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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Baudolino
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    Verlust der Leichtigkeit

    Liebe ForistInnen,
    mir gehen die Leichtigkeit und die Zuversicht bei der Online-Partnersuche immer mehr verloren. Dass Verstummen und wortlose Verabschiedungen auf der Parship-Plattform übliche Umgangsformen sind, habe ich bald gelernt, und mache mir schon lange nichts mehr daraus. Aber auch die Fortsetzung im realen Leben frustriert mich.

    Gerade habe ich nach einem wirklich netten ersten Date via Whatsapp die Mitteilung erhalten, dass zu dem zweiten schon vereinbarten Date nicht kommen soll. Auch sie hatte zuvor unser Treffen auch sehr schön beschrieben. Abends kam dann die Absage, dass es sich doch nicht so stimmig angefühlt habe; und am nächsten Tag die Begründung noch nicht bereit für eine Partnerschaft zu sein (schon wieder!; vgl. https://www.parship.at/forum/thema/nicht-bereit-fuer-eine-partnerschaft.11898/)

    Nun ist dieser Einzelfall für sich genommen nicht so schlimm, aber derlei passiert mir immer wieder. Oft steht dann in der Verabschiedung, dass ich total nett sei und eine andere Frau sich freuen könne, mich als Partner zu bekommen. Warum immer eine andere?

    Vielleicht wäre eine zusätzliche Angabe im Profil hilfreich: Ich suche hier (1.) gar nichts und will mich nur umsehen (2.) nette Chats, weil für persönlichen Treffen zu wenig Zeit habe (3.) nette Dates, weil ich für eine Partnerschaft noch nicht bereit bin (4.) eine offene unverbindliche Beziehung, weil mein Leben ohnehin so voll ist (5.) eine Partnerschaft [Sarkasmus off]

    Worauf ich hinaus will ist Folgendes:
    Ich merke, dass meine Bereitschaft in Bekanntschaften zu investieren durch solche Erfahrungen immer weniger wird. Das fängt bei der Formulierung des Anschreibens an (Sich mit dem Profil auseinandersetzen und darauf eingehen? Oder nur kurz und einfallslos schreiben (oder gar ein Kompliment?), weil man ohnehin meist ignoriert wird? ) und setzt sich bis zur Aufmerksamkeit beim Date fort (Präsent, interessiert und aufmerksam sein? Oder ganz unverbindlich mal sehen, was sie zu bieten hat, weil sie vielleicht eh nicht bereit für eine Partnerschaft ist).

    Meine Frage an euch:
    Was hilft euch, zuversichtlich zu bleiben, solche Erlebnissen nicht zu verallgemeinern und auf jede neue Bekanntschaft so zuzugehen, als wäre sie die erste? Also mit Leichtigkeit, Offenheit und Zuversicht?

    Ich bin gespannt auf eure Antworten.
    Baudolino (m/54)

    P.S.: Bitte kein Männer/Frauen-Bashing. Meine Erfahrungen mache ich halt mit Frauen und ich weiß nur aus Erzählungen, dass es bei Männern auch nicht viel anders ist.
     
    30.07.2019 #1
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  2. Magneto73
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    @Baudolino Ich bin da auch am verzweifeln. Vielleicht ist das ja auch ein Großstadtproblem (Wien bei Dir und Berlin bei mir), dass sich dort niemand mehr richtig binden will. Ich bin derzeit zwar seit Kurzem in einer "Beziehung" mit Exklusivität, habe aber dennoch das Gefühl (Sie sagt was Anderes), dass sich meine Partnerin nicht so richtig auf mich einlassen will. Vielleicht ist es in den Großstädten für die Damen/Herren eben derzeit fast zu einfach einen (wenigstens) Kurzzeitpartner zu bekommen.
     
    30.07.2019 #2
  3. IMHO
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    Ich kann deine Enttäuschung verstehen. Auch die beginnende Lustlosigkeit sich weiterhin Mühe mit den Anschreiben oder der Profilgestaltung zu geben, kann ich nachvollziehen. Die von dir empfundene fehlende Mühe auf der Seite der Frauen jedoch zu spiegeln, halte ich für kontraproduktiv.
    Du möchtest etwas (eine Frau kennenlernen). Dann solltest du (auch weiterhin) alles dafür tun, bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, völlig unabhängig davon, was die Frauen machen. Letztlich solltest du vor dir selbst bestehen, in den Spiegel schauen und dir sagen können: "Ich habe "alles" mir Mögliche getan, um eine Partnerin zu finden".
    Es ist leicht geschrieben, dass du dir deine Zugewandtheit unbedingt bewahren solltest, ist sie doch einer der "Schlüssel" für ein offenes "auf-die-Frauen-Zugehen".
    Vielleicht kannst du dir ein wenig Leichtigkeit bewahren, in dem du dein Lebensglück nicht so sehr von einer Partnerschaft abhängig machst. Eine solche Einstellung kann sehr schnell zu Frustration, Enttäuschung und letztlich noch mehr selbstgemachtem Druck führen, der kontraproduktiv ist.
    Partnersuche ist zuweilen ein "Glücks- und Geduldsspiel". Und sie verläuft öfter in Wellen/Phasen. Mal tut sich gar nichts, und mal hast du mehrere Dates hintereinander. Im Sommer ist ohnehin meistens weniger los auf den SB. Dafür bestehen gerade in dieser Jahreszeit gute Möglichkeiten, Frauen im RL kennenzulernen, da viele Menschen sich viel mehr draußen aufhalten.
    Ich wünsche dir Glück und Durchhaltevermögen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30.07.2019
    30.07.2019 #3
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  4. Pit Brett
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    Investieren up front ist der falsche Ansatz. Man investiert in Chancen, nicht nach dem Gießkannenprinzip.
     
    30.07.2019 #4
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  5. Schwabinger7
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    Es ist nicht leicht... aber in unserem Alter (auch m / 54) ist das Kennenlernen im real life vielleicht noch schwieriger.

    Nach gut 2 Jahren "rumtreiben" auf Dating Portalen hatte ich nun eine 3-monatige Beziehung (leider zerbrochen), wohl so um die 20 kurzzeitige bis sehr kurzzeitige Beziehungen und vielleicht 150 Dates. Quintessenz ist schon das man wahnsinnig leicht jemanden kennenlernt, aber so schnell das eben auch geht, so schnell kann das auch vorbei sein. Wir haben vielleicht auch alle durch dieses schiere "Massenangebot" zu viele Optionen - und damit muss man erst mal klar kommen. Das ist nicht so einfach.
     
    30.07.2019 #5
  6. Traumichnich
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    Vielleicht hilft ein Paradigmenwechsel ? Weg von der Partnersuche hin zum Partner finden ?

    Mich stört etwas Dein "Investment" : Du "investierst" alles Mögliche, um eine Partnerin zu finden. Das hört sich ja geradezu nach Arbeit an ! :eek:

    Wäre es nicht weniger aufreibend, müsam und potentiell enttäuschend, wenn Du einfach Du selbst bist (und bleibst) und alles andere auf Dich zukommen läßt ? Abwartest, ob und was sich etwickelt ?

    Insofern gebe ich @IMHO völlig recht , wenn er schreibt :

    Seine weitere Aussage :
    ... empfinde ich demgegenüber allerdings dann als paradox - mal abgesehen davon, daß ich nie auf den Gedanken käme, von einer Frau als Sache ("etwas") zu schreiben ... ! ;)

    Aber womöglich hat er sich nur gedanklich in den Ruhrpott versetzt. Da ist in der Tat die Rede von "Datt Kattrin" ... ! :D
     
    30.07.2019 #6
  7. Baudolino
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    Ist nicht jede (Online-)Bekanntschaft eine potentielle Chance?
    Ab wann würdest du eine solche als Chance ansehen?
     
    30.07.2019 #7
  8. Baudolino
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    20 Beziehungen in zwei Jahren finde ich bemerkenswert viele. Wie schnell (und wie) kommt es bei dir zu einer Beziehung und definierst du Beziehung?
     
    30.07.2019 #8
  9. Schwabinger7
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    Naja, das war ja mit etwas Augenzwinkern... also ein- bis ein paarmalige Treffen, bei denen es auch körperliche Nähe gab... aber sich die Wege dann auch wieder getrennt haben.
     
    30.07.2019 #9
  10. IMHO
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    "Etwas" steht hier als Synonym für "ein Ziel". Deshalb auch die Spezifikation in Klammern dahinter "eine Frau kennenlernen". Die Person an sich ist selbstverständlich keine Sache.
     
    30.07.2019 #10
  11. mightyMatze
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    Naja, aber vom abwarten allein entwickelt sich ja nichts? Die Traumfrau wird ja nicht gerade an der Tür klingeln (es sei denn die Postbotin wäre Single ;-))... Darum bleibt einem ja als Mann nichts anderes übrig als aktiv zu werden und auf die Suche zu gehen?
     
    30.07.2019 #11
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  12. Pit Brett
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    Potentiell vielleicht. Also möglicherweise unter Umständen vielleicht. Ganz weit weg jedenfalls, und so potentiell, dass ich nicht von Chance sprechen würde. Ich bin doch nicht wahllos.
    Wenn ich Interesse spüre bei mir, Wohlgefallen, Wohlwollen, Wellenlänge.
     
    30.07.2019 #12
  13. mrniceguy
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    Hallo, vielleicht bist du ZU nett. "Nett" ist die kleine Schwester von "scheiße", das ist dann nicht mehr allzu weit weg von "sich anbiedern", es macht den Eindruck, man sei leicht zu haben, sei sich seines Wertes nicht bewusst. Damit wertet man automatisch auch sein Gegenüber ab.

    Ich war bei deinen Dates nicht dabei, ich weiß nicht, worüber ihr gesprochen habt, wenn es aber nur ein etwas bemüht klingender Smalltalk war, der einen Ruch von Pflichtprogramm hatte, dann bestätigt das meine Vermutung.

    Leg mehr Substanz in dein Werben, mach dich rar, jedenfalls ein bisschen, und wie hast du eigentlich ausgesehen beim Date? Wie ein Straßenbauarbeiter nach acht Stunden Arbeit bist du sicherlich nicht aufgekreuzt, aber ordentlich frisiert, den Scheitel mit dem Messer gezogen, mit scharfer Rasur, damit törnt man die Frauen heute genauso ab. Eine gepflegte Lässigkeit ist angesagt, und du musst auch nicht mit "intelligenten" Themen aufwarten, am besten nimmst du dir gar nix vor, lässt die Frau und den Ort auf dich wirken.

    Auch wenn du keine Affäre suchst, sondern "anständigerweise" was Festes, bedeutet das nicht, dass Attraktivität zweitrangig ist.

    Zu deiner abschließenden Frage: viele Leute, die eigentlich talentiert waren, haben sich lange Zeit bemühen und sich geradezu schinden müssen, um ihr Talent zu entwickeln. Ich denke da beispielsweise an Musiker und Schriftsteller. Und warum sollte so etwas wie erfolgreiches Dating eine Selbstverständlichkeit sein? Es geht dabei um sehr viel, oder? Mir hilft der unbedingte Wille, noch "was zu haben" von der Zeit, die mir noch bleibt. Ich habe das Gefühl,, dass sich die Einstellung der Frauen bei PS geändert hat, viele, so scheint es, wollen nur noch sehen, ob sie einen Typen rumkriegen können, außerdem hat die alte bourgeoise Einstellung wieder Einzug gehalten, dass "alles am Mann läge". In jedem zweiten Profil liest man, in verschiedenen Variationen, dass der Mann den Anfang machen soll ("Freue mich auf deine Nachricht", "Worauf wartest du, hau in die Tasten", etc.).

    Das klingt wie ein Sport, und bei mir ist es das auch, allerdings schließe ich was Festes nicht von vornherein aus, eigentlich schließe ich gar nichts aus, ich lasse es auf mich zukommen. Und wenn eine Frau mich tatsächlich so beeindruckt mit …. allem, was sie hat und was sie ausmacht, dann gerne für die nächsten 10.000 Jahre. Nur kein Zwang, keine "Verbote" und keine Langeweile.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30.07.2019
    30.07.2019 #13
  14. Baudolino
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    Das sehe ich eigentlich auch so. Auch bin ich nicht wahllos. Das Interesse beginnt halt beim Profil, wie ich meine, und kann sich dann schrittweise steigern.
    Und von Bekanntschaft spreche ich frühestens nach mehrmaligen, intersiven Nachrichtenaustausch. Dann ist auch Interesse da, vielleicht sogar ein wenig Wohlgefallen und Anzeichen von gleicher Wellenlänge.
     
    30.07.2019 #14
  15. Schwabinger7
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    Das macht wohl jeder anders... typabhängig. Ich bin bei langem hin- und herschreiben eher etwas genervt... ich möchte möglichst schnell Auge-in-Auge sehen und erleben, ob das was von beidseitigem Interesse sein kann oder nicht. - Ich lebe in einer Großstadt, da sind dann für beide "Parteien" die Wege natürlich meist kurz, auf dem Land mag das anders aussehen.
     
    30.07.2019 #15
    AnnaConda gefällt das.