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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Maron
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    das ist gut!

    Wer sich selber liebt kann auch andere Menschen lieben.
    Liebe macht Sinn - weil im Raum, mit der Zeit und der Lebens - Energie immer etwas entsteht. Wer es schafft diese natürlichen Lebens - Gegebenheiten in unsinnige Unfreiheit zu stecken sollte sich ein anderes Wort dafür suchen.

    Und Bedingungen für eine Beziehung auszuhandeln finde ich gut - gerade weil wir Menschen Angst haben verletzt zu werden - wenn Bedingungen eng mit den Gefühlen verknüpft und zu den Bedürfnissen der beteiligen Menschen passend kommuniziert sind sehe ich das nicht als Unfreiheit sondern identitätsstiftend für die Beziehung die auf Grundlagen aufbaut.
     
    04.06.2017 #16
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  2. Tone
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    Also wie eine Grundlage für eine Familie, wenn ich das so bildlich übertragen darf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04.06.2017
    04.06.2017 #17
  3. Maron
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    eine Gemeinschaft ab zwei Personen aufwärts
     
    04.06.2017 #18
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  4. vivi
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    mhm ... "Freiheit in der Liebe" ....das lässt ja jetzt Spielraum für alles mögliche.
    Ob das jetzt nun in Form von Beziehungsführungsbedingungen oder das Recht auf ein Eigenleben trotz Liebe beinhaltet ist, denke ich, für jeden was anderes und kann nicht verallgemeinert oder pauschalisiert werden.
     
    04.06.2017 #19
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  5. Tone
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    ... die "Freiheit in der Liebe" eine offenere Form der Beziehung meint, kommt für mich darauf an wie diese Bedingungen vereinbart werden und das kann bestimmt nicht verallgemeinert werden.

    Wer sich in einer Beziehung später auf ein Recht beruft, tut das mMn in Richtung einer Vorschrift, die die Freiheit beschneidet. Für mich schliesse ich so ein Recht nicht trotz, sondern wegen der Liebe aus. Hier wird es schwierig und ich versuche eine Zuspitzung: Lässt sich eine gleichberechtigte Partnerschaft nur auf Respekt und geteilter Verantwortung gründen oder braucht es in einer Beziehung Vorschriften für ein Recht auf Individualität?
     
    04.06.2017 #20
  6. Maron
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    Auf die eigenen Rechte trotz Liebe zu achten ist unverzichtbar (Grundrechte sind hier nicht gemeint, da unverhandelbar!). Eine Aussage darüber zu treffen, ohne in die Abteilung der beamteten Vorschriften zu gelangen, ist insofern heikel wenn das Thema Anfangs nicht grundsätzlich sondern erst bei Bedarf und dann situativ aufgegriffen wird.

    Wenn der Hinweis auf Individualität eher die Wünsche und Bedürfnisse betrifft, um sich selber Freude zu bereiten (ich fahre auch alleine auf Urlaub, ich behalte mir meine eigene Wohnung...), sehe ich dabei das Individuelle und wird auch nachvollziehbar Sinn ergeben können.

    Wenn sich das Recht auf Freiheit darauf bezieht die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu leben ohne den Partner vorab der Umsetzung davon in Kenntnis zu setzen und in Bezug zu stellen, dann finde ich den Ansatz für Beide problematisch. Es können sich dadurch Wünsche des Anderen oder gemeinsame Lebensentwürfe verändern z.B. ich habe mich jetzt beruflich selbständig gemacht und ich werde drei Jahre lang damit intensiv beschäftigt sein.

    Die Frage für mich ist dann welchen Einfluss nimmt diese Entscheidung auf gemeinsame Ziele oder die Wünsche des Partners: z.B. gibt es einen aktuellen Kinderwunsch, Reisepläne...

    Die Oberliga der in dieser Art kommunizierten "Recht auf eine freie Entscheidung" wäre demnach die Haltung, es steht dir auch frei zu gehen wenn du nicht damit einverstanden bist. Oder: du hast ja auch einen Kinderwunsch, dann kann ich mir auch meinen Traum erfüllen.

    So werden Wünsche und Bedürfnisse "nützlich" kommuniziert, die gerechte Verteilung der individuellen Freiheit an oberste Stelle gesetzt. Da kann man nicht mehr viel tun, außer abschließend noch die rein rhetorische Frage zu stellen:
    Warum sollte ich eine Beziehung MIT dir wollen, wenn du auch keine Beziehung mit MIR willst?
     
    05.06.2017 #21
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  7. Tone
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    Da bin ich anderer Meinung, weil ich wie du nicht von den Menschenrechten spreche. Ich meine die Liebe als höchste Form der Freiheit, die uns wechselseitig ergänzt - Liebe akzeptiert eigene Stärken und Schwächen und die des geliebten Menschen. Die Freiheit (in) der Liebe hilft uns bei der Selbstverwirklichung und da sehe ich einen Konflikt zwischen dem eigenen Recht auf Individualität und der Liebe. Wenn ich in einer Beziehung soweit bin, mich an den Partner so stark emotional zu binden, dass ich Rechte brauche um meine Individualität zu schützen, dann endet spätestens an dieser Stelle eine freie Liebesbeziehung. Wenn die Liebe an Bedindungen geknüpft wird, verlieren alle in einer Partnerschaft ihre Freiheit. Selbstverständlich aus meiner Sicht, ich möchte das nicht verallgemeinern.
     
    05.06.2017 #22
  8. Miwamo
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    Tone, da hast du ein sehr spannendes Thema eröffnet, vielen Dank! Dein Ansatz und teilweise die bisherige Diskussion sind für mich sehr philosophisch und ich habe daher Mühe, alles richtig einzuordnen.
    Ich stimme zu, dass Liebe weit mehr ist, als ein Gefühl, zumal Gefühle auch immer mit Gedanken zu tun haben (und mit Energien sowieso).
    Für mich hat Liebe sehr viel mit Akzeptieren zu tun. Je mehr ich einen Menschen akzeptieren kann, desto mehr werde ich ihn lieben. Und andersrum. Was ja dann bedeutet, dass ich auch toleranter bin. Vielleicht stelle ich sogar mitunter sein Glück über meins und unterstütze seinen Freiheitsdrang? (Will ich die Freiheit der Frau die ich liebe eingeschränkt wissen?) Die spannende Frage dabei ist, an welchem Punkt beginne ich, mich selbst aufzugeben? Wo entsteht ein Konflikt mit der Liebe zu mir selbst? In diesem Sinne verstehe ich auch deinen Startbeitrag zu diesem Thema.
    Ich glaube, dass so viele Beziehungen scheitern, weil der Ansatz der meisten Menschen der ist, aus ihr maximale Bedürfnisbefriedigung zu beziehen. Bekomme ich nicht das was ich will? Ciao, adios, I'm done! Für mich funktioniert da die Intention besser, möglichst viel hineinzugeben. Wie kann ich die Beziehung bereichern? Wie kann ich meinem Partner Freude bereiten? (Ich habe an anderer Stelle bereits gesagt, dass ich ein Mann bin, der sich nimmt was er will. Das ist für mich kein Widerspruch! Beides ist wichtig!)
    Für das Funktionieren einer Beziehung ist meines Erachtens auch das Gleichgewicht (in vielen Punkten!) unabdingbar. In dieser Frage kann die Balance nur dann auf Dauer existieren, wenn beide ungefähr die gleiche Vorstellung von Beziehung haben. Das heißt, wenn beide in ähnlichem Ausmaß die Freiheit des anderen "zum Ziel" haben. (Was wiederum paradox klingt, denn im Grunde hat man Freiheit, man muss sie nicht gewährt bekommen.) Und wenn beide in ungefähr gleichem Ausmaß lieben.
    Deswegen ist es ja auch so schwierig, den "richtigen" Partner zu finden.
     
    05.06.2017 #23
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  9. Rubena
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    Ich habe für mich festgestellt, dass sich meine Liebe darin ausdrückt, zu geben und meine einzige Bedingung an den Mann ist es, diese "Gabe" auch anzunehmen! Ich habe Männer getroffen, die das nicht konnten und dann beginnen Verhandlungen und Kompromisse... :(
     
    05.06.2017 #24
  10. Maron
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    Also für dich ist das Gegenteil von Abhängigkeit - nur die eigene Autonomie (was akzeptiere ich und was nicht....) auch nichts, hab´ ich das richtig verstanden?
    Eine Mitte finden, indem es mal so mal so läuft - und die Beziehung lebendig hält wäre wünschenswert. Abhängigkeit und Autonomie sind aber beides für mich nicht eine Form der Liebe. Sich diesen Tendenzen liebevoll zuwenden zu können, ist für mich ein Ausdruck (Haltung) der Liebe.
     
    05.06.2017 #25
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  11. Tone
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    Danke Miwamo für das Kompliment und die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema, was selbstverständlich auch für vivi, Rubena und Maron gilt.

    Genau. Über die Beschäftigung mit der Philosophin Heller und der gesellschaftlich verorteten Paradoxie zwischen Wahlfreiheit und unbewussten Entscheidungen bin ich auf den Gedanken gekommen, ob dieser (scheinbare?) Widerspruch auch in der freien Liebesbeziehung greift.

    Und wenn ich weiter richtig verstehe, baut diese Balance von geben und nehmen auf möglichst gleichen Vorstellungen einer Beziehung auf.

    Damit machst du mir eine Freude und diese Beobachtung wird mich noch länger kontrovers begleiten :) ... einem Menschen seine angeborene Freiheit zugestehen. :)
     
    05.06.2017 #26
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  12. Tone
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    Aber du hast doch bestimmt das Bedürfnis im Partner auch so eine Liebe zu 'spüren'? Ich meine, wenn ich jemand am Anfang einer Beziehung meine authentische Zuneigung schenke, kann ich nicht sicher sein ob das Gegenüber das als 'Bindungsversuch' versteht, seine Freiheit eingeschränkt sieht. Ich denke ich verstehe dich gut Rubena, solche Erfahrungen durfte ich früher auch sammeln.
     
    05.06.2017 #27
  13. Tone
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    Die Selbstbestimmung und das Recht darauf in einer Liebesbeziehung macht mich skeptisch. Ich bin mit dir einer Meinung, insofern die Liebe die eigene Persönlichkeit erweitert. Damit ist sie mit Freiheit verbunden. Sobald ich mich auf ein Recht berufe, muss sich dieses Recht auf eine Gesetzmäßigkeit, eine Vorschrift berufen können. Und Vorschrift ist für mich das Gegenteil von Freiheit. Im Alltag neige ich auch zu Kompromissen und deshalb finde ich es spannend auszuleuchten, wie die persönliche Unabhängigkeit innerhalb einer glücklichen Beziehung erhalten bleibt.
     
    05.06.2017 #28
  14. Miwamo
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    Das ist an sich ein schöner Ansatz. Aber... man will ja geben und nehmen, normalerweise jedenfalls. Ich würde mich mit nur Nehmen nicht wohlfühlen. Du hast aber wohl Recht damit, dass manche gar nicht annehmen können.
     
    05.06.2017 #29
  15. Miwamo
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    Ja, die meisten Menschen reagieren aus der Angst und nicht aus der Liebe. Sie befürchten Manipulation usw., auch wenn man ihnen liebevoll begegnet.
     
    05.06.2017 #30
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