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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Victor

    Victor

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    Welche Ansprüche lassen sich senken?

    Man hört in der Partnersuche oft, dass man Ansprüche senken soll aber keiner sagt konkret, was er damit meint. Was haltet Ihr denn für einen senkbaren Anspruch und wieso?
     
    30.04.2016 #1
  2. Den Anspruch, die Ware müsse hübsch verpackt frei Haus geliefert werden, weil alle einem sagen, daß man doch als so toller Mensch, der jeder ist, einen Partner verdient hat und sich alle glücklich schätzen sollten.
     
    30.04.2016 #2
  3. Vizee

    Vizee

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    Man kann jeden Anspruch senken, den man hat. Ich denke, daß jeder für sich einen anderen Anspruch im Auge hat, wenn er sagt, dass man Ansprüche senken soll. Doch welcher Anspruch ist sinnvoll zu senken? Die Entscheidung hierzu ist so vielschichtig wie die Menschen selbst. Die Frage ist doch, was für dich jetzt der Anspruch ist, auf den du am ehesten verzichten könntest bzw mit weniger zufrieden sein könntest als aktuell in deiner Meßlatte angesetzt. Sind das eher Äusserlichkeiten? Oder Entfernungsradius? Alter? Kind ja nein vielleicht? Raucher Nichtraucher? Was ich mich auch immer wieder frage ist: Wieso wissen die Leute denn, dass MEINE Meßlatte zu hoch ist? :)
     
    30.04.2016 #3
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  4. Das klingt mathematisch, kopflastig und unemotional, berechnend. Nicht locker genug, jemanden kennen zu lernen und dem ganzen eine Chance zu geben.

    Mich erinnert das an den Vergleich mit einer ICD-10 Liste, sind nicht alle Häkchen abgehakt, ist der Patient nicht krank. Basta.
     
    30.04.2016 #4
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  5. vivi

    vivi

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    "Krank" & "Patient" im Zusammenhang mit Partnersuche reizt zum Lachen :))) ..... und doch ist manchmal was dran.

    Sicherlich lassen sich von den vermeintlichen Ansprüchen bei einigen was senken, hat man doch immer sowas wie "naja" im Hinterkopft. Die Frage ist doch eher: Will man das was man dann zur "Auswahl" hat?
     
    30.04.2016 #5
  6. Schreiberin

    Schreiberin

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    Mir stößt ehrlich gesagt schon der Begriff "Anspruch" auf. Ich würde ja eher jemanden suchen, der mir gefällt wie er ist und mit dem ich gerne Zeit verbringe. Ich denke da nicht so : so, du musst mir jetzt mal als erstes meine Ansprüche erfüllen...
    Ansprüche klingt für mich nach Forderungen, Bringschuld und Prinzessin auf der Erbse. Das sind dann die, die meinen, sie hätten dieses oder jenes verdient und es würde ihnen zustehen und die dann völlig empört sind, wenn sich jemand erdreistet, unterhalb von obskuren Augenhöhen auf sie zuzugehen....

    Wer mit Ansprüchen hantiert, sollte nicht an diesen herumdoktern, sondern sich lieber mal überlegen, ob das mit den Ansprüchen nicht im Kern schon ein merkwürdiger Ansatz ist, jemandem in Liebe zu begegnen...
     
    01.05.2016 #6
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  7. hmm

    hmm

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    Ich glaube das mit den Ansprüchen ist eine Folge von den Beziehungserfahrungen, die man gemacht hat. Man weiß dann, das und das war schön, aber das und das möchte ich so nicht wieder haben. Es ist auch eine Folge davon, dass man besser weiß, was einem gut tut, was nicht. Das sind dann nicht so die Äußerlichkeiten. . .
    Und das äußerst sich weniger in "Ansprüchen", sondern eher in Vorrausetzungen, die für die persönliche Vorstellung einer schönen, bereichernden Beziehung vorhanden sein müssen.
     
    01.05.2016 #7
  8. Schreiberin

    Schreiberin

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    Nun, in der Regel wird aber nicht von allgemeinen Voraussetzungen gesprochen, sondern von konkreten Persönlichkeitsmerkmalen,die der andere mitbringen soll.
    Meine Unterscheidung mag spitzfindig klingen, aber ich bin der Ansicht, dass man an der Art WIE sich jemand äußert und Sprache dabei einsetzt, das nicht unerheblich ist und viel über die Person sagt.

    Eine neue Person kennenzulernen ist ein Abenteuer. Sicher nimmt man diese Person am Anfang auf bestimmte Weise wahr, schätzt sie ein, interpretiert.... Aber vieles entwickelt sich erst mit der Zeit.
    In den Anspruchsdiskussionen geht es oft um Dinge wie Bildungsniveau, Aussehen, Benehmen, Finanzstärke, Hobbys... Und sie bilden dann die Anspruchshürde. Fragt sich, ob diese Faktoren wirklich so wesentlich sind für das Gelingen einer "schönen, bereichernden Beziehung".
    Und wo bleibt bei dem Ganzen die Kehrseite : Kann ich den Ansprüchen genügen ?

    Ich merke, dass ich Formulierungsprobleme habe genau zu sagen, was ich meine....
     
    01.05.2016 #8
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  9. Mohnblume

    Mohnblume

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    Ich merke nichts von Formulierungsproblemen. Du drückst dich klar aus. Und vertrittst eine Auffassung, die ich teile. Ich glaube, dass sich viele Menschen mit ihrem "Ansprüchen", interessante, bereichernde Beziehungen entgehen lassen. Und ich will mich da garnicht ausnehmen.
     
    01.05.2016 #9
  10. fafner

    fafner

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    Ganz einfach: alle die, welchen Du selbst nicht gerecht wirst. Weil Du sonst unattraktiv bist.
     
    01.05.2016 #10
  11. BellaDonna

    BellaDonna

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    Liebe Schreiberin, das liest sich gut, aber ich finde auch ein bisschen politisch korrekt. Ich denke, keiner kann sich davon freisprechen, dass er nicht irgendwo gewisse Filter hat im Kopf. Und bei einsetzen eines einzigen Filters setze ich ein Anspruchsmerkmal. Ich als Nichtraucherin mag den Geruch von Zigaretten nicht. Einen Raucher zu küssen verursacht mir Widerwillen - ich habe das probiert. Insofern habe ich bei den nächsten Kontakten den Filter "Nichtraucher" gesetzt und damit den Anspruch auf einen Nichtraucher. Es kommt vielleicht darauf an, wie man das Wort Anspruch auslegt. Habe ich dieses Denken, weil ich es mir wert bin oder weil ich denke, ich bin auch Nichtraucherin also "sollten sich gefälligst nur Nichtraucher melden" Es kommt darauf an, was man daraus macht, finde ich. Anspruch vs Toleranz? Ist Anspruch ein Ergebnis aus Erfahrungen? Wie kommuniziere ich einen Anspruch? Nur für mich? Oder lass ich das mein Gegenüber spüren? Ich gebe zu: ich habe Ansprüche nach meiner Definition, schon allein aus Gründen der Zeit: ich kann nicht jeden treffen, der mich anschreibt.
     
    02.05.2016 #11
  12. DerDogi

    DerDogi

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    Ich glaube es gibt ein paar "Ansprüche" die man besser nicht senken sollte, weil es nicht gut ausgeht. Wenn einer eher eine unverbindliche Beziehung sucht und sich nicht binden möchte, und der andere in rrchtung heiraten und Kinder denkt, dann ist der Kummer schon vorprogrammiert.

    Ansrüche wie "ich will ein Mann der sportlich ist" oder "ich will eine Frau die einen Uni-Abschluss hat" haben m.E. das Problem, dass das gewünschte Ergebnis, Bsp "ich brauch jemanden mit dem man gute Gespräche führen kann" auch ohne Uniabschluss möglich ist oder eine unportliche Person in einzelfällen trotzdem schlank sein kann.

    Ich finde es besser einfach jeder Person eine chance zu geben, und notfalls nach der ersten Nachricht zu merken, dass da "tatsächlich etwas nicht passt". Aber vorab zu sagen "da steht nicht, dass die Person dies und jenes hat, die ist nichts für mich" sollte schon ein sehr sehr wichtiges Merkmal sein.
     
    02.05.2016 #12
  13. Ja, den Stress fand ich auch immer ganz furchtbar ……..
     
    02.05.2016 #13
  14. Wie in vielerlei Hinsicht bei diesem Partnerschaftsgeschäft geht es bei "Anspruch" vermutlich weniger um Liebe und Partnerschaft, sondern mehr um die Aufbesserung des Selbstwertgefühls. Damit läßt sich am besten Kasse machen. Deswegen verkaufen sich Ratgeber a la "Weshalb sie keinen Partner finden: weil sie zu toll sind!" besonders gut. Und Partnerbörsen werben um "Singles mit Anspruch".
    Man will "anspruchsvoll" sein, weil "anspruchsvoll" so ähnlich klingt wie "edel" und "toll", und dann "hat man so seine Ansprüche". Man ist, auch damit wird geworben, es sich "wert". Und als Widerstand gegen ein "Ansprüche senken", wie hier eingangs gefragt, kommt meist: das habe man nicht nötig, so arm sei man noch nicht dran, daß man alles und jeden nehmen müsse. Da gehts auch schnell um so etwas wie soziale Hierarchie.
    Als Gegenteil von anspruchsvoll scheint vor allem anspruchslos in den Köpfen zu stecken, und das will man nicht sein, das ist bäh.
    Deswegen dürfte die Rede von "Anspruch" bei vielen besonders beliebt sein. Hätte man nur "Wünsche" oder so, würde man sich in diesen Augen klein und abhängig machen. "Bedingungen stellen" klingt selbstbewußter und toller, da fühlt man sich mehr als Arbeitgeber denn als Arbeitnehmer.
    Besonders ausgeprägt ist das Anspruchsdenken in der beliebten Phrase "Ich erwarte nur, was ich selber biete." Das ist wirklich eine der absonderlichsten Sachen. Nicht nur weil das so unsexy bürokratisch vertragsbeckmesserisch ist. Sondern auch als wäre irgendwo geschrieben, daß sich ein Dicker keine Schlanke, eine Temperamentvolle keinen Ruhigen usw. wünschen dürfe. Es verwundert auch nicht, daß Leute, die diese Phrase eingekauft haben, durch steten Selbstbetrug auffassen. Scheint doch ihr Sinn primär die Aufwertung seiner selbst zu sein.
     
    02.05.2016 #14
  15. Vizee

    Vizee

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    Du nimmst die Leute erst einmal wie sie sind bzw kannst an Art und Weise erkennen oder fühlen, ob du dich mit diesem Menschen wohl fühlen kannst/wirst. Dein Empfinden richtet sich nicht nach den Hürden(Ansprüche), die du dem potentiellen Partner auferlegst. Du suchst nicht nach fest persönlich definierten Kriterien. Habe ich das jetzt richtig erfasst, Schreiberin? War es das, was du versucht hast zu erklären?

    So war es früher einmal. Die Männer oder die Frauen sind nie in ein Schema gepresst worden und mussten erst dem Anforderungskatalog entsprechen. Man hat die Leute auf sich zukommen lassen, sie wirken lassen und sie so genommen, wie sie nunmal sind. Heute möchte die Gesellschaft lieber einen Partner, der genau den besagten Ansprüchen entspricht und die Ansprüche sind entstanden aus Enttäuschungen alter Beziehungen. Da bin ich dann der Meinung von hmm. Ich selbst würde in diesem Zusammenhang auch nicht von Anspruch sprechen, habe den Begriff aber verwendert, weil der TE ihn gebracht hat. Ich würde das Kind dann eher persönliche Vorstellung nennen und im weiteren Sinne Wunschdenken und keinesfalls Anspruch. Man hat keinen Anspruch auf einen anderen Menschen.
     
    02.05.2016 #15