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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Harmoniker
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    Zwei Introvertierte lernen sich kennen... geht das gut?

    Hallo,

    habe neulich eine Dame angeschrieben (wir beide um die 30), weil ich ihr Profil auf Anhieb sehr sympathisch fand. Und die Sympathie scheint nach vielen Mails und Telefonaten auf beiden Seiten vorhanden zu sein (ein Treffen gab es bisher noch nicht). Unsere Einstellung zum Leben und auch die Interessen sind sich sehr ähnlich und gerade das übt eine starke Anziehung auf mich aus. Und jetzt das Interessante: wenn man sich das Matching-Ergebnis von Parship mal näher anschaut, zeigen wir beide sehr starke introvertierte Werte:

    Allgemein Kontakthemmung: beide > 120
    Introversion: beide > 110
    Extraversion: beide < 80
    Rückzugstendenz: beide > 110

    Jetzt frage ich mich, ob das auf die Dauer gut gehen kann. Brauchen nicht gerade die introvertierten Charaktere lieber jemanden, der sie aus ihrer Zurückgezogenheit heraus reißt?

    Vielen Dank schon mal für die (hoffentlich) folgende Diskussion.
     
    16.01.2012 #1
  2. Polli
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    Es gibt ja auch den Spruch "Gleich und Gleich gesellt sich gern" - nicht ohne Grund, wie ich finde. Natürlich wird es wohl eine Weile gut gehen, wenn der eine sehr extrovertiert ist, der andere aber eher zurückhaltend ist, auch besonders anziehend auf beiden Seiten natürlich. Aber auf Dauer wird der, der angetrieben werden muss, sich unter Druck gesetzt fühlen, weil die ständige Aktivität nicht seinem Naturell entspricht. Ebenso wird der Extrovertiertere sich gehemmt fühlen, nicht komplett so zu sein, wie ohne den Partner. Nur, wenn beide sich sehr dem anderen anpassen, kann so eine Beziehung gut gehen. Solange jeder in dieser Form glücklich ist, ist das ok. Eine Beziehung zwischen zwei sehr ähnlichen Menschen ist meiner Meinung nach beständiger und führt zu mehr Entspanntheit und Glück der einzelnen, denn: beide können sie selbst sein ohne versuchen zu wollen, die Erwartungen des anderen zu erfüllen.
     
    16.01.2012 #2
  3. Andre
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    Meine Werte sind ähnlich, aber so möchte ich auch sein. Ich will mich auch zukünftig nicht ändern, will mich gar nicht aus meinem eigenen Rhythmus "herausreißen" lassen. - Warum denkst du, dass du aus deiner Zurückgezogenheit herausgerissen werden müsstest? Wenn du dich mit deiner Lebensweise wohlfühlst, dann bleibe doch dabei. Das ist doch kein Makel - es wird halt nur allgemein viel geschwätzt, von wegen, was man alles verpasst und wie langweilig das doch ist usw. Ich verpasse nichts und langweilig ist mir schon mal gar nicht.

    André
     
    16.01.2012 #3
  4. Smiler
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    Genau

    Ganz gleich in welcher Konstellation - einer von beiden ergreift immer die Initiative. Je näher man beieinander ist, desto angenehmer. Wo ihr jetzt schon so weit seid: Kopf aus, Spaß an :)
     
    17.01.2012 #4
  5. Harmoniker
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    @Andre: Du hast wahrscheinlich vollkommen Recht. Ich bin eigentlich sehr glücklich mit meinem Lebensstil. Ich hatte nur neulich mal so eine Phase, in der ich meinte, mich ändern zu müssen. Aber nun frage ich mich gerade, warum eigentlich? Vielleicht wäre ich tatsächlich überfordert und vielleicht sogar überhaupt nicht glücklich, einen überaktiven Partner an meiner Seite zu haben...

    Habe mich gestern ein wenig mit dem Thema beschäftigt und bin auf ein Buch aufmerksam geworden, was ich mir auch gleich mal bestellt habe: "Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt" von Susan Cain...

    @Smiler: Ja, bin schon kurz davor, ein Treffen vorzuschlagen. Bevor man sich da in irgendwas reinsteigert und die Blase zu groß wird...
     
    17.01.2012 #5
  6. Leonie
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    Unterschiedlicher Aktivitätsgrad

    Unterschiedlicher Aktivitätsgrad
    Ich habe damit keine guten Erfahrungen gemacht wenn ein sehr aktiver Mensch mit einem weniger aktiven zusammenkommt. Die unterschiedlichen Tempi bereiten beiden Seiten letztendlich nur Frust. Zwar kann es beiden gut tuen, sich mehr zu drosseln beziehunsgweise aktiver zu werden, aber auf Dauer führt das immer wieder zu unguten Spannungen auf beiden Seiten.
     
    17.01.2012 #6
  7. Andre
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    @Harmoniker: Mit der Meinung, mich ändern zu müssen, hab ich mich mein halbes Leben herumgeärgert. Vor etlichen Jahren hab ich mich aber sehr lange und intensiv mit diesem Thema und den entsprechenden Leuten beschäftigt und bin für alle Zeiten von dieser "Meinung" kuriert.

    Dein Buchtipp hört sich interessant an.

    @Leonie: So isses.
     
    17.01.2012 #7
  8. Lisita
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    Ich finde ja @ Smiler: so isses.
    So unterschiedlich können die Sichtweisen sein ... ;-)
     
    17.01.2012 #8
  9. Harmoniker
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    Mal was anderes zum Thema: Ist es nur meine eigene Persönlichkeit oder gehen die Introvertierten allgemein langsamer an eine Beziehung heran? Bei meiner letzten langjährigen Beziehung lagen zwischen den ersten Berührungen, dem ersten Kuss, körperlichen Intimitäten und Sex durchaus mehrere Monate und ich würde es immer wieder so machen. Ich bin manchmal regelrecht geschockt, wenn beim ersten Date hier gleich von Sex geredet wird. Ich brauch für so was ein gewisses Maß an Vertrauen, das ich nicht gleich nach zwei mal Treffen aufbauen kann... und überhaupt bringt man sich doch völlig um diese prickelnde Phase...
     
    17.01.2012 #9
  10. Smiler
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    Ich brauche auch etwas länger, als es oft zu hören oder zu lesen ist und richte mich mehr nach dem Tempo der Frau. ONS kenne ich nur vom Hörensagen und kann mir einen solchen für mich nicht vorstellen. Intimitäten setzen Vertrauen voraus und bestärken dieses. Jeder hat da aber wohl sein eigenes Tempo.
     
    17.01.2012 #10
  11. Andre
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    @Harmoniker: je älter ich werde, desto langsamer bin ich auch geworden. Im Gegensatz zu früher würde Sex beim ersten Date heute würde bloß über mich wegrollen.
     
    18.01.2012 #11
  12. Ikarus
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    Hallo,
    Im Grunde gebe ich nicht viel auf die Matchingpunkte, aber in diesem Zusammenhang treffen sie absolut bei mir zu. Mein Beziehungsverhalten sagt eigentlich aus „Warum haben Sie sich denn eigentlich bei uns angemeldet. Sie suchen doch gar keine Beziehung!“. Die Werte sind so SkyHigh und sprengen jede Statistik das einem Angst und Bange werden kann. Jedoch relativiert sich das alles, wenn man auf jemanden trifft bei dem die vermeidlichen Schwächen auf einmal zu Stärken werden. Dauert halt verdammt lange!

    Grüße, m/44
     
    18.01.2012 #12
  13. Andre
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    „Warum haben Sie sich denn eigentlich bei uns angemeldet. Sie suchen doch gar keine Beziehung!“ Schmunzel. Aber da hat sich Parship über die Jahre schon gebessert. Ich war in den Anfangstagen von Parship schonmal ein halbes Jahr hier, und mein Persönlichkeitsgutachten sagte mir, dass ich eigentlich gar keine Frau "abkriegen" werde, weil Frauen meine wesentlichen Eigenschaften nicht mögen und stattdessen auf ganz andere Typen fliegen. Natürlich verbunden mit gutgemeinten Ratschlägen, dass ich an diesen Punkten an mir arbeiten müsse. - Heute wird das merklich positiver formuliert, aber das ist mir so oder so egal. Das einzige, woran ich seitdem gearbeitet habe, ist, dass ich eben *nicht* an mir arbeiten will, sondern meinem Naturell entsprechend leben und das beste draus machen will. Seitdem geht es mir gut und ich werde nicht wieder damit anfangen, anders sein zu wollen, nur um eine "abzukriegen".
     
    18.01.2012 #13
  14. Womble
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    Hallo,
    man muss nicht immer viel reden um sich zu verstehen.
    Intimitäten sollten meiner Meinung nach wirklich erst nach genauerem Kennen)lernen dazu kommen.
     
    19.01.2012 #14
  15. houty
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    Wisst ihr: Ich habe immer geglaubt, dass ich eine ganz starke Frau brauche und will - und auf einmal werde ich 'zurück geworfen' ;-) auf eine Frau, die ich schon ganz lange kenne und die eine Weichheit und Wärme ausstrahlt, wo ich mich frage: 'Wie blöd warst du eigentlich ? Hab ich eigentlich jahrelang an mir selbst vorbei gelebt ?..." Insofern : "Gleich und gleich gesellt sich gern" - aber mit einer ganz positiven Bedeutung.
    @ andre: Ich find deine Beiträge sehr sympatisch ( wenn man das von Mann zu Mann mal sagen darf ;-)
     
    20.01.2012 #15