dann würde ich mir an deiner Stelle Gedanken machen, was die Partnersuche erleichtern/beschleunigen könnte.
    Schaff erstmal gute Voraussetzungen für ein gutes Leben für dich!

    Ich wünsche dir viel Erfolg und unterstützende Menschen (vielleicht auch ein Hilfesystem), welches dich dabei begleitet und bestärkt, diese Lebensphase gut zu überstehen - alles Gute..!
     
    12.12.2017 #2
  3. Lieber Nordbewohner!

    Willkommen im Forum!

    Mir ist etwas unklar, was du von uns möchtest. Hast du eine oder mehrere Fragen, die dich beschäftigen, und auf die du von den anderen Foristen und Foristinnen eine Antwort möchtest? Oder war es einfach mal hilfreich, deine Geschichte erzählen zu können?
    Was mir auffällt: Offenbar hast du doch irgendwo noch Vertrauen. Sonst hättest du vermutlich deine Geschichte nicht hier erzählt. Das ist doch schon mal ein Anfang. Hoffen wir, dass du hilfreiche Feedbacks bekommst!

    Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Kraft und Mut, deine Probleme eins nach dem anderen anzugehen, und Glück, dass deine Schritte erfolgreich sein werden! Alles Gute!
     
    12.12.2017 #3
  4. Tone
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    Zuletzt bearbeitet: 12.12.2017
    12.12.2017 #4
    MaryCandice gefällt das.
  5. Unser Weg in Bezug auf was?
     
    12.12.2017 #5
  6. Nordbewohner
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    Oh, da gibt es seit vielen Jahren viele Themen. Ich bin inzwischen bis zur Altersrente verrentet worden.
    Was das Problem ist: die Zahl der Therapeuten im erreichbaren Umfeld ist beschränkt. Und da drehe ich mich mit denen irgendwie inzwischen im Kreis.
    Hinzu kommt das Gedrängle im eigenen sozialen Umfeld. Ich habe in den letzten Jahren schon genug Leute entsorgt, also Kontakte abgebrochen. Ich war's irgendwann leid, mir andauernd die Frage anzuhören, wann ich denn wieder anfinge zu arbeiten - und wie ungerecht das doch wäre, dass ich zu Hause bleiben dürfte und die anderen nicht. Ich kann nun einmal nichts dafür, wenn gesunde Leute ihr Leben nicht in den Griff bekommen. Ist nicht mein Problem. Und das saudumme Dahergerede tut mir nicht gut und ich tue mir das nicht an.
    Seit einiger Zeit fängt der Rest an, ich solle mir mal eine Frau zulegen und am besten eine Familie mit Kinder zulegen. Ich habe das auch erst mal als saudummes Dahergerede (aka "Gesunder Menschenverstand") abgetan. Aber irgendwie wirkt das wie eine Gehirnwäsche. Ich habe gemerkt, dass mir irgendwas fehlt. Etwas, das man mit Filmchen und Fetischen eben nicht bekommt: emotionale Nähe. Von der Vernunft her sage ich mir, dass das ja ein Hirngespinst ist, eine Fata morgana. Aber ich wache inzwischen nachts oder morgens auf und denke, wie schön wäre es doch, das Leben mit jemandem zu teilen. Irgendetwas fehlt.
     
    12.12.2017 #6
  7. Entschuldige, Nordbewohner, aber deine Geschichte hat so ein Bild in mir aufsteigen lassen, wie du mit ein paar eigentlich ernsthaften Therapeuten Ringel, Ringel, Reihe tanzt, bewacht von einem kläffenden Pitbull namens Fetisch, und rundherum, in den Ecken des Raumes drängen sich ganz viele Leute, von denen immer mal wieder einer aus dem Fenster in die darunter stehende Mülltonne geworfen wird, nachdem er es gewagt hat, etwas zu sagen oder zu nahe zu kommen... Und du träumst davon, dass eine Frau zu dir vordringt. Ich denke, die müsste schon ziemlich mutig und unbeirrbar sein.

    Wie findest du diese Vorstellung? (Ich bin da gerade ein wenig zur Kichererbse mutiert. Ich hoffe, du verzeihst mir das, ich bin zu müde, um ernst zu bleiben.)

    Sonst nichts?
    Gibt es eine Aufgabe in deinem Leben, einen Sinn? Gibt es Interessen und Freude?
    Jeder Mensch wünscht sich doch emotionale Nähe! Es mutet aber etwas seltsam an, dass du das erst entdeckt hast, nachdem andere Leute gefragt haben, ob du keine Frau willst.
    Nimmst du vielleicht eine zu hohe Medikamentendosis?

    Ich glaube ja nicht, dass man die ein für alle Mal gut einstellen kann.

    Kein Therapeut kann deine Probleme lösen. Die kannst du nur selbst in Angriff nehmen. Ein Therapeut kann dich dabei höchstens unterstützen. Wenn du aber nichts wirklich ändern willst oder nicht dran bleibst, wenn es anstrengend oder schmerzhaft wird, dann machst du tatsächlich alle Therapeuten zu blossen Ringel, Ringel, Reihe-Tänzern.

    Aber kannst du eventuell etwas dafür, ob du dein Leben in den Griff bekommst? Ist das dein Problem?

    Kannst du noch erklären, wie du das hier meinst? Geht es ums Zusammenpassen?
    Zu welchen Themen könntest du denn ein anregender Gesprächspartner sein? Das könnte vielleicht ein Hinweis darauf sein, was für eine Frau du suchen solltest und wo du sie möglicherweise finden könntest.

    Alles Gute, und sei mir nicht böse, dass ich lachen musste!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.12.2017
    12.12.2017 #7
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  8. Marlene
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    Hallo, lieber @Nordbewohner ,
    ein Freund von mir geht mit einer ähnlichen Diagnose in eine Selbsthilfegruppe und hat dort seine Partnerin kennengelernt. Davon abgesehen, hat er auch neue Freunde dazugewonnen und feiert jetzt Weihnachten mit ihnen zusammen.
    Wäre das etwas für Dich?
     
    12.12.2017 #8
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  9. TPT

    TPT

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    er soll sich eine Partnerin und neue Freunde in einer Selbsthilfegruppe suchen?
     
    12.12.2017 #9
  10. Ich finde das auch einen seltsamen Rat, der oft ganz reflexartig gegeben wird...
    Er hat etwas von Abwehr und Ausgrenzung und von einer vorurteilsbeladenen Vorstellung, Menschen, die unter psychischen Erschütterungen leiden, seien grundlegend anders als andere, könnten sich nur untereinander verstehen.
    Ich schreibe das, obwohl ich Marlene nicht so einschätze, dass sie das so sieht.
     
    12.12.2017 #10
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  11. Mentalista
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    Warum nicht? Das sind Menschen, die ihn vielleicht besser verstehen können.
     
    12.12.2017 #11
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  12. Mentalista
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    Sehe ich nicht so. Zudem Marlene von einem ihrer Freunde schreibt. Da lese ich nichts von Ausgrenzung, sondern nur einen Hinweis, wo man schauen könnte, Gleichgesinnte zu finden.

    Wir im Forum sind doch hier irgendwie auch Gleichgesinnte. Wird jemand ausgegrenzt, dem man den Tip gibt, in diesem Forum um Rat oder Gedanken zu bitten? Nee, oder? Also....
     
    12.12.2017 #12
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  13. @Mentalista: Wie kommst du auf die Idee, nur weil Leute die gleiche medizinische Diagnose haben, seien sie Gleichgesinnte?
     
    12.12.2017 #13
  14. Marlene
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    Oh weh, oh weh, daran erkennt man die Denke wohl des Mainstreams. Man wird doch nicht reduziert, wenn man in eine SHG geht, sondern geht dorthin, wo man sich offen mitteilen und Verständnis erhalten kann. Das ist keine Ausgrenzung, außer Andere machen ein Stigma daraus.
    Ich habe einige Freunde mit der Thematik Depressionen, die Diagnosen sind doch nur ein Stempel für die Behandlung, jeder für sich genommen ist ein weites Feld und sehr unterschiedlich.
     
    12.12.2017 #14
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  15. Mentalista
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    Wie kommst du auf die Idee, dass sie es nicht sein können, dürfen, wollen?
     
    12.12.2017 #15