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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Victor
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    Was versteht Ihr unter Sensibilität?

    Ich selber werde hier im Forum öfters als sensibel bezeichnet. Auch wird anderen Männern hier dieses Attribut schnell mal zugeschrieben. Aber irgendwie ist mir nicht so ganz klar, was damit gemeint ist. Ist das aus Sicht der Frauen nun eine Stärke oder eine Schwäche? Denn unter Männern selber ist es eine klar abwertende Bezeichnung für eine Person die nur mit Samthandschuhen angefasst werden kann.

    Es würde mich einmal interessieren, was Ihr unter diesem Wort versteht oder wodurch sich Sensibilität euerer Meinung nach äussert. Bitte keine Zitate vom Duden oder Wiki - Das Wort hat mehrere Bedeutungsstämme uns somit ist es reine Auslegungssache.
     
    24.01.2015 #1
  2. lone rider
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    Ein sensibler Mensch ist pleonastisch. Die Sensibilität ist dem Menschen immanent.
    Die Größe der Sensibilität ist variabel und wird situationsbedingt angewendet.
    Wenn jemand sagt, etwas/jemand sei sensibel, dann drückt er aus, was er für sensibel hält.
    Allein diese Aussage ist von Bedeutung. Die Relation des Verwenders ist von Belang.

    Die Vergabe von Attributen bedeutet letzlich auch nicht anderes, als etwas/jemand in Relation zu sich zu setzen. Ein Thema jeder Interaktion, wie sollte es auch anders sein.
    Die Relevanz bei der Paarbildung ist wohl die für hier bedeutendere. Und da ist, wie ich Wahrnehmung gestalte von keinerlei Bedeutung. Mit Ausnahme für die Gemeinte. Und das ist privat, pures Offline.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24.01.2015
    24.01.2015 #2
  3. BellaDonna
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    Für mich:
    Sensibilität beudeutet, die Gefühlslage einer Situation und/oder eines Menschen gut erfassen zu können und passsend darauf zu reagieren.
    Dem gegenüber steht der emotionale Grobmotoriker, der dampfwalzenartig sein Ego über andere hinwegwalzt.
    Bsp: mein Chef macht permanent Witze pber das Alter und die Figur von Frauen. Manchmal wirklich lustig, aber er merkt nicht, wann es nicht angebracht ist. Ein absolut unsensibler Mensch.
    Es gibt hier auch Foristen, die gebetsmühlenartig ihre eigene Lebenserfahrung als der Weisheit letzter Schkuss über alles und jeden ausgießen und einfach so gestrickt (oder so einfach gestrickt) sind, dass sie glauben, was ihnen gut getan hat muss doch auch allen anderen guttun.

    Dann gibt es noch empfindsam: derjenige nimmt meine Umwelt intensiv wahr mit allen Facetten und Schattierungen und "sieht" auch kleinste emotionale Abstufungen.

    Naja.....um ehrlich zu sein, nehme ich Dich eher als empfindlich wahr, aus dem was ich gelegentlich von dir lese.
    Empfindliche Menschen fühlen sich sehr schnell angegriffen, Selbstreflexion bedeutet für sie nur, ihre besten Eigenschaften heraus zu stellen und alle anderen Eigenschaften auch unter gut zu verbuchen.
    Kritik an ihren Eigenschaften werten sie als Angriff auf die eigene Persönlichkeit.
    Aber: ich lese hier nicht mehr so oft mit - es kann durchaus sein, dass ich dich absolut falsch einschätze.

    Also Sensibilität ist etwas, was sich aufmerksam um andere kümmern kann, Empfindlichkeit kümmerst sich nur um sich selbst - mal für die Grobmotoriker unter uns.
    Zu denen ich mich gelegentlich - zumindest an schlechten Tagen - auch zähle.
     
    24.01.2015 #3
  4. Schreiberin
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    Oh, eine interessante Frage ! Ich versuche es mal fernab von angelesenen Definitionen - man möge mir verzeihen..
    Mir ging durch den Kopf, dass es etwas mit der Art der Wahrnehmung zu tun hat, ein bisschen im Unterschied zu einem analytischen Vorgehen. Sehe ich zum Beispiel ein Kind mit einer stark blutenden Kopfwunde, würde ein sensibler Mensch stärker über seine Sinne und Emotionen reagieren - entweder ohnmächtig werden oder stark sich dem Kind zuwenden und es trösten etc. Weniger sensibel, eher analytisch wäre es, als erstes an die Wunde zu denken und weitere Maßnahmen wie Arzt anrufen etc. zu denken.
    Optimal wahrscheinlich jemand, der beides bedenkt...

    Eine Wertung im Sinne von "feinfühlig, tiefsinnig" oder "verpeiltes Weichei" spielt sicher oft rein, ist aber sicher total personen- und situationsabhängig....

    In der Schwangerschaft mit meinem zweiten Kind war ich 14 Tage über dem Termin. Da meinte der Frauenarzt, plötzlich unangekündigt am Gebärmuttermund herumpuhlen zu müssen, um die Geburt einzuleiten - er hielt sich für "sensibel", weil er meinte er hätte "gespürt", ich wäre besorgt und wolle endlich gebären. Ich fühlte mich allerdings eher halb vergewaltigt und habe ihn nie wieder aufgesucht.
    (nur am Rande : es wurde zwei Tage später eine unkomplizierte Hausgeburt, das Kind absolut nicht übertragen).

    Von daher denke ich, es ist so eine Sache mit dem Hirn und den Sinnen - egal, was einen leitet, es kann immer viel Murks dabei herauskommen....
     
    24.01.2015 #4
  5. Eiterblase
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    Als sensibel würde ich jemanden beispielsweise bezeichnen, den es so sehr bewegt, "sensibel" genannt zu werden, dass er diesbezüglich einen Thread erstellt und andere um ihre Meinung dazu befragt ;-)

    Wobei ich Sensibilität im Allgemeinen eher als etwas positives sehe, weil sensible Menschen eher auf Details achten und mir Menschen lieber sind, die "normale" Dinge als etwas besonderes sehen als umgekehrt. Allerdings finde ich Sensibilität dann unsympathisch und auch unangenehm, wenn die Person sich selbst gegenüber sensibel ist, aber anderen gegenüber nicht. Davon gibts einige und diese "sensiblen" Menschen mag ich nicht.
     
    24.01.2015 #5
  6. Widderfrau_gelöscht
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    Weiß jetzt nicht, wie du diesen Satz meinst oder was du mit diesem Satz zum Ausdruck bringen möchtest.
    Ich selbst bin ein sensibler Typ. Für mich heißt "sensibel" feinfühlig, verletztlich und empfindlich. Man lässt Dinge an sich rankommen, wo andere drüber stehen. Z. B. geht mir eine Sache nicht aus dem Kopf. Ich frage mich ständig, wieso es so gekommen ist, habe ich alles falsch gemacht oder der andere, was wäre wenn man so oder so gehandelt hätte. Es nagt, nagt und nagt, obwohl ich weiß, dass es sinnlos ist, überhaupt noch einen Gedanken daran zu verschwenden. Man kann sich ablenken wie man will, es funktioniert nicht. Man möchte gerne verstehen, warum der andere so gehandelt hat und macht sich Gedanken darüber.
     
    24.01.2015 #6
  7. Eiterblase
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    Ja, ist etwas schwierig, das zu beschreiben. Ich versuchs.
    Es ist dieses bei der kleinsten Ungerechtigkeit einem selbst gegenüber aufschreien, aber für andere nicht die gleiche Zeit und Verletzbarkeit aufbringen. Ich kenne z.B. eine Person, die macht über einen etwas dickeren Freund manchmal Witze über seine Figur (und auch bei den anderen macht sie gerne Witze über ihre Schwächen), aber wehe, einer bringt ihr gegenüber eine unsensible Bemerkung, dann ist sie die erste, die ruft: "Das ist gemein!" (Ich hab sie mal darauf angesprochen, dass sie auf andere nicht so viel Rücksicht nimmt wie sie für sich selbst in Anspruch nimmt und dann kam prompt: "Das machen die anderen doch genauso!" Ähm, aber es ging in dem Moment ja um ihr Verhalten und gar nicht um das der anderen. Den Finger auf die anderen zu zeigen, bringt einen selbst nicht weiter und ist meiner Meinung nach wenig sensibel.)

    Ich kenne Leute, die eher grob sind, aber auch selbst nicht sehr empfindlich reagieren, und ich kenne eher sensiblere Menschen - die mir oft umgänglicher erscheinen und mir persönlich sind eher sensiblere Naturen lieber, solange es eben nicht nur so ein "Ich! Ich! Ich! Die anderen? Sind mir egal, denen bin ich ja auch egal." ist. Vielleicht beschreibe ichs als "Erwachsene, die sich wie Kleinkinder benehmen".
    Das ist so ungefähr das, was ich mit Sensibilität, die sich nur auf sich selbst bezieht, meine. Diese Leute sind mir sehr unsympathisch.
     
    24.01.2015 #7
  8. Widderfrau_gelöscht
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    Achso, verstehe jetzt, was du meinst. "Erwachsene, die sich wie Kleinkinder benehmen" ist gut ausgedrückt.;) Bei der Beschreibung würde ich eher auf einen Egoisten tippen. Was du da beschreibst mag ich auch nicht aber manche Leute sind eben so, leider. Am schlimmsten finde ich die, die dich anlächeln und drehst du dich um, bekommst du das "Messer in den Rücken". lG
     
    24.01.2015 #8
  9. Eiterblase
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    Das ist echt fies! Und bei solchen Leuten weiß ich auch nicht wirklich wie ich mich verhalten soll. Ich versuche, solchen Leuten möglichst aus dem Weg zu gehen und wenn ich doch mit so jemanden in ein Gespräch gerate, kann man mir meist auf hundert Meter Entfernung ansehen wie unwohl ich mich fühle. Ich schau dann immer wieder zu Boden und antworte nur spärlich. In dem Punkt bin wohl ich sensibel ;-)
     
    24.01.2015 #9
  10. Widderfrau_gelöscht
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    Ja, dass finde ich auch. Solchen Leuten werden wir aber immer wieder begegnen. Was ich so schlimm finde ist, dass man es erst gar nicht merkt und dann später "aufwacht". Ja, da bist du sensibel und schüchtern aber lieber so als anders.;) Solchen Leuten sollte man auch aus dem Weg gehen, manchmal geht das aber leider nicht, so wie z. B. im Job. Aber wenn man weiß, dass der und der ... , kann man sich ja distanzieren. Ich habe mir so eine gewisse Ironie zugelegt, muss allerdings manchmal aufpassen, die nicht im unpassenden Moment loszulassen. :)
     
    24.01.2015 #10
  11. Eiterblase
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    :) schaffst du schon.
     
    24.01.2015 #11
  12. Widderfrau_gelöscht
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    Ja, danke. ;)
     
    25.01.2015 #12
  13. Victor
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    Und was unterscheidet jetzt den empfindlichen Menschen vom normalen Menschen? Probleme damit, Kritik anzunehmen hat eigentlich jeder und auch ist bei jedem die Tendenz zur optimistischen Selbstbetrachtung vorhanden.

    Herzlichen Dank für Dein Feedback Belladonna, denn Du hast mir damit mein fehlendes Puzzelteil geliefert. Jetzt ist das Bild komplett und ich kann abschliessen.

    Bei der Partnersuche ist der Selbstwert das A und das O. Man muss überzeugt von sich selber sein. Ein Mensch mit einem gesunden Selbstwertgefühl hat keinerlei Anlass, sich mit Selbstkritik zu zerfleischen. Auch hat er keinen Grund, anderen ihr Selbstwert neidisch zu sein oder sie der Überheblichkeit anzuklagen. Er weiss wer er ist und es kann ihm egal sein, ob jetzt ein anderer höher oder geringer ist. Es spielt keine Rolle, weil er selber weiss was er wert ist und ihm das niemand wegnehmen kann.

    Nimm es mir nicht übel, Belladonna, aber Du täuscht Dich in mir wie noch viele andere auch. Ich glaube die Menschen in der Partnerbörse neigen alle ein wenig dazu, die Unzufriedenheit mit sich selber auf ihr Gegenüber zu projezieren. Auch werden wohl negative Erfahrungen mit Blender und Täuscher eine Rolle spielen.

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschenkenntnis eines Aussenstehenden ein genaueres Bild einer Person abgibt als deren eigene Fähigkeit zur Selbstbetrachtung? Ohne die Person jemals getroffen zu haben, wohlgemerkt. Wie hoch kann diese Wahrscheinlichkeit sein?

    Leider bin ich machtlos gegen Vorurteile. Ein Mensch muss sie selber überwinden können oder er wird einsam bleiben. Ich bin froh, dass ich es kann und ich bedaure jeden, dem die Zuversicht dafür fehlt. Gesellschaft findet man, wo immer man danach sucht.

    So. Victor verlässt Euch jetzt endgültig. Vielleicht ist er ein toller Typ, der gerne eine Frau hätte, die zu ihm passt. Oder vielleicht ist er nur ein kompletter Idiot, der keine Ahnung von der Welt hat. Sucht es Euch aus. Euere Entscheidung. Ich habe meine getroffen.

    Adios Muchachos
     
    25.01.2015 #13
  14. Heike
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    Das ist keine Sache der Entscheidung, sondern des Erkennens. Und vermutlich ist es etwas zwischen beidem. Sensiblität könnte auch etwas damit zu tun, daß man Feinheiten mitbekommt. Und zwar als das, was sie sind.
    Aber das Spiel auch in diesem Thread scheint mir ein ganz anderes zu sein. Da verstehe ich den Weg raus. Ganz gleich, ob Victor nun uns verläßt, Victor glaubt, daß alle ihn verlassen haben, oder du Victor verlassen hast. Im letzten Fall: dir alles Gute!
     
    25.01.2015 #14
  15. Death by Chocolate_gelösch
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    Vielleicht gehört empfindsam und empfindlich zusammen und ist nur Ausdruck eines "offeneren Systems", d.h. es wird mehr wahrgenommen, aber auch von"außen" mehr beeindruckt.
    Das würde ich eher als Stabilität bezeichnen und bedeutet noch lange nicht deshalb nicht ständig überprüfen, in Frage stellen zu können.

    Es fängt damit an festzustellen, dass andere einem meistens nichts Böses wollen - und man die paar anderen Fälle durchaus riskieren kann.
     
    26.01.2015 #15