Eigentlich sollte es gar nicht so weit kommen

Wie schwer haben es Alleinerziehende in Deutschland wirklich? Parship-Matchmaking-Expertin Christiane Lénard hat sich zur Beantwortung dieser Frage die Studie der Bertelsmann Stiftung angeschaut.

Alleinerziehende stehen zunehmend im Fokus von Wissenschaft, Medien und Politik. Und das finden wir bei Parship richtig so: Der steigenden Anzahl von Kindern, die von nur einem Elternteil und unter großer finanzieller Belastung großgezogen werden, sowie dem sich verbreitenden Kinderarmutsrisiko muss ohne Frage durch entsprechende Maßnahmen entgegengewirkt werden.

Ein-Eltern-Beziehungen im Stress

In den Ergebnissen der Bertelsmann-Studie „Alleinerziehende unter Druck“  wird der Reformbedarf im Steuer- und Sozialrecht zugunsten von Alleinerziehenden herausgearbeitet, um ihre finanzielle Situation zu verbessern. Denn auch wenn ein Kind mit viel Liebe und Fürsorge großgezogen wird, kann sich die prekäre finanzielle Situation negativ auswirken. Ab einem gewissen Alter beispielsweise kann das fehlParship Blog Logo Bertelsmann Stiftungende eigene Zimmer ein Kind in seiner Entwicklung beeinträchtigen. Neben der finanziellen Situation, unter der viele Ein-Eltern-Familien leiden, kommen weitere Belastungen wie die Organisation des Tagesablaufs oder die Überlastung durch Übernahme der Mutter- und Vaterrolle hinzu. Das kann sowohl für die Kinder als auch für den Elternteil enorm belastend sein und sich auf die psychische und körperliche Gesundheit der Familie auswirken. Auch wenn Alleinerziehende sich größte Mühe geben, diese Herausforderungen bestmöglich zu meistern, indem sie sich zum Beispiel organisieren und Netzwerke aufbauen.

Doch man sollte bei allen Forderungen eines nicht vergessen: Die Rolle der oder des Alleinerziehenden wurde von den Eltern in den allermeisten Fällen nicht explizit angestrebt. Der Plan war meist ein anderer: Das gemeinsame Großziehen von Kindern im Rahmen einer Zweier-Beziehung. Es gab den Wunsch nach einer gemeinsamen Familie, der letztlich an der Partnerschaft gescheitert ist. Die Eltern haben die Entscheidung gefällt, als bessere Alternative die Paarbeziehung zu beenden anstatt sie unglücklich fortzusetzen. Die Ursache liegt also in einer gescheiterten Beziehung.

Mit wissenschaftlichem Matching gegen die Misere

Dass so viele Beziehungen, ohne und auch gerade mit Kindern scheitern, ist der Anfang dieser gesellschaftlichen Misere. Wir sind der festen Überzeugung bei Parship: Diese ließe sich verhindern, wenn das Risiko des Scheiterns dieses Lebenskonzeptes im Vorfeld minimiert werden würde. In meinen Augen sollte die Gesellschaft nicht nur der Problematik der Alleinerziehung entgegenwirken. Sondern früher ansetzen, nämlich an dem Punkt, wo Partnerschaften entstehen und erste Konflikte auftreten. Jeder Einzelne sollte frühestmöglich ein Bewusstsein dafür bekommen, welcher passende Partner an seine Seite gehört, welche Konflikte auf Grund der Persönlichkeiten auftreten könnten und wie man diese meistert. Das beginnt schon bei der Partnersuche. Wir bei Parship setzen bereits hier an: Mit unserem Matching-Ergebnis zeigen wir, in welchen Dimensionen zwei Menschen besonders gut harmonieren und in welchen Bereichen Beziehungsarbeit nötig sein könnte. Und by the way: Unsere Paarbefragung in Kooperation mit der Universität Zürich hat gezeigt, dass Paare, die sich mithilfe eines wissenschaftlichen Matchings kennengelernt haben, weniger streiten, den gemeinsamen Alltag besser meistern als andere Paare und insgesamt rundum zufrieden sind.

Über die Autorin:

Christiane steht an der Spitze des Experten-Teams bei Parship und leitet die Forschung zu Partnerschaftsqualität und -stabilität. Die Diplom-Soziologin ist seit fünf Jahren für Parship tätig. Im Frühjahr wurde ihr erstes Kind geboren.