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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Synergie

    Synergie

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    18.06.2017 #1
  2. Miwamo

    Miwamo

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    Ja, angesichts solcher Wahrheiten relativiert sich so ziemlich jedes unserer Problemchen. Aber wie sag ich immer? Das größte Problem, das ein Mensch gerade hat, ist sein größtes Problem.
    Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie ich mit solchen wirklichen Problemen umgehen soll. Das ist ja nur ein einziges von Millionen dieser Art. Übrigens zu wahrscheinlich weit über 90% verursacht durch Männer. Ich hab schon an anderer Stelle gesagt, dass ich mich manchmal schäme, ein Mann zu sein. Ein anderes Thema.
    Ich kann hier und da etwas spenden, zu persönlichem Einsatz bin ich nicht bereit. Ich kann schauen, dass ich meine eigene kleine Welt etwas besser mache. Ich kann gegen Gewalt und gegen Degradierung und gegen Unterdrückung von Minderheiten sprechen. Ich kann meine Kinder zu respektvollen Menschen erziehen. Ich kann wählen gehen. Aber all das bewirkt viel zu wenig.
    Ich fühle mich machtlos. Und ich verdränge das Elend.
     
    18.06.2017 #2
  3. HrMahlzahn

    HrMahlzahn

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    Denis Mukwege kann den Frauen nicht wirklich helfen. Er kann lediglich die körperlichen Vorraussetzungen schaffen. Diese armen Mädchen und Frauen benötigen noch jahrelange Psychotherapie um mit ihren traumatischen Erfahrungen auch nur halbwegs zurecht zu kommen.
    Eine Freundin von mit ist Traumatherapeutin. Zu ihr werden manchmal Flüchtlinge (mit Dolmetcher) überwiesen. Sie sagt, dass die Menschen, die oft in einem depressiven oder auch schlechtem psychosomatischen Zustand sind, verschwinden, nach wenigen Stunden, wenn das Eis gerade mal gebrochen ist, weil sie in ein anderes Flüchtlingsheim verlegt werden und bei der psychiatrischen Versorgung in unserem Land ist es unwahrscheinlich, dass sie weiter Hilfe erhalten.
    Die Opfer sind mitten unter uns.
     
    18.06.2017 #3
  4. Julianna

    Julianna

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    :(
    Danke für die Erinnerung an unsere first world problems!
    Manchmal vergisst man das tatsächlich, wie gut wir es doch haben.
    Der Artikel beschönigt nicht. Vermutlich aber ist es noch schlimmer, als dort beschrieben. Das sind Dinge, die wir mit kühnster Phantasie nicht in den Kopf bekommen.
    Erinnert mich auch gerade an die öffentlich geworden Fälle in Indien.
     
    18.06.2017 #4
  5. HrMahlzahn

    HrMahlzahn

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    Hier geht es mit sexueller Gewalt gegen Frauen nur um einen kleinen Teilaspekt der überbordenden menschlichen Aggression. Kinder müssen der Ermordung der Eltern zusehen, oder sich gar daran beteiligen. Sie werden zu Kindersoldaten ausgebildet, und die sind besonders grausam. Opfer sind Täter und Täter sind Opfer. Die Traumatisierten verbringen den Rest des Lebens nicht immer depressiv in einer Ecke. Viele werden selbst zu brutalen Tätern, oft mit psychischen Auffälligkeiten und psychiatrischen Erkrankungen. Die Gewalt pflanzt sich durch die Generationen fort.

    Bei allem dürfen wir nicht vergessen.
    So friedlich wie heute, ging es auf unserem Planeten noch nie zu. Lediglich unsere Kommunikationsstrukturen suggerieren uns diese Gewaltzunahme.
    Früher war alles noch viel schlimmer.
     
    18.06.2017 #5
  6. Teserok

    Teserok

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    Früher war nicht alles schlimmer, es war einfach nur anders in der Wahrnehmung der Menschen. Früher suchten die Menschen noch 3 Tage lang nach Essen um dann weitere 2 Tage zu leben... und was haben wir draus gemacht in unserer ach tollen westlichen Wertegesellschaft.... Wir stehen 10 Std. für das neuste I-Phone an obwohl wir wissen was da draussen passiert... aber wir sind ja weit weg... noch! Wenn es dann plötzlich doch vor unserer Türe steht das kleine Ploblem, was machen wir, die Schuld bei anderen suchen, Zäune und Mauern bauen. Das was dort diesen Frauen angetan wird kann man nicht in Worte fassen!! Um das zu verstehen muss man nicht spenden, das Geld sparen, bis man sich ein Flugtickt leisten kann, den Urlaub sein lassen und dort hin fliegen und diesen Menschen in die Augen schauen, dann bekommt das Wort "Leid" eine für ganz neue Bedeutung...
    Sorry nicht persönlich nehmen und nicht angepipit sein... ich hatte eben einfach nur das Bedürfnis dies schreiben zu müssen.
     
    18.06.2017 #6
  7. IMHO

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    Ich auch. Oft. Und mit steigender Tendenz.
    Versuche ich auch oft, komme mir dabei aber oft "spießig" und vor allem "kläglich" vor. WEIL es eben so entsetzlich kleine Schritte sind.
    Ja, so geht es mir auch mehr und mehr. Zum einen die immer größer werdende Komplexität der Welt. Zum anderen die zunehmende Dynamik dieser Prozesse, derer niemand mehr Herr ist.
    Ich fühle mich teilweise nicht einmal als ein "Spielball" dieser Umstände. Manchmal schaue ich mich um und denke, dass die ganze Welt an mir "vorbeilebt" und ich völlig "außen vor bin".
     
    19.06.2017 #7
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  8. Miwamo

    Miwamo

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    Ja. Dabei bin ich so gern Mann.
    Warum Spießig?
     
    19.06.2017 #8
  9. IMHO

    IMHO

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    Ach, wenn ich mich zum Beispiel bücke, um ein Stück Papier aufzuheben, um es in den nächsten Mülleimer zu werfen.
    Oder jemanden darauf Hinweise, dass sein Schnürsenkel offen ist.
    Wenn ich in der Büroküche den Kaffeeautomaten warte, obwohl ich gar keinen Kaffee daraus ziehe. Oder Klopapier aus dem Lager hole und nachfülle etc.
     
    19.06.2017 #9
    Zaphira und Miwamo gefällt das.
  10. Rubena

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    Das ist nicht Spießigkeit, sondern überaus aufmerksam und hilfsbereit! :) Etwas das Respekt verdient und nicht Kritik! Spießig wird es, wenn du alle anderen ständig aufgeforderst, dir nachzueifern oder sie belehrst! :eek:Das möchte niemand... :rolleyes:
     
    19.06.2017 #10
  11. IMHO

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    Ich empfinde es als spießig, weil es eben so "aus der Mode gekommen" ist.
    Weil es an "alte, frühere" Zeiten erinnert, als noch mehr Menschen sich um das Allgemeinwohl gekümmert haben, sozialer eingestellt waren und nicht nur auf Selbstoptimierung (häufig auf Kosten anderer) aus sind.
     
    19.06.2017 #11
  12. Rubena

    Rubena

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    Vergiss den Gedanken!! Es gibt Verhaltensweisen, die sind zeitlos :):)
     
    19.06.2017 #12
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  13. Miwamo

    Miwamo

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    Also, da möchte ich gerne ein Veto einlegen! Ich höre solche Aussagen öfter, mit dem Tenor "früher war alles besser" und "die Jugend von heute" usw. Mal davon abgesehen, dass gleiches von den Generationen vor uns schon beklagt wurde, entspricht das gar nicht meinem Eindruck. Im Gegenteil, ich nehme eher wahr, dass die nachfolgenden Generationen bewusster, aufgeklärter und sozialer werden.
     
    19.06.2017 #13
  14. IMHO

    IMHO

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    Nee, früher war nicht alles besser. Aber ich nehme vor allem bei jungen Leuten eine gewisse Art von Nachlässigkeit und Rücksichtslosigkeit wahr. Vor allem, was Höflichkeit betrifft. Ist aber auch stadtteilabhängig.
     
    19.06.2017 #14
  15. Kassel90

    Kassel90

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    Zur Seite 2 des verlinkten Artikels, "Im Kongo ist ein Menschenleben nicht viel wert":
    Das ist in Deutschland in letzter Zeit auch immer häufiger zu beobachten, und nicht nur in Deutschland.
    Ich sage nur Charlie Hebdo, Nizza (Frankreich), Köln (Silvester), Berlin (Weihnachtsmarkt), usw.
    Besonders wütend macht mich dann sowas hier:
    http://www.bild.de/news/inland/mord...-nicht-laengst-abgeschoben-52053926.bild.html
    Der Typ hat ein Kind ermordet, trotz Fußfesseln.
    Und der NSU-Prozess ist immer noch nicht zu einem Ende gelangt. Wir haben ja so viel Zeit...
    Jaja, auch in Europa zählt ein Menschenleben immer weniger. Aber vielleicht ist das nur der Lauf der Geschichte.
    In Amerika bekommt man für Morde gerne mal dreifach lebenslänglich. So falsch finde ich das auch nicht, wenn man bedenkt, was diese Kriminellen für Leid erzeugen. Aber eben nicht nur in der dritten Welt, sondern auch hier!
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.06.2017
    24.06.2017 #15