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  • #16
AW: Schmetterlinge?

Wenn Du "Schmetterlinge" brauchst, musst Du warten, ob sie noch kommen - und Dir vielleicht eine Frist setzen.

Wenn die Beziehung für Dich emotional so stimmt - wenn Du den Verstand, der sagt "unsere Hobbys passen zusammen, und wir haben wenig Grund zum Streiten, weil wir ähnliche Ansichten in wichtigen bereichen haben, außer acht lässt - wozu dann auf etwas warten, das andere für wichtig halten? Liebe kann sich ganz unterschiedlich anfühlen. Und die "Schmetterlinge" sind meiner Erfahrung nicht das, was über Jahre bleibt und zusammenschweißt.
 
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  • #17
AW: Schmetterlinge?

eine vielleicht ketzerische frage an all die für die diese schmetterlinge so unerläßlich sind:
wie war das denn in euren langjährigen ehen und beziehungen, habt ihr euch getrennt, wenn die schmetterlinge weg waren?
 
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  • #18
AW: Schmetterlinge?

Schmetterlinge waren bei mir immer euphorische Hochgefühle, Bauchkribbeln und rot werden, dumm rumstottern und dämlich grinsen, keinen Hunger haben, keinen Schlaf zu brauchen, nichts konzentriertes auf die Reihe kriegen und trotzdem das Gefühl zu haben, ALLES schaffen zu können. Der Himmel auf Erden und als Dauerzustand sicher mit tödlichem Ausgang.... Jemanden so dermaßen rosarot sehen, dass nicht mal Robert Redford mithalten kann und jeden Scheiß machen, so dass für die Umwelt ein ständiges Fremdschämen angesagt ist...

Natürlich auf Dauer nicht haltbar, manchmal auch SEHR schnell verpufft und in heiße Luft aufgelöst... Die totale Verblendung führt einen ja auch ohne Sinn und Verstand zu den merkwürdigsten Kandidaten...

Aber jeder schöne Liebesfilm, jeder kitschige Bestseller und jede (Parship-)Werbung erinnert an die Schmetterlinge und lässt einen oft darauf hoffen... Es ist doch sooooo schön...
Und ich glaube, wenn man in einer langfristigen Beziehung ist , dann zehrt man in der Sauren-Gurken-Zeit von der Schmetterlingszeit und den verrückten Herrlichkeiten, die damals passiert sind. Deshalb würde ich sie nicht so abtun.

Auch kann ich mir vorstellen, dass manche Leute sich vielleicht gar nicht mehr auf das Wagnis einer neuen Beziehung einlassen würden, wenn nicht die Schmetterlinge locken würden...

In den letzten Jahren sind mir die Schmetterlinge auch irgendwie abhanden gekommen und das hat mich auch erst sehr beunruhigt.
Stattdessen ist aber etwas anderes dagewesen : eine extrem tiefe Wertschätzung, das Gefühl, auf einen kostbaren Menschen gestoßen zu sein, eine ganz tiefe Freude beim Denken an den anderen. Und immer mehr die Gewissheit, dass das eine bessere Grundlage ist, als die früheren "Zustände"...
 
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  • #19
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Lessja:
Er ist auch nach wie vor recht schüchtern, und ich habe das Gefühl, nicht ganz zu ihm vorzudringen.
@Lessja
Was meintest du eigentlich damit?


Zitat von Lessja:
Prinzipiell alle 2 Wochen, denn er hat 2 Kinder und ich auch - das haben wir schon "synchronisiert", aber dann liegen auch noch 50 km zwischen uns. Ein bißchen denke ich auch, das könnte es etwas intensivieren, aber es ist ja eben mit zwei Leben nicht immer so einfach: nur weil die Kinder weg sind: dann ist da noch mein Beruf mit Wochenenddiensten, Familienveranstaltungen, Freundschaften, Krankheiten... ist ja auch nicht mehr wie mit 16 !
Nach einem halben Jahr ist das ja sehr übersichtlich, also meinen Vorstellungen von Beziehung würde das jetzt nicht so entsprechen. Findest du es ok so?
Aber wie heißt es so schön: wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe :)
 
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  • #20
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Schreiberin:
Schmetterlinge waren bei mir immer euphorische Hochgefühle, Bauchkribbeln und rot werden, dumm rumstottern und dämlich grinsen, keinen Hunger haben, keinen Schlaf zu brauchen, nichts konzentriertes auf die Reihe kriegen und trotzdem das Gefühl zu haben, ALLES schaffen zu können. Der Himmel auf Erden und als Dauerzustand sicher mit tödlichem Ausgang.... Jemanden so dermaßen rosarot sehen, dass nicht mal Robert Redford mithalten kann und jeden Scheiß machen, so dass für die Umwelt ein ständiges Fremdschämen angesagt ist...
Liebe Schreiberin,
eine ganz und gar wunderbare Beschreibung *lach* Ja, so ist es oder war es... und es war herrlich!!! Ohne Wenn und Aber...

Zitat von Schreiberin:
Natürlich auf Dauer nicht haltbar, manchmal auch SEHR schnell verpufft und in heiße Luft aufgelöst... Die totale Verblendung führt einen ja auch ohne Sinn und Verstand zu den merkwürdigsten Kandidaten...
Ich lach mich weg.... denke daran, wie der eine oder andere "Kandidat" in meinen Augen George Clooney war.... tja... und dann????

Zitat von Schreiberin:
In den letzten Jahren sind mir die Schmetterlinge auch irgendwie abhanden gekommen und das hat mich auch erst sehr beunruhigt.
Stattdessen ist aber etwas anderes dagewesen : eine extrem tiefe Wertschätzung, das Gefühl, auf einen kostbaren Menschen gestoßen zu sein, eine ganz tiefe Freude beim Denken an den anderen. Und immer mehr die Gewissheit, dass das eine bessere Grundlage ist, als die früheren "Zustände"...
So geht es mir auch, das hast Du ganz wunderbar beschrieben ;-)
Nein, in meinen letzten "Versuchen" habe ich nicht mehr all die verrückten Dinge getan, allerdings mich sehr daran erfreut, eben diesen Menschen kennengelernt zu haben.
Fazit: Schmetterlinge müssen nicht sein... ein "Katalysator" sind sie allemal...

VG,
invisible
 
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  • #21
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Freitag:
eine vielleicht ketzerische frage an all die für die diese schmetterlinge so unerläßlich sind:
wie war das denn in euren langjährigen ehen und beziehungen, habt ihr euch getrennt, wenn die schmetterlinge weg waren?
schade dass niemand etws dazu gesagt hat.
 
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  • #22
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Freitag:
eine vielleicht ketzerische frage an all die für die diese schmetterlinge so unerläßlich sind:
wie war das denn in euren langjährigen ehen und beziehungen, habt ihr euch getrennt, wenn die schmetterlinge weg waren?
Nö, ich kam gut damit zurecht, dass nun andere Werte da waren, vertrauen, Verlässlichkeit, die Kinder, unser ruhiges leben zu viert. Dass irgendwie Ruhe eingekehrt war, ein Gefühl von Sicherheit und Harmonie. Kaum mal Streit, fühlte sich gut an, einige Jahre lang.
Er sah das wohl anders, es kamen von irgendwoher neue Schmetterlinge angeflogen .....und weg war er......
 
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  • #23
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Freitag:
eine vielleicht ketzerische frage an all die für die diese schmetterlinge so unerläßlich sind:
wie war das denn in euren langjährigen ehen und beziehungen, habt ihr euch getrennt, wenn die schmetterlinge weg waren?
Nein. Wer ständig als Schmetterling von Blüte zu Blüte flattern will, muss akzeptieren, dass die Blütezeit nicht ewig dauert.

Nach den Schmetterlingen sieht man den anderen Menschen klar, und wenn bis dahin genügend Liebe gewachsen ist gemeinsame Lebensinhalte entdeckt wurden, dann können paradiesische Zustände eintreten. Ganz ohne Schmetterlinge. Bzw. mit ganz kleinen, die gelegentlich kurz aufflattern.
 
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  • #24
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Freitag:
eine vielleicht ketzerische frage an all die für die diese schmetterlinge so unerläßlich sind:
wie war das denn in euren langjährigen ehen und beziehungen, habt ihr euch getrennt, wenn die schmetterlinge weg waren?
In meinen vergangenen Beziehungen waren diese Schmetterlinge immer nach so ca. drei, vier Monaten weg und wir blieben trotzdem zusammen (15J, 10J, 1,5J). Jede Beziehung war etwas Besonderes, aber Feuer und Leidenschaft haben stark gefehlt.

Jetzt bin ich bald ein Jahr in Beziehung und die Schmetterlinge verschwinden nicht nur nicht, sondern werden immer mehr. Was für ein "supertolles Gefühl". Ich bin schon sehr neugierig, ob die je verschwinden werden. Jetzt, im Moment rotiere ich schon wieder vor Sehnsucht.

Gulliver :)
 
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  • #25
AW: Schmetterlinge?

Die "Schmetterlinge" sind offensichtlich kein allgemein gültiges Gefühl. Es bedeutet nicht für alle das Gleiche. Somit ist die Frage "Was passiert, wenn keine Schmetterlinge da sind/ wenn sie verschwunden sind?" nicht wirklich zu beantworten.
 
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  • #26
AW: Schmetterlinge?

Liebe Lessja, was du beschreibst klingt nach einer wachsenden Vertrautheit, wo immer mehr passt und wie man weiss, sind solche Beziehungen meistens eher von Dauer und nicht auf Sand irgendeiner Anziehung gebaut.
Wichtig ist, freust du dich ihn zu treffen, bist du wirklich gerne mit ihm zusammen? So kann Liebe entstehen, wachsen. Schmetterlingen haben die Tendenz sehr schnell zu verschwinden.
Natürlich ist es aufregender sie zu haben, doch meistens ist vor lauter Geflatter eine klare Wahrnehmung gar nicht möglich und diese kommt wenn man sich besser kennenlernt unweigerlich und dann? Gehst du weiter? In der Hoffnung, dass sie sich wieder melden?
 
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  • #27
AW: Schmetterlinge?

Lieber Gulliver, Du bist auch immer wieder am Schwärmen in höchsten Tönen von dieser neuen Partnerschaft, man spürt deine Schmetterlinge. Wie ich richtig verstanden habe, lebt ihr ja nicht zusammen, müsst euch immer um die Kinder rumorganisieren oder mit ihnen, also ist da auch immer eine gewisse Spannung drin. Nach Alltag sieht es jedenfalls nicht aus. Also muss etwas intensiv sein, die Gefühle, der Wunsch wenn immer möglich beieinander sein zu wollen.
Sehnsucht ist für mich kein Zeichen von Liebe, Sehnsucht ist ein Zeichen, dass man sich selbst nicht zu genügen vermag, den andern zum Glücklichsein braucht, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht. Darin besteht eine Abhängigkeit, die auch belastend werden kann, was ich dir natürlich nicht wünsche.
 
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  • #28
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Satjamira:
Sehnsucht ist für mich kein Zeichen von Liebe, Sehnsucht ist ein Zeichen, dass man sich selbst nicht zu genügen vermag, den andern zum Glücklichsein braucht, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht. Darin besteht eine Abhängigkeit, die auch belastend werden kann, was ich dir natürlich nicht wünsche.
Ach, die gute Liebe hat schon so mancherlei Facetten ...
Und ists eigentlich empfehlenswert, statt in der Liebe eher von Yoga, Schokolade, Sudoku, der Idee der Unbedürftigkeit oder vom eigenen Wesen abhängig zu sein?
Was nicht auch belastend werden kann, ist vermutlich nichts. Da würde ich persönlich eher zu ersterem raten als zur Entsagung.
 
W

winzling_geloescht

  • #29
AW: Schmetterlinge?

Wer keine Sehnsucht mehr empfinden kann, Satjamira, ist gebrochen und kann toter nicht sein. Und ja, hoch verehrte Lehrerinnen und Lehrer, es gibt keinen Komparativ von "tot". Oder vielleicht doch?
 
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  • #30
AW: Schmetterlinge?

Zitat von Satjamira:
Sehnsucht ist für mich kein Zeichen von Liebe, Sehnsucht ist ein Zeichen, dass man sich selbst nicht zu genügen vermag, den andern zum Glücklichsein braucht, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht. Darin besteht eine Abhängigkeit, die auch belastend werden kann, was ich dir natürlich nicht wünsche.
Ich konnte/wollte Heike gestern nicht widersprechen und kann/möchte es bei Dir genauso wenig tun, weil: Ihr beide könnt ja beide durchaus recht haben. Ich weiß es schlichtweg nicht, ob ich nicht doch irgendwie in einer Abhängigkeit drinnen bin. Nur, ich empfinde es nicht als "Negativum" und sonst auch niemand. Meint ihr das tatsächlich so, dass starke Liebe abhängig macht oder machen kann und das eher kritisch betrachtet werden sollte. Ich fühle mich überhaupt nicht unfrei und sie auch nicht.

Ich bin euch dankbar für euren Input und nutze ihn auch viel zum Nachdenken. Meine Frage dazu ist: "Ist Abhängigkeit in Gefühlen der Liebe etwas Gutes, oder nicht." Mich überfordert diese Frage ein Wenig, weil ich mir eine Änderung des Zustandes keinesfalls herbeiwünsche aber auch keine Fehler bei "ihr" machen möchte. Könnte ja sein, dass ich gerade etwas mache, was sie jetzt schön findet und was ihr in ein paar Monaten auf die Nerven gehen könnte. Das würde ich nicht wollen.

Danke und liebe Grüße
Gulliver