Ewiges Nörgeln bringt den Partner ins frühe Grab

Nörgeln ist tödlich! Parship-Beziehungsexperte Eric Hegmann erklärt, warum.

Eine glückliche Beziehung fördert die Gesundheit und sorgt für ein längeres Leben. Soweit so unstrittig. Anders sieht es leider aus, wenn die Freude durch schlechte Laune gepaart mit Besserwisserei verdorben wird. Das macht krank und verkürzt die Lebenszeit. Betroffen sind vor allem die Männer, denn wenn die streiten, schlägt ihnen das sofort auf Immunsystem und Blutdruck. Worte können töten: Eine nörgelnde Partnerin erhöht statistisch das Sterberisiko des Mannes um bis zu 100 (!) Prozent.

Optimistisch sein, 8 Jahre länger leben

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Kopenhagen über elf Jahre mit 9.875 Männern und Frauen zwischen 36 und 52 Jahren. Wer also optimistisch, lebensbejahend und fürsorglich ist, gönnt seinen Mitmenschen nicht nur mehr Ruhe sondern auch ein um bis zu acht Jahre längeres Leben.

Warum das so ist, lässt Raum für Spekulationen (und tausend gute Ratschläge). Frühere Studien fanden bereits einen Zusammenhang zwischen Beziehungskrach und Herzinfarkt oder Schlaganfall. Männer reagieren wohl mit einem erhöhten Cortisonspiegel auf eine stressige Partnerin. Doch welche Männer das vor allem sind, muss noch geklärt werden. Ängstliche und schnell gereizt reagierende Kerle sollten aber ziemlich sicher Entspannungsübungen verinnerlichen, wenn ihnen an einem gemeinsamen Ruhestand liegt und die nörgelnde Partnerin nicht ein paar Gänge runterschalten will. Es ist also ziemlich sicher, dass ständige Ansprüche und Forderungen der Partnerin den Männern buchstäblich zu Herzen gehen. Die dänischen Ärzte fragten sich deshalb auch, ob die allgemein deutlich höhere Lebenserwartung der Frauen daher kommt, dass sie für Konfliktbewältigung über ein größeres Soziales Netz verfügen, in dem sie Trost und Hilfe erfahren. Folgerichtig trifft Stress ganz besonders arbeitslose Männer. Deren Gesundheit leidet unter Furcht, Ärger und Vereinsamung. Die Ergebnisse ließen die Forscher sogar den Vorschlag formulieren, dass arbeitslose Männer bei häuslichen Konflikten betreut werden sollten.

Tödlicher Stress

Wie tödlich Stress sein kann, belegte auch die berühmt gewordene Nonnenstudie von den Wissenschaftlern Deborah Danner und David Snowdon von der Universität Kentucky in Lexington. Sie basiert auf den Aufzeichnungen von 180 jungen katholischen Nonnen über deren Einstellung zum Leben. Ausgewertet wurden diese Daten 2001. Danach lebten jene Nonnen, die 1930 im Alter von durchschnittlich 22 Jahren, zufrieden mit Ihrem Leben waren und eine positive Lebenseinstellung hatten, etwa sieben Jahre länger als ihre pessimistischen Mitschwestern. Das Ergebnis ist deshalb so aussagekräftig, da durch der Alltag der Nonnen andere Einflüsse auf die Lebenserwartung weitgehend ausschloss.

Dass Wunden schlechter heilen, wenn man aggressiv und gereizt ist, wissen Forscher schon länger, denn feindselige Konflikte schwächen den Organismus. Eine positive Streitkultur hilft also im doppelte Sinn: der Beziehung und der Lebenserwartung.

Schokolade statt Sex

Was aber tun, wenn es doch kracht? Ich weiß, woran ihr denkt und ihr habt beinahe Recht: etwa die Hälfte der Frauen würde liebe Schokolade essen als Sex haben – das hat eine Studie im Auftrag der französischen Ausgabe der Frauenzeitschrift Grazia herausgefunden. Vergleichbare Umfrageergebnisse gab es kurz zuvor aus England. Ihr wisst also jetzt, wie ihr eure Partnerin glücklicher und euren Partner gesünder machen könnt. 😉 Viel Spaß dabei!

Über den Autor:

Eric unterstützt das Parship-Team bereits seit knapp einem Jahrzehnt. Seit 15 Jahren berät er Paare und Singles und schreibt über Partnersuche und Partnerschaft. Er ist verheiratet und streitet nicht gerne. Mehr über ihn unter eric-hegmann.de oder via Twitter unter @Eric_Hegmann.