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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. zauberer01
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    Wie umgehen mit chronischen (psychischen) Erkrankungen?

    Aus gegebenen Anlass: wie sollte man mit chronischen Erkrankungen umgehen? Ich weiss, dass das ein sehr heikles Thema ist und die Zahl der Interessentinnen sehr schnell sehr übersichtlich wird, wenn man da Probleme hat. Vor allem, wenn der Faktor Frührente oder chronische (landläufig: unheilbare) psychische Erkrankung ins Spiel kommen. Trotz Therapie und medikamentöser Einstellung und obwohl man sein Leben selbst organisiert bekommt, wirds dann schwierig. Erst recht als Mann, weil hier traditionelle Rollenmuster eine erhebliche Rolle spielen.
    Meine Erfahrung als Betroffener ist die, dass Ehrlichkeit manchmal kontraproduktiv ist. Im Realen Leben rennt man auch nicht mit der Diagnose auf der Stirn herum.
     
    16.02.2015 #1
  2. monday
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    Hallo Zauberer! Du es kommt auch drauf an, an was du erkrankt bist und inwieweit du gut oder schlecht eingestellt bist. Natürlich würde ich es nicht jedem direkt sagen, aber irgendwann musst du es. Wenn du deswegen Renter bist und noch unter 60 dann wird die Frage nach deinem jetzigen Job kommen undwas dann? Lügen wäre doof. Vielleicht kannst du ihr sagen, dass du das Thema persönlich sagen mochteSt ?!?
    Du solltest dir wie wir alle ein dickes Fell zu legen. Es ist nicht einfach einen Partner zu finden und da spielt es keine Rolle ob man krank ist oder nicht. Dir alles Gute
     
    17.02.2015 #2
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  3. Eiterblase
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    Mit Therapie und immer wieder daran glauben, dass man auch chronische Krankheiten behandeln kann. Es ist schwieriger, aber nicht unmöglich. Dran bleiben!
     
    17.02.2015 #3
  4. Bjoern_
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    Finde das grundsätzlich schwammig. Ich mein, ich suche ja mein Glück fürs Leben, also schreit vieles in mir alles preiszugeben, bevor es irgendwann zwischen einem steht. Und jeder hat seine "dunklen" Seiten, zumindest in meinem Alter.
    Auf der anderen Seite will man auch nicht mit der Tür ins Haus fallen.
    In deinem spezifischen Fall (und den meisten anderen auch) würde ich 3-4 Nachrichten abwarten. Wenn du glaubst, dass es was werden könnte macht es aber keinen Sinn mehr so etwas zu verschweigen .... früher oder später kommt es ja sowieso raus.
    Im Profil würde ich persönlich nicht damit hausieren gehen.
     
    17.02.2015 #4
  5. Mentalista
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    Ausserdem gibt es genug Frauen, die auch chronisch daran erkrankt sind, es gibt zig Selbsthilfegruppen und Foren im Internet dafür, also vielleicht eher dort suchen?
     
    18.02.2015 #5
  6. Ninamaus
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    Lieber Zauberer,
    Ich schreibe Dir mal, wie ich damit umgegangen bin als ich noch auf PS unterwegs war. Ich habe eine sehr seltene chronische neuro-muskuläre Erkrankung, also in erster Linie was körperliches, wobei auch die Psyche ihre Rolle einnimmt und bei Bedarf mitbehandelt werden kann. Wer es nicht weiß, wird weder sehen oder gar glauben können, dass ich an Was-auch-immer erkrankt bin und natürlich hat man es nicht auf die Stirn geschrieben.

    Es gab es einen sehr kleinen versteckten Hinweis im Profil bei „Sport“ (was übrigens Keinem ein Anlass für Nachfragen war, fällt mir gerade auf) und ich habe es nie einfach so von mir aus erwähnt. Es ergab sich wie von selber, meistens wenn der Kontakt schon relativ eng war und irgendwie Thema wurde, was man denn alles an Blessuren hat, Erkrankungen in der Familie oder Freundeskreis o.ä.. Spätestens nachdem man sich ein erstes Mal getroffen hatte und ein zweites Mal geplant war, bei dem es dann zum Beispiel um die gemeinsame Ausübung von Freizeitaktivitäten ging und ich aus diesem Anlass erklärt habe, warum ich Einschränkungen ausspreche. Denn das ist dann ein Bereich, der auf jeden Fall eine Partnerschaft berühren würde und ich muss und will ehrlich sein. Sah dann zum Beispiel so aus: „ich begleite dich sehr gerne zur Kletterwand in der Indoor-Halle, ich schaue dir dann von unten zu und bin dein Motivator „Tschaka! Los, los, Du schaffst das. Das sieht gut aus, dein Hintern übrigens auch. Nur noch ein paar Meter!“ Und hinterher trinken wir noch entspannt was an der Bar, Du deinen elektrolytreichen Multivitamincocktail und ich einen Milchkaffee.“ Wenn dann die Frage kam, warum ich nicht mitklettern werde, dann habe ich erklärt warum. Negative Reaktionen gab es nie. Korrekte medizinische Bezeichnung habe ich vermieden, weil wenn man im Netz „mit nicht-filternden Laienaugen“ danach sucht kann das sehr schief gehen und sich ein völlig falsches (Horror)Bild formen.

    Dir ist – so mein Eindruck – sehr klar, dass eine chronische Erkrankung, egal ob psychisch oder körperlich oder Beides, sich auch immer auf einen Partner auswirkt und ihn / sie zu einem Mitbetroffenen macht (bei Suchtkranken ist es die Co-Abhängigkeit). Sie wird unweigerlich zum Teil einer Beziehung. Dein eigener Lebensstil und Umgang mit deiner Erkrankung kann solche Ängste aber ganz schnell abbauen. Der / die Andere muss sich auf ein solches Gespräch (und in einem nächsten Schritt, dich erleben) natürlich einlassen, wenn das nicht kommt ist das bedauerlich aber nicht zu ändern.
    Formuliere es positiv – das ist vielen nicht bewusst, dass auch eine unheilbare Krankheit nicht nur schlecht ist, sondern durchaus Positives bewirken kann. Stichworte hier können sein: sich selber und seinen Psyche / Körper sehr gut kennen, sich seiner Selbst bewusst sein im Sinne von was kann ich und was nicht. Achtsam mit sich selber und Anderen umgehen, Bedürfnisse oder Befindlichkeiten klar formulieren und adressieren zu können. Nachgiebig sein können, weil man eben nicht alles erreichen und machen kann was andere tun. Andere so anzunehmen, wie sie sind, eben oder besser noch gerade weil man selber so unperfekt ist.

    Mir ist ein einziges Mal bei PS ein Mann begegnet, der seine eigene „angeknackste“ (und behandelte) Psyche in unserem ersten Telefonat sofort angesprochen hat. Weil er nicht wollte dass ich von falschen Voraussetzungen ausgehe und das ein ihn leitendes Thema ist. Das hat mich berührt und mir große Achtung vor ihm abgerungen. Er war dahingehend mutiger als ich, siehe oben ;-)

    Ich wünsche Dir viel Glück beim Suchen und Finden!

    Liebe Grüße
    Nina
     
    18.02.2015 #6
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  7. Andre
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    Du hattest in einem anderen Thread geschrieben, dass du manisch-depressiv bist. Nun kommt's drauf an, wie gut du eingestellt bist. Eine alte Freundin von mir war etliche Jahre mit einem manisch-depressiven Mann zusammen, und was sie da an seiner Seite durchgemacht hat, grenzt schon an Heldentum. Und am Ende war es umsonst. -- Die Frage ist also, wie sicher du dir selbst bist, dass die Frau an deiner Seite nicht auch irgendwann so dermaßen "heldenhaft untergehen" muss. (Ich hoffe, das klingt jetzt nicht inquisitorisch. Ich hab mir diese Frage -- freilich aus anderen Gründen -- selbst auch schon gestellt. Ich hab da auch so einiges auf dem Kerbholz.)
     
    18.02.2015 #7
  8. anaj
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    Wenn es eine chronische Erkrankung ist, die den Alltag einer Beziehung stark beeintraechtigen und den Alltag auch allgemein stark erschweren wuerde, dann wuerde ich das beim Kennenlernen so frueh wie moeglich erfahren wollen. Ein offener Umgang mit einer chronischen Krankheit sagt viel aus.

    Wie man dann damit umgeht bzw. ueberhaupt umgehen kann, haengt von vielen Faktoren ab.

    Ich denke aber, dass es besser waere, gewisse Sachen zu wissen, da man so auch gewisse Reaktionen / Begebenheiten verstehen kann und sich vor allem auch darauf einstellen kann.
     
    22.02.2015 #8
  9. Dreamerin
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    Ganz ehrlich, ich würde mich sehr schnell zurückziehen, wenn sich etwas anbahnt, mit jemandem mit einer psychischen Erkrankung. Natürlich muss man schauen, um was es geht. Meine erste große Liebe war ein Mann mit einer schweren Depression und einer Persönlichkeitstörung. Dies ist meine Diagnose im Nachhinein, eine ärztliche Untersuchung oder gar Beratung lehnte er ab. Dies ist aber auch über 30 Jahre her, damals ging kaum jemand offen mit "Sowas" um und in der damaligen DDR waren wir doch sowieso alles so glückliche Menschen, da gab es "dafür" keinen Platz. Doch ich erkannte schon kurz nach dem Kennenlernen, um was es ging. Ich begab mich in eine Art Abhängigkeit, denn er verlangte, dass ich mit niemandem darüber sprechen durfte. Ich war grad 17 und der Illusion erlegen, wenn ich ihn doch nur genug liebte, werde ich ihn "erlösen" und alles wird gut. Wir heirateten und bekamen ein Kind. Doch ich mußt erkennen, dass ich Liebe mit Selbstaufgabe verwechselte und gar nichts gut war. Ich verkümmerte total, es ging ausschließlich um sein Wohlbefinden. Trotzdem: Er setzte seinem Leben ein Ende. Ich konnte noch Jahre später nicht darüber reden, mein "Versagen" saß tief.
    25 Jahre später musste ich krankheitsbedingt zwei schwere Medikamententherapien über zwei längere Zeiträume antreten. Die Medies waren dafür bekannt, als Nebenwirkung Depressionen auszulösen. Und das taten sie. Ich erfuhr also, wie es sich anfühlt, eine Depression zu haben und es war einfach grauenhaft. Kaum jemand glaubte mir, weil ich eine Meisterin des Verdrängens war und immer aussah, wie das blühende Leben. Dabei hatte ich bereits Suizidgedanken. Irgendwann nahm ich allen meinen Mut zusammen, offenbarte mich meinem Doc, bekam eine Psychotherapie und Psychopharmaka und stand so die restliche Zeit der Chemo durch. Nach Absetzten der Medies gegen die ursprüngliche Erkrankung verschwand auch die Depression wieder.
    Mein erster Kontakt bei PS war ein Mann, der als Beruf Rentner angab, aber erst Mitte 40 war. Er schrieb mich an. Wie gesagt, mein Erstkontakt, ich war neugierig, gleichzeitig unerfahren im online-Dating und fragte per Mail nicht nach. Dann kam das erste Telefonat. Da fragte ich nach, warum er nicht berufstätig sei. Er antwortete mir ehrlich, dass er berufsunfähig sei, wegen schwerer Depression und das schon seit 10 Jahren. Bei mir klappte alles zu, alles früher von mir Erlebte kam wieder hoch und mein Innerstes schrie: Nein, nein, nicht nochmal. Ich sagte nichts, sondern traf ihn sogar. Er mochte mich offenbar sofort überhaupt gar nicht und verabschiedete mich nach kurzem Spaziergang. Er gefiel mir auch gar nicht. Und insgeheim war ich froh, dass es dadurch schon zu Ende war, ohne das die Krankheit weiter thematisiert wurde.
    Lange Rede, kurzer Sinn: wenn eine solche Erkrankung gleich im Profil benannt wird, besteht die Gefahr, dass vielleicht viele (wie ich, weil schlimme Erfahrung) gleich weiterklicken würden. Es im Telefonat zu sagen, finde ich aber auch nicht hilfreich, weil man als Gegenüber gar nicht so schnell in der Lage ist, ehrlich zu reagieren. denn wird schon im Gespräch sagen: nee, also dann können wir das Gespräch an dieser Stelle beenden. Vielleicht ist es am besten, erst beim ersten oder zweiten Treffen die Krankheit zur Sprache zu bringen. Kommt auch immer darauf an, was es ist, wie schlimm es ist, wie die Prognose ist und wie die Krankeit den Alltag einer Partnerschaft beeinflussen wird.
     
    22.02.2015 #9
  10. Engel94
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    Jetzt muss ich meine Erfahrungen damit auch mal loswerden: Bei mir ist das keine psychische, sondern eine körperliche Behinderung (erblich bedingte Gehbehinderung). Da das bei mir gerade erst losgeht, kann ich nicht sagen, inwieweit mein Leben dadurch beeinträchtigt wird, da ich eine eher seltene, im Vergleich noch relativ "harmlose" Form dieser Krankheit habe.
    Als ich meinem damaligen Freund dann von der Diagnose erzählte, reagierte er erst total offen nach dem Motto "Hey, dafür finden wir schon eine Lösung."
    Bei späteren Telefonaten (er wollte mich nicht im KH oder dann in der REHA-Klinik besuchen), wurde er immer verschlossener und zog sich weiter zurück. Als ich ihn offen darauf ansprach, sagte er dann, dass er die im Internet kusierenden Horrorgeschichten über die Krankheit gelesen habe und darum nicht mehr mit mir zusammen sein wolle. Ich war total baff, er hatte mir ja nicht mal Gelegenheit gegeben, meine "Seite" zu erklären oder mich gefragt, wie das wirklich ist.
    Auch später hab ich einige Male erlebt, dass Männer damit ziemlich oberflächlich umgegangen sind ("Behindert? Und tschüss!"), daher schreibe ich sowas auch nicht in mein Profil mit rein, sondern erklär das lieber später. Damit halt zuerst mein Charakter erkannt wird. Und wenn die Männer dann trotzdem deswegen den Kntakt abbrechen, waren das eh nicht die richtigen. Haben sie halt Pech gehabt.
     
    22.02.2015 #10
  11. zauberer01
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    Erst einmal vielen Dank an alle für Eure Antworten.
    Ich glaube, dass ich therapeutisch ganz gut aufgestellt bin. Wer sich ein bisschen mit der Bipolaren Störung auskennt, weiss, dass sie in Phasen verläuft Auf Phasen der Hochstimmung folgen Phasen des Tiefs. Wenn man erst einmal erkannt hat, diese Phasen zu erkennen - sie bleiben in abgeschwächter Form auch bei guter Medikamentierung vorhanden - dann weiss man auch: sie gehen immer vorüber. Und irgendwann lernt man auch, was man für sich selbst machen muss, damit es einem auch in einer depressiven Episode gut geht - und umgekehrt, dass man sich in einer manischen Episode nicht vollkommen auspowert. Da ich ein Problem mit Arbeitssucht hatte und auch immer noch habe, bedeutet das, darauf zu achten, dass man genug Schlaf bekommt und dass man sich nach Möglichkeit keiner Reizüberflutung aussetzt
    Für Angehörige, Partner und Kinder ist das eine sehr schwierige Kiste. Ebenso für(alte) Freunde. Da man in der Manie um ein Vielfaches leistungsfähiger ist, als andere, zieht man natürlich jede Menge Nassauer an. Andere wiederum haben sich daran gewöhnt - und reagieren dann sehr verärgert, wenn die Leistungsfähigkeit in der depressiven Episode dann auf einem Mal nicht mehr da ist. Die depressive Episode fühlt sich in der Regel so an, dass man von sich selbst das Gefühl hat, sich im Zeitlupentempo zu bewegen - gleichzeitig rast der Uhrzeiger regelrecht dahin. Damit kann man sich vielleicht selber arrangieren, wenn man es gelernt hat - für andere kann das jedoch ein absolutes Drama sein.
    Ich habe es mir inzwischen angewöhnt, recht offen über meine Einschränkung zu reden. Als Mann wird man ja sowieso immer gleich gefragt, wieso man denn zu Hause sei. Da ist dann immer noch der Vorwurf des Schmarotzertums im Raum. Alte, überkommene Rollenmuster verschwinden eben nicht so leicht aus den Hinterköpfen - und gerade in einer Zeit, in der "Schema F" wieder richtig hip ist, ist das nicht leicht.
    Ein dickes Fell ist mit Sicherheit notwendig. Aber was ich gerade so feststelle, schützt die Ehrlichkeit auch in gewissem Masse vor Kränkungen. Man weiss gleich, woran man ist - bevor man angefangen hat, möglicherweise einseitig Gefühle zu investieren.
     
    23.02.2015 #11
  12. zauberer01
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    Zum Thema Selbsthilfegruppen: Ich für mein Teil habe heraus gefunden, dass die alles andere, als optimal sind. Mich ziehen die eher runter. Mein persönlicher Eindruck war, dass dort viel zu viele Leute herum rannten, die in keinster Weise bereit waren, irgendetwas für sich selbst zu tun, geschweige denn Verantwortung für sich übernehmen wollten. Teilweise erschreckend...
     
    23.02.2015 #12
  13. Liz

    Liz

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    Hallo Zauberer!
    Ich kenne einige bipolare Menschen, die sehr unterschiedlich in ihrem Leben damit klarkommen. Darunter ist auch ein sehr glückliches Ehepaar mit einem gemeinsamen Kind. Wenn man sich wirklich liebt, kann man auch mit so einer Krankheit umgehen. Wenn ich mich frage, wie ich reagieren würde, dann denke ich, ich würde mir den Meschen wahrscheinlich eher näher ansehen, wenn ich das nicht von Anfang an wüsste. Ins Profil würde ich das nicht schreiben und auch nicht in den ersten Nachrichten. Das kann man immer noch mitteilen, wenn sich herausstellt, dass der kontakt beständig und ausbaufähig ist.
    Ich denke, man merkt ja durch einen längeren Kontakt auch, ob jemand "am Boden geblieben" ist. Dich länger so zu erleben verhindert vielleicht schon viele Ängste im Voraus. Die Argumente , die positive Seiten der Krankheit beschreiben, kann ich absolut nachvollziehen und bestätigen. Psychisch kranke Menschen sind i.d.R. reflektiert und keine "Maulmuffel" wenn es ans Eingemachte geht. Das ist ja was, was viele Frauen schätzen.
    Gefühle investieren ist so eine Sache...ich glaube, man kann es vielleicht auch passender "Hoffnung investieren" nennen, dann klingt es besser und fühlt sich besser an und man hat nicht so was "Gescheitertes" hinterher. Hoffnung darf man ja ruhig immer wieder haben.
    Jedenfalls kann ich dich gut verstehen, es ist sicher nicht einfach, jemand zu finden. Ich habe mal innerhalb einer Weiterbildung mit den anderen Teilnehmern Genogramme unserer Familiengescichten erstellt. Die zentrlae Erkenntnis, die sich bei mir festgesetzt hat, war: "unter jedem Dach ein "ach..."
    Soll heissen: Jeder hat in der Ncht vor seiner eigenen Vorstellung schlecht geschlafen beim Gedanken daran, dass die anderen auch das "dunkle Geheimnis" seiner Familie sehen und besprechen werden. Und dann --- hatte plötzlich jeder eins.
    In diesem Sinne, verrückt läuft´s überall. Ständig. Das ist der Normalfall.
     
    23.02.2015 #13
  14. zauberer01
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    Ich glaube, jeder hat hier sein "dunkles" Geheimnis - und jeder hat hier in irgendeiner Form Traumata erlitten und an ihnen zu knabbern. Und wenn Kinder im Spiel sind, ist es in der Regel auch so, dass der Ex-Partner in irgendeiner Form in der neuen Beziehung vorhanden ist. Das geht mal mehr, mal weniger gut.
    Ich habe ja bei so einigen Kontakten festgestellt, dass so manche mit ihrer früheren Beziehung alles andere, als fertig sind und damit abgeschlossen haben.
     
    24.02.2015 #14
  15. Sabina
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    Interessant, wie kommst du darauf, daß es an der Verantwortungsübernahme mangelt?
    Ich halte auch nicht sehr viel von Selbsthilfegruppen, da sie mir oft zu unprofessionell sind und oft im gemeinsamen Jammern feststecken.
     
    24.02.2015 #15