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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. mone7
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    Genau, wie wäre es mit einer Krebserkrankung? - dann in eine Selbsthilfegruppe, weil sonst hat man ja echt keine Chance mehr Freunde zu finden.
    Was geht denn mit dir ab? Selbsthilfegruppen werden primär nicht besucht, weil es so lustig ist - Betroffenene stellen nur dann oft in selbiger fest, dass das Leben doch lebenswert, schön und auch lustig ist und es Menschen gibt, die ähnliche Schicksale haben - und bei aller Unterschiedlichkeit wirkt das verbindend.
     
    12.12.2017 #46
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  2. Marlene
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    Bitte, Philippa, Du hast die Ausgrenzung reingebracht und jetzt auch mit obigen Satz wiederholt.
    Ich habe diese Möglichkeit der SHGs angeführt, da anscheinend von @Nordbewohner keine Therapien mehr ermöglicht werden können. Und, es ist durchaus möglich, jemanden dort kennenzulernen. Auch, wo dann Beziehung funktionieren kann, genauso gut oder schlecht wie überall. Und auch Freundschaften.
    Und diese Prophezeiung des gegenseitigen Hinunterziehens kommt immer nur von sogenannten Nichtbetroffenen. Und dann wird irgendein Beispiel dafür gebracht, meistens eines mit Alkoholikern, da die anscheinend auf der untersten Stufe stehen. Und, wenn dazu derjenige in Schichten denkt, muss dieses Argument gegen die Stigmatisierung angebracht werden: es zieht sich durch alle Gesellschaftschichten. Und dann zeigt man trockene oder depressive usw. Schauspieler, Musiker, Maler usw., und es wird akzeptiert. Und diese werden nicht reduziert auf ihre "Krankheit", nein, diese wird sogar als Ventil oder Antrieb gesehen und mit Verständnis gehandhabt. Der arme Unbedeutende erhält aber eine Negativbewertung. So viel jetzt mal zur Stigmatisierung.
    Ich finde, das sollte man Alles wegstreichen und auch eine Selbsthilfegruppe als einfach einen Ort sehen, wo man genauso mit einem Interesse - nämlich sich gegenseitig zu helfen, zu unterstützen und über sich etwas in Erfahrung zu bringen - hingeht, wie z.B. in einen barocken Lyrikkreis.
    Und zur Beziehung noch: es kann genauso gut eine gegenseitige Ausbalancierung, Unterstützung usw. sein, das ist genauso offen wie überall.
     
    12.12.2017 #47
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  3. TPT

    TPT

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    Ich kann mir wesentlich besser vorstellen, daß sich passendere Pärchen oder echte Freundschaften in einem barocken Lyrikkreis finden, als in einer an sich schon problembehafteten gemeinschaftsgruppe.
     
    12.12.2017 #48
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  4. Marlene
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    Ach TPT :),
    ein barocker Lyrikkreis kann ganz schön problembehaftet sein. Auch "an sich schon".
     
    12.12.2017 #49
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  5. fafner
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    Ganz einfach deshalb, weil man ja allein schon das Interesse teilt an der Thematik, weshalb man die SHG aufsucht.
    Von "soll" war doch gar keine Rede. Von jemand, dem das dort gelungen ist, schon.
    Niemand hat das geraten. Du hast das anscheinend gelesen. Ich nicht.
     
    13.12.2017 #50
  6. @Marlene, @fafner: Ich habe überhaupt nichts gegen Selbsthilfegruppen gesagt. Ich finde, Selbsthilfegruppen sind etwas sehr Wertvolles. Ich war selbst nie in einer Selbsthilfegruppe, habe mich aber jahrelang in der Kerngruppe eines Trialogs engagiert (in einem Trialog treffen sich nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige und Fachleute) und habe dort viele nette Leute getroffen. Es war auch überhaupt keine Jammer-Truppe, im Gegenteil, wir haben auch immer viel gelacht und einander gegenseitig weitergebracht, Hoffnung gemacht, manchmal gar inspiriert. Aber halt immer zum selben Thema. Die meisten Leute brauchen auch mal noch ein anderes Thema... Da ist es meines Erachtens sehr wichtig, dass man auch Leute kennt, die nicht in diesem Thema drinstecken, sonst dreht man sich dann eventuell nicht nur mit den Therapeuten, sondern auch noch mit den Freunden von der Selbsthilfegruppe im Kreis. (Ausserdem hatte doch Nordbewohner geschrieben, dass er kein Vertrauen mehr in solche Gruppen hätte!)

    Vor allem aber finde ich nicht, dass eine Selbsthilfegruppe die erste Anlaufstelle sein sollte, um einen Partner zu suchen. Das ist absurd.
    Wieviele Dates hattet Ihr? Wieviele davon haben zu einer Partnerschaft geführt? Und das, obwohl Ihr im Voraus eine Auswahl getroffen habt. In einer Selbsthilfegruppe hat es vielleicht durchschnittlich 10 Personen, beiderlei Geschlechts, jeglichen Alters, jeglicher Bildung, jeglicher Interessen etc.... Da ist die Chance, einen Partner zu finden ziemlich klein. Dass es trotzdem schon passiert ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit nicht.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13.12.2017
    13.12.2017 #51
  7. Es gibt übrigens für alles Mögliche Selbsthilfegruppen, z.B. für Allergiker, für Verwitwete, für Hochbegabte, für Diabetes-Betroffene, für emotionale Gesundheit, bei Prokrastination, für Energie für Frauen, für gemeinsame elterliche Verantwortung, für Stellenlose, für Mitsprache, für Angehörige jeglicher Patienten etc. etc. Da müsstet Ihr doch alle was finden! Viel Spass bei der Partnersuche! :p
    Parship kann gleich dichtmachen! :D
     
    13.12.2017 #52
  8. Nordbewohner
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    Ja, das Thema "Selbsthilfegruppen"... Ehrlich gesagt habe ich da schon so einige Erfahrungen mit gemacht - und die waren alles andere als positiv. Die haben mich eher runter gezogen. Zwei Selbsthilfegruppen waren typische Stuhlkreis-Selbsthilfegruppen. Alle saßen im Kreis und dann haben die betreuenden Soz-Päd die Frage gestellt: "Na, wie geht es uns denn heute so?". Und allen ging es natürlich schlecht und alle haben sich dann gegenseitig runter gezogen.
    Was mich da auch auf die Dauer gestört hat, war dieses Festklammern an irgendwelchen Lehrbüchern und Leitfäden. Natürlich wird dann seitens betreuenden Ärzten, Therapeuten und Soz-Päds davon ausgegangen, dass alle doof sind, keinen Schul- und erst recht keinen Berufsabschluss haben und alle Alkoholiker sind oder Drogen nehmen. Das trifft auf einen erheblichen Teil durchaus zu. Aber wenn man dann da nicht ins Raster passt, heisst es ganz schnell "Upps - Sie sind Akademiker, Sie haben ein abgeschlossenes Studium?! - Das kann nicht sein, da bin ich jetzt aber überfordert!"
    Was mich auch an den SHG genervt hat: da hockt man dann mit Leuten drin, die wider besseren Wissens einfach mal wieder nen Joint geraucht haben und sich dann wundern, dass die Psychose oder die Depri wieder da ist. Ich mache es für mich immer so, dass ich Dinge, die mir nicht bekommen, einfach mal draussen lasse. Das ist etwas, was ICH für MICH tun kann.
    Ich fand's sehr, sehr anstrengend mit diesen Gruppen. Und ehrlich gesagt, auch wenn ich eingeschränkt bin, gefällt mir das Leben eigentlich recht gut.
     
    13.12.2017 #53
  9. Nordbewohner
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    Ich habe zwei Selbsthilfegruppen hinter mir. Wie man dort einen Partner finden soll, ist mir schleierhaft. Zumal die Gefahr der Ausplauderei eben auch noch da ist.
    Selbsthilfegruppen gelten als Allheilmittel, sie werden gerne angeprahlt.
     
    13.12.2017 #54
  10. Nordbewohner
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    Also ich möchte nicht die ganze Zeit mit meiner Erkrankung konfrontiert werden. Dazu hat die erkrankung kein Recht.
     
    13.12.2017 #55
  11. Nordbewohner
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    Ich bin ja der Meinung, in einer Beziehung sollten die Partner im Mittelpunkt stehen und nicht deren Erkrankungen.
    Und ich habe ja auf Grund meiner Erfahrungen mit Ausplaudereien von Gruppeninterna und deren Verwendung in Gerichtsprozessen so meine Erfahrungen machen müssen.
     
    13.12.2017 #56
  12. fafner
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    Das ist doch eine der allergrößten Selbsthilfegruppen überhaupt... :D
    Schön, dann geht es bei Dir halt nicht.

    Ich fand zumindest die Erwähnung von @Marlene, daß sie da im Bekanntenkreis mal dieses eine Ereignis hatte, für völlig berechtigt. Sie hat sich ja nix ausgedacht. Es war eben so. Fertig.

    Du wirst sicher einen besseren Weg finden und uns dann hier auch darüber berichten.
    Das kann man sich ja wünschen, aber es entbehrt doch jeglicher Realität. Und es ist auch ein Widerspruch: steht der Partner im Mittelpunkt, dann automatisch auch dessen Erkrankung... o_O
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.12.2017
    13.12.2017 #57
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  13. Mentalista
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    Das ist sehr tragisch und ich frage mich schon, aber da trete ich dir wohl zu nahe, wie das möglich war, bzw. wie die Gegenseite das hinbekommen hat, an diese Ausplaudereien zu kommen.
     
    13.12.2017 #58
  14. Nordbewohner
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    Das ging in dem Fall ganz einfach. Eine Mitpatientin waren sehr einsam und sozial isoliert. Darauf ist meine Ex ihr jovial und großzügig gekommen, hat ihnen gesagt, wie toll sie sei und wie schlimm und dass man ja Mitgefühl haben müsse. Und genau über die Schiene haben dann meine Ex und ihr Anwalt sie dann bekommen.

    Von Therapeuten und Klinik kam nur ein Achselzucken, man könne da leider nichts machen, die Mitpatientin wäre sehr schwach und sehr einsam und sehr aufgeschlossen gegen ein bisschen Zuneigung. Und dann kam der übliche Sermon, es wären nicht alle so, ich solle das nicht generalisieren, das wäre alles extrem tragisch, Lebensrisiko halt. es gäbe auf der Welt Arschlöcher. Das Versprechen des "geschützten Raumes" wäre ein bisschen symbolischer Natur, eine symbolische Sicherheit.

    Das Thema Gruppentherapie ist seitdem für mich durch. Und zwar nicht, weil ich es nicht will, sondern weil ich es nicht kann. Es zieht sich allein schon bei dem Gedanken über den Verrat alles in mir zusammen und ich bekomme da richtige Magenschmerzen und ich habe das Gefühl, dass es mir die Luft abdreht. Es gibt schon echte Abgründe bei Menschen.
     
    13.12.2017 #59
  15. 199MKt8gf
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    Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.
     
    13.12.2017 #60