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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. meafteritall
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    Nach 17 Jahren

    Hallo,

    Ihr wirkt wie ein ziemlich nettes Forum und ich bin neu hier. Ich suche akut keinen Partner, sondern eher etwas Austausch über Trennungen nach langer Zeit.

    Als ich mit meinem Mann zusammenkam, war ich erst 17 Jahre alt, seit einigen Jahren sind wir verheiratet. Obwohl wir auf Beziehungsebene immer wieder Schwierigkeiten hatten, waren die Gefühle sehr tief und vor allem teilten wir einen freundschaftlichen Umgang mit einem nicht langweiligen Miteinander. Wir haben uns bis heute immer etwas zu erzählen.

    Das "heute" sieht trotzdem so aus, dass wir uns nun, nach 3 Monaten Ringen nach wiederum 2 Monaten schwerem Konflikt, getrennt haben. Räumlich sind wir auch 3 Monate auseinander, allerdings nur provisorisch, was bedeutet, seine Sachen sind grösstenteils noch hier (ich bleibe in der Wohnung).
    Die Trennung jetzt geht mehr von mir aus. Ich möchte noch gar nicht so viel über die Beziehung sprechen, nur heute habe ich mich erschlagen gefühlt, als ich in der Wohnung ein wenig seine Sachen zusammengestellt habe. All die Erinnerungen. Und die längste Zeitkarte ich gedacht, trotz allem, wir werden zusammen alt. Das klingt bestimmt sehr kitschig, aber es holt mich gerade so ein.
    Wie habt Ihr erfahreneren das gehandelt? Eher über Ablenkung oder über Durchleben des ganzen, oder beides? Ich versuche beides, aber manchmal fühlt es sich an, als hört das schlechte Gefühl nie wieder auf. Blöderweise haben wir uns auch viel gesehen und mir kamen immer wieder Zweifel, ob die Trennung richtig ist. Dabei habe ich genau gemerkt, wie viel besser es mir auf eine Art seit dem geht. Aber auch das hat mich irgendwann in Selbstzweifel gestürzt.
    Vielleicht hilft die Information, dass die Beziehung mitunter an der, kaum zu glauben, schlechten Kommunikation lag, wenn etwas mal nicht so gut lief. Ich konnte mit meinem Mann diesbezüglich kaum reden, ohne dass er immer und alles was er fühlte und tat gerechtfertigt hat. Ich war immer die Dumme und selbst meine Kindheit hat er kürzlich als Erklärung dafür herangezogen, dass ich wohl negative Gefühle seinem Handeln gegenüber hätte,- da er dieses vollkommen normal findet.

    Jetzt ist der Post aber lang genug. Danke für die Aufmerksamkeit und im Vorab für jede geteilte Erfahrung. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 29.06.2017
    29.06.2017 #1
  2. Rubena
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    Bei mir kam die Trennung nach 26 Jahren Ehe und 29 Jahren Beziehung. Ich war seit meinem 16. Lebensjahr mit ihm zusammen. Die Trennung ging auch von mir aus und auch hier spielte fehlende Kommunikation eine große Rolle. Allerdings gab es keine Konflikte, wir haben uns friedlich getrennt. Im Nachhinein war es ein Fehler, dass wir im ersten Jahr noch sehr viel Kontakt hatten...
    erst jetzt habe ich kapiert, wenn ich mich trenne... brauche ich Abstand, sonst kann ich nicht in mein neues Leben finden. Es dauert seine Zeit.. du brauchst Geduld und gute Freundinnen! Alles gute für dich!!!
     
    30.06.2017 #2
  3. Maron
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    Ich fand es sehr schwierig die Schuldgefühle zu ertragen. Das war anfänglich sehr intensiv und ließ aber nach. Wobei ich mich in einem Umfeld aufhielt wo eine Scheidung "nicht sein" durfte bzw. "einer Schuld sein musste". Das wurde im Laufe der Zeit, eigentlich von Woche zu Woche aber besser....sich zusätzlich zur Scheidung auch noch vom Umfeld zu verabschieden war richtig, aber boah - sowas möchte ich nicht nochmal fühlen müssen.
     
    30.06.2017 #3
  4. Miwamo
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    du hast einen grausamen Sinn für Humor... ;)
    Mir fehlen hier jede Menge Informationen, aber ganz spontan möchte ich sagen, dass ihr unbedingt eine Vereinbarung treffen solltet, vielleicht einfach mal eine Beziehungspause einzulegen, in der jeder zu sich selbst finden kann und rausfinden, wo er steht und wohin er will. Und dann solltet ihr euch in Ruhe und mit gegenseitigem Wohlwollen darüber austauschen, möglicherweise mit professioneller Moderation. Vielleicht findet ihr raus, dass eine Trennung nicht das richtige ist. Was meinst du?
     
    30.06.2017 #4
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  5. fafner
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    Das ist wohl der Grund, warum dann viele lieber Single bleiben...
     
    30.06.2017 #5
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  6. Maron
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    Da ist dann Abwägung angesagt!
     
    30.06.2017 #6
  7. Rubena
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    Ich glaube "Single bleiben" als Resultat einer schmerzhaften Trennung ist sicherlich Selbstschutz, aber nur sinnvoll, wenn Mann oder Frau alleine sehr zufrieden ist.
    Ich empfand meine Trennung als Notwendigkeit, der ich nicht mehr entgehen konnte und ich würde einer zweiten liebe jederzeit die Tür öffnen... ganz ohne negative Altlasten. :)
     
    30.06.2017 #7
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  8. HrMahlzahn
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    Ich war nach meiner letzten Beziehung nach 12 Jahren so frustiert und tief verletzt, dass kein Kontakt zu ihr möglich war. Nach 4 Jahren habe ich zum ersten Mal wieder eine Frau angeschaut. Eine Klientin, bei der ich dachte, die könntest du mal zu einem Kaffee einladen. Danach hatte ich eine schlaflose Nacht voller Horrorgedanken. Das wars dann. Jetzt bin ich seit 16 Jahren allein, fühle mich dabei wohl und gehe nicht davon aus, mich noch einmal zu binden. Ich habe einen kleinen aber feinen Freundeskreis (komischerweise meist weiblich) mit denen ich quatschen, weinen, jammern lachen und was unternehmen kann. Auch gemeinsame Urlaube sind drin.
     
    01.07.2017 #8
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  9. Maron
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    @HrMahlzahn
    Aber Tom Waits liebt dich - jung !!!! Damit bist du nie alleine:D connect the world!

    nur eines: Jung zu sein hatte zur Folge, dass er aus seiner Klientin eine der schönsten Frauen machte die es gab (war sein Liebes - Geschenk für Entwicklung) aber er selber landete im Nationalsozialismus - da der Status ihn fest im Griff hielt. Alle Versuche von Freud ihm für eine Gleichberechtigung die Tür zu öffnen sah er nicht und hielt sich dann umso mehr dort auf wo ihn sein Status schützte - nur, wäre er seinen Weg gegangen - wäre er gar nicht in die Position des Schutzwürdigen gelangt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 01.07.2017
    01.07.2017 #9
  10. Hallo, liebe meafteritall,
    ich habe das so ähnlich wie Du gemacht. Sachen angeschaut, aufgeräumt und nebenher mich abgelenkt, indem ich etwas Anderes mal ausprobierte. Ich fing zu dieser Zeit an, Nachts zu malen, die Nächte waren das Schlimmste.....
    Eine Trennung ist wie ein Tod und in Folge stirbt man noch einmal tausend verschiedene Tode. Stark geholfen hat mir dann, als seine Sachen endlich weg waren und ich dann auch umgezogen bin und alles rein nach mir gestalten konnte.
    Komischerweise hat mir auch die Klärung des Freundeskreises geholfen. Mit der Trennung gab es den Schnitt zwischen richtig guten Freunden und nur denen, die so gesellschaftlich partizipierten. Und halt seinen Freunden, die mich dann mieden.
    Was mir auch sehr geholfen hat, das war, ihn nicht mehr zu sehen. Die schlimmsten Zeiten waren dann in Folge eigentlich die, wenn Zweifel aufkamen und ich anfing, mir vorzustellen, wie es doch wäre, doch noch zusammen zu sein, oder, ob das alles so richtig war....Das habe ich aber dann ganz schnell jedesmal mir aus dem Kopf gestrichen, indem ich mir die ganzen Überlegungen, Fakten usw., die eben zur Trennung geführt haben, glasklar vor Augen führte. Die Gründe, die dazu führten, mir vor Augen hielt und damit konnte ich dann wieder nach vorne schauen.
    Ich wünsche Dir alles Gute, die Zeit hilft auch, sich immer wieder in einer neuen Ebene dazu zu befinden, es wird besser und besser und irgendwann ist diese Vergangenheit so integriert, dass sie die Zukunft nicht mehr (wesentlich) belastet.
     
    01.07.2017 #10
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  11. lisalustig
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    Hattet Ihr mal eine Eheberatung versucht? Wenn noch Hoffnung bzw. Zweifel an der Richtigkeit der Trennung besteht, wäre das ein überlegenswerter Schritt.

    Aus meiner Erfahrung ist ein radikaler Schnitt nach der Trennung hilfreich. Keine Sachen mehr von ihm in der Wohnung, gemeinsame Bilder in den Keller, keine Kontakte mehr, die über das Allernotwendigste herausgehen. Es ist eine schwere Zeit.... Viel Kraft dafür.
     
    01.07.2017 #11
  12. HrMahlzahn
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    Sorry, Maron ich glaube, du willst mir etwas wichtiges sagen, aber ich verstehe kein Wort. Ich war mal blond bevor ich grau wurde.
     
    01.07.2017 #12
  13. Maron
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    oh, ich dachte du kennst "deine" Biografie - das hat nichts mit naiv oder dumm zu tun, sondern mit der Unkenntnis von Jung´s Leben. Sonst wollte ich nichts damit ausdrücken, außer dass ich dachte du beziehst dich hier selber mittels Jung´s Biografie. Also hab´ich falsch gedacht und etwas falsches daraus gemacht.
     
    01.07.2017 #13
  14. HrMahlzahn
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    Jetzt bin ich noch blonder
     
    01.07.2017 #14
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  15. Maron
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    vergiss es einfach, ich müsste so ausholen um den Inhalt der Biografie mit meinen Sätzen zu verknüpfen, das wäre too much.
     
    01.07.2017 #15