AOK-Familienstudie: Partnerschaft und Gesundheit 2014

Wie hängen Partnerschaft und Familienleben zusammen? Parship-Psychologin Dr. Sandra Spreemann erklärt es anhand der AOK-Familienstudie.

Die Krankenkasse AOK untersucht in ihren Studien regelmäßig die Gesundheit von Eltern und Kindern in Deutschland und beleuchtet ihren familiären Alltag. So auch die Familienstudie 2014, die wir genauer unter die Lupe genommen haben.

Darin erfahren wir auch, dass sich die Partnerschaft der Eltern massiv auf das Familienleben und die Gesundheit der Kinder auswirkt. Das finden wir natürlich besonders spannend! Deshalb baten wir unsere Matchmaking-Expertin Dr. Sandra Spreemann um eine Einordnung der Ergebnisse.

Laut Studie hat es einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Eltern UND Kindern, wenn die Eltern zufrieden mit ihrem Familienleben sind, ihre Partnerschaft als glücklich einschätzen und sie sich kinderfreie Auszeiten – gerade auch mit dem Partner – nehmen. Als Negativfaktor wurden hingegen partnerschaftliche Belastungen ausgemacht.

Sandra Spreemann: “Das isParship Blog Logo AOK Familienstudiet ein weitreichender Befund. Auch wenn die ursächlichen Beziehungen in einer Querschnittsstudie wie dieser nicht eindeutig gesichert sind, bestätigen die Ergebnisse zum Einen, was wir schon seit langem in der Beziehungsforschung beobachten: Menschen in glücklichen Beziehungen sind gesünder und haben eine höhere Lebenserwartung. Zum Anderen weiten die oben genannten Ergebnisse den Blick dafür, dass das Wohl unserer Kinder nicht nur in Scheidungsprozessen unmittelbar vom Beziehungsglück ihrer Eltern abhängt. Schon wie erfüllend Eltern ihre bestehende Liebesbeziehung empfinden, welchen Raum sie ihr geben, und wie sie als Paar miteinander den Alltag bewältigen, scheint eine Rolle für die Gesundheit ihrer Kindern zu spielen.”

Umso alarmierender, dass es um die Gesundheit von Alleinerziehenden laut AOK-Studie nicht besonders gut gestellt ist: Während es 70% der Eltern, die in Paar-Familien leben, gesundheitlich gut geht, gilt das nur für 48% der Alleinerziehenden.

“Wir können bestätigen, dass Alleinerziehende ohne Partnerschaft sich vor ungleich größere Herausforderungen gestellt sehen als Paar-Eltern. Als Singles haben sie laut aktuellem Forschungsstand ohnehin ein höheres Risiko für körperliche Erkrankungen und Depressionen. In der vorliegenden Studie berichten alleinerziehende Eltern sogar drei mal so oft über häufige oder anhaltende Schwierigkeiten aufgrund seelischer Probleme (17%) wie in Partnerschaft lebende (6%). Dies deutet zweifellos auf starken Druck hin.”

Dazu passt, dass Alleinerziehende sich laut Studie zeitlich und finanziell stärker belastet fühlen und ebenso die Organisation ihres Familienalltags häufiger als belastend empfinden (24% vs. 17%). Aber auch insgesamt scheint Not am Mann, bzw. an der Familie: Fast die Hälfte klagt über starken oder sehr starken Zeitstress und etwa ein Viertel über finanzielle und psychische Belastungen.

“Es überrascht in der Tat nicht, dass alleinerziehende Eltern von bestimmten Belastungsfaktoren stärker betroffen sind. Man kann davon ausgehen, dass man zu zweit, als Paar, für die Bewältigung von Sorgen und Problemen einfach besser aufgestellt ist.

„Bestimmte Kompetenzen können im Laufe des Lebens zwar erworben oder entwickelt werden, die Basis hierfür bilden jedoch Eigenschaften und Merkmale, die jeder von sich aus in eine bestimmte Beziehung schon mitbringt.“

Allerdings: Wenn Paare nicht harmonieren, können Belastungen nicht nur ihr Wohlbefinden, sondern auch ihre Beziehung beeinträchtigen: Stresstheorien, insbesondere das Stress-Scheidungsmodell von Bodenmann, gehen davon aus, dass chronischer Alltagsstress zu schleichender Distanzierung bis hin zu völliger Entfremdung führt. Ein effektives Gegengewicht sind die individuellen und gemeinsamen Bewältigungsressourcen des Paares, die nach den Erkenntnissen von Parship auch davon abhängen, wie gut die Partner grundsätzlich zueinander passen. Denn bestimmte Kompetenzen können im Laufe des Lebens zwar erworben oder entwickelt werden, die Basis hierfür bilden jedoch Eigenschaften und Merkmale, die jeder von sich aus in eine bestimmte Beziehung schon mitbringt. Eine günstige Partnerkonstellation, wie sie z.B. das Parship-Prinzip zu vermitteln versucht, kann also als hilfreich für den Umgang mit Belastungsfaktoren gelten.”

Eltern in Paarfamilien sind deutlich zufriedener (45% „sehr zufrieden“) mit dem Familienleben als Alleinerziehende (26% „sehr zufrieden“). Hängt die Zufriedenheit also eng damit zusammen, ob man Kinder in einer Partnerschaft oder allein erzieht?

“Ja. Aber das klingt nur auf den ersten Blick entmutigend für Alleinerziehende. Denn wer sagt, dass die Paarfamilie nicht auch eine Patchworkfamilie sein darf? Viele alleinerziehende Singles sehen die Rolle ihres Kindes bei der Suche nach einem neuen Partner selbst viel kritischer als mögliche Kandidaten. Eine Single und Partnerbefragung von Parship aus dem Jahr 2011 hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der deutschen Singles einem Partner mit Anhang vollkommen offen gegenüber steht. Eine Online-Partnervermittlung wie Parship bietet Alleinerziehenden dabei viele Vorteile und will so, wenn es funkt, mittelbar auch dort für mehr Glück und Entlastung sorgen.”

Stichwort Quality Time: Die Hälfte der Eltern in der AOK-Studie bemängelt, zu wenig Zeit mit dem Partner zu haben. Hier sehen die Befragten das größte Defizit, gerade weil 81% glauben, dass ihnen mehr kinderfreie Zeit mit dem Partner helfen würde, ihren Familienalltag besser zu bewältigen.

“Und mehr als richtig scheinen sie damit zu liegen, wenn wir uns den zu Beginn schon erwähnten Zusammenhang mit ihrer eigenen und der Gesundheit ihrer Kinder ansehen. Konkret sagen in der Studie 33% der Befragten aus Familien, in denen die Kinder gesundheitliche Beschwerden haben, sie hätten ausreichend kinderfreie Zeit mit dem Partner. In Familien mit beschwerdefreien Kindern sagen das deutlich mehr Befragte (48%)!

Es ist für jeden nachvollziehbar, dass exklusive Momente der Partnerschaft nach Gründung einer Familie um der Liebe Willen wichtig bleiben. Darüber hinaus braucht ein Paar ablenkungsfreien Raum für Kommunikation und Problemlösung, in dem die oben genannten Bewältigungsressourcen auch zur Entfaltung kommen können. Und nicht zuletzt muss es sich Gelegenheit verschaffen, einander über die eigenen Belange und Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, da man den anderen sonst schlichtweg nicht mehr versteht. Paaren mit einer günstigen Grundkonstellation wird es dabei naturgemäß leichter fallen, sich Raum und Gelegenheiten für all das zu schaffen. Und wir sehen: Am Ende leben wir so nicht nur als Paar glücklicher und gesünder, sondern auch als Familie!”

Über die Expertin:

Sandra ist promovierte Psychologin und von Beginn an mit Parship verbandelt. Bis 2010 leitete sie die wissenschaftliche Abteilung und entwickelte das Parship-Prinzip® stetig weiter. Als Matchmaking-Expertin steht sie uns heute wissenschaftlich beratend zur Seite. Außerdem coacht und berät sie im digitalen Business sowie Menschen in herausfordernden Lebenssituationen (sandra-spreemann.de). Ihre heimliche Leidenschaft – das Schreiben – macht sie hier für uns zur Tugend.