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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. *Andrea*
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    Umgang mit Schuld

    Liebe Foristinnen und Foristen
    Der Thread über das Verzeihen hat mich angeregt, hier auch einen Thread für die "andere Seite" zu eröffnen.
    Mich beschäftigt das Thema aktuell: Was macht man, wenn man sich Schuld aufgeladen hat, eine Schuld mit schweren Konsequenzen? Oder vielleicht auch nur denkt, dass das so sein könnte? Oder dass man mit dazu beigetragen hat zu etwas Schlimmem?
    Wie fühlt man sich in solchen Situationen und was kann man tun? Gibt es hierzu Erfahrungen?
    Mich beschäftigt das Thema zwar nicht im Zusammenhang mit einer Liebesbeziehung, aber es wäre ja auch eine Möglichkeit, dass man sich schuldig fühlt, weil man den (Ex-)Partner oder die (Ex-)Partnerin betrogen hat. Oder auch, dass man zuwenig dazu beigetragen hat, dass die Beziehung dauerhaft und stark geblieben ist.
    Ich würde mich über Antworten von euch sehr freuen. Danke!
     
    30.09.2018 #1
  2. Tone
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    Man bittet um Enschuldigung. Man setzt eine Handlung und wirkt damit aktiv gegen eine Belastung.
     
    30.09.2018 #2
  3. *Andrea*
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    Danke, Tone. Das ist sicher eine gute Sache, ja. Wenn das nun aber aus irgend einem Grund nicht möglich wäre?
    Ausserdem, ist es mit einer Entschuldigung getan?
     
    30.09.2018 #3
  4. MonDieu
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    Je nach Schwere der Schuld nicht.
     
    30.09.2018 #4
  5. *Andrea*
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    Und was wäre dann?

    Vielleicht könnte man sich vorstellen, wenn man den Partner betrogen hätte und dieser danach jedes Gespräch verweigert.
     
    30.09.2018 #5
  6. MonDieu
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    Manche Dinge sind unverzeihlich. Aber zusätzlich zur Entschuldigung wäre Reue, und zwar echte Reue, gut zu hören.

    Gesprächsverweigerern kann man einen Brief schreiben?
     
    30.09.2018 #6
  7. Tone
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    Dann muss man zwangsläufig akzeptieren, dass es nicht möglich ist.
    Es kommt darauf an wie stark das Gewissen belastet ist, das ist je nach sozialer Prägung unterschiedlich.
     
    30.09.2018 #7
  8. *Andrea*
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    Danke für euer Mitdenken. Mir geht es aber eher um den Umgang mit den Schuldgefühlen, oder wie man mit sich selbst ins Reine kommen könnte.
     
    30.09.2018 #8
  9. MonDieu
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    Es soll tatsächliche Menschen geben, die wollen unbedingt mit sich selbst ins Reine kommen und entschuldigen sich nur deshalb. Das sind dann die Entschuldigungen, wo keine echte Reue erkennbar ist.
     
    01.10.2018 #9
  10. *Andrea*
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    Vielleicht versuche ich ein bisschen konkreter zu werden: Was ist, wenn jemand gestorben ist und man dann viel über diesen Menschen nachdenkt und auch mit anderen über ihn spricht. Und dann ist plötzlich der Eindruck da, dass für diesen Menschen vieles ganz anders war, als man angenommen hat. Und auch, dass er dringend Hilfe gebraucht hätte, und man hat es nicht gemerkt, geschweige denn geholfen?
     
    01.10.2018 #10
    Tone gefällt das.
  11. MonDieu
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    Die Frage ist ob man es hätte merken können oder hat man es nicht merken wollen, weil es so bequemer war. Ich glaube, man kann vieles bemerken, wenn man aufmerksamer hinsehen und zuhören würde und nicht alles ausblendet, was mühsam sein könnte.
     
    01.10.2018 #11
  12. *Andrea*
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    Ich glaube nicht, dass das der Grund war, weshalb es nicht bemerkt wurde. Es war vielleicht eher deshalb schwierig, weil man da irgendwie in einem System drinsteckte, wo die Rollen irgendwie schon jahrelang verteilt waren. Und man deswegen irgendwie blind war.
     
    01.10.2018 #12
  13. Tone
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    Schlechtes Gewissen - nicht mit sich im Reinen sein - hat mit sozialer Prägung zu tun und eine Entschuldigung ist mMn der beste Weg das Schuldgefühl abzulegen. Wenn wie du sagst eine Entschuldigung nicht möglich ist, ist das zu akzeptieren.
    Dann ist Ehrlichleit zu sich selbst wichtig. Übernimmt man Verantworting für seine Handlungen oder sind es sogar irrationale Schuldgfühle mit denen man gar nichts zu tun haben sollte, weil man nicht dafür verantwortlich ist wie jemand etwas aufnimmt oder nicht für das Handeln oder Unterlassungen andrer verantwortlich ist.
     
    01.10.2018 #13
  14. tina*
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    Liebe Andrea,
    meinst du die Freundin/Bekannte, von der du hier mal geschrieben hast?

    So ganz rational betrachtet kann Schuld da auch ein Zeichen von Hochmut sein, eine Allmachtsphantasie, alles in der Hand zu haben und beeinflussen zu können.

    Andererseits ein durchaus gängiger Mechanismus im Trauerprozess.
    Ein ggf. hilfreicher Buchtipp https://www.chrispaul.de/schuld/
     
    01.10.2018 #14
  15. LC85
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    Ich habe mich von meinem Mann getrennt und es war kein anderer Mann im Spiel. Vom Kopf her weiß ich, dass ich nicht schuld daran bin, auch wenn ich diejenige war, die sich getrennt hat. Ich hatte "sehr gute" Gründe, die wahrscheinlich jeder nachvollziehen könnte. Trotzdem bin ich in seinen Augen und in Augen seiner Familie an Allem schuld. Ich bin die Böse, weil ich mich getrennt habe. Deswegen habe ich manchmal schon ein schlechtes Gewissen. Ich versuche einfach nicht daran zu denken, was natürlich schwer fällt. Auch habe ich durch das Daten gemerkt, dass ich mich momentan auf keinen anderen Mann einlassen kann, da es sich für mich wie Fremdgehen anfühlt. Keine Ahnung, wie man damit am besten umgeht. Wahrscheinlich muss, genau so wie im umgekehrten Fall, einfach viel Zeit vergehen.
     
    01.10.2018 #15
    Wildflower gefällt das.