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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. cold_fire
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    Zusammen wohnen - getrennt Einkaufen - gerennte Kasse?

    Uff, ich muss mir mal Luft machen.

    Ich wohne seit 6 Monaten mit meiner Freundin zusammen.
    Am Anfang hatten wir zusammen eingekauft und ein Haushaltsbuch geführt und immer so bezahlt, dass das Haushaltsbuch ausgeglichen war.
    Jetzt hatten wir Zoff deswegen. Sie meinte, sie würde immer alle Lebensmittel einkaufen und hätte das Gefühl sie würde alles zahlen.
    Da wir dieses Haushaltsbuch führen, stimmte das so natürlich nicht (ich lag mit 200€ im Plus) , da wir noch das eine oder andere in der Wohnung gemacht haben, war ich ab und zu im Baumarkt und habe dort die Sachen geholt und bezahlt und natürlich habe ich auch 2x die Woche eingekauft.
    Da wir diese Diskussion nun schon zum Wiederholten Mal führen, hab ich keine Nerven mehr gehabt und habe gesagt wir sollten dann getrennt einkaufen und bezahlen. Sie hat sehr schnell zugestimmt. Sie ist ein bischen ein Kontrollfreak was solche Sachen angeht und hat so natürlich eine bessere Übersicht und Kontrolle über ihre Ausgaben. Und offensichlich kein Vertrauen in meine Ausgaben (wobei ich eigentlich nur gemeinsame Lebensmittel gekauft habe und ein paar kleine Sachen im Baumarkt - für Sachen, für die wir uns auch gemeinsam entschieden haben). Sie verdient eigentlich auch recht gut, muss aber auch ihre Kinder unterhalten - die in der Ausbildung sind und eigene Wohnungen haben.

    Nun male ich mir das gerade aus, wie das weitere Zusammenleben funktionieren soll.
    - jeder hat ein Fach im Kühlschrank
    - jeder hat ein Brot im Brotfach
    - Da gibt es Obst und Gemüse von mir und von ihr
    - Wenn wir Abends also gemeinsam essen sollten, nehme ich dann für den Salat eine Tomate von ihr und eine Tomate von mir?
    - Und wenn sie oder ich dann mal keine Tomaten haben, dann diskutieren wir darüber ob wir uns mal Butter oder eine Tomate leihen können und die am nächsten Tag zurückgeben könnten?
    - Meine Lebensmittel kennzeichne ich in der Küche mit einem grünen Punkt? Ihre mit einem Roten Punkt?

    ich fühle mich sehr unwohl bei diesem Gedanken. Ich finde auch nicht, dass es auf den € angekommt, sondern finde es nur wichtig, dass man ungefahr schaut, dass es ausgeglichen ist. Ich kam mit den Haushaltsbuch sehr gut zurecht. Es war fast null Aufwand die Kassenzettel aufzubewahren und die Beträge ab und zu mal ins Buch zu schreiben.

    Und jetzt habe ich Fluchtgedanken.

    Was denkt ihr? Könntet ihr mit dieser Lösung leben? Getrennte Einkäufe?
     
    02.05.2015 #1
  2. Mietzekatze
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    Hallo cold_fire,

    getrennt einkaufen führt sicher zu noch mehr Missverständnissen und beiderseitigem Frust. Käme für mich nicht in Frage.

    Bei meinen Partnerschaften hatten wir ein extra Portemonnaie für das Haushaltsgeld. Davon haben wir eingekauft. Ohne Haushaltsbuch und ohne Kassenzettel. (Vertrauen sollte schon sein)
    Also jeder hat zum Anfang des Monats den gleichen Betrag reingesteckt. Wer einkaufen ging, nahm halt dieses Portemonnaie und bezahlte. Kein Stress, kein Streit ums Geld.

    Vielleicht eine Option für Euch?
    Alles Gute!
     
    04.05.2015 #2
  3. OHHHHH Gott, du Ärmster. Ich denke die Dame hat zu wenig Geld, und Angst, dass es ihr hinten und vorne nicht reicht. Und sie denkt, dass du mehr investieren müsstet. Ist wohl einfach Fakt.

    Darüber nachzudenken wer jetzt welche Tomate isst? Deinen Gedanken an Flucht finde ich sehr sympathisch und nachvollziehbar.

    Es gäbe da noch die Möglichkeit einer gemeinsamen Kasse, in der jeder am Anfang des Monats den gleichen Betrag einzahlt, wenn Ebbe is, gibt's nix mehr zu essen :) …. Nein, Sorry, hier stimmt die Basis nicht.

    Ich wäre für die Flucht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 04.05.2015
    04.05.2015 #3
  4. Heike
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    Das ist so ein Problem von der Gewichtsklasse, bei dem ich den Eindruck habe: wer da schon das Handtuch werfen würde und meinte, keine Lösung finden zu können, stellt implizit einem von beiden, dem Partner oder sich selbst, ein Zertifikat für Beziehungsunfähigkeit aus.

    Dasselbe gilt natürlich für Berater, die über das Ausmaß ihrer eigenen Bewältigungsfähigkeiten unterrichten.

    Vielleicht nimmt der Anbieter die Anregung auf und implementiert eine entsprechende Frage in seinen Psychotest. Und wer angesichts der Probematik die Lösung "sofortige Trennung" ankreuzt, bekommt den Vermerk "beziehungsunfähig" in sein Profil.
    Wie findet ihr das? Dann wäre jeder gleich gewarnt.

    Cold fire: was meinst du, welche möglichen Vorgehensweisen fallen dir so ein?
     
    04.05.2015 #4
    nuit und Blanche gefällt das.
  5. ENIT
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    Darüber solltest du dir wiklich Gedanken machen, und dir diese Frage stellen. Möglichst mit Lösungen. ;)
     
    04.05.2015 #5
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  6. Demiurg
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    Treffer!
     
    04.05.2015 #6
  7. Find ich merkwürdig. Du schlägst eine Lösung vor, die du selbst nicht gut findest?

    Klingt nicht nach einer Win-win-Lösung. Was stört dich wirklich? Welche Möglichkeiten gibt es, die beide zufriedenstellen? Denk noch mal neu. Fluchtgedanken sind natürlich die „bequemste“ Lösung.
     
    04.05.2015 #7
  8. Ja ich glaub ich muss einen Psychotest machen, wenn ich weiterhin solche Kommentare lesen muss. Weil ich dann den Glauben an Fremde verliere. Und das tut meinem … ach …Schluchz…. so schon…. Schluchz…. geschädigtem Herzen…. Schluchz… gar nicht gut. Schluchz!

    Aber wenn du das schon anbietest, hast du schon einen gemacht?
     
    04.05.2015 #8
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  9. Peggy_Sue
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    ... also wir haben das so gehandhabt, dass einer die Miete zahlte und einer die Einkäufe tätigte, hat ganz gut gepasst ... lg
     
    04.05.2015 #9
  10. Schreiberin
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    Geld... ein spannendes Thema. Mir scheint, dass Menschen da SEHR unterschiedliche Haltungen haben - und da auch fast gar nicht aus ihrer Haut können.
    Der eine locker-unbeschwert-unüberlegt-spontan - der andere nur mit viel Überlegung und Abwägung, nur "Beständiges", enorme Vorsicht und Ernstcharakter. Und alle Schattierungen dazwischen. Wenn die Einstellungen sehr auseinandergehen, kann das durchaus belastend werden und ein richtig großes Thema. Der eine denkt : Oh, Gott, sie ruiniert uns, ich kann mich nicht darauf verlassen, das geht an die Existenz ! Der andere fühlt sich extrem gemaßregelt und eingeengt, ist auch verletzt von der Unterstellung, "unfähig" zu sein mit Geld umgehen zu können, gar den anderen betrügen zu wollen...
    Ich hatte das auch mal : alle Finanzen zusammengeschmissen und dann absolut nervige Auseinandersetzungen darüber. Das Ende vom Lied war dann wieder ein Zurücktreten : ein gemeinsames Konto, auf das gleichberechtigt eingezahlt wurde, das restliche Geld war wieder privat. Und für mich auch der Gedanke : das machst du NIE wieder.

    Im Eingangspost fällt mir auch ein ziemlicher Abgrund auf : wie kann sie misstrauisch sein, wenn es doch durch ein Haushaltsbuch belegbar ist ? Aber gut - in meinem Fall halfen damals auch keine vorgelegten Quittungen - die Unterstellungen blieben.
    Ich würde das schon sehr ernst nehmen - das ist nicht nur eine mathematische Sache. Ich verstehe auch den Frust, der sich in der Überzeichnung zeigt (Sortiererei im Kühlschrank etc.). Vielleicht findet ihr ja eine Zwischenlösung, einige hatten ja schon Ideen.
     
    04.05.2015 #10
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  11. Blanche
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    Ich habe in meinen ehemaligen Beziehungen nie getrennte Einkäufe gehabt.
    Auch kein Haushaltsbüchlein.
    Einzige Ausnahme: im Urlaub mal grob die Ausgaben notiert - am Ende des Urlaubs war es (laut Taschenrechner :) ) ziemlich ausgeglichen.
    Ich hatte mal einen Partner, der Probleme hatte, mit dem Geld umzugehen.
    Er kannte seine Defizite - und ich auch - ich konnte das ausgleichen (also jetzt nicht finanziell - aber vom Gedankengut - er hat meine Hilfe gerne angenommen)...

    Direkt darüber sprechen.
    Schildere ihr doch, wie Du Dich mit dieser "Entscheidung" fühlst.
    Dass Du ein beklemmendes Gefühl hast.
    Dass Du das nicht willst und einen anderen Kompromiss finden möchtest.

    Ich fand die Idee mit dem Portemonnaie für gemeinsame Ausgaben sehr gut.
    Damit einfach "Gemeinsames" bezahlen - Einzelwünsche erfüllt sich jeder selbst.

    In einer Beziehung hatten wir eine "Spargiraffe" - da hat jeder mal hier und da was reingeworfen.
    Kleine Münzen, Scheine - egal was für Beiträge - ein Jahr lang.
    Am "Jahrestag" haben wir dann den Giraffenbauch geplündert.
    Das war so spannend und lustig. Und niemand wusste mehr was man reingesteckt hatte - war ja auch egal - alles was rein kam wurde mit Liebe gespendet. Für die Liebe.
    Das Geld gezählt - und je nachdem - was da für ein Betrag zustande kam - uns was Tolles an unserem Jahrestag
    gegönnt. (War jetzt ein wenig OT - aber irgendwie kam mir diese Erinnerung...)

    100% "finanziell ausgeglichen fair" kann es praktisch nie sein.
    Ich sorge gerne für ein gutes Gleichgewicht (da sollte sich niemand benachteiligt fühlen).

    @ Schreiberin: Schöner Beitrag ;-)
     
    04.05.2015 #11
  12. zrs13
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    Ach, Heike gibt mal wieder die "allen überlegene". Aber nein, so einfach ist das nicht. Mich persönlich würde schon das Haushaltsbuch stören! Geld darf für mich einfach kein Thema sein, egal ob ich nun mit der Vorstandsvorsitzenden oder mit der Arbeitslosen zusammen bin. Ich finde bei diesem Thema MUSS man sich einig sein. Wenn das nicht passt, passt die Beziehung für mich nicht.

    Das Verhältnis zum Geld, ja, das sollte irgendwo auch kompatibel sein. Meines ist da, dass ich sehr darauf achte, nur das zu zahlen, was die Sache auch wert ist. Ich hasse es aber, zu geizen, wenn es darum geht, sich etwas zu gönnen, sei es hochwertige Lebensmittel oder ein schöner Abend zu zweit... Wenn die Vorstellungen hier zusammenpassen ist die gemeinsame Kasse doch kein Problem, denn der Wert der Person definiert sich doch nicht dadurch, wer mehr Geld beisteuert :eek:

    Also, liebe Heike, für mich sind "getrennte Kassen" ein no-go, und nein, deshalb bin ich keineswegs "beziehungsunfähig" -- es kommen nur MANCHE Partnerinnen nicht in Frage. Übrigens schreibe ich das, obwohl ich in vergangenen Beziehungen meistens der war, der mehr beigesteuert hat. Ich finde das wie gesagt nicht wichtig, wichtig ist, dass man sich dabei einig ist, wie ausgegeben wird.
     
    05.05.2015 #12
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  13. cold_fire
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    Hallo,

    also eigentlich bin ich und meine Freundin Menschen die alle Dinge immer sofort regeln und ansprechen. In der Regel dauert es keine 2 Minuten, dass Dinge besprochen werden.

    Über dieses Thema hatten wir aber schon mehrmals gesprochen, so dass ich das Gefühl irgendwie habe, dass es momentan nichts bringt.
    Wir hatten beim Zusammenziehen verschiedene Optionen diskutiert.

    - eine Geldbörse wo jeder etwas reingibt
    - ein gemeinsames Konto wo jeder eine EC Karte hat und jeder einen festen Betrag monatlich einzahlt
    - ein Haushaltsbuch
    - getrennt einkaufen

    Das Thema Geldbörse hatten wir verworfen, da wir gerne an der Kasse bargeldlos zahlen und nicht ständig selbst gegen diese Geldbörse abrechnen wollten.
    Das gemeinse Konto hatten wir verworden, weil wir beide vorher quasi jeder für sich gewirtschaft hatten und es uns nicht so recht vorstellen konnten ein Konto gemeinsam zu haben. Diese viele Gemeinsamkeit war uns am Anfang dann doch noch sehr fremd.
    Da blieb dann nur Kassenzettel aufbewahren und Beträge aufschreiben, damit wir einigermaßen sicherstellen konnten, dass wir ungefär die gleichen Beträge für den Haushalt aufwenden und uns nicht ständig absprechen mussten wegen den Ausgaben.

    Durchschnittlich hat dann jeder ca. 220 € pro Monat für den gemeinsamen Haushalt gezalt. Wobei hier nicht nur Lebensmittel, sondern auch ein paar Kleinmöbel, Sachen aus dem Baumarkt für den Aufbau der Wohnung etc. dabei waren und Lebensmittel und Getränke für eine größere gemeinsame Party.
    Also von den Geamtaufwendungen war es eigentlich sogar eher wenig.

    Ich denke das grundsätzliche Problem ist, dass sie vermutet, dass ich insgesamt mehr Dinge aufschreibe als sie und sich dadurch benachteiligt fühlt. Obwohl wir auch darüber gesprochen hatten was gemeinsam und was getrennt ist. Angesichts des Betrages von lediglich 220€ pro Monat pro Person empfinde ich diese Vermutung aber auch eher als Vertrauensproblem als ein reales Problem.

    Mich ärgert die Sache irgendwie sehr. Da man schon an den Beträgen sieht, dass wir beide zusammen eher total sparsam sind und es kommt mir sehr lächerlich vor, mich mit so etwas beschäftigen zu müssen.

    Abba vielleicht haben wir ja auch insgesamt zu kompliziert gedacht. Als Paar braucht man eigentlich eine einfache Lösung, damit man nicht ständig mit diesen Gelddingen beschäftigt ist und die trotzdem einigermaßen gerecht ist, damit keiner ein schlechtes Gefühl hat auf Dauer.
    Ich vernute ein Haushaltsbuch wiederstrebt vielleicht manchen, weil es irgendwie nicht so stark für Liebe und Vertrauen steht.

    Dann frage ich mich was steht denn für Liebe und Vertrauen und gibt beiden trotzdem das Gefühl gerecht zu sein? So eine richtig einfache Lösung scheint es mir da auch leider nicht zu geben.

    Momentan spiele ich mit den Gedanken es jetzt einfach mal so laufen zu lassen mit getrennten EInkäufen. Eigentlich müsste sie mit der Zeit vielleicht sehen, dass dies vielleicht keine gute Lösung ist und vieleicht von selbst etwas anderes vorschlagen.


    .
     
    05.05.2015 #13
  14. Warum seid ihr denn zusammengezogen?
     
    05.05.2015 #14
  15. Laou
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    Durch das Haushaltsbuch konntet ihr ja schon sehen, dass die Ausgaben gleich verteilt sind. Vielleicht geht es daher gar nicht ums gleich viel zahlen, sondern um eine unterschiedliche Einstellung zu Geld. Ich hatte beim Lesen deines ersten Beitrags ganz ähnliche Gedanken wie Schreiberin. Evtl. kaufst du auch teure Sachen, die sie sich nicht leisten kann oder will, aber sie muss zwangsläufig die Hälfte mitbezahlen. Vielleicht hilft ein weiteres Gespräch. (Ich kann allerdings auch nachvollziehen, dass man ein ständiges Streitthema irgendwann leid hat.)

    Getrennt einkaufen und bezahlen und trotzdem gemeinsam kochen ist in einer Beziehung vermutlich ungewöhnlich, aber in den WGs, in denen ich gewohnt habe, haben wir das durchaus so praktiziert. Das kann schon funktionieren und ist auch nicht komplizierter, als ein Haushaltsbuch zu führen.

    Die Idee, das getrennte Einkaufen auszuprobieren, finde ich gut. Allerdings würde ich bei deiner Erwartung, dass von IHR ein anderer Vorschlag kommen wird, berücksichtigen, dass der Vorschlag zum getrennt wirtschaften ja deiner war, nicht ihrer.
     
    05.05.2015 #15
    nuit gefällt das.