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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Julianna

    Julianna

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    Vier Jahre nacharbeiten, die Herren!

    Vier Jahre nacharbeiten, die Herren!

    Bad putzen, Staub wischen, Kinder bespaßen, Mutter pflegen: Frauen machen viermal so viel Sorgearbeit wie Männer.

    BERLIN taz | Bis zu 80 Prozent der Haus- und Pflegearbeit erledigen laut einer Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) Frauen. Oder um es anders auszudrücken: Frauen arbeiten viermal so viel wie Männer. Unsichtbar und unbezahlt. Frauen verwenden selbst dann mehr Zeit fürs Putzen auf, wenn beide Partner Vollzeit arbeiten und kinderlos sind.

    „Während Frauen schon im Jahr 2016 sind, arbeiten Männer noch 2012 auf“, sagt Almut Schnerring. Die Autorin aus Bonn und ihr Kollege und Partner Sascha Verlan beklagen diese Lücke von immerhin vier Jahren und haben sich den sogenannten Equal Care Day ausgedacht: der Tag, an dem auf die zwischen den Geschlechtern ungleich verteilte Sorgearbeit aufmerksam gemacht werden soll.

    Ähnlich dem Equal Pay Day, der die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern anprangert und seit 2008 jedes Jahr um den 19. März herum begangen wird. Bis zu diesem Tag müssen Frauen über das Jahr hinaus länger arbeiten, um statistisch gesehen endlich genauso viel Geld verdient zu haben wie Männer. Die Lohnlücke in Deutschland beträgt rund 22 Prozent. Vernachlässigt man Kinderzeiten, Teilzeitjobs, Pflegephasen und Führungsposten, in denen Frauen seltener zu finden sind, bleibt immer noch eine Gehaltsdifferenz von 7 Prozent.

    Bei der Haus-, Pflege- und Sorgearbeit beträgt das Verhältnis 4 zu 1, vier Jahre gegen 1 Jahr. Deshalb soll der Equal Care Day nach der Vorstellung von Schnerring und Verlan auch nur alle vier Jahre stattfinden, in jedem Schaltjahr am 29. Februar. Das erste Mal also heute.Der Equal Care Day soll aber kein Tag sein, an dem mal der Mann alle Arbeiten übernimmt – so wie das mitunter am 8. März zum Frauentag geschieht: Alibi-Wertschätzung der Frau, indem der Ehemann morgens den Kaffee ans Bett bringt und der Chef Blumen schenkt.

    Bunte Geschlechterklischees

    „Wir wünschen uns mehr Aufmerksamkeit für jegliche berufliche wie private Sorgearbeit“, sagt Schnerring: Kinderbetreuung, Altenpflege, Putztätigkeiten. „Denn leider bekommt man mit der Arbeit mit und an Maschinen derzeit mehr Lohn und mehr Wertschätzung als mit jener, bei der Menschen im Mittelpunkt stehen.“

    Sorge- und Hausarbeit ist in der Regel mit bunten Klischees belegt: Frauen machen mehr, weil sie pingeliger sind. Männer sehen manchen Schmutz nicht, weil er sie nicht stört. Frauen gießen Blumen, dafür mähen Männer den Rasen, was körperlich viel anstrengender ist. Vor solchen undifferenzierten Rollenzuschreibungen warnen Schnerring und Verlan. „Es geht uns nicht um Schuld“, sagt Schnerring, „weder ist der Mann schuld daran, dass er den Dreck später bemerkt als seine Frau. Und sie kann nichts dafür, wenn er meint, sie habe mal wieder nicht die richtigen Getränke eingekauft.“

    Hinter diesem Verhalten verbergen sich vielmehr tradiertes Rollenverhalten, Hunderte von Werbebotschaften und der nach wie vor existierende gesellschaftliche Erwartungsdruck an Frauen. „Sie haben gelernt, dass sie für die Kinder, ein gemütliches Zuhause und das Bioessen zuständig sind“, sagt Schnerring.

    Manche Medien verstärken mitunter solche Botschaften. Während Familienministerin Manuela Schwesig dafür gescholten wird, dass sie wegen ihrer konsequenten Familienzeit ihr Ministerium vernachlässige, wird Vizekanzler Sigmar Gabriel (beide SPD) dafür gelobt, weil er zwei Tage bei seiner kranken Tochter bleibt.

    Dass Männer bei der Sorgearbeit eine untergeordnete Rolle spielen, nennt die Berliner Gender-Professorin Christina Bauhardt „bedenklich“. Denn die Sorge für andere Menschen sei nicht nur individuelle Last, sondern berge im Gegenteil eine ökonomische Chance: Wem gleichermaßen das eigene Wohlergehen und das anderer am Herzen liege, der würde auch egalitärer wirtschaften.

    http://www.taz.de/Equal-Care-Day-im-Schaltjahr/!5278853/

     
    06.01.2018 #1
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  2. Julianna

    Julianna

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    Gender-Marketing : Der kleine Unterschied
    Die Geschmäcker der Geschlechter sind verschieden. Die Werbung hat daher das „Gender Marketing“ entdeckt, um mit Hilfe von Psychologie und Gehirnforschung Vorlieben von Männern und Frauen wirtschaftlich zu nutzen.
    Überall in Deutschland hängt ein plakatives Beispiel für geschlechtsspezifisches Marketing - mit dem Slogan: „Danke für das Pink Nüvi. Mein Geschenk wartet im Schlafzimmer auf Dich.“ Der Hersteller Garmin will modebewusste Frauen für ein Navigationssystem in Barbie-Optik begeistern. Als „Must-have-Accessoire im handtaschenfreundlichen Design“ beschreibt Garmin diesen Versuch, gezielt eine weibliche Zielgruppe zu erreichen. „Ein Beispiel dafür, wie spezielles Frauen-Marketing auf keinen Fall aussehen sollte“, nennt Diana Jaffé, Gründerin der auf Gender-Marketing spezialisierten Agentur Bluestone, diese Werbekampagne.
    Spätestens seit im vergangenen Jahr der erste Gender-Marketing-Kongress in Deutschland stattfand, ist dieses Schlagwort in aller Munde. Es beschreibt ein Konzept, das die verschiedenen Bedürfnisse von Männern und Frauen bei der Produktentwicklung, dem Vertrieb und vor allem im Marketing berücksichtigen soll. Sprachlich eng verwandt mit der politischen Ideologie des Gender Mainstreaming, gehen beide Theorien von dem gleichen Grundsatz der verschiedenen Bedürfnisse und Lebenssituationen von Männern und Frauen aus, finden darauf jedoch unterschiedliche Antworten. Während das Gender Mainstreaming geschlechtsspezifische Unterschiede allein auf kulturelle Prägung zurückführt, versucht das Gender-Marketing, die Erkenntnisse aus Psychologie und Gehirnforschung über die verschiedenen Vorlieben von Männern und Frauen für die Wirtschaft nutzbar zu machen.

    Nicht einfach nur „kleiner und pink“
    Zumindest in der Theorie. In der Wirklichkeit würden Unternehmen hingegen sehr häufig der Versuchung erliegen, die Frauenversion eines Produktes einfach nur „kleiner und pink“ zu machen, anstatt sich detailliert mit den Interessen der weiblichen Konsumenten auseinanderzusetzen, hat Jaffé festgestellt. Dadurch bliebe sehr viel Potential ungenutzt: 80 Prozent aller Konsumgüter würden schließlich von Frauen gekauft. „Die Produkte werden hingegen meistens von Männern entwickelt, die fälschlicherweise davon ausgehen, dass eine Konsumentin genauso tickt wie sie“, sagt Jaffé.
    Wie erfolgreich geschlechtsspezifisches Marketing sein kann, hat Bosch bewiesen. Als die chinesische Konkurrenz in der Sparte Elektrowerkzeuge Ende der neunziger Jahre übermächtig zu werden drohte, betrieb das schwäbische Unternehmen intensive Marktforschung. Dabei entdeckte Bosch die Gruppe der sporadischen Heimwerker, die zum großen Teil weiblich waren. Diese Zielgruppe wollte Elektrowerkzeuge ohne viele Extras; sie sollten vor allem klein, leicht und kompakt sein.

    Formen und Farben oder Funktionen
    Im Gegensatz zu dem passionierten Heimwerker stand für den sporadischen Bastler das Ziel - der aufgebaute Schrank oder das Bild an der Wand - im Vordergrund, nicht die Tätigkeit an sich. Bosch fand zudem heraus, dass weibliche Konsumenten zwar andere Bedürfnisse haben als männliche, spezielle Frauenprodukte jedoch ablehnen. So entstand der Akkuschrauber Ixo, das meistverkaufte Elektrowerkzeug der Welt. „Die Hälfte der Käufer sind mittlerweile Frauen“, heißt es bei Bosch.
    Hans-Georg Häusel, Psychologe und Vorstand der Gruppe Nymphenburg, die Erkenntnisse aus der Gehirnforschung auf das Marketing überträgt, hat dafür eine biologische Erklärung. „Das Hormon Östrogen bewirkt, dass Frauen eher auf Ästhetik ansprechen, während die höhere Konzentration an Testosteron bei Männern dazu führt, dass sie sich eher funktional denken.“ Luxusgüterhersteller und Modezeitschriften machten diese Unterscheidung oft intuitiv richtig. Als Beispiel hält er zwei Seiten nebeneinander. Die erste stammt aus einem Frauenmagazin. Die Produkte sind nach Formen und Farben angeordnet. Im Männermagazin sind die Produkte hingegen nach Funktionen sortiert.
    Häusel betont zwar, dass diese Trennung keineswegs absolut sei, da es natürlich auch Männer gebe, die eher in ästhetischen Kategorien dächten und umgekehrt. Grundsätzlich könne man jedoch viele Konsumprodukte - selbst wenn sie nicht per Definition geschlechtsspezifisch seien wie Rasierer - nach ihrem Markenauftritt als männlich oder weiblich klassifizieren. Das Mineralwasser Evian sei eher feminin, Bonaqua maskulin. Die Praline Raffaello von Ferrero ziele von Formgebung und Werbestrategie auf weibliche Naschkatzen, der Schokoriegel Mars auf männliche. Der Coca-Cola-Konzern hat aus dieser Erkenntnis eine neue Marke entwickelt: Da Männer nämlich durchaus kalorienbewusst sind, jedoch nicht zur „weiblichen“ Coca-Cola light griffen, hat der Getränkekonzern der etablierten Diätcola „Coke Zero“ zur Seite gestellt.
    Konsumprodukte können Männlich oder weiblich sein
    Kritik am Gender-Marketing kommt ausgerechnet von Ogilvy & Mather, der ersten Werbeagentur, die in einer Kampagne für die Pflegelinie „Dove“ mit den gängigen weiblichen Schönheitsidealen der Kosmetikindustrie gebrochen hat, indem sie ältere und mollige Models einsetzte. Doch Lothar Leonhard, Chairman der Niederlassung in Frankfurt, glaubt nicht an einen ausgemachten Trend zum Gender-Marketing. „Dort, wo es notwendig war, wurde schon immer geschlechtsspezifisch geworben, das ist doch nichts Neues“, sagt er und erinnert an die Persil-Werbung aus den dreißiger Jahren. Auch Diana Jaffé rät dazu, aufgrund der veränderten Lebenssituationen von Männern und Frauen nicht automatisch auf neue Konsumentengruppen zu schließen. „Es stimmt zwar, dass es immer mehr männliche Singles gibt“, sagt sie. Daraus zu folgern, dass sie automatisch eine neue Zielgruppe für Fertiggerichte bildeten, sei trotzdem falsch: Im Gegensatz zu weiblichen Singles essen Männer nämlich lieber auswärts.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gender-marketing-der-kleine-unterschied-1488309.html

     
    06.01.2018 #2
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  3. Julianna

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    „Die Gender-Diskussion ist noch lange nicht beendet“
    Das Thema Gender-Marketing wird derzeit kontrovers diskutiert. Nicht umsonst macht der Marketingclub Hamburg, einer der größten Marketingclubs in Deutschland, Ende Mai einen Abend zum Thema „Pink Painting: Gender-Marketing als Mittel zur Wahl?“ in der Alsterloge. Der Hamburger Marketingclub-Präsident, Wolfgang Merkle, nahm vorab Stellung zu zentralen Fragen.

    Herr Prof. Dr. Merkle, Gender-Marketing wird zunehmend kritisch diskutiert. Ist das Konzept noch zeitgemäß?

    WOLFGANG MERKLE: Warum „noch“? Die aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen rund um ungleiche Bezahlung oder Besetzung von Geschäftsführungs- und Vorstandsmandaten belegen deutlich, dass die Gender-Diskussion noch lange nicht beendet ist. Und gerade in einer Zeit, in der Konsumenten von Unternehmen verstärkt ethisches Handeln und die Einhaltung gesellschaftspolitischer Standards einfordern, werden die Berücksichtigung Gender-spezifischer Standards und die Überwindung überkommener Rollenmodelle wichtiger. Unternehmen müssen akzeptieren, dass sie auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung haben – und das wird in dieser Diskussion deutlich.

    Ein aktueller Kritikpunkt ist Gender-Pricing: Gleiche Produkte sind für Frauen teurer als für Männer – siehe Nassrasierer. Ist das nachvollziehbar?
    MERKLE: Dieser Punkt muss differenzierter diskutiert werden. Denn ein wichtiger Eckpfeiler innerhalb unserer liberalen Marktwirtschaft ist der Grundsatz, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen; mit dem dahinterstehenden Mechanismus, dass Konsumenten eigenverantwortlich entscheiden, ob und zu welchem Preis sie ein Produkt kaufen. Eine verbindliche Vorgabe einheitlicher Preise für bestimmte Produkte wird in einem solchen System kaum durchsetzbar sein; zumal dies eine Kontrolle nicht nur von vermeintlichen Gender-Produkten, sondern von sämtlichen Sonderauflagen und Special Editions nach sich ziehen müsste. Unabhängig davon, dass im aktuellen, eher preis-aggressiv geführten Wettbewerb mit einer großen Auswahl alternativer Einkaufsstätten bei den meisten Produktkategorien ohnehin ein günstiges Preisumfeld vorherrscht.

    Kommt ein Teil der Kritik gegenüber Gender-Marketing daher, dass die Unternehmen nicht Gender-Marketing, sondern Pink Painting nach dem Motto „Pink it and shrink it“ machen?
    MERKLE: Ja, davon kann man ausgehen. Gemäß der Analogie „Pink Painting ist das neue Green Washing“ wird es sicherlich eine ganze Reihe von Unternehmen geben, die sich in die Gender-Diskussion nicht aus festen Überzeugungen, sondern eher aus einem simplen Geschäftskalkül heraus engagieren. Ein solches Vorgehen ist jedoch kritisch zu hinterfragen: Denn faktisch heucheln sie eine Diskussion um soziale Verantwortung vor, die nicht wirklich ernst gemeint ist. Und so finden sich sehr häufig gerade bei Unternehmen, die aktive Kommunikation im Gender-Bereich betreiben, besonders große Lücken.

    Wann ist Gender-Marketing in Unternehmen sinnvoll?
    MERKLE: Die Frage der Geschlechterbehandlung beziehungsweise die Hinterfragung, wie zeitgemäß Rollenmodelle der Gesellschaft von Unternehmen bedient werden, sollte grundsätzlich im Rahmen der jeweiligen Unternehmensphilosophie reflektiert werden. Aus meiner Erfahrung sollte dies allerdings nicht übertrieben dogmatisch vorgenommen werden, sondern als selbstverständlicher, integrierter Bestandteil der generellen Frage des Umgangs mit Mitarbeitern und Öffentlichkeit. Auch wenn wir uns einig sind, dass es bei vielen Unternehmen hier noch Nachholbedarf gibt.

    Welches positive Beispiel hat Sie in der letzten Zeit besonders beeindruckt?
    MERKLE: Als Vorreiter im Umgang mit vermeintlich heiklen gesellschaftspolitischen Themen und in der Überwindung alter Konventionen ist sicherlich Dove zu nennen, die mit ihren Kampagnen spannende Beispiele liefern. Zum letzten Jahreswechsel interessant war die internationale Weihnachtskampagne von Lidl – vor allem deshalb, weil man die Infragestellung der Bedeutung eines Weihnachtsmannes gerade einem Unternehmen wie Lidl nicht zugetraut hätte.

    http://www.absatzwirtschaft.de/die-gender-diskussion-ist-noch-lange-nicht-beendet-107207/
     
    06.01.2018 #3
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  4. Julianna

    Julianna

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    Gegen den Geschlechterblödsinn
    Männerprodukte hart und feurig, Frauensachen weich und kalorienarm. Jungs blau. Mädchen rosa. Warum dürfen unsere Kinder sich nicht jenseits von Zuschreibungen entfalten?

    Feministinnen sind Spaßbremsen, das ist allgemein bekannt. Eines ihrer liebsten Meckerobjekte ist das sogenannte Gender-Marketing, also Werbung, die an und für sich harmlose Produkte mithilfe von Geschlechterstereotypen vermarktet: Gurken Madl ("lieblich") und Gurken Buben ("kräftig"), oder Männerchips ("Flamed BBQ") und Frauenchips ("Creamy Paprika").
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    Heute Abend wird für die schlimmsten Absurditäten dieser Art erstmals der Goldene Zaunpfahl verliehen. Den Negativpreis haben Anke Domscheit-Berg, Almut Schnerring und Sascha Verlan ins Leben gerufen, drei Autorinnen und Aktivisten, die sich schon seit Jahren mit diesem Thema beschäftigen. Eine von ihnen einberufene Jury hat aus zahlreichen Publikumseinsendungen fünf besonders prächtige ausgewählt, der Preis wird bei einer Gala in Berlin vergeben.

    Nun sind Bratwürste, Kugelschreiber, Mineralwasser und Zahnbürsten speziell für Männer und Frauen zugegebenermaßen so lustig wie Mario Barth, nämlich überhaupt nicht, aber sind sie wirklich schlimm? Viele meinen, da könnten wir doch ironisch zwinkernd drüberstehen. Ist doch witzig gemeint! Lach mal, du Feministin, mach dich locker!

    Suppe für Menschen mit Englischkenntnissen
    Diese Gleichgültigkeit ist unangebracht. Wer so argumentiert, überschätzt nämlich grandios die Fähigkeit des menschlichen Bewusstseins, sich gegen ständige subtile Beeinflussung abzuschotten. Gendermarketing wirkt. Zum Beispiel, indem es uns dauernd daran erinnert, dass wir ein Geschlecht haben. Menschen sind ja vielerlei, sie gehören zu allen möglichen Kategorien und Gruppierungen, sie haben Haut- und Haarfarben, Körpergrößen, Berufe, Interessen, Sprachen, Nationalitäten, Herkunftsregionen und so weiter. Aber die meisten davon haben wir nicht ständig im Kopf. Wir würden etwa nicht auf die Idee kommen, Kugelschreiber für Leute über 1,70 Meter Körpergröße und solche für Leute unter 1,70 zu bewerben. Oder unterschiedliche Buggys je nachdem, ob das Kind braune oder rote Haare hat.

    Oder stellen Sie sich mal das vor: Sie stehen vor einem Regal und haben die Auswahl zwischen verschiedenen Tütensuppen, nämlich Brokkolisuppe für Menschen mit Englischkenntnissen und Erbsensuppe für Menschen ohne Englischkenntnisse. Was tun Sie? Sie überlegen unwillkürlich, ob Sie eigentlich Englisch können. Anstatt, wie es vernünftig wäre, darüber nachzudenken, ob Sie lieber Brokkoli oder lieber Erbsen mögen. Und genauso geht es einem Kind, das zwischen einem blauen Handwerkskasten für Jungen und einer rosa Puppenküche für Mädchen wählen soll: Es denkt nicht darüber nach, ob es lieber mit einem Handwerkskasten oder mit einer Puppenküche spielen möchte. Sondern darüber, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.

    Das ist für die anstehende Entscheidung aber genauso egal wie der Umstand, ob man Englisch spricht oder nicht für die Auswahl einer Suppe. Gendermarketing bewirkt, dass sich das Geschlecht andauernd überall hineinmischt, auch dort, wo es gar nichts verloren hat. Sicher gibt es Gelegenheiten, bei denen man gut daran tut, sich das eigene Geschlecht zu vergegenwärtigen. Zum Beispiel wenn man vorhat, Sex ohne Verhütungsmittel zu haben. Eventuell kann man davon nämlich schwanger werden oder eben nicht. Ein anderer sinnvoller Anlass ist, wenn man bei einer Diskussion zum wiederholten Mal das Wort ergreifen möchte. Möglicherweise stellt man fest, dass, obwohl das Publikum zu drei Vierteln aus Frauen besteht, bisher ausschließlich Männer gesprochen haben und man selbst, hoppla, auch einer ist.

    Zementierung von Klischees
    Aber wenn man Bratwurst oder Gurken oder Kugelschreiber kaufen möchte, muss man nicht über das eigene Geschlecht nachdenken, echt nicht. Und wenn man Kindern ein Spielzeug kaufen möchte, genauso wenig. Zumal, zweitens, Gender-Marketing fast immer Stereotype zementiert. Die Männersachen sind in der Regel hart, feurig, eckig, kalorienreich und billig, die Frauensachen weich, soft, rund, kalorienarm und teuer.

    Es gibt natürlich Ausnahmen, meine Lieblinge sind Ohrstöpsel in Hellblau und Rosa, bei denen lustigerweise auf beiden Packungen "für junge Schwimmer" steht. Interessant auch die Gartenschere "für die Dame", deren Damenhaftigkeit offenbar daher kommt, dass sie rosafarbene Blumen schneidet. Nachdenklich machten mich auch Plastikbälle für das "Bällebad in Kindergarten- und Gewerbequalität", die im "Girl-Set" blau, lila, pink und weiß sind, im "Boy-Set" hingegen grün, gelb, rot und blau. Warum auch immer.

    Aber die allermeisten Produkte verfestigen ganz offen Klischees. Besonders schlimm ist das natürlich, wenn es sich an Kinder und Jugendliche richtet. Unter den Nominierten zum Goldenen Zaunpfahl sind in diesem Jahr zum Beispiel getrennte Lesebücher aus dem Klettverlag: Die "Geschichten für Jungs zum Lesenlernen" sind in Blau gehalten, das Pendant für Mädchen in Pink. Bei den Mädchen ist auf dem Cover eine Prinzessin mit Pferd und anderen Tieren zu sehen, bei den Jungen Polizist, Pirat und Raumschiff. Spätestens hier ist von Ironie und Witzigkeit keine Spur mehr übrig.
    Dabei wäre es sehr gut, mit Kindern über die Bedeutung von Geschlecht ins Gespräch zu kommen. Kinder haben den existenziellen Wunsch, zu verstehen, wie die Welt funktioniert. Sie greifen Anleitungen und Erklärungen von Erwachsenen begierig auf, sie schauen sich Dinge ab, und sie stellen ungeheuer viele Fragen. Sie müssen die Welt ja erst einmal kennen lernen, bevor sie sich eine eigene Meinung dazu bilden können. Und die Geschlechterdifferenz gehört zu dieser Welt, sie ist darin sogar sehr wichtig. Kinder wissen natürlich, dass es Jungen und Mädchen gibt, dass sie zu einer dieser Gruppen gehören, ebenso wie die Erwachsenen. Und sie wollen richtigerweise verstehen, was das bedeutet. Unser Job als Ältere ist, ihnen das zu erklären. Und was antworten wir? "Prinzessin und Ritter" – ernsthaft?

    An den Produkten für Kinder lässt sich vor allem ablesen, dass hinter dem massiven Klischeealarm in Wahrheit eine große Verunsicherung darüber steckt, was es mit Männlichkeit und Weiblichkeit auf sich hat. Ein bisschen so, als wäre uns das Thema inzwischen peinlich. Wir sind doch längst gleichgestellt, alles paletti. Männer und Frauen, was soll man denn da noch sagen! Ist erledigt, Feminismus Geschichte, brauchen wir nicht mehr – also fröhlich her mit dem Kinderzimmer "für echte Rennfahrer" und "für echte Mäuschen", mit "Prinzessinnensuppe" und "Feuerwehrsuppe". Voll lustig!

    Das Gehirn schön ausgeschaltet
    Nein, Zwang ist das nicht, das weisen die meisten weit von sich. Wenn das Mädchen unbedingt will, bekommt es auch das Fußballshampoo. Und der Junge die Prinzessinnensuppe – obwohl, wenn Mädchen Jungenssachen machen, dann finden wir das schon irgendwie einen Tacken besser als andersrum, nicht? Mädchen, die wie Jungs sind, sind rebellisch, das finden wir gut, so wie bei Pippi Langstrumpf. Jungen aber, die wie Mädchen sind, die mit Puppen spielen, sich schön und glitzernd anziehen, ähm, tja, nein, eher nicht so gerne. Toleranz hin oder her: alle Kinder, die sich über die Geschlechterpolizei in Familien, Kitas, Spielzeugläden und Kinderkatalogen hinwegsetzen, auch die Mädchen, müssen dafür einen Preis zahlen. Nämlich den, in ihrer Geschlechtszugehörigkeit verunsichert zu werden. Ja, klar kann ein Mädchen sich Fußballershampoo wünschen, obwohl es ein Mädchen ist. Aber, und das ist der Punkt: nicht weil es ein Mädchen ist.

    Wir sollten das zugeben: Indem wir Gendermarketing tolerieren, zementieren wir Rollen, behindern wir Kinder in ihrer freien Entfaltung. Wir machen es ihnen schwer, zu ihren eigenen, individuellen Vorlieben und Stärken zu finden, indem wir sie schon als Babys darauf trimmen, dass sie als Mädchen dies und als Jungen das zu wollen hätten. Und dafür gibt es eigentlich nur eine logische Erklärung: dass es uns letztlich egal ist. Unsere Kinder sind uns egal. Wir legen keinen Wert darauf, dass sie ihre persönlichen Vorlieben frei und offen herausfinden. Es ist uns wichtiger, dass Firmen mit Gender-Marketing mehr Geld verdienen können, weil sie ihre Produkte doppelt verkaufen. Hey, so ist Kapitalismus eben! Außerdem hat das den Vorteil, dass auch wir als Erwachsene beim Einkaufen unser Gehirn schön ausgeschaltet lassen können, das ist so bequem. Auf die wichtige Frage unserer Kinder, was Mannsein und Frausein eigentlich bedeutet, haben wir ja sowieso keine vernünftige Antwort. Weil in dieser Region unseres Gehirns alles schon unheilbar mit rosa und hellblauem Kleister verklebt ist.
    http://www.zeit.de/kultur/2017-03/gender-marketing-sexismus-negativ-preis-goldener-zaunpfahl-10nach8
     
    Zuletzt bearbeitet: 06.01.2018
    06.01.2018 #4
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  5. Malinbe

    Malinbe

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    Das Frauen mehr arbeiten als Männer ist schlicht falsch. Unbezahlt ist es auch nicht, oder woher kommt das Geld in den Brieftaschen der Frauen?




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    06.01.2018 #5
  6. WolkeVier

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    Vielen Dank @Julianna für diese Beiträge, die sehr gut zu der momentanen Thematik in den anderen Threads (Zarte Männer, Dos&don't, nicht erkannt) passen. Auch hier stolpere ich über Aussagen, bei denen ich mich frage: Ist das wirklich so? Zum Beispiel:
    Glaube ich nicht, ich vermute eher, dass für das Kind die Farbe gar keine so große Rolle spielt, schon gar nicht als Identifikationsmerkmal. Außerdem sind doch die allermeisten Eltern seit Jahrzehnten offen dafür, dass ihre Mädchen mit Autos und ihre Jungs mit Puppen spielen. Ich hab allerdings Zweifel, ob es der Gleichberechtigung dient. Wäre es nicht sinnvoller, die geschlechterspezifischen Präferenzen zu akzeptieren ohne sie zu bewerten? Für Frauen ist an vielen Stellen Optik wichtiger als Funktion. Dafür scheint es ja wohl gute Gründe zu geben, hier wird mit den unterschiedlichen Hormonhaushalten argumentiert. Und jetzt? Warum soll man dagegen angehen? Für mich bedeutet es z. B., dass ich meiner Freundin gerne die Federführung bei der Inneneinrichtung überlasse oder sie z. B. beim Klamotteneinkauf zurate ziehe. Und bei technischen Dingen lässt sie mich gerne machen. Das bedeutet doch gar nix, schon gar nicht sagt es etwas über den Wert des Geschlechts oder über die Rechte aus, die ein Geschlecht hat. Und ja, es gibt auch Tätigkeiten, die ich eher den Männer-Domänen zuordnen würde, die meine Freundin besser beherrscht, weswegen ich sie dann natürlich auch machen lasse. Und vielleicht auch andersrum. (Obwohl, eher nicht...;)) Trotzdem ein Beispiel: Ich mache seit Monaten die Wäsche für sie mit, ganz einfach weil ich mehr Zeit habe als sie. Und ich mache das nicht schlechter als sie.
    Ich möchte mal ein Beispiel aus dem Berufsleben dafür nennen, warum ich Emanzipationsdiskussionen manchmal schwierig finde, mal sehen, ob ich es transportieren kann.
    Ich habe vor einigen Jahren das Problem identifiziert, dass bei uns im Unternehmen junge Frauen bei der Auswahl zu Führungskräften "übersehen" wurden. Vermutlich, weil es tatsächlich bei vielen Entscheidern (v. a. Männer) einen stärkeren Fokus auf männliche Aspiranten gab (so Dinge wie "Der muss ja eine Familie ernähren!" spielen da eine Rolle und vielleicht auch die (unbewusste?) Annahme, dass Männer mehr zum Chef taugen als Frauen, was natürlich völlig bescheuert ist. Und natürlich das üble Argument, dass die junge Frau ja eh irgendwann schwanger wird.) und auch weil die jungen Männer i. d. R. selbstbewusster und fordernder auftreten, junge Frauen dagegen im Schnitt bescheidener. Die Lösung für mich war, dass ich junge Frauen gezielt gefördert und meine Führungskräfte entsprechend sensibilisiert habe. Das hat die Situation zumindest verbessert und wir haben heute schon fast genauso viele Frauen in unteren und mittleren Führungspositionen wie Männer (immer noch unterrepräsentiert bei einem Frauen-Anteil von über 75%, aber immerhin). So weit, so gut.
    Ich halte fest: Frauen sind im Schnitt weniger offensiv in ihrem Ehrgeiz, sie entscheiden sich häufig für Kinder & Familie, und sie finden sich manchmal damit ab, es schwerer zu haben als Männer (bzw. glauben das zumindest). Das führt dazu, dass uns wichtiges Potenzial verloren geht, wenn wir nicht gegensteuern. Und hier kommt jetzt der schwierige Punkt. Wenn wir gegensteuern, dann sagen wir damit, dass Frauen in Sachen Karriere "Nachteile" mitbringen und wir sie deshalb besonders fördern müssen. Und zack, wird einem rückständiges Denken unterstellt!
    Und genauso geht es mir mit der Diskussion um (sexuelle) Übergriffe oder auch das Stalking-Thema.
    Ich glaube deshalb, dass wir bei der Gleichberechtigung besser vorankommen, wenn wir akzeptieren, dass es geschlechterspezifische Unterschiede gibt, und diesen Rechnung tragen, anstatt immer zu versuchen, diese Unterschiede wegzudiskutieren bzw. sogar wegzuerziehen.
    Und ich glaube, dass uns diese Unterschiede in Liebesbeziehungen (im Allgemeinen!) für das andere Geschlecht erst so richtig attraktiv machen. Da sind wir dann wieder bei der Frage, was ist ein "richtiger Mann" bzw. eine "richtige Frau"... :)
     
    06.01.2018 #6
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  7. Malinbe

    Malinbe

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    Wer argumentiert so? Gibt es eine einzige Studie, die zum Schluss kommt, dass Hormone dazu führen, dass "den Frauen" Optik wichtiger ist als Funktion? Ich denke nicht, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Und so lange du keine Beweise für deine Behauptung hast, warum sollte man es dann einfach akzeptieren?

    Ich kenne unzählige Studien zu diesem Thema, die Unterschiede wie von dir oben erwähnt sehr sehr kritisch gegenüberstehen. Bspw. Studien aus geschlechtergetrennten Internaten. In normalen Schulen verhalten sich Jungen aggressiver und kompetitiver als die Mädchen. In getrennten Internaten weisen die Mädchen dann auf einmal das selbe Verhalten auf wie die Jungen aus dem Jungeninternat. Wie kann so etwas sein, wenn doch wegen den Hormonen die Mädchen weniger "offensiv in ihrem Ehrgeiz" sind? Doch nicht Hormone und vielleicht Sozialisation? :rolleyes:
     
    06.01.2018 #7
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  8. WolkeVier

    WolkeVier

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    Vielleicht liest du erst mal @Julianna 's Beiträge, dann verstehst du auch meine Aussage.
    Ich habe von allgemeinen geschlechterspezifischen Unterschieden gesprochen, nicht davon, dass diese ausschließlich hormonell bedingt sind. Findest du, dass es - außer den äußeren - keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt?
     
    06.01.2018 #8
  9. Malinbe

    Malinbe

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    Die Unterschiede innerhalb der Geschlechter sind meistens viel grösser als zwischen den Geschlechtern. Und auch wenn es offensichtlich Verhalten gibt, bei denen sich Männer im Durchschnitt (vermeintlich) von Frauen unterscheiden ist das nicht von Bedeutung. Relevant ist doch nur, wie viel der Varianz vom Verhalten durch die biologischen Unterschiede der Geschlechter erklärt werden kann und hier spricht die Wissenschaft eine deutliche Sprache. Du willst das aus welchen Gründen auch immer ignorieren und schlägst vor, man soll doch einfach akzeptieren, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind. Es gibt aber nicht "den Mann" oder "die Frau", also auch keine geschlechtsspezifischen Unterschiede, denen man Rechnung tragen müsste wie du schreibst.

    Oder gibt mir doch bitte ein paar Beispiele wo Männer und Frauen sich unterscheiden und weshalb ich deswegen meine ArbeitskollegInnen in Zukunft geschlechtsspezifisch behandeln müsste. Bis dahin behandelt ich meine Mitmenschen erstmal weiter auf Grund ihrer Persönlichkeit und nicht auf Grund ihres Geschlechts.
     
    06.01.2018 #9
  10. Menno

    Menno

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    06.01.2018 #10
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  11. Ulla

    Ulla

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    Genau das ist imho einer der entscheidenden Gründe, weshalb Männer nach wie vor höhere Gehälter erzielen als Frauen. Frauen bewerben sich auf eine besser bezahlte Stelle meistens erst dann, wenn sie genau wissen, dass sie den Job gut machen können und sind dann trotzdem oft noch bescheiden in ihren Forderungen. Männer dagegen überschätzen sich unendlich oft und haben meist überhaupt keine Scheu mehr Geld zu verlangen und auch wesentlich härter um mehr Geld zu kämpfen.
    Bei den erzielten Leistungen sieht's genauso aus. Frauen gehen damit sehr viel seltener im ganzen Unternehmen hausieren als Männer und deshalb werden dann nicht diejenigen mit den besten Leistungen befördert, sondern oft die größten Pfeifen.
     
    06.01.2018 #11
  12. Sandbank

    Sandbank

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    Grundsätzlich gefällt mir deine Argumentation, ich find sie überzeugend.

    Aber, ohne dir zu nahe treten zu wollen, wie du deine Mitmenschen behandelst, ist nur die eine Seite der Medaille. Wenn dir das ohne jegliche Art Schere im Kopf jederzeit gelingen sollte, hättest du meine Hochachtung.

    Der entscheidende Punkt in deinem nicht ganz stimmigen Konstrukt ist für mich jedoch die andere Seite einer jeglichen Interaktion. Ich glaube, in der derzeitigen Phase der Diskussion haben 99,9% der Menschen eben (noch) eine Schere im Kopf, weil sie ihr seit ihrer Geburt immer und überall begegnet sind- diese Schere prägt Gedanken, Haltungen, Menschenbilder, Verhalten.

    Um wirklich „erfolgreich“ interagieren zu können, Verständnis zu finden, mußt du diese Schere beim Gegenüber einbeziehen und damit umgehen.

    Ich nehme z.B. eine übergroße Emotionalität bei einem männlichen Kollegen anders wahr als bei einer Kollegin und habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich (in dem Fall als Frau) anders reagieren muß. Eine Frau wiederum nimmt meine Reaktion (als Geschlechtsgenossin) anders auf als ein Mann mit seinem Blick auf eine Frau.
    Unabhängig davon, dass jede Frau anders reagiert im Vergleich zu anderen Frauen, gleiches bei Männern untereinander.
    Und noch deutlicher werden die Unterschiede der Reaktionen, wenn Mann und Frau aus unterschiedlichen Hierachiestufen innerhalb eines Unternehmens aufeinandertreffen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 06.01.2018
    06.01.2018 #12
  13. Sandbank

    Sandbank

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    d.h. wie genau ändert sich das Verhalten der Mädchen im Vergleich normale Schule- Mädcheninternat?? Ist für mich nicht erkenntlich...
    Ich kenne das aus meinem beruflichen Umfeld: es ist ein riesiger Unterschied, in rein weiblichen Teams zu arbeiten oder eben in gemischten. Ob das nun die Sozialisierung ist oder Hormone? Der Konkurrenzblick ist zumindest jeweils ein anderer, und zwar geschlechterbezogen.
     
    06.01.2018 #13
  14. fafner

    fafner

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    Meine Ex-Freundin wollte mit so 'nem Mädchengerät 'n Schminkspiegel im Neubau (Beton) anbringen. Lol. Mußte dann doch mit dem Schlagbohrer kommen. :rolleyes:
     
    06.01.2018 #14
  15. Menthol

    Menthol

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    Das schreibst Du doch jetzt nur, weil es an anderer Stelle hieß, Handwerker seien total attraktiv... :D
     
    07.01.2018 #15
    MaryLu, mone7, Ulla und einer weiteren Person gefällt das.