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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Andre
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    P.S. Dies führt auch zu einer Mentalitiät der Schnellverkostung, wo jeder Joghurtbecher nur kurz aufgerissen und ein Löffelchen genommen wird. Diese begegnet uns dann u.a. hier im Forum inform von Sätzen mit "die" und "alle" wieder ("die Männer", "alle Frauen").
     
    12.08.2012 #106
  2. AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Eben, ebenso wenig verwerflich wie kritisch darüber nachzudenken.
    Das wollte ich ausdrücken, dass die Zugänglichkeit für diverse Ratschläge persönlichkeits- und situationsabhängig sein muss. Ich kann mir schon vorstellen, dass unglückliche Erfahrungen oder häufiges "Scheitern" einen dazu motivieren können, sich in Ratgebern umzuschauen, nach möglicher Unterstützung zu suchen, aber irgendwie möchte ich stark davon ausgehen, dass lediglich die Ratschläge angenommen werden, die ansprechen, einleuchten oder überzeugen, weil sie zu einem (zu der eigenen Situation) passend erscheinen, womit die Umsetzung auch nicht völlig aufgesetzt wäre.
    Es ist so komplex ;-)...
    Also ich befürworte für Partnerfindung größtmögliche Übereinstimmung in wesentlichen Lebensfragen, Haltungen, Umgangsformen und Lebensgestaltungsvorstellungen von Anfang an, da dadurch Anpassungs- und Umlerntrainingsversuche von vornherein wenig Bedeutung haben.

    Andererseits: Ebenso wie du das reglementierte und formalistische Denken und Ratgeben erkennst, könnten es andere auch bemerken und kritisch hinterfragen, wenn sie es für richtig hielten. Wenn sie dies nicht tun, dann wird das gute persönliche Gründe haben.
    Was gab es denn zuerst, die Fragen von verzweifelten Menschen oder die Ratgeber? Das eine begünstigte das andere, denke ich. So wie Klischees nicht einfach vom Himmel fallen, so entstehen auch Ratgeber nicht ohne Grund und nicht nur zur Geldmacherei.

    Alternativ zur Ablehnung von Beziehungsratgebern erachte ich einen kritischen Umgang damit für sinnvoll. Beim zu Gemüte führen von Ratschlägen, die sich z.B. für das Bändigen von Emotionen aussprechen, um einen emotionalen Vorgang (wie sich verlieben) voranzutreiben, in Gange zu bringen, drängt sich alsgleich ein Widerspruch auf, der zum intensiveren Nachdenken anregen könnte. Das Wechselspiel von Nähe und Distanz künstlich zu reglementieren könnte einer natürlichen, individuell abgestimmten und dadurch übereinstimmenden Entwicklung die Chance nehmen, sich authentisch, also natürlich zu entfalten.

    In der Regel lernen Menschen gut und gerne aus praktischen Erfahrungen. Auch die Umsetzung von Ratschlägen hat ihre Folgen, aus denen man sicherlich lernen kann und manchmal auch lernen muss.

    Der Tendenz zum sozialen Formalismus kann man entgegen wirken, indem man sie erkennt und benennt. Danke für's erneute Aufzeigen, ich möchte ihr entgegen wirken, zumindest für mich selbst, da ich den Mut zur Authentizität als wertvoll empfinde und bevorzuge :).
     
    12.08.2012 #107
  3. AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Korrektur: entgegenwirken - oje ;-))
     
    12.08.2012 #108
  4. Andre
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Ja, klar, und genau das tun wir ja hier. Und ja, was in den Ratgebern steht, ist ja nicht alles falsch. Manch ein Gedanke darin kann durchaus das fehlende Puzzleteil zu einer eigenen Erkenntnis sein, und sei es nur als Negativbeispiel oder als Auslöser einer Diskussion wie dieser hier. Nur: das leistet im Grunde jedes Buch, weswegen die allgemein angenommene bzw. behauptete Bedeutung solcher Ratgeber überhöht ist.

    Allerdings: das Herauspicken von Regeln, die einem persönlich gefallen und das Verwerfen von Regeln, die einem nicht gefallen, hat auch so seine Tücken. Erstens widerspricht das dem Anspruch von "Glaubensschriften"* nach vollständiger Einhaltung, da der "Zauber" sonst nicht wirkt (ähnlich wie ein Gericht beim Weglassen nur einer Zutat ungenießbar werden kann, wie z.B. Brot ohne Salz). Zweitens erfordert auch die Auswahl eigene Denkarbeit, Erfahrung, Menschenkenntnis und ehrliche Selbsteinschätzung. Es gibt keine Abkürzung zum "Heil" und -- wir haben uns einmal im Kreis gedreht -- am Ende muss man so oder so selbständig entscheiden, was für einen selbst gut und richtig ist.

    * Glaubensschriften deswegen, weil unbegründete Behauptungen ("alle Männer wollen ...") oder dogmatische Setzungen ("Mittwoch ist Redaktionsschluss, basta!") Kennzeichen von Religionen oder zumindest Aberglauben sind.
     
    12.08.2012 #109
  5. Mira
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Häufig lernen Menschen durch Erfahrungen das Falsche. Wenn z. B. jemand zu sehr klammert und dadurch (potenzielle) Partner verscheucht, kann er aus dem Scheitern der Beziehungen auch folgern, er sei nicht liebenswert. Für solche Männer und Frauen sind Ratgeber manchmal sehr hilfreich, weil sie ihnen klar machen, dass nicht ihr Charakter, sondern nur bestimmte Verhaltensweisen problematisch beim Aufbau einer Beziehung sind.
     
    12.08.2012 #110
  6. AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Warum bringen denn irgendwelche ausgedachten Regeln so viel Aufregung?
    Es gibt Regeln, es gibt Ratschläge, es gibt mögliche Hilfestellungen, es gibt Entwicklungsmodelle und Vorschläge, es gibt allerhand und es gibt Menschen, die sich kritisch damit auseinandersetzen, auf ihre Art und Weise damit umgehen und in der Lage sind frei zu entscheiden, was sie für sich für sinnvoll erachten, was sie ausprobieren möchten, übernehmen oder ablehnen.
    Anstatt den Umgang ersonnener Regeln zu fokussieren, wird sich über die Regeln selbst echauffiert. Fremdbestimmt wird, wer Fremdbestimmung zulässt.
     
    12.08.2012 #111
  7. AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Die strikten Ratgeber-Gegner hier tragen zu dieser Überhöhung nicht gerade wenig bei ;-).
    Auch Ratgeber sind was sie sind, Nachschlagwerke mit beratendem Inhalt, als Handreichung zu verstehen. Wie wer sie versteht oder deren Inhalte verarbeitet, das bleibt den Lesenden überlassen.

    Jetzt erhebst du sie zu etwas, das sie nicht sind und vermutlich auch nicht sein wollen.
    Ratgebern geht es i.d.R. um Empfehlungen und nicht um sriktes Einhalten. Es werden Möglichkeiten des Umganges mit beschriebenen Situationen aufgezeigt. Niemand muss sich irgendwo verpflichten das Gelesene genau einzuhalten. Es passiert auch nichts, wenn man sich schräg und krumm lacht ob der aufgezeigten Möglichkeiten oder Regeln ;-)).
     
    12.08.2012 #112
  8. AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Nun, wenn jemand für andere zu sehr "klammert", dies rückgemeldet bekommt und deshalb schlechte Chancen auf eine Beziehung hat, dann wäre es klug, würde die Person erkennen, dass die Nähe-Distanz-Bedürfnisse nicht gut zueinander passten.
    Sie könnte selbstkritisch reflektieren und überlegen, was sich ändern müsste, um zu mehr Übereinstimmung zu gelangen.

    Persönliche Verhaltensweisen gehören doch zum Charakter eines Menschen dazu.
     
    12.08.2012 #113
  9. goldmarie
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Es passiert aber unter Umständen eine Menge, wenn sich jemand eben doch dazu berufen fühlt, das Gelesene genau einzuhalten und es dabei vielleicht sogar noch überinterpretiert. Nicht wenige Ratgeber möchten ürigens sehr wohl so verstanden werden, dass man sie "nur"(!) strikt befolgen muss um Erfolg zu haben.
    Und wenn ich mir dann die "Rules" aus dem o.g. Buch ansehe, die weiter vorn von jemandem gelistet wurden, wird mir ganz anders. Klar finde ich so einen Mann - ob das der Mann ist, mit dem ich gern alt werden würde - und umgekehrt (wenn ich irgendwann nicht mehr die Kraft habe mich zu verstellen) - halte ich für äußerst fragwürdig.
     
    12.08.2012 #114
  10. Andre
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Das sind Horoskope, Bücher über Heilsteine und irgendwelche Kringel an Fenster und Türen auch. Dieser ganze Hokuspokus geht mir einfach tierisch auf den Sack, weil man keinen Schritt mehr machen, keine Zeitung und keine Fernsehsendung mehr angucken kann, ohne damit vollgelabert zu werden. Ich habe einfach keine Lust, in einer Welt zu leben, in der Quacksalber, Gurus und Scharlatane die öffentliche Meinung und Mentalität in einem derartigen Ausmaß beinflussen.

    Und was die Handreichung für Orientierungslose angeht, hatten wir ja schon vor ein paar Tagen festgestellt, dass die Widersprüchlichkeit der Ratgeber untereinander wohl kaum zur Orientierung beiträgt, sondern höchstens am Ende den Eindruck hinterlässt: Egal, wie ich's mache, ich mach's immer falsch. -- Außerdem funktionieren gewisse "Handreichungen" nur, solange der Trick von der "Gegenseite" nicht durchschaut oder gar selbst angewendet wird.

    Aber lassen wir mal eine Verfasserin eines solchen Ratgebers selbst zu Wort kommen: In einer Talkshow nach ihrem Buch befragt, antwortete sie (gerade selbst frisch verliebt): "Vergessen Sie das Buch. Wenn der Richtige kommt, ist sowieso alles ganz anders." Zitat Ende.
     
    12.08.2012 #115
  11. Heike
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Es gibt ja wirklich sehr unterschiedliche Arten von Ratgebern. Für einen Großteil ist die ständige Erwähnung obligatorisch, man solle sich keineswegs sklavisch an die gebotenen Regeln halten, sondern selbst prüfen und nur übernehmen, was man übernehmen möchte. Und für die Ziele muß man ja ohnehin selbst aufkommen, da möchte einem der Ratgeber nichts reinreden, sondern nur ein bißchen prozedurale Hilfestellung leisten. Usw. - Kann überfordern, weil man eben dann doch wieder selbst so viel wissen und entscheiden muß.
    Da wirkt dann der Stil befreiend, man müsse sich wirklich genauestens an die Regeln halten, weil es sonst nichts wird. Man kann das mit Religion zusammenbringen. Aber auch mit Spiel. An die Regeln vom Backgammon muß man sich halt halten, wenn man das spielen will, und die Empfehlung, nur das zu übernehmen, was man möchte, wäre ein wenig deplaziert.
    In positiver Auslegung ist das, was als hilfloses Spielchen erscheint, ein absichtliches und kontrolliert Spiel. Dann erscheint "Regel" in einem ganz anderen Licht. Flirtverhalten als Spiel: das kann man als Verkümmerung sehen, als Stütze für die, die es nicht von selbst können. Aber auch Kultivierung. Wie den Übergang vom ungeregelten Kinderspiel zu einer Sportdisziplin, die es dann nach Olympia schafft.
    Das ist dann zu einem Großteil Bewußtseinssache: spielt man das Spiel gewitzt ausdrücklich als Spiel - für sich allein, mit seinen Peers, gar im stillen Einverständnis mit der Beute, also dem "Gegner" - oder kriegt man von all dem nichts mit?
     
    12.08.2012 #116
  12. Heike
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    In Fall der Deutung als explizites Spiel erscheinen auch die Generalisierung in einem anderen Licht. Mit "die Männer" bzw. "die Frauen" stellt man keine (dann sicherlich falschen) Hypothesen über das Verhalten auf, sondern teilt Spielrollen zu. "Betrachte die Männer, die dir begegnen, als Spieler, die sich typischerweise so und so verhalten" usw; also auf einer symbolischen Ebene.
    Klar ist der Vergleich mit solchen Spielen nicht die ganze Wahrheit. Eben weil nicht alle Mitspieler explizit zugestimmt haben, nach den Regeln zu spielen. Aber implizit kriegen viele das mit. So ist das halt mit sozialen Spiele.
     
    12.08.2012 #117
  13. Andre
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Und zwar aus einem ganz simplen Grund: gerade die, für die Ratgeber ja gemacht sind, also die Orientierungslosen und Verzweifelten, neigen am ehesten dazu, wie Ertrinkende nach dem Strohhalm zu greifen.
     
    12.08.2012 #118
  14. AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Geht's noch pathetischer...?
    Wahrscheinlich werden gleich Warnhinweise à la "Ratgeber lesen gefährdet Ihre innere Stabilität" oder "Zu Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Buchhändler" gefordert.
     
    12.08.2012 #119
  15. Andre
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    AW: Wer kennt das Buch:" Die Kunst den Mann..." und hat erfahrungen damit?

    Klar. Kann ich :) Ich hätte mal Gänsefüßchen setzen sollen. Beim nächsten Mal denk ich dran.

    Nö, eher sowas: "Mündigkeit bedeutet, sich des eigenen Verstandes ohne fremde Anleitung zu bedienen." Oder einfach nur: "Vergessen sie das Buch. Wenn der Richtige kommt, ist alles ganz anders."
     
    12.08.2012 #120