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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Ich habe mir seit meinen letzten gescheiterten Beziehungen fest vorgenommen, eben nicht mehr mit dem Partner ALLES zu bereden. Gerade die Probleme, die man so hat, setzen den Partner unter vermeintlichen Druck. Also ER empfindet dann Druck, den wir oder ich gar nicht machen wollen. Die meisten Männer denken ja, wir Frauen erzählen von unseren Problemen, weil wir Lösungen von ihm dafür erwarten. Kann er keine Lösungen finden, für viele Dinge gibt es ja auch tatsächlich keine, die ein Partner finden kann, dann setzt das vielen Männern so sehr zu, daß sie sich eher entfernen als annähern. Darin sehe ich eine große Gefahr.
    Natürlich ist auch mein Ideal ein Partner, mit dem man über alles reden kann. Aber ich habe es so oft erlebt, daß Männer gar nicht alles hören wollen.
     
    09.10.2016 #76
  2. fafner
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    Das ist so wahr wie erschreckend. Muß ich leider vollkommen bestätigen. Ich befürchte, daß daran - z.T. zumindest - meine letzten Beziehungen zugrundegegangen sind. Das waren beides auch eher so Auskotzerinnen und ich bin der Hineinfressertyp. Sieht man schon an dieser, hm, bildhaften Darstellung, daß dies so nicht gut funktioniert. :-/

    Ich frage mich natürlich, wie man es "nächstes mal" besser machen könnte. Ob es schon genügt, wenn man sich dessen bewußt ist? Soll mann einfach nachfragen, etwa wie "muß ich irgendwas tun?" oder vielleicht "kann ich irgendwas tun?"
     
    09.10.2016 #77
  3. "muß" würde ich nicht sagen. Es wäre natürlich total lieb, wenn du fragen würdest, ob und wie du helfen könntest. oder ob sie erwartet, daß du hilfst. Oder ob sie sich einfach nur auskotzen will.
    Ich kenne Situationen, da erzählt man einfach nur irgendetwas. Daß man sich über eine Kollegin geärgert hat oder im Supermarkt. Aber selbst bei sowas denken Männer oft, man wolle sie damit auffordern, oder fast nötigen, irgendeinen tollen Tipp zu geben. Erwarten wir gar nicht. Wenn wir einen tollen Tipp wollen, sagen wir es schon!

    Ich merke bei dem Chatter, wie er sich schön raushalten will. Das gefällt mir gar nicht. Wenn ich da wirklich was konkretes hätte, so wie gestern, daß ich jemanden brauche, der mir hilft, zB ein stehengebliebenes Auto wieder anzuwerfen, der würde sagen: "Ok, dann will ich dich nicht länger aufhalten, ich bin mir sicher, du wirst jemanden finden, der dir dabei helfen kann". Da denke ich, Oh Mann, wie daneben ist das denn??? Wieso bietet er nicht an, kurz vorbeizukommen? Oder fragt mich, welche Möglichkeiten ich habe, um das geregelt zu bekommen? Natürlich könnte ich auch direkt fragen: "Du, mein Wagen spirngt nicht an, kannst du mal kurz nachgucken kommen?". Aber das macht man nicht, wenn man weiß, der andere müßte dazu gewisse Umstände auf sich nehmen. Man HOFFT, der andere bietet es an. Denn direkt fragen will man auch nicht, um keine Absage zu bekommen. Klar ist er kein KFZ Mechaniker, aber angucken könnte er ja. Aber er würde pauschal sagen, "Du, da kenne ich mich auch nicht aus", ohne es wenigstens zu VERSUCHEN.
     
    09.10.2016 #78
  4. Goldfinger
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    Liebe FAZ

    wenn ich grad aufmerksam, empathisch, in Kenntnis der Situation und zudem noch in der Lage bin, Deine Körpersprache zu sehen kannst Du mit mir wunderbare Gespräch führen - zumindest wenn ich vorher auschlafen konnte und meinen zweiten Espresso hatte.

    Sollte ich ausnahmsweise mal nicht so gut drauf sein, hilft eine klare Ansage - Männer verstehen sowas. Dein Beispiel setzt hingegen schon das eine oder andere voraus

    "das macht man nicht"
    "man weiss"
    "der andere müsste"
    "man hofft, der andere bietet es an"
    "aber er würde pauschal sagen"
    "ohne es wenigstens zu versuchen"

    Ich will damit nicht Deinen Chatter in Schutz nehmen oder Dich angreifen. Aber stell Dir das ganze mal so vor: .

    Mein lieber Chatter, mein Auto ist heute nicht mehr angesprungen. Ich brauche es morgen unbedingt für einen wichtigen Kundentermin und bin etwas gestresst deswegen. Wärst Du so nett, mir zu helfen es wieder flott zu kriegen?
     
    09.10.2016 #79
  5. Du hast da völlig recht und mit meinem Partner oder einem Verwandten würde ich auch so reden. Aber mit Leuten, mit denen ich nicht so eng bin, möchte ich das nicht. Das ist mir zu fordernd. Du treibst Leute in die Enge, wenn du so mit ihnen sprichst. Denn sie spüren dann, daß sie schlecht ablehnen können. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine beginnende Freundschaft , Beziehung, oder etwas, das noch auf sehr wackeligen Füßen steht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 09.10.2016
    09.10.2016 #80
  6. Mentalista
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    Sehe ich ganz anders. Wenn man so kommuniziert, bittet man um Hilfe und der Gegenüber sollte so erwachsen zu sein, Ja oder Nein, sagen zu können.

    Wer wirklich Interesse an dir hat, oder ein klasse Typ ist, wird dir helfen.

    Selbst meinen Nachbarn, die ich nicht so eng kenne, würde ich helfen, wenn sie mich um Hilfe bitten würden. Ich habe interessanter Weise von fast wildfremden Menschen die meiste Hilfe im Leben bekommen.

    Bitte erkläre mir, warum für dich diese Kommunikation fordern und in die Enge treibend ist. Vergiss bitte nicht dabei, wenn du das so empfindest, müssen das dein Gegenüber nicht auch so empfinden .-).
     
    09.10.2016 #81
  7. Ich möchte nicht um Hilfe bittend dastehen, weil das bedürftig ist und ich nicht bedürftig sein darf. Ich bewahre mir das um Hilfe bitten bei Bekannten lieber für richtige, echte Notfälle auf, bei denen ich genau weiß, daß sie es tun könnten und würden. Aber allzuoft darf man sowas ja auch nicht haben. Das mit dem Auto war jetzt auch nur ein Beispiel. Da ich ja auch gar nicht weiß, ob er sich mit Autos auskennt. Es gibt ja auch Männer, die wissen nur, wie man fährt und mehr nicht. Manchmal kommt es auch darauf an, bei WAS die Leute helfen sollen. Deine minderjährige Nachbarin würdest du nicht um Starthilfe bitten.
     
    09.10.2016 #82
  8. Dann hängt das am Stolz. Ich habe immer erlebt, dass Leute eigentlich gerne helfen, wenn sie nicht gerade das Gefühl haben, benutzt oder ausgenutzt zu werden.
    Und - bei einem Mann ist es meiner Erfahrung wirklich so, dass man ihn direkt fragen muss, da er bei nur einer Schilderung in die Zwickmühle gerät, ob er jetzt um Hilfe gebeten wird oder nicht und Angst hat, dass, was er jetzt auch macht, falsch sein könnte. Und deswegen geht er lieber nicht darauf ein.
     
    09.10.2016 #83
  9. Mentalista
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    Was ist so schlimm daran, "bedürftig" zu sein? Deine Art zu denken erschrickt mich.

    In Beziehungen jeglicher Art, sollte es normal sein, um Hilfe bitten zu können.

    Richtig, es kommt darauf an, wen ich um welche Hilfe bitte, daher ist dein Verweis auf die minderjährige Nachbarin, die ich nicht habe, nicht nachvollziehbar.

    Ich werde täglich um Hilfe gebeten, bitte auch zurück, weder kommen sich die Anderen bedürftig vor, noch ich. Es ist ein normaler Austausch von sich gegenseitig helfen, weil es dann meistens leichter geht, schafft Vertrauen, Wohlbefinden und gute Ergebenisse.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 09.10.2016
    09.10.2016 #84
  10. Warum DARFST Du eigentlich nicht bedürftig sein, FAZ? Ich kenne das von mir nur so, dass ich dann nicht so dastehen WOLLTE. Und das war bei mir dieser verdammte Stolz, der mir eingeimpft wurde und den ich verinnerlicht hatte als etwas, was zu mir gehört. Das kann man dann aber wieder verlassen, wenn man erkennt, dass das Blöde ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 09.10.2016
    09.10.2016 #85
  11. troubadix
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    Hast Du es gut, Mentalista. ​Diese Leichtigkeit des einander Gebens und Nehmens beschreibt einen Zustand, in dem ich gerne leben würde. Einfach machen, eine Hand wäscht die andere, es stiftet Beziehungen zwischen Menschen.

    ​Bin ich bedürftig, wenn ich um Hilfe bitte? Ja, das bin ich, denn sonst brauchte ich keine Hilfe. Es ist doch die Frage, wie mit dieser "Bedürftigkeit" umgegangen wird. Da scheint mir der Knackpunkt zu liegen.

    ​Ich denke, dass zwei Dinge die Bitte um Hilfe beeinflussen. Zum einen die Erziehung ("Das mache ich selbst."), zum anderen aber auch die Erfahrungen, die man beim Helfen und Helfenlassen gemacht hat ("Wurde ich ausgenutzt?" bzw. "Durfte ich 'zurückhelfen'?")
     
    09.10.2016 #86
  12. Mentalista
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    Musste ich auch erst lernen. Man kann es. Probiere es aus, ich habe dann auch schnell gelernt, wer wirklich helfen will, und das auf Gegenseitigkeit und wer nur ausnutzen will, egoistisch dabei ist. Von den Menschen habe ich mich dann auch schnell verabschiedet, ganz rigeros.
     
    09.10.2016 #87
  13. troubadix
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    ​Das allerdings ist Selbstreflexion für Fortgeschrittene..... ich glaube, dass ich so weit noch lange nicht bin..... manno...... warum nicht?.....:))
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 09.10.2016
    09.10.2016 #88
  14. troubadix
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    ​Mir geht es zumindest so, dass ich dann tatsächlich nicht weiß, was ich tun soll. Dabei wäre die einzig richtige Frage so einfach: Brauchst du Hilfe?

    ​Aber: Wie kommt diese Frage bei dir an? Macht sie dich "bedürftig"?

    ​Also doch eine andere Frage: Darf ich dir helfen?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 09.10.2016
    09.10.2016 #89
  15. Bei konkreten Sachen frage ich: wie könnte ich Dir denn helfen? Und zähle dabei meine Möglichkeiten auf und auch meine Grenzen, was ich nicht kann. Und, ich habe auch gelernt, um Hilfe zu bitten, was wirklich schwer fällt. Der Knackpunkt liegt doch schon in der Definition von "Bedürftig-Sein", dass es negativ ausgelegt wird. Im Endeffekt ist doch jeder "bedürftig" und in einem sozialen Miteinander sind wir aufeinander "angewiesen". Manches findet auch nur auf einer Informationsebene statt, da schildert man ein Problem, mit dem man nicht weiter kommt und frägt den Anderen um Infos dazu. Manchmal geht es auch nur ums Reden, das ist dann hilfreich, weil man damit auch von alleine auf einen Ausblick kommen kann. Man hat manchmal auch nur den Wunsch, Sorgen mitzuteilen und freut sich über ein offenes Ohr.
    Bei guten Freunden kann man über die Art und Weise nach der Bitte um Hilfe sprechen. Und über die Antwort darauf, über das Ja oder Nein.
     
    09.10.2016 #90