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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. fafner
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    Die ist einfach nur realistisch. Und wird von über 90% der Bevölkerung beim täglichen Einkauf mitgetragen, entgegen allen Umfragen natürlich. Seit Jahrzehnten relativ unverändert. "Bio" ist eine Marketingstrategie, weiter nix.
    Die Schweiz hat einen Selbstversorgungsgrad von schlappen 50%. Eine Erweiterung der Agrarfläche ist nicht möglich. Bei Ausweitung von "Bio" müsste halt wegen der schlechten Erträge noch mehr importiert werden. Letztes Jahr ist fast die gesamte Ernte von "Bio"-Getreide auf dem Acker verpilzt und wurde entsorgt. So eine Verschwendung ist ein Skandal. Was für so en reiches Land natürlich kein Problem ist. Da kann man sich dann für's Gemüt auch eine Museumslandwirtschaft leisten...
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #76
  2. Xeshra
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    Kannst du mir noch mitteilen was genau "verpilzt" wurde, die genaue Pflanzenart. Es reicht nicht wenn du nur "Getreide" sagst.

    Auch sehe ich dich zum Thema "Ertrag" auf dem falschen Dampfer. Du vergleichst hier eine Monokultur wie z.B. Weichweizen, mit einer anderen Monokultur welche genau die gleiche Pflanzen-Art beherbergt welche von Grund auf für stickstofflastigen Stoffwechsel optimiert wurde und sagst z.B. dass BIO hier tieferer Ertrag bedeutet, ohne aber zu berücksichtigen wie lange du diese Art der Produktion mithilfe mineralisch-synthetischen Düngemitteln aufrechterhalten kannst. Die Liste der Phosphatminen ist lang, nichts davon ist nachhaltig, diese Landwirtschaft daher ein reales Auslaufmodell und es erzeugt Mehrertrag auf Kosten unersetzlicher Ressourcen; eine vollkommen absurde Machart und sehr engstirnig da nur kurzfristig gedacht.

    Nur ein möglichst perfekter Kreislauf ist wirklich nachhaltig, alles andere eher der zweifelhafte Versuch um eine durch menschengemachte Armut (hier müsste man schon lange den Hebel ansetzen) explosionsartig vermehrte Weltbevölkerung mithilfe jenseits natürlicher Kreislauf-Prozesse gepushte Landwirtschaft zu versorgen. Wobei ein Grossteil der erzeugten Nahrung immer mehr gar keine Nahrung mehr darstellt sondern als Energielieferant und Tierfutter (wo die Effizienz stark leidet) endet. Hier dann noch mit "ethisch vorgegaukelter Handlung und dadurch legitimierte Naturzerstörung" zu kommen ist gelinde gesagt der Gipfel der Frechheit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #77
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  3. Tone
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    Diese Museumslandschaft hat eine einzigartige Biodiversität, die du als deutscher Migrant in den schweizer Bergen schätzt. Oder irre ich mich da?
     
    16.12.2017 #78
  4. Xeshra
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    Das Einzige von diesen "Museumssachen" welches sich in der Schweiz mit wirtschaftlich brauchbarem Anteil durchsetzen konnte ist Dinkel oder Urdinkel (Handelsname). Diese Getreide-Renaissance ist so populär geworden dass es mittlerweile wirtschaftlich von Bedeutung wurde und je nach Ort bis zu geschätzte 10% des Getreideanbau ausmachen kann. Dinkel besitzt fest verwachsene Spelze was es äusserst resistent gegen Krankheiten macht und die Verarbeitung ist aufwendig da man die Spelze mit Spezialmaschinen entfernen muss, die Qualität aber enorm hoch. Es ist nicht natürlich dass Getreide dermassen lose Spelzen hat wie bei Weichweizen, unter anderem aus diesem Grund steigt die Krankheitsanfälligkeit stark an. Allgemein ist Weichweizen Designergetreide welches perfekt auf die Kombination mit Düngemitteln und Pestiziden sowie erwünschte Backeigenschaften optimiert wurde. Als Bio-Getreide ist es in dieser Extremzuchtform vollkommen unbrauchbar da nicht robust. Setzt man es dennoch auf Bio-Feldern ein ist es ein stark gefährdeter Hybrid welcher ausserhalb des Designs steht. Es ist gar nicht möglich mit Hybriden optimales Bio zu betreiben aber das hat man meistens gar nicht vor, man möchte ja nur die Nachfrage mit einem Label abdecken.

    Alle anderen Bio-Sachen sind vorwiegend basierend auf F1 Hybriden oder Hochertragsrassen und sind daher oft näher an konventionell dran als es vielen Leuten lieb ist. Es ist dennoch ökologisch schonender da man weniger Raubbau betreibt und nicht schonungslos am Düngen ist. Auch Soya-Importe (ökologischer Unfug zugunsten Ertrag) wird bei Bio stark begrenzt (10% oder so).

    Alle anderen "Museumssachen" sind (abgesehen von Urdinkel, also kein Hybrid-Dinkel) in so mikroskopischen Anteilen vorhanden dass es hier gerade mal um den nackten Erhalt der Biodiversität geht und dieser Erhalt ist notwendig da diese alten Sorten und Rassen unersetzliches Potential haben können um zukünftige Probleme zu bekämpfen. Das Geld was man damit verdient ist nicht lukrativ sondern sichert gerade einmal deren Existenz (Pflanzen, Tiere, Produzenten) ab. Das kapitalistische System arbeitet schonungslos dagegen und hat sowieso schon enorm viel Diversität ausradiert, hier dann noch beim wenigen was verblieben ist mit dem Zeigefinger der Eliminierung zu kommen ist nicht nur arrogant sondern deftig frech.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #79
    Mentalista und Tone gefällt das.
  5. Xeshra
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    Meinst du etwa das hier? https://www.srf.ch/news/regional/zu...gen-ueber-faulendes-heu-und-pilze-am-getreide Du glaubst doch nicht im ernst dass ein Industrie-Propaganda-Sender (der nur selten für Alternativen einsteht) wie SRF oder auch die politische Lobby der Eidgenossen etwas sonderlich schönes über alte Getreidesorten sagen (haben sie das je getan?). Der Kommentar ist auch äusserst vage, immerhin haben sie einen Bauern gefunden der sich um das gleiche sorgt was man offenbar gerne hören und vermitteln wollte, unbewusste Meinungssteuerung. Wieso macht man sich aber vorwiegend um diese wenigen % Alternativgetreide Sorgen aber kaum um das in Massen verschimmelnde Heu oder Weichweizen sowie Mais mit über 90% Anteil? Weil es politisch als Meinungsmache inkorrekt wäre? Diese sind mindestens so gefährdet trotz Fungiziden (Heu wird gar nicht damit behandelt), vorallem kann der Verlust riesig sein da so dominant vorhanden. Im übrigen kann im Notfall auch bei Bio eine Ausnahmegenehmigung bezüglich Spritzmitteln erteilt werden falls hoher Verlust der Ernte droht, weil der mögliche Nahrungsausfall ethisch nicht vertretbar wäre und besser es geht nur noch als konventionelle Ware durch als dass es vernichtet wird. Dass fast eine ganze Ernte angeblich vernichtet wurde halte ich für absurd und untragbar, das hätte man verhindern können.

    Ich muss aber auch erwähnen dass die Schweiz ein schreckliches Getreideland ist da viel zu feucht und für Weichweizen zu kalt. Nur Wallis und Tessin (Gerste im Bündnerland) sind für Getreide optimal, wobei Dinkel durchaus enorm robust ist und fast alles verkraften kann. Weichweizen ist wahnsinnig heikel und wächst nicht auf gleicher Höhe wie Dinkel oder Gerste, das ist jedoch ein guter Feuchtigkeitsschutz denn je höher es wächst desto weniger feucht und deswegen ist mit steigender Höhe das Pilzrisiko eliminiert. Wer im tiefen Mittelland Getreide anbaut hat eigentlich ein Knacks, dort wachsen Rüben am Allerbesten, für die ist die Nässe und Kälte gern gesehen. Auch Soya hat in der Schweiz Probleme da er nicht richtig ausreifen kann. Ich kann Zusammenhänge schon erklären aber mir einfach komisches Zeugs an den Kopf werfen ist mir zu albern.

    Wer zur Schweiz steht soll aus meiner Sicht Bündner Rollgerste aus grosser Höhe oder in erhöhten Lagen (Zentralschweiz wie z.B. Aargau) angebauter Dinkel essen, denen stösst garantiert nichts zu, da lege ich meine Hand ins Feuer. Aber bitte keine billige Mittellandware wo alles unter Wasser steht wegen Überschwemmung... da tut mir das Getreide nur schon von der Vorstellung leid. Sie sollen dort Chioggia Randen und alte Rübensorten stecken, die überstehen es sogar unter Wasser total versoffen eine Zeit lange, die bringt ein Schimmel nicht klein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #80
  6. Xeshra
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    Noch das gefunden: http://www.20min.ch/finance/news/story/-Wir-mussten-10-Tonnen-Getreide-wegwerfen--25996058
    Da steht nichts von Bio-Getreide aber dennoch haben die Fungizide offenbar nicht geholfen denn einzelne Bauern konnten bis zu 40% des konventionellen Weichweizens, oft noch mehr, fortwerfen. Hat doch nichts mit Bio zu tun, was soll dieser Unfug? Machst du vorsätzlich Anti-Bio-Propaganda? Nur ganz wenige bauen Bio-Weizen an, das Meiste ist konventionelles IPS Getreide (zum Grossteil reines Futtergetreide), sie alle waren betroffen, Bio oder nicht. Im Video klar ersichtlich, es war ein Hybridweizen der betroffen war, nicht ein verpönnter Dinkel oder so. Wenn du in eine Bäckerei gehst, wieviele von den Weizenbroten sind aus CH Bio Getreide und wieviele Bäckereien bieten es überhaupt an? Fast alles Getreide, selbst Dinkel, ist IPS Suisse Getreide http://www.ips-naturel.ch/home-konsumenten/partner/ip-suisse-getreide/, also konventionell. Es kann fast kein Bio betroffen sein da fast nichtexistent, woher kommen diese komischen Mutmassungen eigentlich? Bio wird in CH vorwiegend bei Milchwirtschaft betrieben, ausserhalb davon eine echte Rarität. Brotgetreide aus CH ist fast immer IPS Suisse, BIO ist extrem selten.

    Ich kenne einen Urdinkel-Anbauer mit BIO-Label (sehr selten) im Aargau (vom Mahler Betrieb Eichberg https://www.mahlerundco.ch/mehl-get...lkornmehl-vom-eichberg-5kg-7640157670362.html ), bisher haben sie noch immer Dinkel geerntet, seit über 50 Jahren mit Erfolg, und nie wegen Totalausfall gejammert, es ist mir daher ein Rätsel.

    Mir egal was die Leute essen, echt, aber einfach so manipulativ Sachen unterstellen finde ich kritisch und unfair.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #81
  7. fafner
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    Das sind einfach Spielereien reicher Länder, die sich von Importen ernähren. Global hat das eine Prozent (davon noch zwei Drittel Grasland) diese Rolle: gar keine.
    Da irrst Du völlig. In den Bergen ist die einzig mögliche Landwirtschaft die Haltung von Wiederkäuern. Schafe und Ziegen find ich ok, Kühe halte ich da schon für unangebracht. Führt zu starker Schädigung der zu wenig bewachsenen Böden, die bei Regen weggespült werden und bei Sonne sofort vertrocknen. Mit Biodiversität hat das rein gar nix zu tun.
    Generell sollte man meines Erachtens die Landschaft dort eher ihrem natürlichen Bewuchs nach der Eiszeit überlassen und das bedeutet: Wald. Das wäre auch der beste Erosionsschutz.
     
    16.12.2017 #82
  8. Xeshra
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    Ganz ehrlich, ich kann da nicht mitsingen weil es echt zu stark simplifiziert wird. Der ganze Kuchen ist dann doch eine ganze Dimension komplexer.

    Diese sogenannten "reichen Länder" haben auch eine eigene Landwirtschaft auch wenn sie nur ein Bruchteil der konsumierten Nahrung abdeckt. Dennoch bin ich stolz auf die hierzulande produzierten Milchprodukte, in dieser Qualität kriegt man es nur in wenigen Ländern und man sollte sowas wertschätzen. Auch der Urdinkel und PSR-Gemüse (momentan Chioggia-Randen) sind häufig auf dem Speisezettel.

    Leider ist der Import nicht das einzige mögliche Übel denn auch der Export bestimmter Ware wie Geflügel und Fertigprodukte bereitet vielen "armen Ländern" nichts als Probleme, von Fairtrade sind wir ob Import oder Export meistens weit entfernt. Die konventionelle Landwirtschaft ist hier natürlich der Hauptverursacher.
    Es ist kein Spiel sondern das Ergebnis von Nachfrage, das solltest du als Wirtschaftskenner doch gut nachvollziehen können. Diese Nachfrage besteht tatsächlich fast nur in "reichen Ländern" denn nur dort macht man sich darüber überhaupt Gedanken.

    Das hat vor allem 2 Gründe: Zum einen leiden keine anderen Länder derart unter der Folge von Fertigprodukten und Verarmung an naturbelassenen Frischprodukten. Zum anderen ist es finanziell machbar sich bei Nahrung einen Bonus zu leisten denn z.B. in der Schweiz gibt ein Bürger nur etwa 15% des Einkommens für Essen aus, das sieht in "armen Ländern" meistens ganz anders aus. Geklagt über Essenspreise wird trotzdem gerne, jedoch nimmt man 400 CHF Krankenkasse (in "armen Ländern" ist nur schon das meist ein Monatseinkommen) und 1500 CHF 3-Zimmer Wohnungsmiete (da fasst sich 90% der Weltbevölkerung gleich an den Kopf) oft wortlos hin, seltsame Welt. Und das obwohl eine Passionsfrucht hierzulande 1 CHF kostet und in Peru 10 Rappen oder so, dennoch geben wir nur 15% für etwas so bedeutendes wie Essen aus.

    Bei der Frage ob es global eine Rolle hat. Oh doch, sehr bedeutend ist diese Rolle, denn die dezentrale Landwirtschaft welche von Kleinbauern betrieben wird ist das Rückgrat vieler Länder. Es gibt weltweit von keiner Berufsgruppe soviele Arbeiter wie bei den Bauern. Das mit diesen Maschinengrossbauern ist vorwiegend eine Mode der "reichen Ländern" sowie deren "Lakaien" wie z.B. Brasilien. Diese Agrarprodukte von Abermillionen Kleinbauern sind vorwiegend nach Bio-Mentalität produziert (ausser China, Brasilien, das sind Lakaien) obwohl es dort kein Bio-Label hat.

    Weisst du wo es z.B. weltweit am meisten Aprikosenbäume hat? Usbekistan... alles vorwiegend kleinbäuerliche Betriebe in riesen Mengen. Auch in der Türkei gibts extrem viele Kleinbauern, viele von denen haben von Glyphosat noch nie was gehört. Die vielen Reisanbauern gehen in die Millionen, selbst heute vorwiegend Handarbeit und ohne Spritzmittel.

    In Mexiko gibt es so viele Maissorten wie bei uns Frischgemüse im Supermarkt, aber Maissorten kennen wir nur ein halbes Duzend, davon 90% Hybridmais. Die Agrarlobby versucht aber langsam das alles zu Monokulturen hinzureissen, bisher aber mit mässigem Erfolg trotz absichtlich verteiltem Gentechmais.

    Diese Länder wie Peru haben zwar örtliche Bio-Label Zertifizierungsstellen aber lokal würde das niemand bezahlen weil Bio dort reine Vertrauenssache ist und man anders als bei uns viel mehr frisch beim Marktstand einkauft: Diese Frage ob Bio stellt man sich dort kaum, man möchte natürliche Nahrung ohne Aufpreis da man sowieso schon fast alles für Nahrung ausgibt. Viele wissen gar nicht was bei uns abgeht in der industriellen Landwirtschaft, es ist jenseits ihrer Welt aber "zum Glück" versucht man es ihnen vehement aufs Auge zu drücken, meistens purer Eigennutz.

    Was ist Bio? Bio ist ein Weg, eine Philosophie. Es hat nichts mit Label zu tun und macht global je nach Ort oft über 50% aus.

    Was ist Bio-Label? Das sind Kontrollorgane für Zertifikate um zu gewährleisten dass die Nahrung mit entsprechender Philosophie hergestellt werden (das Bio-Label ist gesetzlich geschützt). Es heisst nicht dass nur per Label deklarierte Ware diesen Standard haben können aber es schafft Sicherheit und Gewissheit. In Industrienationen sind allerdings fast nur Label-Produkte mit entsprechender Philosophie, weltweit ist das allerdings anders.

    Bei offenen Fragen kannst du auch hier anfragen. Hans-Rudolf Herren hat sich jahrzehntelange nur mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft beschäftigt und weil er dadurch sogar Hungersnöte verhindert hat bekam er den alternativen Nobelpreis, eine interessante Persönlichkeit der deinem begrenzten Weltbild neue Dimensionen geben kann. http://www.biovision.ch/ueber-uns/wer-wir-sind/stiftungsrat/dr-hans-rudolf-herren/
    Ein Mann der Tat, nicht nur Worte...
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #83
  9. Tone
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    Damit tauschst du aber die Bergwiesen gegen Bäume und Buschwerk, auch die saftigen Kräuterwiesen. Ob Erosionsschutz die Biodiversität in den Wiesen aufwiegt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #84
  10. Xeshra
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    So ein Stuss, noch nie was von Tsampa gehört? Gerste wächst auf so grossen Höhen dass es selbst auf Alpengebiet wächst und es war in Tibet auf über 3000 m Höhe Grundnahrung. Es wächst auch in Graubünden auf über 1000 m hervorragend. Es ist auch kein Nährstoff-Freak, es kommt mit magerem Boden gut aus.
    Das mit Kühen auf den Alpen finde ich auch nicht gut, die sind für den sensiblen Boden viel zu schwer. Schafe und Ziege sowie sehr leichte Robustrassen sind allerdings OK. Die Braunvieh-Kühe könnten dort gar nicht überleben, sie sind künstlich eingeschleppte Tiere. Bei Yaks und Steinböcken ist es anders. Selbst Schafe und Ziegen halten mehr Kälte aus. Lokale alte Ziegen und Schafrassen können fast das ganze Jahr auf Alpengebiet leben mit etwas Zusatzfutter, ist aber zu wenig lukrativ
    Finde ich kontraproduktiv weil würden wir nicht Steinböcke bejagen und Futterkonkurrenz herstellen dann würden sie natürlicherweise das Gleichgewicht zwischen Wald und Wiese herstellen. Das Gleichgewicht ist aber gestört, deswegen ist eine "sanfte Landwirtschaft" absolut vertretbar und nicht unnatürlich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #85
  11. fafner
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    Ja, aus purer Not. Das ist wie bei uns vor der Industrialisierung. Freiwillig macht das kein Mensch. Du sitzt ja auch lieber vor dem Compi im Warmen. Wann warst Du denn das letzte Mal in Graubünden auf 1000m Gerste ernten?
    Diese Subsistenzbauern können mit Müh und Not sich selbst ernähren. Aber nicht noch zusätzlich so ein Edelgewächs wie Dich.
    Ja, tut er. Und Wald hat sowieso eine viel größere Biodiversität als Wiese. Erst recht mehr als erodierte Böden.
     
    16.12.2017 #86
  12. Tone
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    Die Beweidung trägt zur Artenvielfalt bei, für mich ist Erosion ein Scheinargument, da die Bodenerosion in den Alpen ein natürlicher Vorgang ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #87
  13. Xeshra
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    Bäume haben auf grosser Höhe ein Diversitätsverlust und mit steigender Abmagerung des Bodens sind Gräser dominant da sie anspruchsloser sind als Bäume. Es gibt durchaus Bergwiesen mit über 1000 Grasarten, dagegen sehen Intensivwiesen im Mittelland erbärmlich aus mit vorwiegend 10 bis 50 Grasarten. Mancherorts hat Wald kaum eine Chance da Boden einfach zu mager und Tiere fressen das bischen Buschwerk teilweise weg, es ist durchaus natürlich wenn es mancherorts nur Magerwiesen hat. Ich habe in Graubünden schon Bergwiesen gesehen... da war alles voller Blumen und jenseits von allem was man sonst als Wiese kennt. Wenn Diversität herrscht geht eine neue Welt auf, auch bei Bergwiesen. Wer eine solche Wiese nie gesehen hat soll besser schweigen... das ist jenseits vom bekannten.

    Fast alle Gräser hassen stickstoffreiche Böden. Da im Mittelland fast alles überdüngt ist wachsen auch nur noch die wenigen % welche Stickstoff lieben, sehr simpel. Ausserdem kann es fast nie verblühen und muss ständig vegetativ vermehren, das ruiniert völlig die Qualität.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #88
    Tone gefällt das.
  14. fafner
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    Zwei Drittel der Brutvögel sind Waldbewohner. Was sollen die mit Wiesen? Das ist ein künstlich vom Menschen geschaffener Raum, um sich mit Viehhaltung zu ernähren. Nötig wäre das heute nicht mehr, das findet woanders einfach wirtschaftlicher statt. Die Offenhaltung kostet sinnlos viel Geld.
    Und die vielen häßlichen Lawinenschutzbauten bräuchte es auch nicht beim natürlichen Bewuchs - dem Wald.
     
    16.12.2017 #89
  15. Xeshra
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    Die Schutzbauten braucht es weil Leute dort rumfahren u.a. wo sie gar nicht sein sollten. Ab etwa 1500-1800 m ist Baumgrenze, viele Schutzbauten liegen höher, da wäre garantiert kein Baum gestanden. Im Mittelland ist Sachlage anders, da könnte tatsächlich Wald stehen aber keine Schutzbauten.

    Ich habe mit Grasland ohne weitere Ausbreitung keine Mühe, jedoch ist die unsägliche Überproduktion und massive Soya-Importe enorm unschön. Wir exportieren immer mehr Milch da wir künstlich Überproduktion erzeugen, ein Hohn. Man soll endlich damit aufhören und stattdessen Qualität fördern sowie Böden weniger stark düngen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.12.2017
    16.12.2017 #90