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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Mit Abstand, viel Unterstützung, einer wirkungsvollen Therapie und wiedererlangter Lebensfreude sieht diese "Berücksichtigung" rückblickend wieder ganz anders aus. Und steht der damals zutiefst übergriffig, unangenehm empfundenen Einmischung von einst gänzlich anders gegenüber. Das schmälert die damalige Entschlusskraft, den Willen (ob nun frei oder nicht) und den unbedingten Wunsch nach Veränderung - sei es durch den eigens herbeigeführten Tod - keineswegs.

    Außensicht (damit meine ich auch rückblickend auf die eigene Situation) und Innensicht in einer solchen Situation oder beim unfassbar energiezehrenden Prozess sich da herauszukämpfen können und müssen sich nicht die Waage halten oder auf einen Nenner gebracht werden.
    Ich vermute darüber lässt sich nicht diskutieren.
     
    16.06.2018 #121
    *Andrea* und Synergie gefällt das.
  2. Mestalla
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    Darunter fallen dann z.B. nicht alte Menschen, die sich aus Einsamkeit das Leben nehmen.
     
    16.06.2018 #122
  3. Einen Menschen in einer Notsituation in Schutz zu nehmen, weil er in Gefahr steht, sich weshalb auch immer das Leben zu nehmen, ihn als Unzurechnungsfähig mit der Bewertung 'dreist', wird von dir in einen negativen Bezug gebracht.

    Nochmal, was gibt es besseres als einen Menschen in dieser Situation in Schutz zu nehmen? Gibt es da noch eine Steigerung von positiv? Nur weils jetzt nicht emotional geschrieben wurde?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16.06.2018
    16.06.2018 #123
    t.b.d. gefällt das.
  4. SeTi
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    Es ist nur die Frage für wen es denn positiv ist in diesem Moment?
    LG
    SeTi
     
    16.06.2018 #124
  5. In diesem Moment. Eben!
     
    16.06.2018 #125
  6. SeTi
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    Hast es du in der Hand was die Zukunft bringt?
    das kann sich in die eine oder andere Richtung entwickeln.

    deswegen hat in diesen einen Moment wohl nur einer recht ... Und das ist schlicht und ergreifend jener Mensch um den es geht. Ganz gleich ob ihr glaubt er sei zurechnungsfähig oder nicht.

    LG
    SeTi
     
    16.06.2018 #126
  7. Xeshra
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    Bei solchen Geschichten frage ich mich einfach wieso manche Frauen oft wegen Kleinigkeiten aufbrausend tun z.B. weil etwas ungewollt beleidigend rüberkam, wenn man bedenkt was es da alles an Leid gibt sind solche Kratzbürstigkeiten echter Luxus.

    Wir sind schon eine verwöhnte und teils überemanzipierte Luxusgesellschaft, das schafft oft unnötige Schwierigkeiten im Umgang miteinander. Wenig überraschend ist die Selbstmordrate trotz allen materiellen Reichtümern nicht kleiner, eher sogar grösser. Geld und Gut ist halt auch nur dann förderlich wenn es im Innen auch stimmt, nur... umso mehr im Aussen vorhanden ist desto mehr sollte man am Innen werkeln.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.06.2018
    16.06.2018 #127
  8. Ich habe die Zurechnungsfähigkeit mit keiner Silbe angezweifelt.
    Aber ich zweifle an, dass es zum einen nur um diesen Menschen geht, zum anderen, dass dieser Zustand unabänderlich ist. Über das Wie ließe sich streiten.

    Nein, ich habe, wenn du es so siehst, nichts in der Hand. Höchstens für mich und auch da wird es - wie allgemein bekannt - dünne, wenn es um die Zukunft geht.

    Aber es überwiegt in meinem Leben (beruflich und privat) zum Glück die Zahl derer, die den Abstand geschafft haben und froh sind noch zu leben, gezielt und aktiv vom Freitod abgebracht wurden. So übergriffig das auch war...
    Wie gesagt, ich glaube dass die Diskussion mit diesen Blickwinkeln grundsätzlich nicht sonderlich fruchtbar ist.
     
    16.06.2018 #128
  9. Mit solchen Unterstellungen kippt jede Diskussion. Da bin ich raus.
     
    16.06.2018 #129
    Friederike84 gefällt das.
  10. Xeshra
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    Also bei Männern kommt es erstaunlicherweise kaum jemals vor, jedoch habe ich naturgegeben mehr Kontakt mit Frauen. Ich denke schon dass das mit "beleidigter Leberwurst" eher ein Frauenproblem ist, jedoch ist Suizid klar ein Männerproblem.

    Frauen tun sich eigentlich pauschal mehr an, jedoch neigen sie weniger zu extremen Gewaltakten, es ist eine stille heimliche Gewalt z.B. Frustessen, auch Magersucht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.06.2018
    16.06.2018 #130
  11. Jetzt bin auch ich raus.
     
    16.06.2018 #131
    fleurdelis* gefällt das.
  12. Xeshra
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    :D:D:D:p:p:p

    Hey... ihr beide seid jetzt beleidigt.

    Beweislage... klar vorhanden.

    Ah je, versöhnen wir uns wieder, ist doch echter Kleinkram.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.06.2018
    16.06.2018 #132
  13. chava
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    Liebe @remember

    ich nehme dich einfach mal in fest in die Arme!
    Und danke, dass du das Thema mal zum Nachdenken hier eingestellt hast.
    Einen Tipp geben kann dir keiner im Forum, aber zuhören, Mitgefühl zeigen und eigene Erfahrungen beitragen. Vielleicht hilft dir das ein wenig, um zu sehen, dass du nicht alleine bist, dass andere Ähnliches erlebt haben . . . und dass unser eigenes Leben trotzdem weitergeht.
    Traurig und gebrochen sein - darfst du.
    Schuldig sein - dafür gibt es keinen Grund.

    Ich glaube übrigens schon, dass ER es genossen hat, in seinen letzten Tagen diese tiefen Gefühle von dir bekommen zu haben, und auch, wenn er dann aufgegeben hat, so hat er es vielleicht leichteren Herzens getan.

    Ich habe es gerade vor kurzem in meiner Großfamilie erlebt – jemand, dessen Mutter sich vor einigen Jahren Hilfe gesucht hat fürs Kind, der Mutter wurde dann die Vormundschaft entzogen, geschlossene Abteilung, Wohngruppe, Auslandaufenthalt, wieder hier – schließlich glücklich verliebt – und es hat ausgerechnet dann sein Leben beendet. Das Kind hatte sich von der gesamten Familie losgesagt. Irgendetwas steckte in diesem unglücklichen Menschenskind, das keiner der unendlich vielen Helfer ergründen oder heilen konnte. Und es gibt leider nun mal viele Leidende auf dieser Welt, bei denen keine Hilfe und keine Liebe ankommt.

    Und dann die Hinterbliebenen, Familie und Freunde, die nicht wissen, warum; die an sich selber zweifeln, ob sie mehr hätten tun können.

    Mir selbst ist es vor 40 Jahren passiert, vierfacher Mord und Selbstmord. Die Fragen: warum musste er Frau und Kinder mitnehmen, wenn er nicht mehr leben wollte? Hätte ich etwas merken können, wenn ich aufmerksamer gewesen wäre? Hätte ich es verhindern können? Damals habe ich keine professionelle Hilfe bekommen, es waren ja nur Freunde – aber für mich die liebsten und wichtigsten Menschen. Wenn eine so liebevolle und perfekte Familie nicht bestehen kann – wie sollte ich es dann schaffen? Ich wollte mich niiie wieder verlieben, niiie wieder eine beste Freundin haben, nie wieder dieses Leid erleben.

    Tja, und dann kam mein Herbie mit seiner Geduld und seiner Liebe.
    Meine Freundin s.o. hatte uns bekannt gemacht und wollte uns verkuppeln, unser zweites Treffen war dann allerdings auf der Beerdigung, unser 1. Date ein halbes Jahr später. Und ich hatte während meiner gesamten ersten Schwangerschaft Angst, mein erstes Kind nicht lieben zu können, weil ich die drei ermordeten Kinder so geliebt hatte. Aber als ich es in den Armen hielt, kam die Liebe, claro, auch. Und heute habe ich mit Kindern, deren Partnern und Enkeln 10 Menschen, die mich lieben und ich sie. Das habe ich eigentlich nur meiner ermordeten Freundin zu verdanken, sonst hätte ich ja meinen Mann nie kennengelernt.

    Mit Verlusten gehen alle Menschen unterschiedlich um.
    Woran das liegt, weiß ich nicht, Gene, Veranlagung, Erziehung???

    Für meinen Mann war es - in meinen Augen - eine Erlösung, nach einer langen hässlichen multiplen schleichenden Krankheit zu sterben, und ich war sogar dankbar, als er dann nicht mehr leiden musste. Auch den Tod meines Vaters habe ich schnell verkraftet, der sich 4 Wochen sehr gequält hatte, weil der Geist noch rege war, der Körper aber schon aufgegeben hatte, und der mich gebeten hatte, ihm zu helfen, damit es schneller geht - hab ich aber nicht.
    Ich kenne aber auch Menschen, die nach dem Verlust eines Angehörigen oder Freundes durch eine fiese Erkrankung oder einem plötzlichen oder auch einfach nur altersbedingten Tod kaputt gegangen sind und ihr eigenes Leben nicht mehr leben und genießen können, denen dann einfach die Kraft und Energie fehlt, die vermutlich depressiv sind – und eigentlich selber intensive Hilfe benötigt hätten, aber sich nicht geholt haben.

    @remember , das Leben geht immer weiter - für dich, für mich, für alle.
    Nutze es und bewahre dir die schönen Erinnerungen . . . :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.06.2018
    16.06.2018 #133
    *Andrea*, Zaphira, q(n) =4 und 4 anderen gefällt das.
  14. Ich bin weder beleidigt noch zerstritten, wünsche mir aber schon eine Weile eine andere Diskussion bei dem Thema.
    Das topt es gerade nur.
    Und ich glaube dass es der TE in ihrem Schmerz überhaupt nicht hilft...
     
    16.06.2018 #134
  15. Julianna
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    Noch kurz dazu (musst du auch nicht weiter kommentieren oder drauf eingehen).
    Ich tue Depression nicht als Stoffwechselerkrankung ab. Es war lediglich ein Beispiel. Und ich sehe es genau anders herum. Wer Depressionen hat oder andere psychische Erkrankungen, fragt sich durchaus auch mal "Warum?". Und wenn es eine medizinische Erklärung dafür gibt - kann dies eher entlastend wirken und bohrende Fragen die unterschwellig gären beantworten. Ich denke viele, die eine schwere Depression haben und damit irgendwie leben müssen - mal besser, mal schlechter - wären froh, wenn sie nicht pauschal zum Therapeuten geschickt würden und Psychopharmaka einnehmen müssten - deren Dosierung teils sehr schwierig einzustellen ist. MEn ist das einer unzureichenden Differenzial-Diagnostik geschuldet. Es wird an Symptomen herumgedoktert, denn weniger die Ursache betrachtet/gefunden. Ich bin überzeugt, dass viele, die Jahre beim Therapeuten verbringen, mit einer guten medizinischen Differenzial-Diagnostik und Ursachenfindung, ihr Depressions-Leiden effizient los werden könnten. Für mich ist das eine Erkrankung wie jede andere. Der Diabetiker bekommt Insulin. Wer Schilddrüsen-Unterfunktion hat entsprechende Hormone. Nur bei Dingen, die die Psyche betreffen, hängt die Medizin katastrophal hinterher. Nicht bei allen mag es medizinische Ursachen geben. Aber die Dunkelziffer derer, die zum Therapeuten geschickt werden und Stimmungsaufheller bekommen, obwohl eigentlich eine (simple) medizinische Ursache vorliegt, wird nicht gering sein.

    Wenns auch OT ist: Schon mal von "Reizdarm" gehört? 70% aller Patienten, die Darmbeschwerden haben, werden mit der "Reizdarm" Diagnose abgestempelt. Warum? Weil die Medizin keine Ahung hat! Und im Dunkeln tappt. Auch hier fehlt die Differenzial-Diagnostik. Und warum erwähne ich das OT ? Weil der Darm einen Einfluss auf die Psyche hat und auf das Immunsystem. Der Darm ist so eine Art "zweites Gehirn". Man stelle sich vor, da hat einer die Diagnose "Reizdarm-Syndrom" und bekommt zunehmend Depressionen im Laufe der Zeit. Er wird deswegen behandelt und erhält eine Therapie. Aber keiner kommt auf die Idee, dass es sich um eine Darmerkrankung handeln könnte.
    https://www.simplyscience.ch/teens-...s/die-beziehung-zwischen-darm-und-gehirn.html
    "Ein Experiment zeigte, dass nicht-depressive Mäuse Depressionssymptome entwickelten, wenn ihnen Darmbakterien von depressiven Patienten transplantiert wurden. Dies beweist, dass Darmbakterien die Hirnchemie beeinflussen können."

    ... es gibt zaaaaaahlreiche Ursachen, die als Möglichkeit in Frage kommen, warum jemand "nichts mehr fühlt" und sich "müde fühlt" und "keine Freude" mehr empfindet. Warum jemand morgens nicht mehr aufstehen kann und Tage im Bett verbringt.

    Jemand mit einer Schilddrüsen-Erkrankung, hat hormonelle Probleme, worunter auch die Psyche oft sehr stark leidet. Manche werden depressiv, weil sie ein Schilddrüsen-Problem haben. Was nicht selten der Fall ist. Würdest du sagen, dass man diesen Patienten auch den Freitod lassen sollte, statt sie hormonell zu therapieren?

    Was ist mit Frauen, die sehr stark unter den Wechseljahren leiden? Weil sich der ganze Hormonhaushalt verändert und umstellt? Da gibt es nicht wenige Frauen, die hierdurch eine Depression erfahren.

    Was ist mit Frauen, die eine Wochenbett-Depression erleiden? Und am liebsten direkt nach der Geburt den Freitod wählen würden, weil sie es nicht ertragen können, wie sehr sie leiden? Sollte man diese aus der Klinik entlassen und nach Hause schicken, nach dem Motto "ja wenn du denn aufgrund deiner Depression sterben möchstest, dann ist das deine Entscheidung".

    Edit: @SeTi vielleicht eröffnet dir mein Geschreibsel ;) ja doch noch einen weiteren, neuen Blickwinkel auf dieses Thema. Eine Medaille hat immer zwei Seiten. Du auf der einen Seite, als (ehemaliger) Betroffener, die Theoretiker auf der anderen Seite, die neutrale Blickwinkel hinzusteuern. Wäre doch schade, wenn wir im Austausch darüber so mangelhaft mit einander kommunizieren. Best Greeting For You. Wünsche dir noch ein schönes und entspanntes - hoffentlich sonniges - Wochenende.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.06.2018
    16.06.2018 #135
    chava und Friederike84 gefällt das.