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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. TomTomGo
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    Nicht Untreue zerstört unser Beziehungsleben, sondern falsch verstandene Treue. ?

    http://www.zeit.de/2012/13/CH-Monogamie

    "Ich habe viele Beziehungen am Problem falscher Treueerwartungen zerbrechen sehen. Und so frage ich mich heute: Ist es vielleicht gar nicht die Untreue, die Ehen kaputt macht, sondern die unrealistische Erwartung, dass Sex nur innerhalb der Ehe stattfinden soll? Warum pathologisieren wir Fremdgeher und stigmatisieren sie moralisch, wenn sie doch eigentlich der Normalfall sind? Warum halten wir es für normaler, von einer monogamen Kurzzeitbeziehung zur nächsten zu eilen, als außereheliche sexuelle Kontakte in Kauf zu nehmen? Warum halten wir dieses als serielle Monogamie bekannte Muster für tauglicher, als uns vom Dogma der Monogamie zu verabschieden? Ist es vielleicht gar nicht der Partner, der uns betrügt, sondern die Liebe selbst? Zerstört uns also nicht die Untreue, sondern die Treue (http://www.zeit.de/2011/15/Ps-Treue-Studien)?"
     
    27.10.2015 #1
  2. Muss man da nicht einen Schritt weiter gehen und fragen, welche Bedeutung hat Sex?
    Da wäre einmal die Reproduktion. Welcher Mann möchte 20 Jahre ein Kind finanzieren, dass gar nicht von ihm ist, nur weil die Frau Gemahlin mal Lust auf ein wenig Abwechslung hatte?
    Wie steht es um Sex als Ausdruck von Liebe (oder zumindest Zuneigung)?

    Wenn Kinder kein Thema sind und Sex als eine Art Genitalsport ohne Bezug zu Liebe und Partnerschaft erlebt wird, dann ist Treue obsolet.
     
    27.10.2015 #2
  3. @TomTomGo: das hätte mein Ex-Mann schreiben können: "unsere Ehe ist nicht an meiner Untreue zerbrochen, sondern an deiner Treue". Ha ha! Es gehören immer zwei dazu und ihre jeweilige Definition, die übereinstimmen muss, dann ist auch Untreue von mir aus ok. Wenn aber einer die Treue lebt, der andere das weiß und heimlich für sich etwas Anderes definiert, dann sollte der das bitteschön gleich am Anfang klar stellen. Dann habe ich die Chance, noch gehen zu können.
     
    27.10.2015 #3
  4. Vizee
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    Ich frage mich gerade, was man an Treue falsch verstehen könnte oder es falsch auslegen könnte? Treue bedeutet Loyalität, Vertrauen, fest, sicher. Wenn man eine Bindung mit einem Menschen eingeht, dann basiert diese Bindung auf Treue. Bewusste Entscheidung für einen Menschen. Diesem gegenüber loyal zu sein, ihm zu vertrauen, fest und sicher zu sein - treu eben respektiert den Menschen und die Bindung. Bin ich nicht in der Lage Treu im Sinne der Definition zu sein muss ich von vorn herein eine offene Beziehung eingehen mit der festen Vereinbarung auch andere Partner haben zu können. Gegenseitige Vereinbarung.
    Dann wären die Parameter gesetzt und es käme nicht zu Vertrauensverletzungen und wir müssten nicht über Treue diskutieren und deren Mißinterpretation.
     
    27.10.2015 #4
  5. Ich halte es für legitim, sogar notwendig etwas wie Beziehung/Ehe aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Was ich mich im Zusammenhang frage, ist es so selten kein Interesse an Untreue zu haben?
     
    27.10.2015 #5
  6. Ansonsten sucht man sich den zu seinen Treuevorstellungen passenden Partner. Diskurswürdig wird es. wenn der untreue Partner das dem treuen verargumentieren will.
     
    27.10.2015 #6
  7. Dr. Bean
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    Ein starkes Treuebedürfnis kann zum Beispiel in Verbindung mit einem schlechten Selbstwertgefühl katastrophal enden. Habe ich selbst erlebt. Am Anfang meiner letzten Beziehung hat sie Eifersuchtsattacken geschoben, wenn ich alleine mal mit den Kumpels weggegangen bin. Sie hat mir wo sie konnte Vorwürfe gemacht und war dabei immer schön passiv aggressiv. Also wurde ich auch mal mit tagelangem Schweigen gestraft. Ich habe das leider mit mir machen lassen und fast meinen kompletten Freundeskreis verloren. Mittlerweile habe ich mir diesen mühseelig wieder aufgebaut.
    Ich stimme dem TS zu, dass ich auch behaupten würde, es ist statistisch eher das Treueverständnis, das Probleme macht, als die wirkliche Untreue. >Bei manchen Menschen kann das sehr krankhaft werden; vor allem bei solchen, die ihre Emotionen nicht im Griff haben.
     
    27.10.2015 #7
  8. Vizee
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    Dann hat ihr aber das Vertrauen in die Beziehung oder in Dich gefehlt bzw es war noch nicht gefestigt.(Ich weiss leider nicht, ob sie ein Mensch ist, der grundsätzlich ein Vertrauensproblem hat und grundsätzlich zur Eifersucht in dieser Form neigt) Ich will sie auch überhaupt nicht in Schutz nehmen. Mag solche Eifersuchtsdramen in dieser extremen Form ganz und gar nicht. So was bringt absoluten Druck in die Beziehung. Aber Du bist ja nicht fremd gegangen bei deinen Kumpelsabenden :)
     
    27.10.2015 #8
  9. Treuebedürfnis (sogenannte Treue des anderen) und Selbstbestätigung hängen ja eng zusammen. Lustigerweise wird den sogenannten Fremdgehern oft vorgeworfen, es gehe ihnen um Selbstbestätigung. Seltener lese ich, daß es den Treuebedürftigen um Selbstbestätigung geht.
    Die Treue hat dem Partner offenbar so etwas wie seine Einzigartigkeit zu vermitteln.
    Damit hat die sogenannte Treue (gemeint ist vielmehr Nichtfremdgehen) eine Funktion, die in einem gewissen Widerspruch steht zur Maxime, für seine Einzigartigkeit selbst verantwortlich zu sein.
    Die Selbstschutzideologie treibt eine Menge seltsamer Blüten.
     
    27.10.2015 #9
  10. Dr. Bean
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    Ja. Über die Ursache wollte ich hier auch gar nicht reden. Das Vertrauen hat gefehlt, das ist richtig. Aber was ich viel schlimmer fand, ist dieses selbstverständliche Treueverständnis. Es gibt hier so ein paar Kandidatinnen hab ich letztens noch gelesen, die daten jemanden nen halbes Jahr bis sie genug Vertrauen aufgebaut haben sich mit ihm einzulassen. Das ist natürlich ein Extremfall. Ich frag mich nur auch - wie der TS - warum haben wir ein so großes Bedürfnis nach Treue. Warum gibt es nicht viel mehr lockere Beziehungen, FS+ oder polygame Menschen, die einfach Spaß am Sex haben und nicht gleich eine jahrelange Treueverpflichtung eingehen wollen. Ist das ein Ausdruck von Unsicherheit, Angst oder was ist es ?
     
    27.10.2015 #10
  11. Vizee
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    Ich gestehe auch kein Fan von lockerer Beziehung oder polygamer Beziehungsgestaltung zu sein. Ich kann das nicht. Ich glaube zwar an die Liebe, aber nicht an die wahre Liebe (gibt hier einen Thread zu..). Schau - für Dich wäre das polygame das Ding schlechthin. Du willst gar keine feste Frau sagst Du immer. Also ist Deine Einstellung zu Beziehung im Augenblick auf der Skala von gar nicht - bis locker. Wenn Du nicht diese Einstellung hättest wärest Du monogam eingestellt (100% davon überzeugt bin).
     
    27.10.2015 #11
  12. Dr. Bean
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    Ich nee. Ich war schon immer monogam, zwar ein Serienkiller aber monogam. Meine Libido ist nicht ausgeprägt genug und mein Jagdtrieb ebenfalls nicht, für das polygame Leben. Ich hab andere Dinge, die mich mehr faszinieren, als das wochendendliche Erobern von Frauen. :)
    Für mich ist eine Partnerin auch gleichzeitig mein bester Freund. Jemand mit dem man problemlos im Team spielen kann, im täglichen Alltag. Ich wollt hier nur sagen, dass ich dem TS zustimme. Es gibt Menschen für die ist ein Partner auch ihr Besitz. Und davon gibts ziemlich viele, ganz besonders auf weiblicher Seite. Und son Fehler werd ich nie wieder machen. :)
     
    27.10.2015 #12
  13. Vizee
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    Mea culpa. Hab Dich dann falsch verstanden und gedacht, daß Du nun ein polygamer Womanizer geworden bist durch Dein Vorleben :)
     
    27.10.2015 #13
  14. Dr. Bean
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    Nee um Himmelswillen, für den StarTrek Marathon am Wochenende lass ich nachwievor jede Frau sitzen. :) Und ich hab Premierenkarten für Star Wars VII, yes ma'am !
     
    27.10.2015 #14
  15. Dr. Bean
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    Naja Mann wird ja auch alt und nicht mehr so abenteuerlustig. Da arrangierst du dich mit der Frau bis die Kinder aus dem Haus sind und hoffst dann, dass sie abhaut, damit du dich danach voll und ganz auf den Kneipensport konzentrieren kannst. :)
     
    27.10.2015 #15