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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
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    Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Hallo,

    ich habe den Eindruck, dass viele Menschen heutzutage nicht mehr offen aufeinander zugehen, sich anderen nicht öffnen können bzw. nicht an anderen (fremden) Menschen interessiert sind.

    Dass bei vielen die verbale Kommunikationsfähigkeit und das Interesse daran langsam aber sicher verloren geht, durch diese rasant wachsende virtuelle Kommunikation via Handy, Mail & Co.

    Manchmal denke ich, dass sich immer mehr Menschen in ihre eigene, von ihnen selbst oder von anderen geschaffene virtuelle Welt zurückziehen, weil sie sich dort sicher aufgehoben, geborgen fühlen und diese unter Umständen auch nach eigenem Gusto gestalten (Unliebsames ausblenden) können.

    Wie ist eure Meinung dazu bzw. habt ihr diesbezüglich Erfahrungen gemacht oder Erlebnisse gehabt?
     
    07.03.2014 #1
  2. vivi
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Da bin ich jetzt aber überrascht, dass noch keiner drauf reagiert hat!

    Dieser Eindruck ist bei mir auch schon aufgekeimt, allerdings eher in der Reihenfolge: nicht können - warum auch immer - und danach nicht mehr offen aufeinander zugehen. Ich denke das Interesse an anderen Menschen ist, wegen der natürlichen Neugier des Menschen ;-), schon da, aber dann würde ja Pkt.1 wieder greifen. Bin allerdings auch noch nicht weiter gekommen.

    Ich würde es garnicht mal so unbedingt daran festmachen. Ich glaube die allgemeine Oberflächlichkeit greift da auch.

    Ist das nicht irgendwie auch zu verstehen ;-)....man hat ja seine Wünsche, Vorstellung, Träume & Erwartungen und wer damit nicht umgehen kann verliert evt. den Sinn für die Realität bzw. verlernt den Umgang damit.
     
    08.03.2014 #2
  3. Heike
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Ich glaub, es hat weniger was mit der virtuellen Kommunikation zu tun, sondern damit, daß eben viele lieber mit sich selbst kommunizieren. Daben haben sie die (vielleicht trügerische) Sicherheit, daß ihnen der Kommunikationspartner nicht wegläuft. Ist doch allerorten zu lesen, auch die Aufrufe, sich nicht zu sehr und zu schnell zu öffnen, weil man könnte ja verletzt werden. Deswegen erstmal mit sich selbst ins Reine kommen. Und nachdem man dazu ein Leben lang braucht, ists dann eher unwahrscheinlich, daß der Blick mal vom eigenen Bauchnabel abgleitet, so vorgemacht der auch sein mag. Und ja, vielleicht ist gerade das Oberflächlichkeit, auch dieser ganze Verletzungsdiskurs immer so offensiv unoberflächlich daherkommt.
     
    08.03.2014 #3
  4. Frauen-Versteher
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Ich sehe das genau so. Am "übelsten" ist Facebook, aber auch die Partnersuchonlinetools. Jeder stellt sich selber dar, sieht sich als Mittelpunkt des Universums. Jede Dahergelaufene hat das Gefühl, "Anspruch" auf einen Supermann zu haben, weil sie das personale Multi-Feedback auf den Plattformen überschätzt. Zudem: Jede andere Wiese ist grüner. Leider ist das Ganze etwas einseitig, da unsere "modernen Frauen" sich weiterhin bitten lassen, d.h. es muss immer noch die Initiative vom Mann ausgehen. Und: "Erzähl mal von Dir" usw. lassen grüssen.

    Früher war alles besser!
     
    08.03.2014 #4
  5. equinox
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    also:
    these 1: zwischenmenschliche kommunikation weist zunehmend charakteristika auf, die ähnlichkeiten mit autistischem Verhalten haben.

    these 2: ursächlich dafür sind a) individuelle überforderung angesichts zunehmender komplexität der erlebten realität, b) ein wachsender anteil an rudimentär verschriftlichter kommunikation, c) die angebotenen technischen voraussetzungen zur konstruktion virtueller realitäten, die individuen ein leben jenseits ihrer alltagswelten in form virtueller zweit-existenzen möglich machen.

    tja, was soll man dazu sagen? das ist ein kulturkritischer rundumschlag und das wird wohl so sein. ob das nun aber nur eine insgesamt temporäre erscheinung ist, ob es für viele nur lebensabschnitte charakterisiert, wie hoch der anteil an personen in einer gesellschaft ist, die vom rückzug ins virtuelle betroffen sind - niemand wird diese fragen zuverlässig beantworten können.

    aber ich weiß, dass es viele menschen gibt, die sich (einstweilen noch?) anders verhalten. wenn dir die virtuellen trends nicht zusagen, musst du einfach sehen, wo es gleichgesinnte gibt. vielleicht lassen sich ja über's internet entsprechende kontakte knüpfen ...
     
    09.03.2014 #5
  6. Truppenursel
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Ich denke, die Ursachen des Ganzen liegen in dem Hang zur Selbstverwirklichung, den zahlreichen Aufrufen zum Stärken des eigenen Ichs, den Frauenzeitschriften und Gurus, die uns seit Jahrzehnten predigen, wie großartig wir uns selber alle finden sollen. Solange dieser Trend nicht verschwindet, wird sich nichts ändern.
    Es ist leicht hier im Forum nachzulesen, die Frauen wollen alle stark sein, stellen ihre Karrieren und eigenen Interessen in den Mittelpunkt ihres Seins. Das führt oftmals zu verzerrten und übertriebenen Statements. Nichts gegen ein gesundes Selbstbewußtsein, aber diese ständige Selbstbejubelung, wie toll doch jeder ist, die auch durch die Medien gefördert wird, führt zu wenig Gutem.
     
    09.03.2014 #6
  7. Marvin
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Bullshit - noch NIE war Kommunikation so einfach und universell wie heute. Wenn Leute das nicht benutzen können (wie Brandstifter ein Feuerzeug nicht benutzen können / Missbrauch ) schmeißt man ein gewaltigen Wert wegen ein paar unfähigen Loosern ins Klo.
     
    09.03.2014 #7
  8. nele5050
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Leider ist der Anteil der universellen Benutzer genauso hoch wie 90% der Gesamtbevölkerung, die ja auch eher einer Schafherde gleicht und dem gesamten Phänomen nicht folgen kann. Bisher haben die Möglichkeiten der super schnellen Kommunikation über diverse Möglichkeiten niemanden weiter gebracht, außer Herrn Zuckerberg und ein paar andere.

    Da genau die Schafherde bestimmte wirtschaftliche Interessen nicht begreift oder bejammert, ist unter anderem die Partnersuche online auf der Strecke geblieben, hinterlässt beschädigte Menschen, die in ihrer Einsamkeit einer Werbeaussage glauben. Nur brauchen diese Menschen grad kein neues Waschmittel, sondern ein lebendes Wesen um sich, eine Partnerin oder einen Partner. Ich lese doch eine Webeaussage, die in Herzchenform 130 glücklich Vermittelte pro Tag meldet, das ist doch genauso wenig interessant wie ein überfülltes Fußballstadion.

    Man nannte das mal unter anderen Prämissen Opium für das Volk. Ich bin nicht gerade wirklich unglücklich über die gesamte Entwicklung und schaue gespannt auf die weitere Entwicklung, weiter steigende soziale Inkompetenz, ein hohes Agressionspotenial, eine zu große innere Nabelschau mit immer höher werdendem Anspruchsdenken, kleiner Wortschatz, nicht beherrschte Rechtschreibung ? Das alles so und detailliert läuft auch auf den SB`s, mal preiswerter, mal teurer. Oder anders ausgedrückt, ich fand "die Krim" als Reiseziel nie besonders attraktiv und fahre dort nicht hin.

    :)
     
    09.03.2014 #8
  9. Pit Brett
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    Tiefschürfende Analyse, elegant formuliert und aufgelockert mit einigen wenigen, aber unentbehrlichen Anglizismen in origineller Schreibweise fasziniert mich immer wieder neu.
     
    09.03.2014 #9
  10. Benutzer
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Offensichtlich liegt hier ein Missverständnis vor. Es geht nicht darum, die entsprechenden Techniken nicht zu beherrschen, sondern darum, über diese ganze multi-mediale Welt den Blick für das reale Leben langsam aber sicher zu verlieren.

    Es mag sein, dass Kommunikation noch nie so leicht war wie heute. aberdasmagauchdaranliegendassvielerortsohnepunktundkommageschriebenwirdweilderandereweißjawasgemeintist...........
     
    11.03.2014 #10
  11. Benutzer
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Ist die logische Konsequenz aus diesem Trend dann auch, dass Leute, die sich eben nicht als "Nabel der Welt" sehen, durch das "Raster" fallen und sich plötzlich im "Nirgendwo" wiederfinden oder für sich keinen rechten Platz im realen Leben sehen?
     
    11.03.2014 #11
  12. Benutzer
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Stimmt! Danke. Hohes Aggressionspotenzial hatte ich gar nicht aufgelistet. Aber jetzt wo du's schreibst.

    Und das kommt, meiner Meinung nach, von einer tiefer brodelnden, indifferenten inneren
    Unzufriedenheit (mit dem eigenen Leben, mit Umständen, die man nicht änderen kann etc.).
     
    11.03.2014 #12
  13. Heike
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Nein, die Konsequenz ist, daß diese Leute ihre Brause aus dem Nabel eines anderen Leuts schlecken und damit sogar ungleich erfolgreicher sein dürften, weil um den eigenen Nabel auszuschlecken muß man sehr beweglich sein, und auch wenn die Mitsichimreinenleute heftig daran arbeiten, ihr Rückgrat zu verlieren, sind die wenigsten schon so fortgeschritten, daß sie das hinkriegen. Ausnahmen bestätigen sicherlich die Regel. Ich hab allerdings auch schon erste Strohhalme gesichtet.
     
    11.03.2014 #13
  14. Heike
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Bei Verlustmeldungen bitte immer hinzufügen, wann genau was verlustig gegangen ist.
    Also wann war die selige Zeit, da der Blick auf das reale Leben noch nicht verloren war? Reden wir von den Flintstones, den Musketieren oder den 50er Jahren?
     
    11.03.2014 #14
  15. Benutzer
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    AW: Verlernen von Sozialkompetenz durch moderne Medien

    Eher so Mitte der 60-er, finde ich. Da haben Kinder noch draußen gespielt, konnten auf einem Bein stehen und Purzelbäume schlagen, hatten Respekt vor älteren Menschen und der Staatsobrigkeit.

    Aber da schreibt wohl ein ewig Gestriger. Für mich war die (meine kleine) Welt damals noch in Ordnung.

    Und nun sehe ich schon ein Gewitter hier aufziehen:
    Oh, was war damals alles nicht in Ordnung. Oh Gott, hätte das Kind damals nur mal über seinen "Tellerrand" geschaut.....
     
    11.03.2014 #15