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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Violett

    Violett

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    Nähe und Distanz

    Wir führen seit fast zwei Jahren eine Beziehung. Die Beziehung wächst, verändert sich, wird tiefer, wird inniger.

    Und ich will jetzt mehr. Ich will zusammen ziehen. Ich will evtl auch eine Ehe.

    Er will weiterhin getrennt leben. Er will weiterhin seine (Beziehungsfreien) Tage/Wochen.

    Mich wundert mein Wunsch - nicht sein Wunsch - ich verstehe mich selber nicht. Ich wollte nie wieder aufeinander kleben. Ich wollte nie wieder Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen -- und jetzt will ich es doch.

    Warum?

    Ist das einfach Liebe?
    Warum haben sich meine Wünsche geändert?
    Mein Leben hat sich nicht geändert. Weiterhin Job/Freundinnen/Sozialleben.


    Wem geht/ging es noch so?


    violett
     
    17.05.2017 #1
  2. Julianna

    Julianna

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    Hm. Schwierig.

    Und du kennst die Gründe tatsächlich nicht, warum du mit ihm zusammenziehen möchtest? Irgendwelche Gründe, oder Vorstellungen vom Zusammenleben wirst du bestimmt haben. Was würde sich denn konkret für dich (und auch für ihn - aus seiner Perspektive) dadurch ändern?


    Dass er weiterhin getrennt leben will, ist natürlich ein Problem. Du hast ja andere Wünsche entwickelt. Die traurige Wahrheit dabei ist, dass er am längeren Hebel sitzt. Wenn er "nein" sagt, und das nicht möchte, hat er letztlich die Entscheidungsgewalt.

    Einzige Option: Noch mal vernünftig mit ihm darüber sprechen und gemeinsam Vor- und Nachteile abwägen. Und ich meine "gemeinsam". Dass heisst er sollte versuchen deine Beweggründe zu verstehen und auch du solltest versuchen, zu verstehen warum er dagegen ist. Also die Perspektive des jeweils anderen einnehmen, um gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Schafft ihr das, könnt ihr auf dieser Basis aufbauen. Du kannst noch etwas warten mit dem Zusammenziehen und er kann sich besser auf das (mögliche) Zusammenziehen einstellen und den Gedanken noch mal neu "zulassen" anstatt ihn rigoros abzublocken. Wenn ihr im Dialog darüber bleibt, kann es sein, dass er seine Meinung doch noch ändert. Wichtig dabei ist aber, diplomatisch darüber zu reden und nichts zu "zerreden". Da er Entscheidungsgewalt hat, muss er sich erstmal von dir verstanden fühlen und sollte nicht zu etwas gedrängt werden, was (momentan) nicht seinen Bedürfnissen entspricht. Du solltest vielleicht diesem Prozess noch ein Jahr Zeit geben. Wenn du aber nach längerer Zeit feststellst, dass er irgendwie nicht zur Kommunikation bereit ist und das Thema grundsätzlich einfach nur abblockt, und kein Interesse daran hat, zu verstehen, wie es dir dabei geht und deinen Wunsch darüber zu sprechen einfach stumpf ignoriert, dann würde ich mir genau überlegen, ob er der richtige für weitere Zukunftspläne ist.
     
    18.05.2017 #2
  3. lisalustig

    lisalustig

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    Bist Du sicher, dass er das genauso fühlt, wenn er weiterhin den Status "getrennt lebend" beibehalten will? Und wie sieht die Zukunft aus, wenn er diesen nie ändern will?
     
    18.05.2017 #3
  4. Philippa

    Philippa

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    Es könnte ja sein, dass er (aus Erfahrung?) weiss, dass er, um sich für sich und in der Beziehung gut und geerdet zu fühlen, viel Raum für sich selbst braucht. Dieses Bedürfnis muss nicht unbedingt heissen, dass ihm die Beziehung zu wenig wichtig wäre. Vielleicht im Gegenteil: er schätzt es sehr, so wie es ist.

    Ich finde nicht, dass eine Beziehung "weniger" ist, weil man nicht zusammenlebt. Es zählt doch nicht nur die Quantität der zusammen verbrachten Zeit, sondern vor allem die Qualität. Es kann sein, dass die gemeinsame Zeit intensiver und aufregender ist, wenn man nicht ständig zusammenklebt. Die gemeinsame Zeit ist ja dann auch irgendwie füreinander reserviert. Wenn man dagegen zusammenlebt, dann kann es sein, dass das Miteinander plötzlich immer weniger wird, weil jeder das tut, was man halt bei sich zu Hause so tut und auch tun muss.

    Andererseits könnte der Wunsch nach einem Zusammenziehen für dich auch ein (unbewusster) Ausdruck einer aktuellen Schwierigkeit in der Beziehung sein, muss aber nicht.

    Liebe Violett, ich würde an deiner Stelle sowohl deine Wünsche und dein Erleben wie auch dasselbe aus seiner Sicht genauer zu verstehen versuchen. Was stecken für Grundbedürfnisse dahinter? Was für Bilder entstehen vor euren inneren Augen, wenn ihr an die aktuelle Form eurer Beziehung denkt? Und was kommt, wenn ihr ans Zusammenleben oder an eine Ehe denkt? Und wie fühlt sich das an? Woran erinnert es euch und warum? Könnte man das auch anders gestalten, wenn einem diese Schwierigkeiten, Bedürfnisse, Ängste und Wünsche bewusst sind?
    Es ist sicher gut, da ganz offen darüber zu sprechen und einander zuzuhören, ohne gleich zu werten, möglichst ohne in Angst um die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu geraten. Vielleicht nehmt ihr euch einfach mal einen Monat Zeit dafür, dies genauer anzusehen, mit dem Ziel, euch selbst und den anderen besser kennen zu lernen. Den Entscheidungsdruck würde ich mal für diese Zeit ganz weglassen. Es ist ja keine Eile geboten, oder?

    Wenn man herausfindet, was eigentlich für grundsätzliche Bedürfnisse hinter den konkreten Wünschen und Vorstellungen stecken, dann findet man mit etwas Kreativität sicher eine Lösung, die für beide annehmbar ist!

    Ich wünsche euch alles Gute, viel Einfühlungsvermögen, Gelassenheit, Geduld und ein interessiertes, offenes und liebevolles Einlassen auf den anderen!
     
    18.05.2017 #4
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  5. Synergie

    Synergie

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    Falsch.
    BEIDE, haben die Möglichkeit zu äußern, dass die Beziehung, so wie sie ist (bzw. dann in 6-12 Monaten sein wird) nicht ihren Bedürfnissen entspricht. Und wenn sie Wert auf das Ernstnehmen und wenn möglich die Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben, dann kann jeder von ihnen die Konsequenzen ziehen.
    Beziehungen sind keine Einbahnstraße.
    Sowohl sie als auch er kann gehen, wenn Bedürfnisse nicht ernst genommen oder erfüllt werden.
    Oder mann sucht GEMEINSAM nach einer Lösung - nicht nach einem faulen Kompromiss, in dem beide unglücklich sind.

    Nur weil sie den Wunsch nach Veränderung geäußert hat, ist sein Wunsch nach Konstanz nicht weniger Wert.
    Nur weil sie gemeinsame und er getrennte Wohnungen haben möchte, hat das keine Aussagekraft über die Intensität über die Gefühle des einen oder des anderen.

    Aber ich sehe schon... es wird sich wieder in wilden Spekulationen ergangen werden, die in eine ganz bestimmte, erwartbare Richtung schießen werden.
    Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sie sich "unbewusst" der Beziehung unsicher geworden ist, daher eine Externe Sicherheit (gemeinsame Wohnung, Kind, Ring am Finger, whatever) benötigt, er jedoch in seinen Empfindungen für sie so gefestigt ist, dass er soetwas nicht braucht und will.
    - Nur mal so aus vorauseilendes Gegengewicht -
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2017
    18.05.2017 #5
  6. Synergie

    Synergie

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    @Philippa, ich hätte erst auch noch deinen Beitrag lesen sollen, bevor ich mich selbst geäußert habe.
    :-D
     
    18.05.2017 #6
  7. Pit Brett

    Pit Brett

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    Nein heißt nein. Da darf man die Zugewandtheit des Mannes nicht falsch verstehen.
     
    19.05.2017 #7
  8. Violett

    Violett

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    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen.
    Da habe ich einiges zum Nachdenken

    Meine bisherigen Ergebnisse:

    a.) ich werde meinen Wunsch "zusammen ziehen" für mind. 6 Monate zurück stellen

    b.) Mein Wunsch "zusammen ziehen" hat wohl mehrere Ursachen.

    1. irgendwann hab ich mir geschworen, dass ich nie wieder einen Mann betütteln will. Jetzt liebe ich Ihn aber so sehr, dass ich Ihm gerne "seine Wäsche hinter her trage" - usw .. kochen... zum Arzt schicken....

    2. mein jüngstes Kind ist vor 4 Jahren ausgezogen. Und diese Zeit habe ich sehr genossen. Tun zu können was ich will - auf niemand Rücksicht nehmen müssen. Aber jetzt sehne ich mich so sehr nach Ihm wenn er nicht da ist
    .
    c.) über seine Motive will und kann ich nicht spekulieren. Aber reden. Das mache ich, wenn ich mit Nachdenken fertig bin.

    Freue mich auf Eure Gedanken
     
    19.05.2017 #8
  9. Philippa

    Philippa

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    @Violett: Finde ich gut! Auch dass du zuerst selbst etwas nachdenkst, bevor du auf ihn zugehst. Aber mit Nachdenken musst du nicht unbedingt fertig sein, um mit ihm zu sprechen, denn ein Reflexionsprozess ist selten irgendwann ganz abgeschlossen und ausserdem entwickelst du dich weiter. Es wäre vielleicht eine schöne Erfahrung für euch beide, gemeinsam nachzudenken. Was meinst du?

    Wichtig dabei wäre nur, dass beide offen sind, nicht werten und gut zuhören.

    Es könnte auch schwierig für ihn sein, wenn du schon alles genau durchdacht hast und ihn dann - eher unvorbereitet - damit konfrontierst. Das würde auch ein Machtgefälle zwischen euch bewirken.
     
    19.05.2017 #9
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  10. Julianna

    Julianna

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    Sehe ich auch so.
    Und der der "Nein" zu etwas sagt, sitzt am längeren Hebel. Ist nunmal so. Das muss man nicht schön reden.

    Da hilft nur ein Perspektiv-Wechsel, um die Gründe des anderen zu verstehen.
     
    19.05.2017 #10
  11. Julianna

    Julianna

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    Sehr vernünftige Entscheidung!

    Gut, dass du darüber nachdenkst.
    Als Frau ist man in dieser Hinsicht stark geprägt. Und natürlich ist es auch ein Stück weit Veranlagung, dass Bedürfnis zu haben, für andere zu sorgen und dadurch die Familie zusammenzuhalten. Vielleicht ist es aber gut, wenn man versucht diesbezüglich noch mal ein bisschen über seinen Schatten zu springen. Zum einen kann es passieren, dass man sich zu sehr für den anderen aufopfert, auf der anderen Seite fühlt sich das Gegenüber dadurch eingeengt und bedrängt. Man meinte es ja nur gut mit dem Betüddeln, aber genau das kann auf den anderen abschreckend wirken. Die meisten Männer suchen keine Ersatzmutti und sind froh, das Betüddeln der eigenen Mutter irgendwie überlebt zu haben. Vorallem wenn er vielleicht eine Mutter hatte, die stark an ihren Kindern geklammert hat und die Abnabelung schwer fiel, wird er sich immer weiter Abwenden, wenn er bei der Partnerin dieses Verhalten wiederholt sieht. Die, die die Abnabelung aus dem Klammergriff der Mutter nicht geschafft haben, nennt man dann wohl "Muttersöhnchen" ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.05.2017
    19.05.2017 #11
  12. Erstaunlich, du schreibst als ob du das Wissen der Welt gepachtet hättest. Als wäre alles so gegeben wie du es siehst. Betüddeln und für jemanden sorgen sind zweierlei Paar Stiefel, das mag für dich geprägt sein, kann aber nicht auf alles projiziert werden. Nicht jede Frau hat eine starke Ausprägung einem Mann die Wäsche hinterher zu tragen ..... Nicht jede Frau betüddelt Söhne oder Männer, du darfst Frauen auch zugestehen dass sie durchaus in der Lage sind, den Unterschied zwischen einer Partnerin und einer Ersatzmutter zu kennen.
     
    19.05.2017 #12
  13. Julianna

    Julianna

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    @Blumendelis
    War mich schon klar, dass du irgendwas zu mäkeln hast.
    Würde nicht sagen, dass mein Geschreibsel irgendwie den Anschein erweckt, als würde ich alle in einen Topf werfen. Aber da darfst du natürlich deine eigene Meinung zu haben ;)
     
    19.05.2017 #13
  14. Ach, nicht? ...

     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19.05.2017
    19.05.2017 #14
  15. Julianna

    Julianna

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    Das ist genauso wie Synergies Einwand. Sie schreibt, da gäbe es ja noch die Möglichkeit, die Beziehung zu beenden (also dass er eben nicht am längeren Hebel sitzt). Aber DAS ist doch genau das Problem bei solchen Themen. Anstatt mal grundsätzlich zu kommunizieren machen beide einfach "dicht".

    "Wenn du das jetzt nicht willst, dann verlasse ich dich"

    Abwärtsspirale.

    Am Ende sind beide unglücklich über eine Trennung.

    Und ja, Frauen sind in der Fürsorge geprägt. Ob du das jetzt bestätigen möchtest oder nicht, ist mir wurscht. Ich ändere an dieser Stelle meine Meinung nicht. Ich akzeptiere aber andere Meinungen.

    Abgesehen davon ist "Fürsorge" ja keine schlechte Eigenschaft. Es geht doch nur darum, mit dem Gegenüber ein gesundes Maß an Geben und Nehmen zu finden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.05.2017
    19.05.2017 #15