Information ausblenden
Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. lilo
    Beiträge:
    84
    Likes:
    0

    Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Mir fällt das immer wieder auf, vor allem, wenn ich hier im Forum lese, dass man direkt von herzlosen Männern und berechnenden Frauen schreibt.
    Es gibt alle möglichen Bezeichnungen... "Typische Fälle von..." oder "...so sind etwa 95% der Männer/Frauen."

    Ich kann gar nicht glauben, dass es so viele schlechte Menschen gibt.
    Gibt es auch nicht.
    Ich gehe einfach mal davon aus, dass alle Menschen sich gerne verlieben möchten, gerne in einer schönen Partnerschaft leben wollen.

    Vielmehr gibt es so viel Angst und Panik, wenn es um Liebe geht.
    Angst vor Verletzung, Angst vor Veränderung, Angt vor Ablehnung, Angst davor sich zu binden.
    Bei Männern, wie bei Frauen.
    Das macht uns unnahbar, wir rennen davon, wenn es eng wird usw.
    Es braucht schon eine Menge Mut, sich zu öffnen, sich verletzlich zu machen.
    Aber das muss man einfach sein, wenn man einen (neuen) Partner finden und lieben will.

    Leider gibt es immer wieder zu Ent-täuschungen. Manchmal passt es einfach auch nicht.
    Für mich liest es sich einfach so unpassend, wenn man anderen unterstellt, es nicht ernst zu meinen.

    Was denkt ihr darüber?
     
    25.10.2014 #1
  2. Blanche
    Beiträge:
    1.081
    Likes:
    123
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Ja ich denke, genauso ist es. Es ist einfacher, die "Schuld" beim Anderen zu suchen.
    Wichtig ist es, diese Enttäuschungen zu verstehen. Eben zu merken, warum es nicht gepasst hat.
    Schlecht über den anderen denken oder wütend auf den Anderen zu sein, ist vielleicht eine normale Stufe in der Trennungsphase - die jedoch irgendwann weichen sollte.
    Und mit Dankbarkeit (und Traurigkeit) gefüllt werden könnte...
    Wenn man verletzt wird, baut man sich einen Selbstschutz auf. Der einen daran hindert, wieder zu vertrauen.
    Aber eben auch vor weiteren Verletzungen schützt.
    Und ja - wenn man wieder lieben will, muss man sich trauen, diese Schutzmauer abzulegen.
    Das ist nicht leicht.
    Aber machbar ;-)
    Danke dir für deine Gedanken!

    LG
    Blanche
     
    25.10.2014 #2
  3. Heike
    Beiträge:
    4.765
    Likes:
    353
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Wenn ich so ein Verhalten mitbekomme, fühle ich mich öfter an Kleinkinder erinnert, die sich den Kopf an der Tischkante anschlagen und dafür dann mit grimmig-weinerlichem Gesichtsausdruck dem Tisch ein paar Klapse geben: böser, böser Tisch! Das ist ja, bei allem Mitgefühl, zugleich auch süß. Und vielleicht glaubt ein Erwachsener später in Liebesdingen, das Verfahren in diesem Schema sei bei ihm ebenso süß.
    DAs mag sich etwas absurd anhören, es so ins Ästhetische zu wenden, anstatt davon zu sprechen, daß es einfach Unreife und niedriger EQ ist. Aber die Frage ist ja, was einen zu dieser Unreife motiviert, also weswegen jemand, der in anderen Bereichen vielleicht schon die ein oder andere Reflexion erfordernde Aufgabe lösen kann, im Umgang mit einer Liebesenttäuschung derart regrediert.
    Angst spielt sicherlich eine große Rolle, aber mir erscheint nicht so plausibel, wenn alles in etwas Negativem wie Angst wurzelte, wenn alles primär Vermeidung wäre.
    Er täte, so denke ich, das wohl nicht, wenn er nicht zugleich auch belohnt würde für dieses Verhalten. Also für die Süßheit mit Liebe belohnt würde. Und die Rolle der Mama spielt dann er selbst, Doppelgänger-Freunde und eine unpersönliche allgemeine imaginäre Zuhörer- und Zuschauerschaft. Für die möchte er ein Schauspiel bieten, süßes Kind sein, und sich dadurch angenommen fühlen. Niemand macht ja irgendwas wirklich nur für sich selbst. Wenn das immer behauptet wird, ist das ja flächendeckende Selbsttäuschungsanstiftung, Volksverdummung. Die beispielsweise die Esoterik gut zu nutzen weiß.

    Und tatsächlich liegt ja, immer zu denken, die anderen seien böse, gerade nicht im eigenen Interesse. Man sägt sich den Ast ab, auf dem man sitzt, wird immer frustrierter. Man schadet sich also mit diesem Manöver. Und wenn es einem primär um einen selbst ginge, würde man das nicht tun. Ich glaube auch nicht, daß man das allein mit einem kognitiven Mangel erklären kann, also daß man das zwar für sich selbst tut, aber eben wegen eines Denkdefektes nicht mitkriegt, daß man sich damit ins eigene Fleisch schneidet.
    Ich find plausibler, daß man das eben für andere macht, süßes Kind sein will, geliebt, ohne ernst genommen werden zu müssen. Wenn ich mir jemanden vorstelle, der immer gleich schlecht über den anderen denkt, dann habe ich auch immer das Bild eines Bedürftigen, jemand, der das auf jeden Fall anderen mitteilen muß, Gesinnungsgenossen braucht, die genauso empfinden und ihm das vermitteln. Aber im Kern davon bettelt da einfach jemand darum, für süß befunden zu werden.
     
    25.10.2014 #3
  4. Blanche
    Beiträge:
    1.081
    Likes:
    123
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Und das ist richtig traurig.

    (danke für deine schönen anschauenden Beispiele (böser Tisch), sie sind amüsant und doch so treffend.)
     
    25.10.2014 #4
  5. Truppenursel
    Beiträge:
    2.414
    Likes:
    273
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Es gibt jede Menge schlechter Menschen. Das Böse lauert überall!
     
    26.10.2014 #5
  6. Death by Chocolate_gelösch
    Beiträge:
    329
    Likes:
    12
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Ausgezeichneter, möglicherweise hilfreicher und zielorientierter Einwand! Hm, kannst du das belegen/erläutern?

    Sich öffnen = Vertrauen, sich selbst und anderen? Es bewegt sich in dem Spagat einer absichtsweise "sicheren" Beziehung durch (Selbst-)Kontrolle bzw. dem Risiko den anderen und auch sich selbst machen zu lassen. Zu letzterem gehört persönliche Ent-wicklung und auch Passung. Ich befürchte schon, Kontrolle und Misstrauen spielen oft eine Rolle. Im Grunde fängt es damit an sich eben nicht an anderen zu orientieren, sondern das eigene Wesen zu erkennen, zu akzetieren, zu entwickeln und zu zeigen. Das muss dann nicht jeder/m gefallen, eröffnet aber eine größere Chance auf eine funktionierende Partnerschaft.
     
    27.10.2014 #6
  7. BlueNote
    Beiträge:
    6
    Likes:
    0
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    DAs mag sich etwas absurd anhören, es so ins Ästhetische zu wenden, anstatt davon zu sprechen, daß es einfach Unreife und niedriger EQ ist. Aber die Frage ist ja, was einen zu dieser Unreife motiviert...
     
    27.10.2014 #7
  8. Fischemann
    Beiträge:
    113
    Likes:
    12
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Ich hätte auch gern mal einen EQ. Im übrigen würde ich nie eine Frau anbaggern, die mich ästhetisch abturnt. Weder in der Single-Börse noch im RL. Ich hoffe die Mehrzahl der Frauen sieht das genauso, dann bleibt beiden einiges erspart.
     
    28.10.2014 #8
  9. lisalustig
    Beiträge:
    4.891
    Likes:
    3.038
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Ja, die Sache mit der emotionalen Intelligenz....

    Die Schwierigkeit erwächst ja daraus, dass der/die gerade eben nicht weiß, was ästhetisch den/die an- oder abturnt. Also bleibt beiden weiterhin nichts erspart.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28.10.2014
    28.10.2014 #9
  10. Truppenursel
    Beiträge:
    2.414
    Likes:
    273
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Lies Zeitung! Da steht jeden Tag etwas über böse Menschen, die Kriege anzetteln, Frauen beschneiden und steinigen, Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Putin, der verrückte Koreaner, und das ganze andere Gesindel.
     
    28.10.2014 #10
  11. Truppenursel
    Beiträge:
    2.414
    Likes:
    273
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Die wenigsten Männer im reiferen Alter wissen, was emotionale Intelligenz bedeutet.
     
    28.10.2014 #11
  12. Harima20
    Beiträge:
    10
    Likes:
    0
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Hallo,

    ich bin neu hier im Forum und finde die Frage sehr Interessant, da ich nach meiner ersten Beziehung auch einen gewissen Hass empfunden habe. Es mag zwar am Anfang richtig sein (eigenes Empfinden) den anderen zu hassen aber im Laufe der Zeit erkennt man, dass es so nicht richtig ist. Es ist auch nicht richtig, sich selber zu hassen oder die Fehler bei sich oder anderen zu suchen. Es hat halt einfach nicht seien sollen und dementsprechend sollte man es positiv sehen. Man hat die Möglichkeit bekommen, jemanden kennen zu lernen, der zu einen Passt. Manchmal dauert es sehr lange, manchmal geht es schnell.

    Es gibt aber bei Parship etwas, was mich nervt. Ich bekomme eine Mail mit einer möglichen Person. Guck ich nach, wann diese zuletzt online war, frage ich mich wieso ich einen derartigen Vorschlag bekomme. Zwei\Mehr Monate nicht mehr online...
     
    28.10.2014 #12
  13. Death by Chocolate_gelösch
    Beiträge:
    329
    Likes:
    12
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Na ja, Tageszeitung und Spiegel lese ich seit dem 14. Lebensjahr, inzwischen unglaubliche >40 Jahre. Ich werde darum bitten mir einen Spiegel mit in die Kiste zu legen. Ein Informationsdefizit ist nicht der Grund meiner Frage. Frauenbeschneider, die sind übrigens meist weiblich, sind genauso wenig wie deine restlichen Beispiele die anzunehmende Parship-Klientel, der man latent mit Angst und Misstrauen zu begegnen müssen glaubt.
    Der TE lilo geht es speziell um den Bereich der Liebe, der Emotionen und den scheint's so präsenten Ängsten, der "Angst vor Verletzung, Angst vor Veränderung, Angt vor Ablehnung, Angst davor sich zu binden".
    Ich finde es auch eine interessante Frage, warum - auch in meiner subjektiven Wahrnehmung - so viele ein höheres Maß an Misstrauen als erfolgversprechender erachten.

    Wegen dieser Ängste schrieb ich vom sich Öffnen bzw. nicht und dem Vertrauen in andere und sich selbst. Sich selbst vertrauen auch insofern, alsdass man es aushalten können sollte, wenn denn das Vertrauen, die Offenheit missbraucht wird. Und in den schon wenigen Fällen scheinbaren Missbrauchs sind es dann häufiger Missverständnisse, Ungeschicklichkeiten, denn böser Wille. Damit kann man umgehen lernen. Das lohnt sich, denn Offenheit ist im besten Sinne entwaffnend. Schwierig wird es mit denen, die glauben, ohne Panzerung geht es nicht. Da sind nicht wenige auch hier im Forum unterwegs.

    Über "böse" lässt sich facettenreich diskutieren. Ist böse wer böses tut? Ist nicht jeder irgendwie auch "böse"? Es stimmte dann, das Böse lauert überall! Und ist es dann nicht vielleicht die schlichte Frage, wie ich einen Menschen angehe, welche Saite ich bei ihm zum Klingen bringe?

    DbC
     
    28.10.2014 #13
  14. Mentalista
    Beiträge:
    8.566
    Likes:
    2.694
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Ich finde das mit den Missverständnissen, Ungeschicklichkeiten sehr erwähnenswert, aber es nutzt die Erkenntnis letztendlich nichts, wenn der Andere das Missverständnis, Ungeschicklichkeit nicht erkennen oder klären, oder auf den Tisch legen will bzw. daran arbeiten kann oder will, dass es in Zukunft weniger Missverständnisse gibt. Fängt ja oft mit einer guten und klaren Kommunikation an.

    Meiner Erfahrung nach, wird dieses "war nur ein Missverständnis" oft dafür missbraucht, um bewusstes negatives Verhalten zu "verniedlichen". Denn wenn ich dann genau nachfragte, was denn das Missverständnis genau wäre, kam keine erklärende Antwort.
     
    28.10.2014 #14
  15. Death by Chocolate_gelösch
    Beiträge:
    329
    Likes:
    12
    AW: Wieso denkt man immer gleich schlecht über den anderen?

    Hallo Mentalista,

    sorry für das hart erscheinende Nein! Mich interessiert primär die Absicht. Eine erfolgte "Ungeschicklichkeit" ist manchmal der Klärung bedürftig, oft kann man sie aber auch einfach nur übergehen. Mich hat interessiert, warum ich hier im Forum so polarisiere. Ist mir mit dem Schreiben meines letzten Posts klar geworden. Wenn man sich gegenseitig als offenen Menschen erkennt, ergibt das eine erstaunliche stillschweigende Übereinkunft des Verständnisses. Auf der anderen Seite gibt es hier nur Anonymousse, von denen manche trotzdem nicht in der Lage sind persönlich zu werden, sich zu öffnen. Dieses Polarisieren ist mir hier im Forum extrem aufgefallen, in Parship gar nicht. Es gab da einige wenige skurile Kontakte, nie etwas negatives! Und ein paar, die habe ich noch nachträglich, habe Meine ja über PS gefunden, in sehr angenehmer Erinnerung.

    DbC
     
    28.10.2014 #15