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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Morgenrot
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    Wechselmodell bei Kinderbetreuung - Erfahrungsberichte

    Gibt es hier getrennt lebende oder geschiedene Mütter oder Väter, die ein Wechselmodell praktizieren? Wie klappt die wochenweise Betreuung bei euch? Wie macht ihr das und wie sind eure Erfahrungen? Ich denke, dass auch das Alter der Kinder bei solchen Betreuungsmodellen eine große Rolle spielt, sowie der Wohnort beider Elternteile. Wie kommen eure neuen Partner (wenn es welche gibt) damit klar usw.
    Ich bin sehr auf eure Berichte gespannt.
     
    21.10.2019 #1
  2. Syntax
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    Zuletzt bearbeitet: 21.10.2019
    21.10.2019 #2
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  3. Dancing
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    Ja, gibt es! ;)
    Wir wechseln nicht wochenweise, sondern unter der Woche, da es uns zeitlich nicht anders möglich ist. Positiv wirkt sich hierbei aus, dass wir zwar getrennt sind, aber in Punkto Kinder nach wie vor an einem Strang ziehen und dass wir nur wenige Kilometer voneinander entfernt leben. Wenn einer krank ist, springt der andere notfalls ein, bei Terminen der Kinder sprechen wir uns ab und haben einen gemeinsamen Terminplaner in welchem vermerkt wird, bei wem die Kinder von wann bis wann sind. Die Ferienzeiten teilen wir, sodass die Kinder jeweils zur Hälfte bei einem von uns sind.
    Sie scheinen damit gut klar zu kommen, da sie wissen, wenn sie mal länger bei einem von uns sein möchten, müssen sie es nur sagen und wir ermöglichen es. Leichter macht es für sie auch, dass sie von uns keinen Streit vorgelebt bekommen, sondern ein Miteinander, wenn auch mit ansonsten getrennten Wegen.
    Mag für manche seltsam klingen, doch wir haben uns im Guten getrennt und gehen miteinander um, wie gute Bekannte.
    Der Kontakt zueinander beschränkt sich auf das, was erforderlich ist. Gemeinsame Besuche von Veranstaltungen, außer vielleicht in Bezug auf eines der Kinder, gibt es nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.10.2019
    22.10.2019 #3
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  4. Morgenrot
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    @Dancing das hört sich ja total gut an, wie ihr es handhabt :). Auch dass man sich im Guten trennt, finde ich super. Geht leider nicht immer :(
     
    22.10.2019 #4
  5. Morgenrot
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    22.10.2019 #5
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  6. NicTrue
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    Wir haben das damals nach der Trennung auch so ca. ein dreiviertel Jahr praktiziert. Danach waren wir alle völlig fertig. Die Grundschule hat uns zum Gespräch gebeten, die Kinder würden offensichtlich darunter leiden. Daraufhin haben wir es anders geregelt, meine Tochter wohnt seitdem bei mir, mein Sohn bei meinem Mann. Für mich war das total schlimm, aber ich habe wegen der Kinder zugesagt und es war eine gute Entscheidung. Ich möchte dazusagen, dass wir nur einen knappen km auseinanderwohnen und ein sehr gutes Verhältnis haben! Das ganze war einfach nicht praktikabel, man hat irgendwann alles doppelt oder ständig fehlt irgendwas ...
     
    22.10.2019 #6
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  7. creolo
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    Und an den Wochenenden tauscht ihr, im Urlaub mit beiden oder auch nur eins usw.
    Ich find solche Modelle ja sehr spannend. Wobei, bei 1km können die vermutlich selbständig mal zu Besuch kommen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.10.2019
    22.10.2019 #7
  8. Berlinesque
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    Liebe Morgenrot,

    als mein Sohn etwas mehr als ein Jahr alt war, haben sein Vater und ich uns getrennt. Die Trennung und auch die ersten Jahre waren nicht leicht, aber wir waren uns einig darin, dass er uns beide braucht und wir auch weiterhin gemeinsam Eltern sein wollen. Konflikte haben wir nicht vor ihm ausgetragen und auch sonst keine "dreckige Wäsche gewaschen".

    Die Bindung zu mir war in den ersten Jahren noch stärker und so haben wir das Wechselmodell langsam ausgebaut. Seitdem mein Sohn ca. 5 Jahre alt war, lebt er zu 50% beim Papa und 50% bei mir, zu Beginn aber noch mit Wechsel nach 3 bzw 4 Tagen. Schnell wurde aber klar, dass diese kurzen Zeiträume nicht gut waren, besonders nicht für meinen Sohn, der selbst von "zu viel hin und her" sprach, aber zugleich sehr deutlich darin war, dass er weiterhin in beiden Familien leben wollte. Seitdem wechselt er im Wochenrythmus.

    Wichtig ist, dass die Eltern noch miteinander kommunizieren können, denn es gibt immer wieder viel zu besprechen, Ferien, Schule, Freizeitaktivitäten, Geburtstage, Geschenke, neue Kleidung etc. Und manchmal muss eben auch noch der Turnbeutel oder die Gitarre hinterher gebracht werden - es gibt kaum einen Menschen mit dem ich so regelmäßig in Kontakt stehe wie mit meinen Exmann ;) Wir informieren uns z.B. auch immer bei Krankheit und beratschlagen was zu tun ist. Wechselmodell ist keine Egoveranstaltung und häufig auch mit Kompromissen verbunden.

    Mittlerweile ist mein Sohn zwar so groß, dass er manches auch allein regelt, aber er soll trotzdem wissen, dass wir Eltern auch immer noch gemeinsam einen Blick auf sein Leben haben und beide immer für ihn da sind. Auch die wichtigsten Regelungen z.B. was Medien angeht, sprechen wir gemeinsam ab. Dazu treffen wir uns auch mal zu dritt und gehen essen oder so. Auch Weihnachten und den Geburtstag meines Sohnes feiern wir im großen Kreis der Patchworkfamilie (mit Stiefmutter, Halbgeschwistern und Großeltern).

    Meinem Sohn geht es super damit und er hat sich noch nie darüber beschwert wie es bei uns läuft. Und auch ich finde, dass mein Leben durch das Wechselmodell sehr viel entspannter und vielseitiger ist als das vieler anderer Mütter, die ständig 24/7 für ihre Kinder allein da sein müssen und damit meine ich nicht nur Alleinerziehende.

    Hier noch zwei Medientipps: Im aktuellen Zeit-Magazin geht es um das Wchselmodell und das Buch "Eine Woche Mama, eine Woche Papa" ist auch zu empfehlen.
     
    22.10.2019 #8
  9. Dancing
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    Das ist wohl wahr. Meiner Ansicht nach ist es wichtig, auch im Freundeskreis erkennen zu lassen, dass man wegen der Kinder noch zusammen entscheidet und agiert und hier auch weiterhin den guten Kontakt wünscht.
     
    22.10.2019 #9
  10. NicTrue
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    Richtig, Mittlerweile ja. Die gehen ein und aus wie sie möchten. Wir hatten da von Anfang an eigentlich nur die Regelung, dass die Kinder an Weihnachten und bei Urlaubsreisen immer gemeinsam entweder mit mir oder meinem Ex gehen. Wurde immer ordentlich abgesprochen und hat bisher super geklappt. Jetzt sind die beiden 14 und 16 und fahren schon mit Freunden in den Urlaub und machen an Weihnachten ziemlich was sie wollen und alles ist sehr entspannt :)
     
    23.10.2019 #10
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  11. Syntax
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    Es gibt ja auch noch ein Nest-Modell.
    Dabei haben die Kinder einen festen Wohnsitz und die Elternteile ziehen (wochenweise) ein und aus.
    Finde ich von der Grundidee her gut. Muss man sich aber wohl auch leisten können.
     
    25.10.2019 #11
  12. creolo
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    Das wäre für die Kids auch am einfachsten :)
     
    25.10.2019 #12