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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. equinox
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    Zitat 60+: (...) es gibt eben auch Frauen wie mich, die eine ganz normale Ehe geführt haben, mit Höhen und Tiefen, die ihr Leben lang gearbeitet und Kinder großgezogen haben und sich immer ihre Freiräume erkämpft haben.

    Zitat 60+:
    Die unterdrückten Hausfrauen trauen sich oft nicht zu gehen.

    Zitat elbtexterin:
    sie können es sich finanziell gesehen ja auch nicht mal eben so leisten, wenn sie seit x jahren nicht mehr im berufsleben standen. und bevor hartz IV angesagt ist, harren sie vielleicht doch lieber in einer unglücklichen ehe aus....

    Das meinte ich mit Entscheidungen treffen. Es bestand für die hier diskutierten 68er Nachfolgegenerationen immer auch die Möglichkeit, sich finanziell unabhängig und gleichberechtigt in Partnerschaften zu organisieren. (Jedenfalls dann, wenn beide Partner über einen entsprechend qualifizierten (Hoch)Schulabschluss verfügten - und das ist jetzt nicht unbedingt rare Ausnahme.) Ich hatte schon vor über 30 Jahren den Eindruck, dass Frauen leider oft einen scheinbar bequemeren Weg wählen und sich sehr gerne den beruflichen Streß fern halten. Dass Teilzeitarbeit in Deutschland fast immer auch Karriereknick bedeutet, sollte klar sein. Bewußt gelebte gleichberechtigte Partnerschaft würde dies aber für BEIDE als notwendigen Preis akzeptieren. Erst auf dieser Basis lässt sich auch die Diskussion um die Bedeutung von Haus- und Familienarbeit auf Augenhöhe führen.
     
    05.06.2018 #106
  2. elbtexterin
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    würde meine mutter das lesen, würde sie jetzt beinhart mit dir ins gericht gehen. die hat das schon vor 40 jahren anders gehandhabt. das mal am rande...außerdem gab es damals noch weniger männer als heute, die das toll fanden, wenn frau sich beruflich ebenfalls engagiert. bzw. heute darf frau gern karriere machen. aber kinder und haushalt bleiben doch nach wie vor meist an ihr hängen.

    dann finde mal einen mann, der das 1:1 durchzieht. kannst du mit der lupe suchen. auch heute noch unter den jüngeren. und leider kommt noch eine ganz simple sache hinzu: solange frau teils deutlich weniger für gleiche leistung verdient, ist es oft auch eine einfache rechenaufgabe, wer dann zurücksteckt. einfach, weil man (zumindest in den metropolen mit den enorm hohen mieten) auch eine gewisse bis erhebliche summe kleingeld in der kasse braucht für eine familie. ich kenne einige, bei denen letztlich das geld dazu führte, dass die frau eben ne weile kürzer tritt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.06.2018
    05.06.2018 #107
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  3. Mentalista
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    Yep. Nicht umsonst wird die Abschaffung des Ehegattensplitting gefordert.
     
    05.06.2018 #108
  4. WolkeVier
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    @equinox @elbtexterin Ich habe oft den Eindruck, dass der beschriebene Karriereknick oft wegen der (gemeinsamen) Entscheidung für Kinder verursacht wird. Den meisten scheint es aus verschiedenen Gründen naheliegender zu sein, dass die Mutter das übernimmt.
    In vielen anderen europäischen Staaten gehen die Frauen nach einem recht kurzen Mutterschutz wieder ihrer Vollzeitarbeit nach.
     
    05.06.2018 #109
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  5. elbtexterin
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    nicht nur das. equal pay wäre auch ungemein hilfreich. kenne wirklich einige, bei denen es dran scheiterte, dass der mann wirklich mal übernimmt. weil netto dann einfach mal eben ein paar hunderter gefehlt hätten im monat.
     
    05.06.2018 #110
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  6. equinox
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    @ elbtexterin: "würde meine mutter das lesen, würde sie jetzt beinhart mit dir ins gericht gehen. die hat das schon vor 40 jahren anders gehandhabt."

    Ist doch super, genau das beweist ja, dass es andere Möglichkeiten als den traditionellen Weg gibt!


    @ elbtexterin: "...dann finde mal einen mann, der das 1:1 durchzieht."

    D.h. trotz besseren Wissens ist frau also bereit, sich auf eine Partnerschaft mit langfristigen Bindungen und Verpflichtungen einzulassen?

    Das finanzielle Argument - ja, Ingenieure und IT-Spezialisten verdienen meist mehr als Lehrerinnen. Um das mal etwas klischeehaft zu illustrieren. Aber ist das Leben in (extrem teuren) Metropolen ein Muss? Und bedarf es eines immer höheren Lebensstandards, um ein zufriedenes/glückliches Leben zu führen?

    Das Kinder-Argument - es stellt sich auch die Frage (wie schon vor 40 Jahren), ob Kinder angesichts der globalen Bevölkerungsentwicklung tatsächlich ein Muss sind? Oder mal anders formuliert: wenn ich in einem Land lebe, in dem die Angebote für die Betreuung und Versorgung von Kindern so unterentwickelt sind wie in Deutschland, dann gibt's auch noch die Möglichkeit auszuwandern oder eben auf Kinder zu verzichten. Kinder und Berufstätigkeit dürfen in einer modernen Gesellschaft keine Alternativen sein, die Vereinbarkeit ist ja durchaus herzustellen. Allerdings ist das eine Frage des gesellschaftlichen und politischen Willens. Irgendjemand wählt doch die Parteien, die die familienpolitischen Entscheidungen treffen ...
     
    05.06.2018 #111
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  7. equinox
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    Tja, die Mutterrolle ... scheint eine nicht auszurottende Ideologie zu sein ...

    ... meine Rede. Und entsprechende Einrichtungen für die Versorgung der Kleinen sind Selbstverständlichkeit! Dort gibt es auch nicht die Angst von Frauen, mit der Schwangerschaft auf's Abstellgleis geschoben zu werden. Aber das Leben in einem familienpolitischen Entwicklungsland war noch nie einfach.
     
    05.06.2018 #112
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  8. Mentalista
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    Schlimm genug, dass es wegen der Mutterschaft einen Karriereknick gibt.

    Ja, viele Frauen, z.B. in Frankreich, eher in den Grossstädten gehen nach für mich viel zu kurzer Muterschutz wieder arbeiten, aber nicht unbedingt, weil sie wollen, sondern weil sie müssen, da die Mieten z.B. in Paris so hoch sind, dass beide Vollzeit arbeiten gehen müssen.

    Ich habe durch einen früheren Schüleraustausch mit Frankreich/Bordeaux meiner Tochter einen gewissen Einblick in das französische System bekommen. Seelisch gut für die Kinder finde ich das nicht. Meine Tochter rief mich damals und erzählte mir, dass es so schrecklich auf der Gymnasium dort wäre. Was für eine Gewalt unter Kindern, was sie selbst nicht aus Berlin kennt, und ein Kommandoton der Lehrer, sie wollte am liebsen so schnell wie möglich nach Hause zurück. Danach ist sie noch viel lieber zur Schule hier in Berlin gegangen.

    Ich finde unser System gar nicht so schlecht, es wäre noch besser, wenn die AG, in dem Sinne meistens Väter/Männer an der Spitze, moderner=Familienfreundlicher werden würden.

    In Berlin scheint das irgendwie zu funktionieren, es werden so viele Kinder geboren, dass es inzwischen eine hohe Unterversorgung an Kita-Krippenplätzen gibt. Auch in anderen Städten, sogar ostdeutsche, wie z.B. in Leipzig, soll es ähnlich sein. Also nix mit dem Aussterben der deutschen Bevölkerung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.06.2018
    05.06.2018 #113
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  9. WolkeVier
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    wir sind zwar schon sehr OT, aber...
    Was genau schlägst du vor?
     
    05.06.2018 #114
  10. Mentalista
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    Es fängt im Kopf an. Wie willst du den konservativen Männern beibringen, dass es anders gehen muss und kann? Es hat hier was mit Macht zu tun. Wenn viele Männer schon ansonsten kaum mehr Macht haben, die Deutschen lieben die Macht, sehen wir ins vergangene Jahrhundert, dann wollen gerade Männer, das bissel Macht, was sie noch ausüben können, wenigsten dann richtig erleben. Das geht bis ins Private rein.

    Nicht zu vergessen, die strukturellen starken Umwälzungen nach der Wende, die für viele Menschen, auch im Westen, starke Veränderungen, auch negative, gebracht haben. Die damaligen Kinder inzwischen erwachsen haben das alles miterlebt. Das hinterlässt seelische Folgen, auch negative.

    Sorry, wir sind wirklich schon sehr OT.
     
    05.06.2018 #115
  11. elbtexterin
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    @equinox : du argumentierst sehr analytisch und rational. die meisten tun das nun mal nicht und arrangieren sich halt irgendwie.

    ich habe nämlich so meine zweifel, ob es wirklich leute gibt, die auswandern würden, weil die betreuungssituation hierzulande nicht so dolle ist. oder die dann eben lieber gleich ganz auf kinder verzichten.

    ich habe auch meine zweifel, dass ein paar sich aus gründen der gleichberechtigung dafür entscheidet, lieber den wohnort zu wechseln (ggf. mit allen konsequenzen wie umfeld verlassen, jobwechsel) anstatt denjenigen weiter vollzeit arbeiten zu lassen, der netto mehr nach hause bringt. das ist wohl einfach in den meisten fällen deutlich praktikabler, wenn auch nicht gleichberechtigt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.06.2018
    05.06.2018 #116
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  12. equinox
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    @ elbtexterin:
    "ich habe nämlich so meine zweifel, ob es wirklich leute gibt, die auswandern würden, weil die betreuungssituation hierzulande nicht so dolle ist. oder die dann eben lieber gleich ganz auf kinder verzichten."

    ... die gibt es und ich habe solche Menschen kennengelernt. Auswanderungsgründe waren Kinderbetreuung und bessere Arbeitsbedingungen (nicht: Bezahlung!). Verzicht auf Kinder kommt aber häufiger vor.

    @ elbtexterin:
    "ich habe auch meine zweifel, dass ein paar sich aus gründen der gleichberechtigung dafür entscheidet, lieber den wohnort zu wechseln (ggf. mit allen konsequenzen wie umfeld verlassen, jobwechsel) anstatt denjenigen weiter vollzeit arbeiten zu lassen, der netto mehr nach hause bringt. das ist wohl einfach in den meisten fällen deutlich praktikabler, wenn auch nicht gleichberechtigt."

    Tja, es ist immer die Frage, was man will. Auch dazu sind mir im Bekanntenkreis einige Beispiele bekannt, in denen das sehr bewusst praktiziert wurde.

    Und etwas zurück zum Ausgangsthema:
    Bei der Partnersuche im fortgeschrittenen Alter geht es dann genau darum, Gleichgesinnte, Menschen mit ähnlichen Lebensentwürfen zu finden.
     
    05.06.2018 #117
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  13. WolkeVier
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    Egal. :)
    Aber meine Frage hast du jetzt nicht beantwortet. Welche Maßnahmen der AG schlägst du konkret vor?
     
    05.06.2018 #118
  14. Mentalista
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    In welcher Hinsicht genau?
     
    05.06.2018 #119
  15. WolkeVier
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    In der Hinsicht, dass die AG moderner werden.
     
    05.06.2018 #120