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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Wie fühlt sich Liebe an?

    In letzter Zeit beschäftigt mich die Frage, ob Liebe denn eigentlich ein einzelnes Gefühl ist, oder ob es nicht vielmehr so ist, dass Liebe eine aus verschiedenen Gefühlen zusammengesetzte Empfindung ist. Vielleicht haben wir auch den Eindruck, jede Liebeserfahrung sei einzigartig, weil sich die Gefühlszusammensetzung jedes Mal unterscheidet. Was denkt Ihr darüber? Könnte es sein, dass mal eher das eine oder das andere Gefühl dominiert? Dass manchmal eines, das ein andermal wichtig war, ganz fehlt, und dafür ein anderes neu dazu gekommen ist? Ich denke zum Beispiel an Interesse, Bewunderung, Begehren, Verständnis, Mitgefühl, Geborgenheit, sich verstanden fühlen, sich seelenverwandt fühlen. Aber vielleicht gehören sogar auch die weniger erwünschten Gefühle wie Schmerz, Angst, Trauer, Wut dazu?
    Könnt Ihr beschreiben, was Ihr genau fühlt, wenn Ihr liebt? Oder in der Vergangenheit geliebt habt? Und wenn Ihr an die Liebe denkt, die Ihr für die allerstärkste in Eurem Leben haltet, was war an dieser Empfindung besonders ausgeprägt? Vielleicht könnt Ihr Euch sogar erklären, weshalb das so ist?
    Vielen Dank im Voraus für Eure Selbsterforschung und Offenheit!
     
    16.08.2014 #1
  2. Galadriel
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    AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    Hey du.....ich hatte schon mal den Versuch einer Antwort gestartet. ... schwierige Frage! Jemanden zu lieben bedeutet für mich so Vieles.....hat verschiedene Facetten....zum Beispiel, gemeinsam nach vorne zu schauen, sich zu unterstützen, sich wohl beim anderen fühlen, glücklich zu sein, wenn man in seinem Blick Liebe sieht, glücklich zu sein, wenn man an ihn denkt...Liebe ist
     
    17.08.2014 #2
  3. t.b.d.
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    AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    Eine recht komplexe Fragestellung.
    Ich denke schon, dass Liebe an sich ein Gefühl ist. Es tritt aber praktisch nie allein auf, sondern ist immer verbunden mit anderen situationsbedingten Gefühlen. Man muss schon sehr bewusst in sich hinein horchen und andere Gefühle oder Aufwallungen (für den Moment) zur Seite stellen um Liebe allein fühlen zu können. Für mich fühlt es sich wie eine Flamme an. Das kann von einem Kerzenflämmchen bis zu einem alles verzehrenden Feuer gehen. Also von lauwarm bis brennend heiß und immer bezogen bzw. verbunden mit der Person oder Sache auf die es sich richtet.
    Je nachdem wie stark die empfundene Liebe ist und abhängig von meinen Hoffnungen oder Erwartungen die ich mit der Person verknüpfe stellen sich dann die von dir beschriebenen anderen Gefühle ein und vermengen sich zu einer jeweils einzigartigen und auch veränderlichen Erfahrung.
    Beispiel: Als ich meine ersten schönen und auch schmerzhaften Erfahrungen mit der Liebe machte, versuchte ich zu verstehen, warum das was einmal so schön und wunderbar war, sich so schmerzhaft und schrecklich gewandelt hatte.
    Es hatte mit der veränderten Situation zu tun und mit meinen unveränderten Erwartungen. Meine Freundin war plötzlich mit einem anderen Kerl zusammen.
    Ich verstand irgendwann, das ich meine Erwartungshaltung anpassen musste. Das dauerte seine Zeit, führte aber dazu, dass ich später die mit ihr verbundene Flamme noch spüren konnte, aber meine Erwartung/Hoffnung eigentlich nur noch darin bestand, dass es ihr gut gehen und sie ihr Glück finden möge. So wie man sich das von besonders nahestehenden lieben Freunden oder Verwandten wünschen würde.
    Das war nicht meine einzige derartige Erfahrung, aber die durch ich gelernt habe, das Gefühle und Emotionen in der Liebe sehr stark mit Erwartungen verbunden sind und wie ich an dieser Schraube drehen kann, anstatt mich hilflos auszuliefern.
     
    18.08.2014 #3
  4. lisalustig
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    AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    "Liebe ist die Wahnvorstellung zweier Idioten" - habe ich mal gelesen (muss nicht zwangsläufig ernst genommen werden ;-)).

    Sicher ist Liebe eine bunte Mischung aus vielen Gefühlen / Empfindungen. Eine Analyse ist wohl schwierig, da jeder Liebe anders empfindet und sie unterschiedliche Tiefen haben kann.
     
    18.08.2014 #4
  5. AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    Danke, lieber t.b.d.
    Ich freue mich sehr über deine Antwort. Was du schreibst, bringt mich weiter. Das Bild der Flamme fühlt sich richtig an, und ich finde es auch interessant, dass du schreibst, wenn die Erwartungen wegfallen, ist es eigentlich dasselbe wie bei FreundInnen, mit denen wir uns sehr verbunden fühlen. Liebe wäre dann also ein warmes Gefühl in verschiedenen Intensitätsstufen und ausserdem eine (tiefe) Verbundenheit. Interpretiere ich dich richtig? Bedeutet das denn auch, dass das, was wir auf Partnersuche gemeinhin meinen, wenn wir von Liebe sprechen, sich nur dadurch von der Liebe ("Nächstenliebe"?), wie wir sie für mehrere, viele oder auch alle Menschen fühlen können oder könnten, wenn wir ein grosses Herz haben, unterscheidet, dass wir allerlei Erwartungen an die geliebte Person hegen? Ist das dann aber nicht eigentlich gleichzeitig ein Widerspruch? Verstehst du, was ich meine? Wenn wir doch einen Menschen wirklich lieben (im Sinne eines warmen Gefühls, einer tiefen Verbundenheit, und diesem Menschen von ganzem Herzen alles Gute wünschend), können wir dann gleichzeitig Erwartungen an ihn haben? Widerspricht sich das nicht?
    Andererseits: Kann ein Mensch, der vielen Menschen gegenüber Liebe empfindet (im Sinne von "Nächstenliebe"), einen dieser Menschen auswählen als PartnerIn? Wie würde er entscheiden, wen er als PartnerIn auswählt?
    Sind Menschen, welche für (viele) andere Menschen oder gar für alle Liebe empfinden können, überhaupt in der Lage, eine Partnerschaft zu haben?
    Ist vielleicht dies der Grund für das Zölibat bei Mönchen, Nonnen, Priestern etc.?
    Was denkt Ihr dazu?
     
    18.08.2014 #5
  6. LastUnicorn
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    AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    Hallo Zusammen,

    finde deine Antwort auch gut t.b.d finde dieses Thema auch interessant.

    Liebe gibt es in verschiedenen Formen so finde ich. Es kommt darauf an wie du zu der Person stehst und wieviel Du bereit bist zu geben. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt sobald deine Gedanken mitspielen du anfängst zu überlegen kann es nicht die große Liebe sein. Liebe, etwas geben ohne Erwartungen. Denn Deine Erwartungen können Dich schnell in Enttäuschungen hüllen.
    Wenn man so richtig liebt denk man mehr an den anderen. Man will ihr / ihn etwas guten tun, man will das es ihr / ihn gut geht. Die Gedanken sind immer bei Ihr / Ihm egal ob du einkaufen gehst, arbeiten muss...Man will zusammen sein. Ich geh mit Dir durch Himmel und Hölle es fällt alles so leicht. Allein nur die Hand halten löst chemische Explosionen aus. Sie zu betrachten wenn sie schläft, sich zu erfreuen an ihr, ihr lachen ihre Bewegungen alles einfach wunderschön. Du bekommst das Gefühl nicht mehr ohne sie seien zu können. Angst steigt auf ihr könnte was passieren. Es steigen sehr viele Gefühle auf. Finde auch das sich die Sinne verschärfen man nimmt mehr wahr, man will mehr wahr nehmen vom Partner.
    Und wenn du dich ganz öffnest dein Herz sozusagen blank liegt, dann spürst du die Liebe in all ihren Facetten, doch vorsichtig deine Partnerin / Partner sollte auch so sein. Denn wenn alles offen liegt bist Du sehr verletzlich und wenn es tiefgreifende Liebe ist wird es auch ein tiefgreifender Schmerz werden wenn es nicht funktioniert.

    Als ich meine freundin kennen gelernt habe waren wir auf einer Burg. Sie erklärte mir von oben welches Haus zu wem gehörte im Dorf, und da geschah es mit mir. Es war als würde die Welt still stehen, alles um mir herum wurde ausgeblendet. Ich sah nur sie wie ihr Haar im Wind wehte, wie ihre Lippen sich bewegten es war wie in einem Märchen.
    Von den Tag an änderte sich alles in mir.

    Um zum Ende zu kommen, Liebe verleiht Kraft sie zaubert Dir ein Lächeln auf deinen Lippen, läßt deine Augen funkeln, läßt dich gut einschlafen.

    Über alles sprechen zu können einander anvertrauen ist mit Liebe und Vertrauen gebunden.
     
    19.08.2014 #6
  7. t.b.d.
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    AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    Ja, ein warmes Gefühl in verschiedensten Intensitätsstufen, wobei die Intensität so recht erst spürbar wird, wenn ich an den damit verknüpften Menschen denke oder mit ihm zusammen bin.

    Verbinden wir denn nicht mit unterschiedlichen Formen der Liebe auch unterschiedliche Erwartungen?
    In der Liebe zwischen Eltern und Kindern, zwischen Geschwistern, zwischen Großeltern und Enkeln, zwischen Mann und Frau gibt es große Unterschiede bei der Vorstellung, was da jeweils ablaufen sollte, dürfte, könnte und was nicht.
    Vieles wird gestützt und verstärkt durch gesellschaftliche Konventionen. Wir nehmen es auf während wir aufwachsen und machen es uns zu eigen. Wir lernen, wann welcher Anspruch gesellschaftlich unterstützt wird und wann nicht.
    Manchmal, wenn die Konventionen sich ändern oder man mit widersprechenden Konventionen anderer Gesellschaften konfrontiert wird, bei denen als selbstverständlich gilt, was uns ganz fremd ist, merkt man, das nicht alles was "schon immer so gemacht" wurde naturgegeben ist, sondern größtenteils erlernt bzw. anerzogen wurde.

    Erwartungen, Hoffnungen, Ansprüche.
    Es gibt in jeder Lebenslage Erwartungen, die an uns gestellt werden und Erwartungen, die wir an andere stellen.
    Ist es nicht völlig legitim, Erwartungen zu haben und Ansprüche zu stellen?
    Sicherlich sollte man Ansprüche hinterfragen, ob sie realistisch sind, ob sie berechtigt, angemessen oder überzogen sind. Sie oft auch gegen andere bzw. Ansprüche anderer an uns abwägen. Prioritäten setzen. Ein ständiger Dialog ist sicher besser als in Stein gemeißelte Regeln.

    Völlige Anspruchslosigkeit finde ich ebenso realitätsfern wie totale Flexibilität.
    Wenn man selbst völlig anspruchslos und total Flexibel wäre, dann wäre es doch z.B. egal, mit wem man zusammen ist und wie das Zusammensein gestaltet wird. Da könnte beispielsweise von Amts wegen erlassen werden, wer künftig mit wem verheiratet wird und niemand wäre unglücklich.

    Ansprüche, Vorstellungen, Erwartungen und Wünsche, sowie die berechtigte Hoffnung dass sie sich erfüllen, sollte man schon haben dürfen.

    Im letzten Absatz bringst du quasi Polyamory und Zölibat gemeinsam unter.
    Das scheint mir schwierig umsetzbar zu sein. Es mag möglich sein, aber ist es wirklich menschlich?

    Da fällt mir ein Witz ein.
    Einen katholischen Priester dürfen alle Vater nennen, außer die eigenen Kinder. Die müssen Onkel sagen. ;-))
     
    19.08.2014 #7
  8. AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    Vielen Dank, t.b.d.! Vor allem der Witz am Schluss tut gut!
    Obwohl Galgenhumor noch besser wäre.
     
    19.08.2014 #8
  9. Ingenieur
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    AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    Für mich gibt es zunächst die Phase des Verliebtseins: eine Frau gefällt mir optisch, wir kommen ins Gespräch und finden viele Gemeinsamkeiten, wir verbringen Zeit zusammen und erleben sie als schön, anregend, aufregend, unsere gefühlte Nähe verlangt nach körperlichen Berührungen, Küssen, Sex. Wir sind in einem Zustand der Begeisterung. Eigenschaften, die nicht so gut passen oder gefallen, werden relativiert oder sogar ignoriert. Wir sehen einander durch die rosarote Brille, ein Filter, der nur das Erfreuliche durchlässt. Dieses Gefühl ist stark und beglückend. Aber nicht geeignet für Entscheidungen, weil Teile davon auf Wünschen, Hoffnungen, Vorstellungen beruhen. Wir ergänzen einen Menschen, den wir nur teilweise kennen, mit dem, was wir uns partnerschaftlich wünschen.

    Nach einiger Zeit kann daraus Liebe werden. Ein ruhigeres, aber tieferes Gefühl. Wir kennen nun auch die Schattenseiten der Person, der Beziehung. Und wenn dann noch immer die guten Seiten stark überwiegen, dann ist das die Basis für eine längere Beziehung, in der so viel an Gefühl, Vertrauen, Zusammengehörigkeitsgefühl da ist, dass die nächste potentielle Verliebtheit zu einer anderen Person nicht als die bessere Alternative erscheint.

    Wer die Gefühle der Verliebtheit nicht als partielles Trugbild erkennt wird hier enttäuscht werden und glauben, die Liebe wäre weniger geworden, womöglich die Schuld beim Partner suchen, der nun doch nicht alle Hoffnungen erfüllen kann.

    Deshalb glaube ich, dass es "Liebe auf den ersten Blick" gar nicht geben kann. Sondern nur Verliebtheit, aus der in manchen Fällen Liebe wird, in anderen Fällen eine Ent-Täuschung, also das Ende einer (Selbst-)Täuschung.

    Diese Erkenntnis ist unromantisch, ja ernüchternd, und Viele möchten Liebe deshalb nicht so sehen, sondern als "Himmelsmacht", die alle Grenzen und Unterschiede überwindet. Ich fahre gut mit dieser Einstellung, genieße das Verliebtsein, aber treffe in diesem Zustand keine weit reichenden Entscheidungen wie Ortswechsel, Heirat, Kinder usw. Ich akzeptiere, dass aus Verliebtheit nur manchmal Liebe wird, die dauerhaft ist. Deshalb schätze ich Liebe, die in voller Kenntnis aller Eigenschaften der Partnerin und Beziehung bestand hat, umso mehr.
     
    24.08.2014 #9
  10. Blanche
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    AW: Wie fühlt sich Liebe an?

    @ Ingenieur:
    wunderbar auf den Punkt gebracht, so sehe und fühle ich es auch. Die "Verliebtheitsphase" ist sehr angenehm - richtig spannend wird es meiner Meinung erst danach.
     
    25.08.2014 #10